Familienfreundlichkeit im Lehrberuf

  • oh, Quittengelee unsere Beiträge kamen zeitgleich, ich hatte deinen Beitrag nicht gesehen.

    (und ja, ich male Herzchen. In Französisch, in WiPo, überall.
    Auch kleine Doner-Symbole.
    Und habe Stempel mit einem Fuchs (schlau) oder Schnecke (Zeig, was du kannst) und Aufkleber mit allen möglichen Tieren darauf, um zu zeigen, dass ich die Mappe geguckt habe.
    Und nein, es ist kein Zeitverlust. Die 3 Sekunden sind Beziehungsarbeit, 9-Klässler fahren auf Herzchen unter einem Test ab.

  • Ich glaube, wir reden aneinander vorbei, er sprach von i-Punkten, die die perfektionistische Lehrerin in Form von Herzchen malt und damit die Arbeitszeit der anderen inflationiert. Wenn sie sich aber ein striktes Zeitlimit setzt, dann kann sie es auch schaffen, so effektiv zu arbeiten wir ihr Kollege.

    Apropos Korrektur, ich wünsche euch möglichst viel Zeit für Sonnenschein und Eisgenuss am Wochenende liebe Korrekturkolleg*innen.

  • Tom123

    Bei dem, was du schilderst, kann die Konsequenz ja nur sein, die Unterrichtsplanung auf 0 runterzufahren. Sprich, 100% Einsatz fertigen Verlagsmaterials, keine Anpassungen und Individualisierungen, keine Differenzierung. Damit wiederum müsste sich dann allerdings ja durchaus gut Arbeitszeit einsparen lassen.

  • Und ich behaupte, dass jedes System, jedes (!), auch unseres, eures, das vom Frosch, das von Sissymaus, das von s3g4, Bolzbold, Quittengelee und allen anderen hier im Thread noch Potential bietet, um TZ Kollegen zu entlasten.

    Wie schon einmal betont: mir ging es hier im Thread nur um die unverschämte Aussage, dass man als Schulleiter nur entlasten wolle. Dann würde es schon gehen.

    Das man Teilzeitkräfte (aber auch Vollzeitkräfte) so weit möglich entlastet (ohne sich ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen, weil es vielleicht nicht reicht) ist eine andere Sache. Ich lade dich aber recht herzlich an meine Schule ein, damit wir uns das Entlastungspotential weiter anschauen können. (Ernst gemeint.)

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • Ich glaube, wir reden aneinander vorbei, er sprach von i-Punkten, die die perfektionistische Lehrerin in Form von Herzchen malt und damit die Arbeitszeit der anderen inflationiert. Wenn sie sich aber ein striktes Zeitlimit setzt, dann kann sie es auch schaffen, so effektiv zu arbeiten wir ihr Kollege.

    Apropos Korrektur, ich wünsche euch möglichst viel Zeit für Sonnenschein und Eisgenuss am Wochenende liebe Korrekturkolleg*innen.

    Nee, ich hatte dich schon richtig verstanden (und ihn auch).

    Herzchen auf i, habe ich nie auch nur in Erwägung gezogen. schon ein Kreis hätte mir eine Standpauke eingebrockt. Meine Rebellion in der Schrift ist der Strich statt Doppelpunkt auf Buchstaben :D (Oh mein Gott, es ist meine effiziente Seite! :D )

  • mir ging es hier im Thread nur um die unverschämte Aussage, dass man als Schulleiter nur entlasten wolle. Dann würde es schon gehen.

    Wenn du das bei mir herausgelesen hast, habe ich mich entweder missverständlich ausgedrückt oder du hast mich missverstanden. Wahrscheinlich beides ein bisschen. Du gehst nicht konkret auf den Stundenplan ein, aber zur Sicherheit: Ich hatte die Komplexität des Stundenplans schon in #284 anerkannt, bevor ich überhaupt in die richtige Diskussion eingestiegen bin.
    Die Äußerungen, an denen ich mich gestört hatte, habe ich oben schon mal zusammengetragen, das wiederhole ich jetzt nicht. Grob zusammengefasst waren es die Äußerungen, die nach "Mehrarbeit gehört halt dazu" und "Ein freier Tag, mehr gibt der Deal nicht her" gehen. Ich habe immer betont, das es um das Gesamtpaket geht und eben darum, dann an anderer Stelle, also Abseits vom Stundenplan, möglichst viel Ausgleich zu schaffen. In diese Richtung gab es ja zuletzt auch ein wenig Annäherung und es ist eigentlich gar nichts anderes als das, was du hier schreibst:

    Das man Teilzeitkräfte (aber auch Vollzeitkräfte) so weit möglich entlastet (ohne sich ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen, weil es vielleicht nicht reicht) ist eine andere Sache.

    Deswegen bin ich ehrlich verblüfft, das du dich so ärgerst. Das war nicht meine Absicht, vor allem, da ich das Gefühl habe, das wir genau das gleiche meinen.

    Ich lade dich aber recht herzlich an meine Schule ein, damit wir uns das Entlastungspotential weiter anschauen können. (Ernst gemeint.)

    Ich glaube dir, das du das ernst meinst. Aber das wäre natürlich wenig zielführend. Ich bin mir sicher, es gibt ungenutztes Potential, einfach weil ich glaube, dass es dieses Potential in jedem System gibt. Ohne Ausnahme. Das ist damit auch keine Kritik daran, wie du deine Schule und dein Personal führst. Aber das erkennt natürlich jemand nicht, der von einer völlig anderen Schulart aus einem völlig anderem Bundesland kommt und weder die Abläufe noch die Vorgaben etc. kennt, nicht. Dafür hast du vermutlich ein Schulleitungsteam, einen Personalrat (bzw. bei euch ja Lehrerrat), vielleicht eine Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, vielleicht sowas wie eine "Steuergruppe Schulentwicklung" oder ähnliches. Die sind dafür besser geeignet. Und eigentlich vermute ich stark, dass du sowieso mit diesen Personenkreisen im ständigen Dialog bist.


    Eine Einschränkung zu dem eben formulierten Gedanken. Manchmal ist natürlich Input von ganz außerhalb des Systems enorm zielführend. Ich kenne einen Schulleiter, der sich dreimal im Jahr mit einem Manager der Commerzbank trifft und Prozesse und Abläufe und auch zum Teil Einzelentscheidungen durchspricht. Er sagt, ganz häufig sind die Ideen und Tipps des Managers haaresträubend, weil einfach pädagogische Überlegungen völlig missachtet werden und Menschen in der freien Wirtschaft keine Vorstellung von den Sachzwängen des öffentlichen Diensts haben. Aber manchmal ist eine Perle dabei, die scheinbare Selbstverständlichkeiten völlig hinterfragen und aus ganz anderer Perspektive betrachten. Das kann ich mir gut vorstellen. Es sollte dann aber wohl jemand völlig außerhalb des Systems Schule sein.

    Und noch eine andere Anekdote zum Thema "Blick von außen". Ich kenne einen anderen Schulleiter, grundständiges Gymnasium mit Oberstufe, der sehr bewusst sagt, dass er sich in den Prozess der Stundenplanung überhaupt nicht einmischt. Er will die Überlegungen und die Versuche, die gemacht werden, gar nicht hören. Aber es kontrolliert die fertigen Pläne und wenn es zu Planungen kommt, die ihm unzumutbar erscheinen, kann er durch diese Distanz viel freier sagen, dass das so nicht bleiben kann. Er will dann auch gar nicht hören, warum es anders nicht ging, sondern er will diesen objektiven Blick von außen behalten. Natürlich gibt es dann Situationen, da kann man nichts verbessern oder die Verbesserung führt zu inakzeptablen Verschlechterungen anderer Pläne. Aber es behauptet, erstaunlich häufig geht dann doch noch etwas, was das Team einfach nicht gesehen hat, weil es natürlich (!) in der Vielzahl der Sachzwänge betriebsblind geworden ist. Das fand ich immer sehr eindrucksvoll. Ich will aber nicht behaupten, dass sich das auf jedes System übertrgen lässt.

  • Man kann aber auch pragmatisch rangehen und sagen "Die Klausur muss in 10 Minuten korrigiert sein." - und dann schafft man das auch. Es ist einerseits Lebenszeit und andererseits muss man auch sagen, dass das Arbeitsergebnis ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch minimal besser wird und damit die Arbeit zunehmend ineffizienter - Stichwort "Pareto-Prinzip".

    Je länger ich als Anfänger korrigiert habe, desto schlechter wurden die Klausuren. Eine schnelle Korrektur ist also schülerfreundlich. Jetzt mache ich die Pomodoro-Taktik und es ist win-win für beide Seiten. Scheint so gewollt zu sein.

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