Wegen Schwangerschaft auf Planstelle verzichten

  • Hallo,

    ich stehe vor einem großen Dilemma. Ich habe mich trotz Schwangerschaft auf eine Planstelle beworben. Als ich die Schwangerschaft nach der Annahme der Stelle mitgeteilt habe, war die Schulleitung natürlich nicht erfreut, was ich auch verstehen kann. Was ich jedoch nicht verstehe ist, dass sie mich erst gar nicht einplanen wollen und direkt davon ausgehen, dass ich Elternzeit nehmen werde, obwohl ich dies verneinte. Wenn ich direkt an der Schule arbeiten wollte, müsste ein Stillraum organisiert werden, was wohl sehr schwierig für die Schule ist. Außerdem wurde mir mitgeteilt, dass ich jetzt in meinem Fall besonders gute Leistungen erbringen müsste, um ein gutes Schulleitergutachten zu erhalten. Es sind noch mehr Dinge gesagt worden, die mich daran zweifeln lassen, ob die Schule wirklich die Richtige für mich und ob ich mich dort auf Dauer wohlfühlen könnte.
    Da die Stellenlage gerade katastrophal ist frage ich mich, ob ich wirklich auf die Stelle verzichten sollte bzw. zurücktreten sollte. Ich könnte mir auch gut vorstellen, mich erstmal um das Kind zu kümmern und wollte auch gerne in den nächsten Jahren nochmal im Ausland arbeiten, was ich mit Antritt der Planstelle erstmal für die nächsten Jahre vergessen könnte. Andererseits würde mir aber auch die finanzielle Absicherung fehlen und ich hätte Angst, nie wieder die Chance auf eine Planstelle zu bekommen… Außerdem kann es ja sein, dass das zweite Kind schneller kommt als gedacht und man würde wieder im gleichen Dilemma stecken. Es kann ja auch nicht sein, dass man seine Karriere für mehrere Jahre ruhen lassen muss bzw. dass man arbeitslos ist, nur weil man Kinder bekommt?

    Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

    LG

  • ich stehe vor einem großen Dilemma. Ich habe mich trotz Schwangerschaft auf eine Planstelle beworben. Als ich die Schwangerschaft nach der Annahme der Stelle mitgeteilt habe, war die Schulleitung natürlich nicht erfreut, was ich auch verstehen kann. Was ich jedoch nicht verstehe ist, dass sie mich erst gar nicht einplanen wollen und direkt davon ausgehen, dass ich Elternzeit nehmen werde, obwohl ich dies verneinte. Wenn ich direkt an der Schule arbeiten wollte, müsste ein Stillraum organisiert werden, was wohl sehr schwierig für die Schule ist. Außerdem wurde mir mitgeteilt, dass ich jetzt in meinem Fall besonders gute Leistungen erbringen müsste, um ein gutes Schulleitergutachten zu erhalten. Es sind noch mehr Dinge gesagt worden, die mich daran zweifeln lassen, ob die Schule wirklich die Richtige für mich und ob ich mich dort auf Dauer wohlfühlen könnte.
    Da die Stellenlage gerade katastrophal ist frage ich mich, ob ich wirklich auf die Stelle verzichten sollte bzw. zurücktreten sollte. Ich könnte mir auch gut vorstellen, mich erstmal um das Kind zu kümmern und wollte auch gerne in den nächsten Jahren nochmal im Ausland arbeiten, was ich mit Antritt der Planstelle erstmal für die nächsten Jahre vergessen könnte. Andererseits würde mir aber auch die finanzielle Absicherung fehlen und ich hätte Angst, nie wieder die Chance auf eine Planstelle zu bekommen… Außerdem kann es ja sein, dass das zweite Kind schneller kommt als gedacht und man würde wieder im gleichen Dilemma stecken. Es kann ja auch nicht sein, dass man seine Karriere für mehrere Jahre ruhen lassen muss bzw. dass man arbeitslos ist, nur weil man Kinder bekommt?

    Ich lese heraus, dass du dich schon schwanger beworben hast. Da hattest du doch bestimmt eine Vorstellung, wie du die Stelle mit Kind bewerkstelligen wolltest. Nimmt dein Partner dann Elternzeit? Das machen ja auch Paare. Es kommt zwar selten vor, aber wir hatten das auch schon: Das Kind wurde vom Partner zum Stillen gebracht.

    Auf jeden Fall hat man eine Verantwortung für ein Kind. Und das muss man als Paar so organisieren, dass man dem Kind gerecht wird. Das ist zumindest meine Meinung.

    Was meinst du mit Planstelle? Ist das eine Planstelle zur Verbeamtung? Irgendwie bräuchte man noch nähere Infos. Bisher habe ich das in meiner Schulart immer so erlebt, dass man auch noch später etwas bekommen hat. Wenn Lehrermangel herrscht, ist die Chance natürlich noch besser.

  • Nimm die Stelle an, dann hast du eine.

    Du musst beim Einstellungsgespräch nicht sagen, dass du schwanger bist.

    Du musst im laufenden Schuljahr auch mitteilen, wenn du schwanger werden würdest.

    Die Schulleitung freut sich womöglich über das Kind und dein familiäres Glück, aber nicht über die Vertretungssituation, die dadurch entsteht und viel Arbeit nach sich zieht.

    Dafür kannst du nichts, sie aber auch nicht, es ist die Landesschulbehörde bzw. Politik, die dir Gelder für eine bessere Reserve und Vertretung einstellen müsste.

    Für die SL könnte es günstiger zum Planen sein, wenn sie dich direkt ausplanen kann. Gerade wenn bei euch noch Bewerbende zu finden sind, könnte ggf. noch eine Stelle nachträglich ausgeschrieben oder umgewidmet werden. Auch bedeutet dein Ausfall, dass die Versorgung der Achule eine andere ist, entsprechendes gilt dann auch für Abordnungen von der Schule weg.

    Informieren solltest du dich über deine jetzigen Rechte und darüber, wie es mit dem Gutachten und der Verbeamtung läuft, wie in deinem BL die Elternzeit gerechnet wird 7nd wie viel Zeit dir für die Beamtung bleibt. In NDS wurde es vor 4 Jahren geändert und man hat genau 5 Jahre Zeit (3+2), in dieser Zeit muss man also in der Schule gewesen sein und die Beurteilung erfolgt.

  • Ich würde an deiner Stelle die Planstelle annehmen. Was spricht dagegen?
    Du bist gut abgesichert in Deutschland.
    Im Ausland kannst du irgendwann ein Sabbatjahr machen, dann musst du noch nicht einmal arbeiten. 😊

  • Ich lese heraus, dass du dich schon schwanger beworben hast. Da hattest du doch bestimmt eine Vorstellung, wie du die Stelle mit Kind bewerkstelligen wolltest. Nimmt dein Partner dann Elternzeit? Das machen ja auch Paare. Es kommt zwar selten vor, aber wir hatten das auch schon: Das Kind wurde vom Partner zum Stillen gebracht.

    Auf jeden Fall hat man eine Verantwortung für ein Kind. Und das muss man als Paar so organisieren, dass man dem Kind gerecht wird. Das ist zumindest meine Meinung.

    Was meinst du mit Planstelle? Ist das eine Planstelle zur Verbeamtung? Irgendwie bräuchte man noch nähere Infos. Bisher habe ich das in meiner Schulart immer so erlebt, dass man auch noch später etwas bekommen hat. Wenn Lehrermangel herrscht, ist die Chance natürlich noch besser.

  • Genau, mein Partner würde die Elternzeit nehmen und es handelt sich um eine Verbeamtung. Es ist eine Stelle am Gymnasium, wo es zurzeit keinen Mangel gibt, sondern eher einen Überschuss an Lehrer*innen, die keine Stelle finden. Allerdings weiß ich auch noch nicht, ob wir für immer in dieser Stadt bleiben wollen…

  • Ist dir bewusst, dass du in deinen Beiträgen eine Ablehnung der Stelle formulierst?

    • Wir wollen nicht in der Stadt bleiben?
    • Es gibt einen Überschuss, die Stellensituation ist schlecht.
    • Ich möchte noch ins Ausland.



    • Du hast dich doch bewusst auf die Stelle beworben.

      Du brauchst/ hast damit die finanzielle Absicherung und eine feste Planstelle

      Keiner kann die sagen, was in 5 Jahren ist. Ich kandier sagen, dass die letzen 15 Jahre an meiner Schulform Lehrkräftemangel war, am Gym war das nicht so, sondern nur für den Umstieg von G8 auf G9.

  • Du hattest doch einen guten Plan.

    So wie die Schulleitung reagiert hat, geht sie wohl davon aus, dass du öfter fehlen wirst bzw. nicht alles so machen kannst wie erwartet. Anders kann ich mir die Bemerkungen nicht erklären. Ist der Schulleitung eigentlich klar, dass dein Partner die Elternzeit nimmt und du somit deine Aufgaben wahrscheinlich ganz normal erfüllen kannst? Wenn sich das Stillen eingespielt hat, kannst du auch auf Vorrat abpumpen und das Kind muss nicht immer zum Stillen gebracht werden.

    Eine Stelle zur Verbeamtung würde ich bei Stellenknappheit nicht leichtfertig aufgeben, gerade wenn das Problem der Kinderbetreuung so gut gelöst ist. Die Schuljahre sind überschaubar, bis man verbeamtet ist. Dann kann man weitersehen.

    Wenn es Probleme gäbe, erhält man oft kompetente Hilfe von einem Lehrerverband, allerdings muss man dort Mitglied sein.

  • Du hast die Stelle bekommen und die Schwangerschaft ist kein Grund, dich zu drangsalieren. Tritt die Stelle an, arbeite so wie du es gesundheitlich kannst, wer Elternzeit nimmt und wo und wann gestillt wird, spielt noch keine Rolle. Bevor das Kind da ist, kann und muss man das doch noch nicht kommunizieren und festlegen. Eins nach dem anderen und nicht einschüchtern lassen. Das mit den Stillzeiten lässt sich auch noch lösen.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Ich wüsste nicht, warum du auf die Planstelle verzichten solltest. Du hast jedes Recht, dich schwanger auf eine Planstelle zu bewerben. Die nimmst du an, arbeitest, solange es möglich ist, gewöhnlich bis zur 32. Woche. Wenn du Elternzeit nimmst, ist das rechtlich völlig ok, wenn dein Partner Elternzeit nimmt und du arbeitest , stehen dir Stillzeiten zu. Wenn dann schnell ein zweites Kind danach kommt ist das doch auch wunderbar. Das ist doch im Jahr 2026 alles abgesichert! Ich verstehe nicht, wieso Frauen daraus heutzutage noch ein schlechtes Gewissen generieren. Und ich verstehe auch nicht, wieso Schulleitungen daraus ein Problem machen. Die Bestenauslese hat ergeben, dass du vermutlich eine gute Lehrkraft sein wirst. Also halt den Kopf hoch und nimm die Planstelle an.
    Ins Ausland kannst du mit Kind in der Elternzeit, oder du versuchst über den ADL ins Ausland zu kommen; dafür brauchst du aber vermutlich etwas Unterrichtserfahrung, da du eine Beurteilung der SL benötigst.
    Ich bin nicht sicher, ob du ein schlechtes Gewissen wegen der Schwangerschaft hast; das brauchst du nicht!!! Oder hast du Zweifel, weil du nicht in den deutschen Schuldienst willst, weil du keine Planstelle willst, weil du nicht Läuferin sein willst? Dann geh noch mal in dich und kläre das.

  • Nimm die Stelle an. Die Jobaussichten als Gymnasiallehrer sind derzeit nicht gut.

    Dass die Schule nicht begeistert ist, wenn jemand eingestellt wird und dann gleich ausfällt, ist klar. Aber damit müssen die klarkommen. Es sind immer wieder Kollegen wegen Schwangerschaft oder Krankheit temporär nicht da. Das ist was völlig normales und letztendlich macht es eigentlich organisatorisch auch keinen Unterschied, wann das im Berufsleben passiert.

    Ein weiterer Aspekt für das Annehmen wäre, dass du so nicht so leicht in die 'Mutterfalle' tappst. Du hast von Anfang an etabliert, dass du auch arbeitest und ihr die Kinderbetreuung teilt. Wenn du nicht annimmst besteht die Gefahr, dass ihr euch anders arrangiert und du dann hinterher nur die Kinder betreust. Erst weil du 'gerade nicht arbeitest' und danach dann, weil ihr euch dran gewöhnt habt/der Mann gerade plötzlich auf der Arbeit unabkömmlich ist, ...

  • Haben Männer eigentlich auch Angst um ihren Job, wenn sie Vater werden? Klar gehen die nicht in Mutterschutz, aber das Recht auf Elternzeit und Co. haben doch alle.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Haben Männer eigentlich auch Angst um ihren Job, wenn sie Vater werden? Klar gehen die nicht in Mutterschutz, aber das Recht auf Elternzeit und Co. haben doch alle.

    Ja, haben sie (ich nicht und viele andere auch nicht, aber grundsätzlich), deshalb gehen Männer viel seltener in Elternzeit.

  • Ja, haben sie (ich nicht und viele andere auch nicht, aber grundsätzlich), deshalb gehen Männer viel seltener in Elternzeit.

    Schön für sie, wenn sie sich das aufgrund ihrer Chromosome herausnehmen. Was ist mit den Frauen?

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Ja, haben sie (ich nicht und viele andere auch nicht, aber grundsätzlich), deshalb gehen Männer viel seltener in Elternzeit.

    kenne ich tatsächlich.
    Wobei ich bei einigen mir bekannten Männern glaube, dass es ein bisschen vorgeschoben ist und nicht WIRKLICH in Erwägung gezogen wird oder mit dem Vorgesetzten gesprochen wird. Wie Zauberwald sagt: sie können es sich aussuchen.
    Ich bin dankbar für jeden, der eben zeigt, dass es geht und sich nicht von einem "Puh, muss das sein?" abwimmeln lassen (oder gar nicht erst fragen, weil sie die Nachfrage befürchten.)

  • Ich war insgesamt länger EZ als meine Frau.

    Damit bin ich selbst bei unter den Lehrerpaaren, die ich kenne die große Ausnahme.
    Bei Lehrerpaaren fehlt mir jegliches Verständnis dafür, wenn die EZ nicht annähernd gleich aufgeteilt wird.


    Allerdings kenne ich verschiedene Frauen, die sagen die EZ gehört mir.

    Qui legere potest, plane praevalet

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