Abrechnung von Prüfungsleistungen?

  • (Am Rande: Ich erledige mittlerweile 90% meiner Arbeit vor Ort in der Schule. Das ist tatsächlich effizienter als zu Hause und ich habe zu Hause eine wohltuende klarere Trennung von Arbeit und Freizeit. Das habe ich erstmals in der Behörde kennengelernt und ich fand es wirklich gut.)

    Schlimm, dass man erst in der Behörder erfährt wie Arbeit in normalen Jobs funktioniert. Die liegt nicht zuhause rum :D

  • Schlimm, dass man erst in der Behörder erfährt wie Arbeit in normalen Jobs funktioniert. Die liegt nicht zuhause rum :D

    Das ist die Diskrepanz zwischen Wissen (vorhanden) und Erfahrung (damals noch nicht vorhanden)...

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Das setzt halt einen vernümftigen Arbeitsplatz in der Schule voraus.

    Oder man gibt sich mit dem Zeuch in der Schule zufrieden und akzeptiert den resultierenden geringeren Wirkungsgrad.

    „Fakten haben keine Lobby.“

    (Sarah Bosetti)

  • Schlimm, dass man erst in der Behörder erfährt wie Arbeit in normalen Jobs funktioniert. Die liegt nicht zuhause rum :D

    Wenn ich daran denke, wie in der Behörde gearbeitet wurde oder in der Firma, in der ich mal war, dann ergeben sich interessante Schlussfolgerungen ;) Bolzbold erwähnte ja die Gefahr einer Präsenzpflicht. Gleichzeitig wurde dies auch schon mal als Drohung (NRW? Ministerin?) in den Raum gestellt.

    Dazu meine Erfahrungen: Bei Bürojobs (was ja der Lehrkräfte-Job in großen Teilen ist, wenn man gerade nicht vor Klassen performt) wird nie in dieser Intensität gearbeitet, wie ich das in meinem Homeoffice als Lehrer tue. Die Intensität und Verdichtung beim Vorbereiten, Korrigieren etc. sind so groß, dass diese Arbeit oft gesundheitsschädlich wegen enger Rahmenbedingungen in Form von einzuhaltenden Fristen (Unterricht findet dann statt, wenn er stattfindet und nicht eine Woche später, Prüfungen müssen abgegeben werden etc.) erledigt wird. Im schulischen Büro wäre die Notwendigkeit, diese ungesunde Intensität aufrechtzuerhalten, nicht in dem Maße da. Dort wäre dann zwar eine Präsenzpflicht und in diesem Rahmen würde man eben in einem normalen Arbeitstempo (ich spreche explizit NICHT von Trödeln!) gearbeitet. In gewisser Weise könnte dies für viele Lehrkräfte entlastend sein (bspw. TZ-Kräfte). Und Wochenenden, in denen wegen knapper Fristen höchstintensiv durchkorrigiert würde, würden entfallen.

    Die Präsenzpflicht wird aber nicht kommen. 1. aus den oben genannten Gründen und 2. weil sich zwei Seiten gegenüber stehen: Die Länder, die als Dienstherren der Lehrkräfte da stehen und die Kommunen, die die Arbeitsräume zur Verfügung stellen müssten (die aber einen Teufel tun werden, wenn sie das von den Länden nicht kompensiert bekämen.)

    Es ist aber grundsätzlich ein Dilemma: Die Freiheiten, die wir gewinnen, wenn wir freie Zeit an anderen Stellen herausarbeiten, sorgen gleichzeitig für äußerst ungesunde Arbeitsphasen. Was am Ende herauskommen wird in Bezug auf Arbeitszeiterfassung, Präsenzpflichten und in Bezug auf die Freiheiten der Lehrkräfte, wird interessant zu beobachten sein.

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

  • Weil sie dumm sind. Sie erkennen die Wichtigkeit personeller Ressourcen nicht.

    Das widerspricht der eigenen Signatur aber fundamental.
    Man möge erstaunt sein, aber auch für Unterrichtsausfall gibt es strenge regeln. Da kann keine Schulleitung einfach mal so machen, wie sie will. Und wenn Schulleitungen sich den Regeln entgegensetzen, um den KollegInnen Entlastung zu gewähren ist das natürlich ihre Entscheidung; dafür aber alle anderen, die sich an die Spielregeln halten als "dumm" zu betiteln ist doch sehr pauschal und falsch.

  • Eine Präsenzzeit kann nur für diejenigen Kollegen eine Drohung sein, die vormittags unterrichten, mittags Kinder betreuen/ Eltern pflegen/ o.ä. Und dann abends einer arbeiten. Mit entsprechenden Pendelzeiten sind geteilte Arbeitszeiten mit Präsenzpflicht Zeitfresser. Und wenn wir diese Flexibilität in der Zeitrinteilung nicht mehr haben, wäre der Beruf wieder weniger familienfreundlich.

    Für die Arbeitsgesundheit empfände ich eine Präsenzpflicht aber als Segen, weil sie automatisch die von Bolzbold angesprochene klarere Trennung zwischen Arbeit und Freizeit ergibt.

    Wird aber auch deswegen nicht kommen, weil man dann ja für Teilzeitkräfte nur eine reduzierte Präsenzzeit festlegen könnte. Und bitte nicht das Argumrnt, dass es bei teilzeitbeschäftigten Krankenschwestern im Schichtdienst auch geht. Wir arbeiten nicht in Schichten, wenn wir nicht gerade an Schulen mit Abendschule arbeiten.

    LG DFU

  • Oder man gibt sich mit dem Zeuch in der Schule zufrieden und akzeptiert den resultierenden geringeren Wirkungsgrad.

    Das geht natürlich, aber ich scheitere z.B. schon daran, dass wir gar keinen Arbeitsraum haben, Lehrerzimmer hat weniger Plätze als Kollegen, vernünftigen Stuhl und Tisch gibts auch nicht. Jemand, der als Teil der Schulleitung ein Büro hat, hat da natürlich einen klaren Vorteil 😊

    Ich versuche trotdzem, möglichst viel in der Schule zu erledigen. Es so hinzubekommen, dass man komplett ohne Arbeit nach Hause geht, wäre fantastisch 😊

  • Da kann keine Schulleitung einfach mal so machen, wie sie will. Und wenn Schulleitungen sich den Regeln entgegensetzen, um den KollegInnen Entlastung zu gewähren ist das natürlich ihre Entscheidung; dafür aber alle anderen, die sich an die Spielregeln halten als "dumm" zu betiteln ist doch sehr pauschal und falsch.

    Von mir aus. Es gibt noch andere Möglichkeiten, Arbeitsspitzen abzufangen, als nur Unterricht ausfallen zu lassen. Schulleitung die 12-Stunden-plus-Arbeitstage zu lassen, und damit „argumentieren", dass das zum Dienst dazugehöre, machen ihre Mitarbeiterinnen krank. Entweder fehlt es ihnen an grundsätzlichen Kenntnissen oder sie gefährden bewusst die Gesundheit anderer. Also dumm oder etwas Schlimmeres.

    Wenn dann eine Kollegin ausfällt, weil sie der Belastung nicht standhält, wird wieder krakelt, dass die sich nicht so anstellen solle, dass das ja eh nur Züche sei, dass die gar nichts habe, man habe sie ja bei der Gartenarbeit gesehen. Undsoweiter. Vorher hätte man etwas tun können.

    Man muss sich um die Mitarbeiterinnen kümmern, dazu gehört nicht nur, Prüfungsbelastungen so aufzuteilen und zu regeln, dass die für alle Beteiligten leistbar sind.

    Da gibt es tausend Stellen, an denen Vorgesetzte gerne sagen, dass es dazu gehöre. Und überhaupt sei dass ja nur ein winzig kleines Pfefferminzoblätchen, davon platze man nicht. Eben doch, irgendwann ist voll.

    Es ist übrigens auch den Prüflingen gegenüber nicht fair, denen nachmittags eine ausgelaugte Prüfungskommission vorzusetzen.

    „Fakten haben keine Lobby.“

    (Sarah Bosetti)

  • Bolzbold erwähnte ja die Gefahr einer Präsenzpflicht.

    Das Geklingel betreiben die Dienstherrinnen und Arbeitgeberinnen schon einige Zeit. Die Drohung, dass man woanders „draufzahlen“ müssen, damit man Selbstverständlichkeiten bekommen möchte (z. B. das Einhalten der vereinbarten Arbeitszeit), ist schon reichlich asozial. Eine inhaltlichen Nexus gibt es da nicht. Eben nur einen Drohung.

    Dass das gar nicht geht, wissen die Drohenden aber auch, weil wir eben keinen Arbeitsplatz am Arbeitsplatz haben. ich habe kein Problem, in der Schule wenig effizient meine Dienstzeit zu verbringen.

    Auf der anderen Seite, müssen sich die Ministerinnen auch keine Sorgen machen. Die Mehrheit der Kolleginnen wird sich fleißig selbst bescheißen und nur soviel Stunden aufschreiben, dass alles passt.

    In beide Richtungen ist diese Diskussion also sinnlos.

    „Fakten haben keine Lobby.“

    (Sarah Bosetti)

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