Lehrermangel und Teilzeit

  • Müsste imho schon einige Jahre länger sein.

    Möglich. Wobei ich im Hinterkopf habe, dazu im Ref etwas in „Kultus und Unterricht“ gelesen zu haben. Länger als fünf Jahre wäre die letzte Verschärfung damit nicht her.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Ok, das ist bei meinem Partner nicht so.

    Ich kenne es auch so, dass mobiles Arbeiten aus dem Ausland verboten ist, weil es ein ein steuerrechtliches Problem ergeben kann. Für das Arbeiten im Ausland braucht man in der Regel ein Arbeitsvisum und je nach Steuerabkommen muss man auch dort Steuern zahlen, wo man arbeitet.

  • Wie lieb von dir, aber für die Gewährung von Altersgeld benötigt man eine Dienstzeit von fünf vollen Jahren, weswegen ich mit meiner Bitte auf Entlassung noch minimal warten werde, sofern ich nicht versetzt oder vollständig abgeordnet werde. Man darf mich aber gerne korrigieren.

    • Offizieller Beitrag

    Falls das kein Scherz sein sollte und ich Dich richtig verstanden habe, muss ich Dir mitteilen, dass das so nicht funktioniert.
    In der Regel wirst Du nach ausgesprochener Entlassung dann in der Rentenversicherung nachversichert, bekommst aber kein Altersgeld wie das bei einer Dienstunfähigkeit nach fünf Jahren der Fall wäre.

    • Offizieller Beitrag

    naja, du bekommst, wenn du im Pensionsalter bist, den Anteil an Pension, den du bis zu deinem Ausscheiden (5 Jahre, 15 Jahre, 30 Jahre) erarbeitet hast. Zusätzlich dazu die Rente, die du auch bis dahin erarbeitet hast.

    Man mag es "seltsam" finden, aber die Pension hat man sich genauso wie die Rente "erarbeitet" (durch die "Einzahlungen" (ich weiß, die sind virtuell vom Land)), und es ist keine Belohnung dafür, dass man bis zum Schluss ausgehalten hat.
    Ach, doch, in NRW schon. (und einigen anderen BL auch)

  • Ist doch gut und fair, dass man zumindest für diese 5 Jahre später von dem erarbeiteten Pensionsanspruch profitieren kann und nicht auf den gesetzlichen Rentenanspruch zurückgestutzt wird.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Das Hauptproblem (meiner Meinung nach) sind zusätzlich Kolleg*innen, die nicht arbeiten.


    Was heißt das genau?


    Ich kenne recht viele Lehrer*innen, die Vollzeit verbeamtet sind und Vollzeit unterrichten. Mehr machen sie nicht. Weder habe sie extra Aufgaben, noch erstellen sie Prüfungen oder werden im Abitur oder anderen Abschlussprüfungen als Prüfer eingesetzt. Sie haben keinen vorsitzt etc etc. Und das alles nicht weil sie es nicht wollen, sondern weil die Schulleitung diese kolleg*innen für nichts einsetzen wollen, da durch sie Mehrarbeit entsteht für die anderen.


    Da sind meiner Meinung nach auch Kapazitäten, die nicht genutzt werden (können).



    Weiterhin könnte man Aufgaben anders verteilen und umschichten. Zb im April Mai sind Prüfungen. Können nicht diejenigen ohne Prüfungsfach oder Korrekturfach in den klausurphasen mitarbeiten?


    Ich höre oft Lehrer sagen ich mache 5 Stunden weniger, dann habe ich eine Korrektur weniger und mehr Freizeit.

    Der Sport und Musik Kollege (je nach Schulformen) weiß nicht was Klausuren sind. Jetzt kann man argumentieren, man weiß das ja alles vor dem Studium und vor dem Beruf, aber wenn man das System ändern will, dann sollte man sowas auch bedenken. 25,5 Stunden englisch deutsch mit 6 Klausursätzen sind dann ein anderes Pensum als Sport Kunst.


    Heißt das jetzt der eine hat Pech der andere Glück? Beide verdienen ja das gleiche und es ist ja nicht abzusprechen, dass der eine mehr arbeitet.


    Nur als Beispiel.


    Nur meine Idee.


    Das stundenkontigent müsste wohl bei gedacht werden.

  • Genau deswegen werden bei uns recht viele Entlastungsstunden für Korrekturentlastung verteilt. Wir sind halt eine reine Oberstufe (AHR und FHR). Mit D/E hat man da bei vollem Deputat auch bis zu 4 Entlastungsstunden. Mit M/E komme ich bei 2+3 Klausurstapeln (TZ plus andere Aufgaben) noch auf 2 Entlastungsstunden. Ohne die, würde ich wohl einen Stapel mehr haben und wäre noch was runter gegangen.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Ja natürlich kann man das Kontingent anpassen. Wurde ja ausch schon 100 mal vorgeschlagen. Und natürlich ist es aus meiner Sicht ungerecht, dass der Sport/Erdkunde Lehrer genauso viel Geld verdient wie ich. Ja, er hat por Halbjahr vielleicht vier Klausurensätze Oberstufe Erdkunde, aber bei mir sind es deutlich mehr Klausuren + ggf. Kommunikationsprüfungen. Er wird sagen, dafür steht er 16 Schulstunden pro Woche in der Sporthalle. Das macht auch kaputt.


    Aus meiner Sicht müsste man eigentlich die Fächerkombinationen einschränken. Wer Lehrer:in werden will muss mindestens ein Fach aus der Fächergruppe I (oder mögliche zweite Fremdsprache) studieren, es dürfen aber nicht zwei Sprachen kombiniert werden. Da es hier so einen Mangel gibt: zwei Fächer der Fächer der Fächer Gruppe II sind dan erlaubt, wenn es sich um Mangelfächer handelt (Kunst/Musik (hatten wir schon als Kollege), zwei aus PH/CH/IF etc.). Was Mangelfach ist, wird am prognostizierten Bedarf und nicht an der aktuellen Situation bemessen.

    Ich sehe aber das Problem, dass es dann sehr viele Deutschlehrer:innen geben wird. Denn seien wir mal ehrlich: wer eigentlich GE / SW machen wollte, dann aber ein Fach aus Fächergruppe I nehmen muss, wird im Normalfall schon mal nicht Mathe nehmen. Wenn sie/er nicht zufällig gut bis sehr gut eine Fremdsprache beherrscht/nicht ins Ausland will, fallen auch alle modernen Fremdsprachen raus.

    Aber, woher weiß man, wer später wo eingsetzt wird? Die Mathe/Kunst Lehrerin, die auf eigenen Wunsch nicht oberhalb der Jahrgangsstufe 7 unterrichtet, hat vermutlich stundenmäßig weniger zu korrigieren, als die GE/SW Lehrerin, die den Großteil ihres Deputates in der Oberstufe unterrichtet und immer mindestens einen LK hat.


    Ich fürchte, einen wirklich gute/faire Lösung wird es nicht geben (was nicht heißt, dass man die jetztige Situation nicht verbessern könnte)

  • Mit D/E hat man da bei vollem Deputat auch bis zu 4 Entlastungsstunden.

    Das ist viel und gut! Bei uns gbit es auch so ein Korrekturpunktesystem, mit D/E kommt auf etwas über eine Stunde bie VZ, mit M/E bei Vollzeit hatte ich immer so zwischen 0,75 oder 1, jenachdem, wie die Fächer verteilt waren (je mehr Englisch desto mehr Punkte).

  • Gab es in Hamburg nicht mal ein System, dass man bei unterschiedlichen Fächern ein unterschiedliches Deputat hatte?


    Ansonsten hab ich 100x lieber den Stress mit den Korrekturen in D, als den in der Sporthalle oder im Kunstsaal mit stetig wechselnden Klassen.

    • Offizieller Beitrag

    Gab es in Hamburg nicht mal ein System, dass man bei unterschiedlichen Fächern ein unterschiedliches Deputat hatte?

    Ja.
    Ich hatte auf Fortbildungen KuK aus Hamburg kennengelernt, ich fand, dass deren "Entlastung" nicht dem entspricht, was ICH mir wünschen würde. Da ging es in die Richtung: der Musikkollege unterrichtet 28-29 Stunden, der Deutschlehrer 22-23 (statt 25).
    Wobei man natürlich berücksichtigen muss, dass die letzten Beiträge (Yestoerty, Catelyn, TwoRoads, und ich auch) aus NRW sind und da ist die Diskrepanz zwischen Fächergruppe 1 und Fächergruppe 2 extrem und wirklich signifikant, wärend sie in anderen Bundesländern "nur" stärker ist.

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