"Wenn Sie uns keine guten Noten geben, bekommen wir einen neuen Lehrer."

  • "Curling-Eltern" kannte ich auch noch nicht. ;-)
    Diese "polieren die Bahn" und sorgen dafür, dass ihr Kind die anderen zur Seite schieben kann und ganz nach vorne kommt.
    Sie räumen dem Kind jedes Hindernis aus dem Weg, bevor das Kind dieses überhaupt bemerkt und selbst beseitigen könnte. Dadurch lernen die Kinder jedoch nie, Schwierigkeiten selbst zu meistern.

    Das Diskutieren von Tatsachen ist eine "wunder"bare Sache.

  • Und was wäre daran jetzt schlimm?
    Besser/einfacher kannst du nervige Klassen nicht loswerden.

    Schlimm ist daran, dass Eltern, deren Kind nicht mit seiner Note zufrieden ist, sich bei der Schulleitung beschweren und diese dann ruckzuck Klassen neu verteilt, damit bloß keine Beschwerde weiter kommt.


    Ich finde die Zustände äußerst sonderbar, das Rückgrat der SL gummiweich und wenn niemand im Kollegium auf deiner Seite ist, Zahori , würde ich auch perspektivisch gucken wollen, ob ich mich in dieser Schule noch wohlfühlen kann. Zuerst aber würde ich das Thema wahrscheinlich in einer Konferenz auf die Tagesordnung setzen und da mal generell drüber reden wollen.

  • Tragischerweise wären die Kinder (zu recht) oft mit ihren Noten zufrieden, aber die ehrgeizigen Mamas und manchmal auch Papas wollen in ihrer Blase nicht zurückstehen und zetteln gekränkt die absurdesten Tänze an. Den Kindern ist es mal peinlich, mal kommt es ihnen gelegen. Wenn man am Beginn der Pubertät die Erziehungspartnerschaft mit den Lehrern unterläuft, hat man als Eltern dann halt ein paar Jahre Spaß, Glückwunsch. Aber nicht meine Verantwortung.

  • 7. Klasse

    Vielleicht ist mal ein Exkurs zur Unwichtigkeit der Noten in der 7. Klasse notwendig.


    Schlimm ist daran, dass Eltern, deren Kind nicht mit seiner Note zufrieden ist, sich bei der Schulleitung beschweren und diese dann ruckzuck Klassen neu verteilt, damit bloß keine Beschwerde weiter kommt.

    Schlimm ist das nicht, das ist rückratlos. Die SL sollte sich mal überlegen, welche Funktion sie eigentlich hat.

  • Schlimm ist daran, dass Eltern, deren Kind nicht mit seiner Note zufrieden ist, sich bei der Schulleitung beschweren und diese dann ruckzuck Klassen neu verteilt, damit bloß keine Beschwerde weiter kommt.

    im Ernst? Mit Stundenplanänderung und allem Drum und Dran??

  • Schlimm ist daran, dass Eltern, deren Kind nicht mit seiner Note zufrieden ist, sich bei der Schulleitung beschweren und diese dann ruckzuck Klassen neu verteilt, damit bloß keine Beschwerde weiter kommt.


    Ich finde die Zustände äußerst sonderbar, das Rückgrat der SL gummiweich und wenn niemand im Kollegium auf deiner Seite ist, Zahori , würde ich auch perspektivisch gucken wollen, ob ich mich in dieser Schule noch wohlfühlen kann. Zuerst aber würde ich das Thema wahrscheinlich in einer Konferenz auf die Tagesordnung setzen und da mal generell drüber reden wollen.

    Es ging doch überhaupt nicht um eine ad hoc abgeänderte Unterrichtsverteilung! Laut TE wurde lediglich zum neuen Schuljahr für den TE unerwartet die Unterrichtsverteilung geändert. Über die Gründe hierfür kann man nur spekulieren und wie hier schon mehrfach beschrieben, kann das auch viele andere banale Ursachen haben. Hier wird erheblich zuviel herein interpretiert.


    Keine SL ändert ohne Not mitten im Schuljahr die Unterrichtsverteilung, nur weil sich wenige Eltern unzufrieden mit den (immer noch guten) Noten ihrer lieben Kleinen zeigen.

  • Aus meiner Tätigkeit am Beratungstelefonen der GEW ist mir sehr wohl bekannt, dass es Schulen gibt, in denen das Niveau systematisch durch die Schulleitung gesenkt wird. Da müssen sich die Lehrer dann systematisch rechtfertigen, wenn der Notenschnitt nicht so ist, wie von der Schulleitung gewünscht.Irgendwann hat das Kollegium dann keine Lust mehr und alle stufen systematisch die Noten nach oben und das Niveau nach unten. Ich kenne keine Berufsgruppe, die sich derart viel vom Vorgesetzten bieten lässt wie unsere Berufsgruppe.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Natürlich ist das so. Ich weiss sehr gut, dass bei uns im Kanton speziell eine Fachschaft eines Gymnasiums immer wieder Probleme hat, die Maturprüfung durch das Ressort zu bringen. Weil der Rektor befindet, es dürfe nicht zu viele Ungenügende geben. Weil im Einzugsgebiet zu viele Ärzte und Juristen wohnen.

  • Ich kenne keine Berufsgruppe, die sich derart viel vom Vorgesetzten bieten lässt wie unsere Berufsgruppe.

    Ich kenne offen gestanden keine Berufsgruppe, der es derart egal sein kann, was der Vorgesetzte denkt, solange man sich an geltendes Recht hält.

  • Die Noteninflation ist ja deshalb eine Inflation, weil sie um sich greift. Die Schülerinnen merken, dass es woanders bessere Noten gibt und fordern die auch. Die Maßstäbe sind passen ja nicht, also haben sie noch nicht mal so ganz unrecht, wenn sie eine Anpassung fordern.


    Ebenso geht's den Schulen, die um Schülerinnen (zu) konkurrieren (glauben). Die fürchten, dass ihnen die Schülerinnen wegbleiben, wenn sie nach den alten Maßstäben benoten. Also passen sie an.


    Als einzelne Lehrerin kann man davon halten, was man will. Man wird aber nicht beliebig lange dagegen ankommen. Wenn die Schulleiterin mir andeutet, wie viele Widersprüche ich in den Ferien bearbeiten werde, gebe ich doch lieber die bessere Note. 'Ne Vier ist schnell gegeben und macht wenig Arbeit. Und deshalb machen das viele.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

    Einmal editiert, zuletzt von O. Meier ()

  • Stimmt führt aber zu einer Entwertung bestimmter Abschlüsse.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Als einzelne Lehrerin kann man davon halten, was man will. Man wird aber nicht beliebig lange dagegen ankommen. Wenn die Schulleiterin mir andeutet, wie viele Widersprüche ich in den Ferien bearbeiten werde, gebe ich doch lieber die bessere Note

    [... Beleidigung entfernt, kl. gr. frosch, Moderator ...] Wegen solchen Lehrern könnte ich mich jeden Tag aufregen wenn ich sehe, was für "Rohmaterial" mir dann angeliefert wird und gnadenlos auf die Nase fällt. Die Schüler/Azubis fallen dann aus allen Wolken, wenn ihre 1 in Mathematik sich zu einer 6 dreht, da die Zubringerschule sich dachte, sie verschenkt die Note vollends, Hauptsache keine Probleme.


    Unter welchen weltfremden Ängsten leiden hier einige scheinbar? Was sollen denn bitte irgendwelche Helikoptereltern oder eine übergriffige SL schon zu melden haben? Widersprüche sind nebenbei überhaupt nicht möglich, sofern nicht einige Voraussetzungen vorliegen (Verwaltungsakt). Selbst wenn ein Widerspruch möglich ist, warum knickt der 0815 Lehrer bei dem Wort schon ein? Nie ein Rechtsseminar im Leben besucht? Dann schreibt man seine Stellungnahme oder lässt sie (wenn man Zeit sparen möchte) von einer KI generieren und macht deutlich, dass die Note unanfechtbar ist. Jeder mit ein paar Semestern in dem Gebiet wird bestätigen, dass kein Elternteil bis vors Gericht zieht und wenn doch, verlieren sie, da eine Notenabänderung ohne vorhandene Formfehler nicht passieren wird.


    In einem anderen Thread habe ich schon angemerkt, dass auch eine SL keine Noten so einfach abändern kann. In meinem BL bspw. ist hierfür eine Aberkennung über einen Mehrheitsbeschluss in der Konferenz notwendig und den Schritt ist noch keine SL gegangen, da es einen riesigen Rattenschwanz nach sich zieht.

    Wenn mich mein SL einbestellen würde wegen vermeintlich zu schlechter Noten und diese auch noch (wie beim Threadersteller) bei 2,3 liegt, dann würde es richtig eskalieren im Raum. Selbst bei einem Schnitt von 4,X interessiert es mich nicht die Bohne und das hat einen einfachen Grund. Nur weil die Schüler (Gründe sind hier vielfältig) immer leistungsschwächer/unwissender werden muss ich doch nicht das Niveau immer weiter absenken. Genau diese Denkweise führt dazu, dass selbst das Abitur absolut nichts mehr wert ist.

    Diese extreme Noteninflation ist auch schon an der Universität oder SchmalspurFH angekommen. Was dort durchgewunken wird, hätte vor 15 Jahren nichtmal die 10te Klasse geschafft. Wenn es aber ideologisch so weiter geht, ist der Masterabschluss demnächst dann der Regelabschluss und das ist keine Schwarzmalerei. Das Abitur ist ja bereits der neue Volksabschluss bei Quoten von teilweise über 50% eines Jahrgangs (je nach Region).

  • Wegen solchen Lehrern könnte ich mich jeden Tag aufregen wenn ich sehe, was für "Rohmaterial" mir dann angeliefert wird und gnadenlos auf die Nase fällt. Die Schüler/Azubis fallen dann aus allen Wolken, wenn ihre 1 in Mathematik sich zu einer 6 dreht, da die Zubringerschule sich dachte, sie verschenkt die Note vollends, Hauptsache keine Probleme.

    Nur zu deiner Info: O. Meier ist - genau wie du - an einem BK, also einer beruflichen Schule, tätig und nicht an einer allgemeinbildenden "Zubringerschule".

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Eine blöde Situation (Ausgangsbericht).


    Ich habe dahingehend keine Erfahrung, habe mir aber mal Gedanken gemacht, wie ich das angehen würde, würden mir Kids/Jugendliche einer Klasse so kommen.


    Ich glaube, ich würde mich mit der Klasse zusammensetzen, ihren Frust ernst nehmen, ihnen aber erklären, dass sie sehr eingleisig denken. Natürlich ist erst einmal eine bessere Note für dieselbe Leistung was Besseres, sie hebt den Schnitt. Aber sie tut noch etwas: sie verschleiert die eigentliche Leistung. Die Frage wäre also, ob die SuS lieber bessere Noten haben, mit denen sie dann später auf die Nase fallen könnten, weil ihnen plötzlich eine realistischere Konkurrenz begegnet, oder mit dir zusammen das Lernen lernen, unter deinen Maßstäben benotet zu werden, um später guten Erfolg zu haben.


    Es muss ein Umdenken stattfinden:

    Nicht: "Bei einer anderen Lehrkraft kriege ich für dieselbe Leistung bessere Noten", sondern "bei dieser Lehrkraft kann ich auch bessere Noten bekommen, wenn ich mich etwas mehr anstrenge und mit der Lehrkraft gemeinsam lerne, mich gut vorzubereiten. Das hilft mir später mehr.".


    SuS wollen das in der Regel nicht, das ist klar. Leichtester Weg, wenn möglich. Aber vielleicht hilft es, ihnen klar zu machen, welches Ziel das bessere ist. Das "Pampern" vorher und danach mit blankem Popo im Schnee hocken oder bei leichter Unterkühlung etwas mehr Bewegung reinbringen und zu lernen, sich selbst Hosen anzuziehen?


    Das kapieren übrigens sogar schon Grundschüler*innen.

  • treasure grundsätzlich bin ich absolut bei dir. In vielen Bereichen sind Noten tatsächlich auch zweitrangig. Nur wenn es um den NC geht, wir es schwierig, wenn man dann mit Leuten konkurriert, die ihre Noten geschenkt bekommen haben.

    Mein angestrebter Kompromiss (bin ja noch im Ref) in der Frage: in der E Phase streng sein, in der Q-Phase angemessen. Wenn die SuS dann den Anspruch aus der E-Phase kennen, dann werden die Noten automatisch besser und die Leistung stimmt auch. So meine Theorie.🤷🏼‍♀️

    Wer Fehler findet darf sie behalten und sich freuen! :victory:

  • Die Schüler/Azubis fallen dann aus allen Wolken, wenn ihre 1 in Mathematik sich zu einer 6 dreht, da die Zubringerschule sich dachte, sie verschenkt die Note vollends, Hauptsache keine Probleme.

    Wenn dieser Fall eintritt, würde ich mich an die eigene Nase fassen und nachschauen, ob das Wissen, das ich vorausgesetzt habe, an der "Zulieferschule" überhaupt im Lehrplan aufgetaucht ist. Selbst wenn: Es schadet nie, zu Beginn des Schuljahres die Basics zu wiederholen, auf denen man den eigenen Unterricht aufbauen will.

    BTW: Deine Unterstellung, Kollegen würden "Noten verschenken, um keine Probleme zu haben" ist Kollegenbashing und für einen Start in diesem Forum kein guter Anfang.

    Das Diskutieren von Tatsachen ist eine "wunder"bare Sache.

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