• Ich verstehe den Unmut bei Nichtbeamten, denn gerade die Zuschläge sind einfach überhaupt nicht mehr zeitgemäß, teuer und sozial ungerecht. Mich würde sehr wundern, wenn demnächst nicht massiv an Beamtenprivilegien geschraubt würde - seien es Zuschläge oder Maximalpensionen oder Beihilfesätzen oder was auch immer. Man kann Arbeitnehmern nicht immer mehr Einschnitte zumuten und Beamte aussparen. Es spielt auch gar keine Rolle, wie sich das tatsächlich kostentechnisch niederschlägt, es geht im Wesentlichen sicherlich auch im Gerechtigkeitsempfinden beim Wähler.

  • Ich verstehe den Unmut bei Nichtbeamten, denn gerade die Zuschläge sind einfach überhaupt nicht mehr zeitgemäß, teuer und sozial ungerecht. Mich würde sehr wundern, wenn demnächst nicht massiv an Beamtenprivilegien geschraubt würde - seien es Zuschläge oder Maximalpensionen oder Beihilfesätzen oder was auch immer. Man kann Arbeitnehmern nicht immer mehr Einschnitte zumuten und Beamte aussparen. Es spielt auch gar keine Rolle, wie sich das tatsächlich kostentechnisch niederschlägt, es geht im Wesentlichen sicherlich auch im Gerechtigkeitsempfinden beim Wähler.

    Ok. Nur wann ist dieses Empfinden "gestillt"?

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Man kann Arbeitnehmern nicht immer mehr Einschnitte zumuten und Beamte aussparen.

    Nur, dass man die Einschnitte und Nachteile bei Verbeamteten nicht wahrnimmt und nicht erinnern will, und sehr einseitig Vorteile bewertet.

    Derzeit wird soll an allem Möglichen beschnitten werden, immer am unteren Rand. Das provoziert Ärger und Neid.

    Womöglich könnte man anders agieren und damit die Gesellschaft besser zusammenhalten, statt über Lifestile-Teilzeit, zu wenig arbeitende Menschen zu lamentieren, könnte man Arbeitszeit erheben und Teilzeitquoten in der Arbeitszeitstatistik ausweisen, um sie zu anderen Ländern vergleichbar zu machen. Das will man ja aber offenbar gar nicht, man braucht etwas, worauf man die Einschnitte berufen kann und freut sich im Anschluss über das Rufen gegen die Beamten.

  • Ok. Nur wann ist dieses Empfinden "gestillt"?

    Du betreibst hier sanewashing, versiehst auch in deinem vorigen Beitrag die Schlechterbehandlung der Nichtbeamten mit Adjektiven ähnlich "vermeintlich", es sind aber handfeste Privilegien. Ob die gerecht sind, nur als ungerecht empfunden werden oder nicht... liegt letzten Endes im Auge des Betrachters, der Gesellschaft. Diese ist mittlerweile sehr klar positioniert und das ist keine psychologische Verblendung, denn sonst hätte ich als Beamter nicht dasselbe Gefühl. Ich blicke etwa auf die Berufsumstände meiner Eltern und Freunde oder denke keinesfalls "das ist halt Gefühlssache, wenn die das ungerecht finden".

    Gestillt ist das, wenn wir als Gesellschaft in einem Boot sitzen. Welche Privilegien sind denn wirklich nötig? Nur die Unkündbarkeit, welche dann gegen fehlendes Streikrecht getauscht wird. Mit der Unkündbarkeit wird dann auch die fehlende Marktqualifikation der Beamtenausbildungen kompensiert.

    Pension, Heirats-, Kinder- und Miet-Zuschläge sollten abgeschafft werden.

  • Ich verstehe den Unmut bei Nichtbeamten, denn gerade die Zuschläge sind einfach überhaupt nicht mehr zeitgemäß, teuer und sozial ungerecht. Mich würde sehr wundern, wenn demnächst nicht massiv an Beamtenprivilegien geschraubt würde - seien es Zuschläge oder Maximalpensionen oder Beihilfesätzen oder was auch immer. Man kann Arbeitnehmern nicht immer mehr Einschnitte zumuten und Beamte aussparen. Es spielt auch gar keine Rolle, wie sich das tatsächlich kostentechnisch niederschlägt, es geht im Wesentlichen sicherlich auch im Gerechtigkeitsempfinden beim Wähler.

    Von den Zuschlägen wissen die wenigsten, daran stößt sich niemand außer kinderlose Beamte. Es wird sich immer an den Pension und der DRV gestoßen.

    Entropy is a bitch, embrace her.

  • Wie soll dieser Beruf eigentlich attraktiv bleiben, wenn sogar Lehrer am eigenen Ast sägen?

    Es hilft eine ehrliche Analyse, warum sich junge Leute gegen den Lehrkräfteberuf entscheiden. Wenn jemand sagt "Ich könnte das ja nicht." oder "Lehrkraft heutzutage? Bloß nicht!", dann macht es Sinn, nachzufragen, warum die Person zu dieser Position kommt. Denn dann kann im nächsten Schritt überlegt werden, ob die Rahmenbedingungen des Berufes angepasst werden sollten.

    Ich wage zu behaupten: Wenn sich junge Leute gegen diesen Beruf entscheiden, liegt es in den allerallerwenigsten Gründen am Geld.

  • Pension, Heirats-, Kinder- und Miet-Zuschläge sollten abgeschafft werden

    Also das Grundgesetz ändern und das Berufsbeamtentum abschaffen.

    Kann man machen, wird rechtlich richtig lustig. Und teuer wird das ganze auch.

    Entropy is a bitch, embrace her.

  • Ich wage zu behaupten: Wenn sich junge Leute gegen diesen Beruf entscheiden, liegt es in den allerallerwenigsten Gründen am Geld.

    Richtig, aber wenn das Berufsbeamtentum fällt, dann ist die schlechtere Bezahlung ein weiter Grund sich gegen den Beruf zu entscheiden.

    Entropy is a bitch, embrace her.

  • Glaube ich persönlich nicht. In den aktuellen Zeiten, so zumindest meine Vermutung, nehmen die Leute sogar eher Gehaltseinbußen hin, wenn im Gegenzug der Arbeitsplatz wenigstens einigermaßen sicher ist. Die aktuelle junge Generation ist weniger risikoaffin als früher und daher gewinnt auch der öffentliche Dienst als Arbeitgeber unter jungen Leuten an Beliebtheit.

  • gerade die Zuschläge sind einfach überhaupt nicht mehr zeitgemäß, teuer und sozial ungerecht

    Meinst du die Höhe und Ausgestaltung in NRW je nach Wohnort oder meinst du das Prinzip der Zuschläge generell?

  • Die aktuelle junge Generation ist weniger risikoaffin als früher und daher gewinnt auch der öffentliche Dienst als Arbeitgeber unter jungen Leuten an Beliebtheit.

    Sehe ich anders. Die nachkommenden Generationen wollen sich gar nicht so fest an einen Arbeitgeber binden, wie es im Lehramt beim Dienstherrn Land der Fall ist.

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