Wie geht ihr dem Klimawandel entgegen?

  • Bei mir in der Stadt sind die Schulleitungen tatsächlich mit dem Bürgermeister wegen Klimaanlagen im Gespräch. Unsere Schulleitung klang verhalten optimistisch. Allerdings wage ich nicht, zu prognostizieren, ob das Mittel- oder doch erst langfristig etwas werden kann.

    Aus Mexiko kenne ich Räume mit dicken Steinewänden und offene Flure bzw. Treppenbereiche auf der Südseite der Klassenräume. Also ähnlich wie eine Galerie statt eines Tunnels oder wie eine Veranda, ein Dach eben mit mehr oder weniger Wand. Da kann man dann deutlich besser querlüften als zu einem stickigen geschlossenen Flur.

    Allerdings müssen sie sich im Winter nirgends durch große Schneewehen kämpfen und der Regen ist durch die Regenzeit berechenbarer.


    Ergänzung: Grundsätzlich würde mehr grün (weniger Asphalt, mehr Wiesen und Bäume, begrünte Wände und Dächer) deutlich helfen. Das merkt man mitten in der Stadt noch einmal mehr als in einer nicht innerstädtischen Schule.

    LG DFU

  • chilipaprika : Ich bin auch schon an einem Haus vorbeigefahren, wo der Vorgarten in Hanglage komplett mit einer Plane abgedeckt wurde. Da wurde sich nicht einmal die Mühe gemacht, das darunter Liegende sauber zu entfernen. Sowas macht mich dann schon sprachlos. Ich verstehe schon, dass das eigene Haus für viele Menschen einen gewissen Charme hat. Viele wünschen sich sogar zusätzlich zu dem Haus auch einen Garten, aber selbst wenn nicht... viele Reihen(-mittel-)häuser haben vergleichsweise wenig Grün und auf viele (ältere) Häuser in Ortskernnähe oder an Hauptstraßen trifft das ebenfalls zu. Da gibt es also durchaus Möglichkeiten.

  • chilipaprika : Es ist jetzt auch nicht so als ob gar nichts passieren würde. Wenn ich bei Google nach Urban Gardening suche, finde ich aktuelle Projekte aus ganz Deutschland. Die Ansätze sind durchaus da.

    Urban gardening sind in der Regel private Initiativen und Projekte. Was wir brauchen, sind neue als vor allen Dingen auch für die Stadtplanung.

    Es könnte alles so einfach sein - ist es aber nicht.

  • Bei der aktuellen Hitze muss ich immer an das Adelaide House in Alice Springs (Australien) denken. Dort haben sie 1926 eine Klimaanlage eingebaut, die ohne Strom auskommt.

    --> https://dynamic-media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-o/…/1c/caption.jpg

    Dort wird die heiße Luft von draußen durch den Keller angesaugt, im Keller hängen große Vorhänge, die regelmäßig gewässert werden, so die Luft runterkühlen und durch den Kamineffekt entweicht die Luft dann durch das alte Krankenhaus hindurch nach oben durch die Öffnungen im Dach.

    Warum kann man heute nicht mehr so bauen wie vor 100 Jahren?

    Coole Sache, verstößt aber wahrscheinlich gegen 637 Vorschriften.

  • Urban gardening sind in der Regel private Initiativen und Projekte.

    Ich habe mich mal eine Zeit lang damit beschäftigt und während sie in der Tat oft auf private Initiativen zurückgehen, gibt es aber durchaus auch einige staatliche Fördermaßnahmen und -modelle. Ich würde sagen, beides greift ineinander.

  • Genau das sollte es aber. Es ist ein SKANDAL, dass immer noch Neubauten und Sanierungen ohne Klimaanlagen geplant werden. Das ist hoffenungslose, überhebliche deutsche Arroganz, dass wir das nicht bräuchten. Unsere Sommerferien sind zu kurz unklimatisierte Gebäude sinnvoll zu nutzen.

    Oder man baut wieder so wie vor hundert Jahren. Dazu große Bäume um das Gebäude.

    Die alten Schulgebäude in meiner Stadt sind schön kühl. Auch ohne Klimaanlagen.


    Die neuen Gebäude hingegen sind der Albtraum sobald sich etwas Sonne zeigt. Egal zu welcher Jahreszeit.

    Wenn man nur noch so Thermoschachteln baut und dazu alle Bäume wegmacht, damit ja keinem ein Ast auf den Kopf fällt, dann braucht man sich über überhitzte Gebäude nicht zu wundern.

  • Ich habe mich mal eine Zeit lang damit beschäftigt und während sie in der Tat oft auf private Initiativen zurückgehen, gibt es aber durchaus auch einige staatliche Fördermaßnahmen und -modelle. Ich würde sagen, beides greift ineinander.

    Gymshark, das ist im Vergleich zu den Anforderungen an einen Umbau von Städten und Gebäuden alles pillepalle. So etwa, als würde man eine Badewanne mit einem Teelöffen füllen.

    Es könnte alles so einfach sein - ist es aber nicht.

  • Ach so, du denkst an eine komplette Neuorganisation von Städtebau. Das wird natürlich sehr teuer. Und zeitintensiv... Selbst wenn sich eine Regierung hierauf einigen würde, würde sich die Umsetzung über mehrere Legislaturperioden strecken und was wäre, wenn eine zukünftige Regierung von den Plänen nicht (mehr) überzeugt ist und das Projekt mittendrin wieder einschlafen lässt und die Prioritäten anders setzt?

    Einmal editiert, zuletzt von Gymshark (25. Juni 2026 15:26)

  • Bei uns sind die Stunden kürzer bei Hitze, aber wir müssen bis Ende unserer normalen Arbeitszeit dann nach dem Unterricht die Hortbetreuung übernehmen. Das finde ich noch nerviger als zu unterrichten.

    An die, die von kürzeren Stunden schreiben: Dürft ihr dann eher nach Hause?

  • Ach so, du denkst an eine komplette Neuorganisation von Städtebau. Das wird natürlich sehr teuer. Und zeitintensiv... Selbst wenn sich eine Regierung hierauf einigen würde, würde sich die Umsetzung über mehrere Legislaturperioden und was wäre, wenn eine zukünftige Regierung von den Plänen nicht überzeugt ist und das Projekt mittendrin wieder einschlafen lässt und die Prioritäten anders setzt?

    Ja, das wird sauteuer. Und je länger man wartet, umso teurer wird es. Das ist ein jahrzehntelanger Prozess, der sich zunächst auf Neubauten und ohnehin nötige Umbauten konzentriert und später auch auf den Bestand.

    Aber wir fangen ja nocht nicht mal an! Immer noch werden Gärten geschottert, öffentliche Plätze als Steinwüsten plattiert, Bäume gefällt und nicht nachgepflanzt, Schulen gebaut ohne Hitzeschutz usw. usw. usw.

    Ich bin so wütend.

    Es könnte alles so einfach sein - ist es aber nicht.

  • Ich habe mich mal eine Zeit lang damit beschäftigt und während sie in der Tat oft auf private Initiativen zurückgehen, gibt es aber durchaus auch einige staatliche Fördermaßnahmen und -modelle. Ich würde sagen, beides greift ineinander.

    Unter Urban Gardening versteht man halt landläufig sowas wie Kartoffeln im Eimer auf dem Balkon großzuziehen. Städte brauchen Entsiegelung im großen Stil. Solche Projekte gibt's und es braucht offensichtlich noch mehr davon. Vernünftige Investitionen zahlen sich halt nicht immer sofort in baren Euro aus.

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