"Panini"-Stickeralbum des Sportvereins

  • Hallo zusammen,

    ich weiß nicht, ob es hier richtig ist, aber ich stelle es einfach mal ein:

    Der Sportverein unseres Sohnes plant ein Stickeralbum. Die Sticker werden dann wohl bei Rewe "verkauft" und es kann gesammelt werden.
    Irgendwie finde ich das ja cool, aber dann ist halt das Foto des Kindes "überall" zugänglich.

    Wie seht ihr das? Würdet ihr euer Kind mitmachen lassen oder Finger weg?

    Für entsprechende Menschen ist das halt der perfekte Katalog, oder?!:daumenrunter:

    Was meint ihr dazu?

    Viele Grüße
    Super-Lion

  • Mein (nicht existierendes) Kind dürfte NICHT mitmachen (aus den von dir angedeuteten Gründen).
    Meine Grenze beim Sportverein: Fotos in Aktion vom Sport, so wie man sie in der Zeitung sieht. Aber panini-Album-like? Ich wusste gar nicht, dass sowas möglich ist ...

  • Bei unserem Fußballverein gab es doch auch. Das ist doch letztlich eine sehr subjektive Entscheidung. Bei uns gab es auch Fotos auf der Homepage. Letztlich muss jeder selbst wissen, was er möchte und was nicht. Ein besonderes Gefährdungspotential würde ich nicht sehen. Trotzdem kann ich jeden verstehen, der das nicht möchte...

  • Euer Kind soll selbst entscheiden können, ob Ton und/oder Bild von ihm einer breiten Maße zur Verfügung gestellt werden würden. Das ist derzeit in Deutschland ab dem 18. Lebensjahr möglich, davor wird die beidseitige Zustimmung von Kind/Heranwachsendem und Eltern benötigt.

    Diese Entscheidung würde ich an die kindliche Reife der Einsicht über die Konsequenzen hinsichtlich der Verbreitung koppeln. Im vorliegenden Fall würde ich persönlich, wenn euer Sohn jünger als 16 Jahre ist, definitiv ablehnen und zwischen 16 und 18 Jahren nur zusagen, wenn er die Komplexität des Rechts an eigenem Bild und Ton kognitiv überblicken kann.

  • Ich finde die Vorstellung nicht so abschreckend. Im Internet würde ich es nicht mitmachen aber analog...? "früher" waren Kinder auch in der Tageszeitung mit Foto und Namen und da war man doch stolz auf sich, gerade bei sportlichen Leistungen.

    Kommt vielleicht auch auf die Sportart und das Alter an, mit 12 in Badehose oder auf dem Schwebebalken ist es nochmal was anderes als bei 6-Jährigen mit ihrer Mannschaft. Allerdings würde ich auch da weniger an Pädophile denken als daran, dass die Bilder in der Pubertät von eine*r missgünstigen Mitschüler*in rausgekramt werden könnten... So spontan jetzt.

  • Habe so etwas von unserem Verein auch schon gesehen und fand die Art und Weise der Darstellung ziemlich unkritisch. Ich sehe das wie Quittengelee : das steht und fällt für mich mit der Art der Fotos.

    Für entsprechende Menschen ist das halt der perfekte Katalog, oder?!

    PS: Der Anteil von "entsprechenden Menschen", die den Kindern vorher fremd sind, ist verschwindend gering. Täter stammen in fast allen Fällen aus dem näheren sozialen Umfeld. Die Sichtbarkeit eines Passbildes und eines Mannschaftsfotos in einem Album spielt vor diesem Hintergrund eher keine Rolle.

  • Ich finde das ein recht schwieriges Thema allgemein, aber ein Passfoto im örtlichen Paninialbum, da hätte ich nun nichts dagegen. Es ist ja nicht mal digital.

    Selbst wenn es in 10 Jahren jemand rauskramt, es ist ja kein peinliches Foto. Könnte die Person ja auch mit jedem Freundebuch machen.

    Und es ist einfach schwer, die Kinder aus sämtlichen Medien rauzuhalten. So gab es Fotos vom Handballturnier in der Zeitung mit allen Teilnehmern etc. und sagt jemand wirklich seinem Kind, wenn ein Mannschaftsfoto gemacht wird, dann darfst Du da nicht mit drauf?

    Liebe Grüße

  • Der Sportverein unseres Sohnes plant ein Stickeralbum. Die Sticker werden dann wohl bei Rewe "verkauft" und es kann gesammelt werden.
    Irgendwie finde ich das ja cool, aber dann ist halt das Foto des Kindes "überall" zugänglich.

    "Unser" Rewe hat mal Sammelbilder für das Stickeralbum der allseits bekannten "großen" örtlichen Fußballmannschaft (damals 4. Liga) an der Kasse verteilt. Ich glaube man bekam ein 5er-Päckchen für je 10 Euro Einkauf... @Super-Lion: Wie kommen denn wahrscheinlich nur sehr wenigen bekannte "Kindersportler" dazu, so verewigt zu werden? Ist das eine Art Belohnung für einen besonderen Erfolg? Werbung von/für Rewe?

    Zur Fragestellung: Die Sticker sind für ein Album und nicht weltweit erreichbar auf einer Homepage des Vereins. Sammeln werden sie die stolzen Kinder selbst, ihre Verwandten und evtl. Freunde. Ich sehe da wenig Gefahren für einen Missbrauch. Viele Sportvereine machen sich aber gar keine Gedanken dazu und stellen Mannschafts- und Portraitfotos ins Netz, da sollten die Beteiligten allerdings umgehend ihre Bedenken äußern.

  • "Unser" Rewe hat mal Sammelbilder für das Stickeralbum der allseits bekannten "großen" örtlichen Fußballmannschaft (damals 4. Liga) an der Kasse verteilt. Ich glaube man bekam ein 5er-Päckchen für je 10 Euro Einkauf... @Super-Lion: Wie kommen denn wahrscheinlich nur sehr wenigen bekannte "Kindersportler" dazu, so verewigt zu werden? Ist das eine Art Belohnung für einen besonderen Erfolg? Werbung von/für Rewe?

    Das ist rein finanzielles Interesse. Man kann die Päckchen auch so kaufen und jeder will natürlich zumindest seine Mannschaft voll haben. Die Vereine werden am Gewinn wohl beteiligt.

    Mittlerweile gibt es das sogar mit den Lehrkräften an Schulen. Da können sich die Abijahrgänge was dazu verdienen. Da kann vorher sogar die Seltenheit festgelegt werden und wie viele es als Holo gibt etc.

  • Das ist rein finanzielles Interesse. Man kann die Päckchen auch so kaufen und jeder will natürlich zumindest seine Mannschaft voll haben. Die Vereine werden am Gewinn wohl beteiligt.

    Ja, aber weniger als Bereicherungsinteresse einer Person, sondern eher als Sponsoring für die eingebundenen Vereine und damit die Unterstützung der meist ehrenamtlichen Arbeit. Das finde ich vollkommen in Ordnung.

  • Vielen Dank für eure Antworten. Ich bin immer noch hin- und hergerissen.
    Klar, es werden Passfotos und Mannschaftsfotos sein, also keine anstößige oder nachteilige Situationen.
    Aber wenn jemand den Sticker abfotografiert, ist das Bild halt ratzfatz im Internet bzw. man kann "Dank" KI auch allerlei Schindluder damit treiben. Unser Sohn (10) hat jetzt keine Feinde, er ist eher sehr beliebt, aber wer weiß, auf was für Ideen Kinder und Jugendliche kommen.
    Klar, man kann ihn auch beim Sport oder in der Freizeit fotografieren, aber das Album macht es einfacher.

    Früher wurden bei uns beim Fotografen auch die Klassenfotos etc. im Schaufenster ausgehängt, aber da gab es halt noch keine digitalen Möglichkeiten.

    Im Zuge der Fotoaktion sollen auch Fotos für SocialMedia-Auftritte, Homepage etc. entstehen. Und wo zieht man jetzt die Grenze?
    Die Polizei rät eindeutig davon ab.
    Kinder sind kein Content: Darum gehören Kinderfotos nicht ins Netz

  • Was ICH schwierig finde, ist einerseits:

    Und wo zieht man jetzt die Grenze?

    und wie mache ich einem 10jährigen Kind diese Grenze und den Unterschied deutlich?
    Wie versuche ich, meinem Kind deutlich zu machen, dass er ein Recht am eigenen Bild hat, dass alle Bilder Gefahren bringen können aber sowas okay ist.
    Wie ist das Stimmungsbild generell auf der Elternseite? und auf der Kinderseite?

  • Das Album ist kein Social-Media-Auftritt, ich persönlich würde zum Internet die Grenze ziehen. (Also wenn das Kind überhaupt mitmachen möchte.)

    Wenn du aber Bauchschmerzen dabei hast: lass es. Rückgängig machen geht halt nicht mehr. Klar, es ist immer blöd, wenn das eigene Kind als einziges irgendwo nicht mitmachen darf, es ist aber auch kein Weltuntergang fürs Kind.

    Oder, wenn mehrere Eltern hadern: normalen Fotografen engagieren und Profifotos anfertigen lassen, bei dem jeder nur seine Abzüge erhält.

    Der Verein kann auch andere Aktionen zum Spendensammeln planen- vielleicht mögen sich die Eltern, die dagegen sind, gleich konstruktive Alternativen überlegen.

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