Lehrerin erstochen. Was ist hier nur los..

  • Auch gerade drüber gestolpert und bin ziemlich schockiert. Ich versuche mich gerade damit zu beruhigen, dass so etwas in Relation zur Anzahl von Schulen zum Glück doch sehr selten vorkommt und hoffe, dass der Hintergrund durch die Ermittlungen noch klarer wird.

  • Bin auch geschockt. 😥

    https://www.google.com/amp/s/a…hule-schiesserei-100.html


    Grundschule 😥

  • Wie grausam. Das schockiert und macht sehr betroffen. Mein herzlichstes Beileid sowie viel Kraft an die Familie und alle Angehörigen.

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe Schwierigkeiten mir vorzustellen, dass es in Deutschland zum Teil nicht schon an einigen Grundschulen (seltener!) "Alltag" ist.
    Schon Ende der 90ern erzählte meine Kousine, Grundschullehrerin in der Brennpunktpariser Gegend, dass sie regelmäßig Messer aus der Schultaschen rausfischen und dass ab und zu Halbstarken Drohungen aussprechen, auch mit dem großen Bruder und so.

    oder bin ich zu abgebrüht? (also: es schockt mich total, aber Gewalt an Lehrer*innen ist für mich nichts Neues. In dem Sinne von: es wird so lange weggeguckt, bis etwas wirklich passiert (also JETZT zum Beispiel) )

  • Unendlich traurig! Ich wünsche allen Angehörigen viel Kraft für die nächste Zeit und dass der Täter eine angemessene Strafe erhält.

    Wir als Menschen müssen lernen, mit Niederschlägen im Leben zurechtzukommen. Einem Großteil der Bevölkerung gelingt dies früher oder später. Ein kleiner Teil der Bevölkerung kompensiert Frust mit Gewalt gegen sich selbst, ein anderer Teil mit Gewalt gegen Andere. Als Lehrer treffen wir viele schöne Entscheidungen. Wir müssen aber auch Schülern die Arbeit mit der Note 5 zurückgeben, ihnen die Versetzung verwehren. Womöglich kriegen sie "wegen uns" (auch wenn es eigentlich an ihren Leistungen liegt) aufgrund schlechter Noten zuhause Ärger, müssen die Schulform wechseln, können nicht die Wunschausbildung beginnen. Das führt zu Frust und Wut. Je nach Schulform ist Konfliktbewältigung mal mehr, mal weniger Teil des Lehrplans.

    Fälle wie diesen hier lassen sich nicht gänzlich reduzieren. Wir müssen leider als Gesellschaft damit leben, dass ein ganz kleiner Teil unserer Mitmenschen dieses Gewaltpotential hat und irgendwann durchdreht. Dadurch, dass wir in der Schule mit so vielen Menschen zu tun haben, ist die Wahrscheinlichleit größer, dass eine etwaige Tat in der Schule passiert. Theoretisch könnte fast jeder private und öffentliche Raum potentieller Tatort werden - und vermutlich war es in der Vergangenheit bereits so.

  • Aktuell arbeite ich ja in Bullerbü war aber mehr als 6 Jahre an einer Gesamtschule im sozialen Brennpunkt.

    Selbst da war Gewalt an Lehrern kein Thema ( zumindest habe ich in den 6 Jahren davon nichts mitbekommen).

    Von daher schockt es mich schon. Ich las gerade... der Schüler sollte von der Schule verwiesen werden....

    DAS soll als Grund reichen jemanden umzubringen. Einfach unvorstellbar, unentschuldbar..und wenn ich mir vorstelle er bekommt eine Jugendstrafe und lebt in x Jahren sein Leben weiter da könnte ich einfach nur 🤮.

  • Ich kann nur hoffen,dass das Jugendgericht in diesem Fall das zustehende Strafmaß von 10 Jahren ausschöpft🤷

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Ich kann nur hoffen,dass das Jugendgericht in diesem Fall das zustehende Strafmaß von 10 Jahren ausschöpft🤷

    Davon würde ich bei der gegenwärtigen Informationslage nicht ausgehen. Allein dass der mutmaßliche Täter den Notruf selbst getätigt haben soll, wird ihm schon zu Gute gerechnet werden.

  • Ich denke mal, daß der Täter maximal 5 Jahre bekommt und spätestens nach 3 Jahren wieder in Freiheit ist. :daumenrunter:


    Und ja, ich wünsche mir Strafen wie zu RAF-Zeiten zurück mit fünf mal lebenslänglich, wobei man dann maximal alle 15 Jahre einmal lebenslänglich erlassen bekommen kann, so daß 5x lebenslänglich dann selber bei guter Führung 5x15=75 Jahre bedeuten würde, also wirklich lebenslänglich.

  • plattyplus

    Ich glaube auch zu RAF Zeiten existierte ein Jugendstrafrecht

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • plattyplus

    Ich glaube auch zu RAF Zeiten existierte ein Jugendstrafrecht

    Ja, Ansätze des Jugendstrafrechts finden sich im deutschsprachigen Raum bereits seit Ende des 15. Jahrhunderts, was ich persönlich durchaus interessant finde :) Das Jugendstrafrecht, wie man es heute kennt, wurde 1953 vom Bundestag verabschiedet, baut aber auf einem Entwurf von 1923 auf.

  • Als ich nach dem Fall im Internet gesucht habe, habe ich zufällig unter 'das haben andere gesucht' gesehen, dass die Begriffe "Nationalität" und "Migrationshinterhrund" in Zusammenhang mit der Tat am häufigsten gesucht wurden.


    Ich empfinde es so, dass wenn ein gewaltsamer Tod eines Menschen sofort zu politischen Debatten führt, wird das den Angehörigen nicht gerecht, also den Menschen, die jetzt direkt betroffen sind, die verzweifelt sind und mit diesem Unfassbaren leben müssen.


    Ich kann niemandem was vorschreiben. Ich würde mir aber wünschen, dass für Grundsatzdebatten, wie welcher Gewalt Lehrer ausgesetzt sind, Rachefantasien an Straftätern, Strafrecht und andere Themen, die uns in Zusammenhang mit dieser Tat beschäftigen mögen, in einem anderen Thread zu thematisieren.

  • Da wahrscheinlich keiner von uns direkt als Kollege oder Verwandter betroffen ist, kann die Diskussion hier eigentlich nur eine Grundsatzdebatte sein.

    Zum einen, wie wir solche Fälle im eigenen Umkreis verhindern können und zum anderen wie die obergeordneten Stellen inklusive Politik reagieren sollten.


    Als IT-Lehrer am BK habe ich das Glück, überwiegend vernünftige Schüler zu haben. Unabhängig ob mit oder ohne Migrationshintergrund und habe die Gefahr bei mir noch nicht gesehen.

  • Als IT-Lehrer am BK habe ich das Glück, überwiegend vernünftige Schüler zu haben. Unabhängig ob mit oder ohne Migrationshintergrund und habe die Gefahr bei mir noch nicht gesehen.

    Ich glaube, dass man auch nach außen hin vernünftigen Schülern nicht in den Kopf schauen kann. Es gibt leider immer wieder Individuen (In der Regel eher Männer, da hätten die Hauswirtschaftskollegen bei euch womöglich noch einmal ein geringes Risiko als ihr in der IT.), die nach außen hin vermeintlich normal wirken und innerlich doch Gewaltvorstellungen haben, die sie nur bis zu einem bestimmten Punkt im Zaum halten können. Ich gebe zu, dass insbesondere Menschen, die mit Menschen in schwierigen Lebenslagen zusammen arbeiten, ein stärkeres Risiko laufen, Opfer eines solchen Attentats zu werden, aber theoretisch könnte auch ein Abiturient durchdrehen, wenn er "nur" wegen dem/der "bösen" Herr/Frau Soundso nicht den gewünschten Studiengang studieren kann... oder der Workaholic, der 30 Jahre lang seinen Hintern für die Arbeit aufriss und trotzdem gekündigt/nicht befördert wird... oder der Mann, der von seinem Partner (m/w/d) verlassen hat und diesen Verlust nicht verkraftet.

  • Ich glaube auch zu RAF Zeiten existierte ein Jugendstrafrecht

    Für mich steht die Tat in Ibbenbüren halt in einer Reihe mit den Silvester-Ausschreitungen in Berlin. Unser Staat hat es verlernt gewissen Straftätern die Zähne zu zeigen, was ich zutiefst bedauere.


    Warum wurden z.B. die Chaoten, die in Berlin die Feuerwehr mit Raketen angegriffen haben, nach der erkennungsdienstlichen Behandlung wieder nach Hause geschickt? Ich hätte es wesentlich besser gefunden, wenn sie gleich aus dem Polizeigewahrsam durch Schnellgerichte abgeurteilt worden wären mit Strafen, die auch wirklich bei der entsprechenden Klientel wirken. Dabei denke ich an 5 Tage Jugendarrest noch in den Weihnachtsferien, Nichtzulassung zur Fahrprüfung bis zum Alter von 25 oder 30 Jahren und ähnliche Strafen.

  • Für mich steht die Tat in Ibbenbüren halt in einer Reihe mit den Silvester-Ausschreitungen in Berlin. Unser Staat hat es verlernt gewissen Straftätern die Zähne zu zeigen, was ich zutiefst bedauere.

    Ich sehe da einen deutlichen Unterschied zwischen beiden Taten. Bezüglich deiner Ausführungen zu den Silvester-Ausschreitungen kann ich dir noch folgen (abgesehen von den Schnellgerichten, ich bin froh über darüber, dass in Deutschland derartige Standgerichte verfassungswidrig sind.


    Eine Tat wie in Ibbenbüren lässt sich aber mit hoher Sicherheit nicht einfach durch härtere oder schnellere Strafen verhindern. Andererseits ist der Staat bezüglich solcher Straftaten sehr wohl handlungsfähig und das zuständige Strafgericht wird hier mit Sicherheit im Rahmen unserer Gesetze eine angemessene Strafe verhängen.

  • Kleine Ergänzung: Auch jetzt gibt es bereits sogenannte "Beschleunigte Verfahren" vor der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Diese sind aber - nachvollziehbarerweise - auf den Fall einfacher Sachverhalte und oder klarer Beweislage beschränkt und dürfen auch nur zu Freiheitsstrafen bis max. 1 Jahr führen. Das betrifft also eher Delikte wie Schwarzfahren, Drogenhandel mit Kleinstmengen u.ä., nicht jedoch Straftaten wie Körperverletzung, Brandstiftung u.ä.

  • Kleine Ergänzung: Auch jetzt gibt es bereits sogenannte "Beschleunigte Verfahren" vor der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Diese sind aber - nachvollziehbarerweise - auf den Fall einfacher Sachverhalte und oder klarer Beweislage beschränkt und dürfen auch nur zu Freiheitsstrafen bis max. 1 Jahr führen.

    Wie gesagt sprach ich von wenigen Tagen Jugendarrest etc., also von Strafen deutlich unter einem Jahr.

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