• Morgen zusammen,

    muss kurz meine Frustration loswerden. Ich sitze gerade mit einem! Schüler einer Berufsfachschule I im Unterricht. Eigentlich hat die Klasse 21 SuS. Gründe sind wohl Ramadan und ein für heute angekündigter Streik der Busse, was für viele SuS mittlerweile eine Art Generalentschuldigung ist. In diesem Bildungsgang sind die Fehlzeiten immer recht hoch aber heute ist dann doch etwas besonderes...
    Wer ist damals eigentlich auf die glorreiche Idee gekommen, dass Fehlzeiten nicht auf Abschlusszeugnissen ausgewiesen werden? Für Unternehmen ist diese Angabe oft entscheidender als die eigentlichen Noten.


    Danke fürs lesen, musste grade mal raus.

  • Den Frust kann ich nachvollziehen und während man bei Mittelstufenschülern oft noch einen Zugriff über die Eltern und notfalls Behörden bekommt, wird das in der Sek II wirklich mühsam. In Einzelfällen sind die Fehlzeiten so massiv, dass innerhalb mehrerer Wochen der Unterricht in einzelnen Fächern nur 1-2x besucht wurde.

  • Unsere Schule hat ein riesiges Einzugsgebiet. Wenn der ÖPNV streikt, dann können die Schüler nicht anreisen. Das ist so. Darüber würde ich mich aber auch nicht aufregen. Der Streik funktioniert, das ist für mich als Arbeitnehmer wichtig und die SuS sind dadurch entschuldigt.

    Was das mit Ramadan zu tun haben soll, verstehe ich nicht. Das betrifft doch eher die späteren Unterrichtsstunden.

  • Unsere Schule hat ein riesiges Einzugsgebiet. Wenn der ÖPNV streikt, dann können die Schüler nicht anreisen. Das ist so. Darüber würde ich mich aber auch nicht aufregen. Der Streik funktioniert, das ist für mich als Arbeitnehmer wichtig und die SuS sind dadurch entschuldigt.

    Was das mit Ramadan zu tun haben soll, verstehe ich nicht. Das betrifft doch eher die späteren Unterrichtsstunden.

    Das interessante ist, dass zu solchen Gelegenheiten auch diejenigen Schüler plötzlich nicht kommen können, die man sonst an jedem Tag mit Elterntaxi kommend beobachten kann ;)


    PS: Ich räume gerne ein, dass das an der Berufsfachschule dann vlt. nicht mehr so verbreitet ist.

  • Unsere Schule hat ein riesiges Einzugsgebiet. Wenn der ÖPNV streikt, dann können die Schüler nicht anreisen. Das ist so. Darüber würde ich mich aber auch nicht aufregen. Der Streik funktioniert, das ist für mich als Arbeitnehmer wichtig und die SuS sind dadurch entschuldigt.

    Was das mit Ramadan zu tun haben soll, verstehe ich nicht. Das betrifft doch eher die späteren Unterrichtsstunden.

    Unsere Schule auch, da wir eher ländlich liegen. Habe mir gerade mal die Mühe gemacht die örtlichen Fahrpläne online nachzuschauen, da fällt so gut wie nichts aus. Es liegt also nicht am Können, sondern am Wollen. Freue mich schon auf die Diskussion um Entschuldigungen nächste Woche.
    Während des Ramadan sind die Fehlzeiten muslimischer SuS bei uns immer höher, keine Ahnung woran das liegt.

  • Bei uns geht eine Mitteilung raus, dass 5km Fußweg als zumutbar gelten. Wer außerhalb dieses Radius wohnt, wird nach Ermessen der Klassenlehrkraft entschuldigt. Theoretisch könnte man sich die Mühe machen und gucken, wo jemand wohnt und ob dessen Verkehrslinien überhaupt vom Streik betroffen sind - ob das praktisch auch tatsächlich passiert, weiß ich nicht.

    Meines Erachtens gehören Fehlstunden dringend auf Zeugnisse. Was Schüler heute teilweise an Abwesenheiten zusammensammeln, ist gruselig und sowas würde ich mir als Unternehmen auch nicht in den Betrieb holen wollen.

  • Ich sitze hier gerade auch nur vor ca. 1/3 der Klasse und kann dieses System am BK mittlerweile nicht mehr ernst nehmen.

    Es passiert absolut gar nichts. Keine pädagogischen Gespräche, keine Erziehungs- oder Ordnungsmaßnahmen. Es ist einfach allen egal. SL vielleicht 15h/Woche anwesend wenn es hochkommt. Am Ende werden SuS, die keinen Satz sinnentnehmend lesen und einfachste Berechnungen im Zahlenraum bis 10 fehlerfrei durchführen können mit einem Fachabitur „belohnt“. Mittlerweile fliegen mehr als 50% bei Praktika raus aufgrund zu hoher Fehlzeiten, egal welcher Bildungsgang (berufliches Gymnasium vielleicht etwas besser).

    Ich sitze mittlerweile nur noch meine Zeit ab. Lohnt sich nicht drüber aufzuregen. Und selbst wenn man mal in einer Stunde wirklich etwas schafft, da die SuS zum Teil wirklich nicht dumm sind, ist alles in der nächsten Stunde wieder weggekifft/weggetiktokt usw.

    Trösten tue ich mich mit einen Stundenlohn, den ich wohl nirgend sonst erreicht hätte..

  • Das interessante ist, dass zu solchen Gelegenheiten auch diejenigen Schüler plötzlich nicht kommen können, die man sonst an jedem Tag mit Elterntaxi kommend beobachten kann ;)


    PS: Ich räume gerne ein, dass das an der Berufsfachschule dann vlt. nicht mehr so verbreitet ist.

    Du weißt aber auch nicht, ob das Elterntaxi gerade an dem Tag nicht wirklich nicht kann. Ich verstehe aber auch jeden, der so einen Anlass für sich nutzt.

    Bei uns wird der ÖPNV nicht bestreikt (privater ÖPNV-Betreiber), das habe ich den SuS auch kommuniziert und entsprechend ist das heute auch kein Entschuldigungsgrund.

    Während des Ramadan sind die Fehlzeiten muslimischer SuS bei uns immer höher, keine Ahnung woran das liegt.

    Konnte ich bei mir jetzt nicht beobachten. Nach der sechsten Stunde melden sich mehr Leute krank, allerdings machen die das fast nie bei mir, auch die Schüler aus meiner Klasse nicht. Die Hürde ist bei mir wahrscheinlich höher (nicht die Abmeldung, aber vermeintliches Judgement, das Fasten nicht auszustehen).

  • Maylin85

    Wer bitte soll sich da hin setzen und investigativ die einzelnen Schulwege recherchieren. Sorry aber irgendwann weigert Lehrkraft sich die eierlegende Wollmilchkuhsau zu spielen.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Meines Erachtens gehören Fehlstunden dringend auf Zeugnisse. Was Schüler heute teilweise an Abwesenheiten zusammensammeln, ist gruselig und sowas würde ich mir als Unternehmen auch nicht in den Betrieb holen wollen.

    Das ist doch letzten Endes der Wille der Politik. Lieber einen schlechten Schüler in den Betrieb bringen, als einen Bürgergeldemofänger mehr zu produzieren. Und btw, so manche SuS die enorme Fehlzeiten gesammelt haben funktionieren im Betrieb auf einmal wie geschmiert. Insofern ist es vielleicht gar nicht so schlecht, dass es nicht drin steht.🤷

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Danke fürs lesen, musste grade mal raus.

    Ich kenne das Spektakel. Was mich inzw. nervt:

    • Warum haut das elektronische Klassenbuch (WebUnits) nicht automatisch die Mahnungen raus, wenn bestimmte Fehlzeitengrenzen aus §53 Schulgesetz NRW überschritten wurden?
    • Warum bekommt der Klassenlehrer keine Benachrichtigung, dass ein Schüler 20 Tage am Stück gefehlt hat und so eine Ausschulung nach §47 Schulgesetz NRW möglich ist?
    • Warum muss der Klassenlehrer das alles manuell nachrecherchieren?

    Derweil haue ich jede Woche als Klassenlehrer von zwei Klassen ca. 20 Mahnungen raus.

    Unsere Schule hat ein riesiges Einzugsgebiet. Wenn der ÖPNV streikt, dann können die Schüler nicht anreisen. Das ist so.

    Ich habe hier Schüler sitzen, die bei dem heutigen guten Wetter 26km mit dem Fahrrad zur Schule gefahren sind. Die sind da. Und ich habe Andere, die keine 2km von der Schule entfernt wohnen, die nicht da sind, weil ja die Busse streiken.

  • Maylin85

    Wer bitte soll sich da hin setzen und investigativ die einzelnen Schulwege recherchieren. Sorry aber irgendwann weigert Lehrkraft sich die eierlegende Wollmilchkuhsau zu spielen.

    Zustimmung. Ich denke auch nicht, dass das gefordert ist, aber wer die vorgeschobenen Ausreden nicht akzeptieren möchte, könnte es tun und die Schüler wissen das. Ob es heute einen Effekt hat, weiß ich nicht (krank), grundsätzlich finde ich die klare Ansage aber besser, als es einfach so laufen zu lassen.

  • heute angekündigter Streik der Busse

    Der Grund ist doch sehr legitim.

    Den Frust kann ich nachvollziehen und während man bei Mittelstufenschülern oft noch einen Zugriff über die Eltern und notfalls Behörden bekommt, wird das in der Sek II wirklich mühsam

    Mir ist das in der Sek II vollkommen egal. Mich trifft das persönlich überhaupt nicht, wenn jemand ständig fehlt. Das ist nicht mein Verlust.

  • Das interessante ist, dass zu solchen Gelegenheiten auch diejenigen Schüler plötzlich nicht kommen können, die man sonst an jedem Tag mit Elterntaxi kommend beobachten kann ;)


    PS: Ich räume gerne ein, dass das an der Berufsfachschule dann vlt. nicht mehr so verbreitet ist.

    Bei meinen Kindern ist es an der Schule immer so, wenn die Busse nicht fahren, dann findet Distanzunterricht statt und es gibt eine Betreuung in der Schule. Jeder, der daheim bleiben kann, darf das auch. Das würde bei einem Streik entsprechend auch gelten.

    In der BFS habe ich das noch nie Elterntaxis gesehen.

  • Ich kenne die Regelung, dass bei absehbaren (also mindestens ein Tag vorher bekannt) Behinderungen des Straßenverkehrs ein Alternativweg eigenständig gewählt werden muss. Wenn die Behinderung des Straßenverkehrs noch am selben Tag auftritt, bestätigen die jeweiligen Personenbeförderungsunternehmen auf Anfrage schriftlich den Entfall, was mit einer entschuldigten Entschuldigung gleichgesetzt werden kann.

    Erfolgt der schriftliche Nachweis jedoch nicht, kann es wie ein unentschuldigtes Fehlen gewertet werden, z.B. in Kombination mit einer mündlichen Abfrage über die Inhalte der vorangegangenen Stunde.

    Maylin85 hat aber natürlich Recht, dass das nur ein geringer Trost ist, wenn die Fehlzeiten in Abschlusszeugnissen wiederum nicht ausgewiesen werden und somit Absolventen (m/w/d) beruflicher Schulen im Bewerbungsfall Unternehmen diesen Aspekt nicht mitteilen müssen.

  • Die SchülerInnen sollen dadurch keinen Nachteil bei ihrem späteren beruflichen Werdegang haben. Das kann man gerne so machen.
    Die Azubis oder StudentInnen werden früher oder später auf die harte Tour lernen, was es bedeutet, wenn man zehn Minuten zu spät kommt und wahlweise eine Abmahnung erhält oder aber zu einer Prüfung nicht mehr zugelassen wird.

    Das ist alles eine Frage der Zeit und sollte uns nicht weiter beschäftigen. Wir können hier keine Gerechtigkeit herstellen.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Die Azubis oder StudentInnen werden früher oder später auf die harte Tour lernen, was es bedeutet, wenn man zehn Minuten zu spät kommt und wahlweise eine Abmahnung erhält oder aber zu einer Prüfung nicht mehr zugelassen wird.

    Sehr einseitige Sicht der Dinge.

    Auf der anderen Seite sitzt ein Unternehmen, dass einen teuren Bewerbungsprozess durchgeführt hat und jetzt mit einer Arbeitskraft rechnet, welche sich wegen jedem Pups krankmeldet.

  • Die SchülerInnen sollen dadurch keinen Nachteil bei ihrem späteren beruflichen Werdegang haben.

    Ich sehe es gerade andersherum. Für mich sollen die Schüler, die regelmäßig zum Unterricht kommen, keinen Nachteil dadurch haben, dass sie mit den Absentisten in einen Topf geworfen werden.

    Und ja, wenn es nach mir ginge, ich würde keine selbstgeschriebenen Entschuldigungen der Schüler mehr akzeptieren. Stattdessen sollten sie sich beim Arzt krankschreiben lassen müssen, wie es für Arbeitnehmer seit Jahrzehnten üblich ist. Jetzt bräuchte man nur noch eine Software-Schnittstelle, um die elektronischen Krankschreibungen, die ansonsten der Arbeitgeber bekommt, automatisch ins elektronische Klassenbuch (WebUntis) geladen zu bekommen.

  • Bei begründetem Verdacht könnt ihr doch eine Attestpflicht verhängen, nur eben nicht pauschal (macht auch im Fall von Schüler X, der vielleicht einmal im Jahr einen Schnupfen hat, keinen Sinn, da unverhältnismäßige Härte - du wirst ja nicht nur Dauerschwänzer (m/w/d) in deinen Klassen sitzen haben).

  • Gymshark Ich habe Schüler in der Klasse sitzen, die "nebenbei" schwarz arbeiten und sich genau ausgerechnet haben wie lange sie fehlen dürfen, um unter der 30% Grenze zu bleiben, weil von dieser 30%-Grenze ihr Auffenthaltstitel in Deutschland abhängt. Die sind so gewieft, dass sie zum Teil um 14:27 Uhr zum Unterricht kommen, wo wir um 14:30 Uhr Schluss haben, weil sie wissen, dass das Ausländeramt nur ganze Tage zählt bei der Berechnung der Abwesenheit. Wenn sie 3 Minuten an einem Tag da waren, waren sie "den ganzen Tag" da. Die sagen mir auch ganz direkt ins Gesicht, dass sie den ganzen Tag anwesend waren, weil sie ja 3 Minuten im Unterricht gesessen haben. Die kennen die Gesetze ganz genau. Von wem bloß? Es sind zwar nicht Viele, die so drauf sind, aber gerade diese Leute machen extrem viel Arbeit. Da wäre mir eine Beweislastumkehr wie aktuell bei der Clankriminalität ganz recht.

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