• Hallo zusammen,

    sicher bekommt ihr die Diskussionen in Berlin und im Bundestag gerade mit. Ist es realistisch, dass die Ab dem ersten Tag - AU auch für Landesbeamte kommt? Ich glaube, das würden unsere Schulen hier nicht verkraften, wenn demnächst jeder mit 1 Woche aus der Praxis marschiert…

  • Dazu Aufwand und Kosten bei der Beihilfe…

    … und womöglich mehr BEM, weil man viel eher die 6 Wochen erreicht.

    die Tage fürs BEM zählen, ob mit oder ohne Attest. (aber womöglich beziehst du dich darauf, dass man sich eher länger krankschreiben lässt)

  • Gehe ich nicht zum Arzt, bin ich nach WE und 2 Tagen fast immer wieder in der Schule.

    Viel Erfahrungen mit Krankschreibungen habe ich nicht, aber warum sollte mich der Arzt 2 Tage krank schreiben? Brauche ich den 3. Tag doch, müsste ich ja noch einmal eine Krankschreibung holen.

    Dann gehen wir im Winter sicher in die Notbetreuung.

  • Ich hatte tatsächlich gestern eine Krankschreibung, mit Attest. Die Ärztin hatte mir direkt bis heute die Krankschreibung gegeben. Ich war heute in der Schule, habe mich "gesund gemeldet", die Sekretärin hat hat die AU vernichtet. Der Verwaltungsaufwand an der Stelle ist auch nicht zu verharmlosen.

    Aber diese Gründe gelten für Alle.
    Warum sollten wir dann ausgenommen werden? Das fände ich auch seltsam.
    Andererseits: viele Firmen werden in ihrem Tarifvertrag aufschreiben, dass es ab dem dritten Tag gilt (so bei meinem Mann. Das wird trotz neuem Gesetz definitiv nicht geändert)

  • Das dürfte, wenn das Gesetzt tatsächlich dahingehend geändeet wird, auch in den nächsten Tarifverhandlungen im ÖD ein Thema sein.

  • Die Änderung scheint ja eher kosmetisch zu sein. Jetzt muss nach dem 3. Tag die AU vorliegen, der AG kann sie aber auch ab dem ersten Tag verlangen. Künftig ist es andersrum, da muss sie nach dem 1. Tag vorliegen, der AG kann aber darauf verzichten. Und womöglich kommt diese Reform auch gar nicht, weil sie einfach nur dumm ist.

    Wenn sie aber kommt, dann sollten die Dienstherrn die Regel auch für ihre Beamten anwenden. Das sonst entstehende Ungerechtigkeitsgefühl in Betrieben mit beiden Statusgruppen wäre nämlich alles andere als gut in dem aktuellen Klima.

  • Den Unterschied in den Statusgruppen gibt es doch bereits jetzt. Beamte müssen ihre AU nach 3 Arbeitstagen, Angestellte nach 3 Kalendertagen einreichen.

    Schöne Grüße,
    dzeneriffa


    Am Ende wird alles gut! Wenn´s noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende =)

  • Es ist ja nicht verboten, sich wieder gesund zu melden.
    Die Kosten für Beihilfe und PKV werden aber eine Spirale nach oben treiben.

  • Grob geschätzt 2/3 aller Beschäftigten sind von der Neuregelung nicht betroffen, weil es Regelungen im Tarifvertrag, Dienstvereinbarungen oder gesetzliche Regelungen zur Krankmeldung gibt, in die das neue Gesetz nicht eingreift. Beamte gehören dazu. Betroffen sind primär Angestellte bei keinen und mittelständischen Arbeitgebern ohne Tarifbindung.

    Theoretisch wäre denkbar, dass die Änderung zum Anlass genommen wird, auch die Gesetze für Landesbeamte zu ändern, bisher hat da aber noch kein Bundesland angekündigt.

    Aktuell also kein Grund zur Aufregung.

  • Und jetzt der unpopuläre Teil:

    Ich wäre persönlich für eine Regelung nach schwedischem Vorbild, also überhaupt keine Pflicht zur Krankschreibung, aber vom ersten Tag an eingeschränkte Lohnfortzahlung von 80%. Auch ich finde es zunehmend problematisch, dass es Menschen gibt, die unser System offenkundig ausnutzen. Und ja, das fände ich dann auch für Beamte in Ordnung, die 2-10 Tage im Jahr, die ein normaler Beschäftigter durch normale Krankheiten ausfällt, kann man finanziell problemlos verkraften und gegen längere Ausfälle muss man sich dann ggf. privat absichern.

  • Und jetzt der unpopuläre Teil:

    Ich wäre persönlich für eine Regelung nach schwedischem Vorbild, also überhaupt keine Pflicht zur Krankschreibung, aber vom ersten Tag an eingeschränkte Lohnfortzahlung von 80%. Auch ich finde es zunehmend problematisch, dass es Menschen gibt, die unser System offenkundig ausnutzen. Und ja, das fände ich dann auch für Beamte in Ordnung, die 2-10 Tage im Jahr, die ein normaler Beschäftigter durch normale Krankheiten ausfällt, kann man finanziell problemlos verkraften und gegen längere Ausfälle muss man sich dann ggf. privat absichern.

    Ich kenne eine Menge Menschen, die chronisch krank sind, die immer mal ausfallen oder sich dennoch zur Schule bewegen. Diesen soll man dann sagen, dass sie zusätzlich zur Krankheit noch die Versicherung und die Querelen mit ihr auf sich nehmen sollen? Es folgen Vertrauensarzt der Krankenkasse, Hinauszögern oder Verweigerung der Leistungen. Das freut die Versicherungsbranche, gesünder wird man davon nicht.

    Menschen, die es ausnutzen, ohne krank zu sein, kenne ich nicht, allerdings eine Person, die vehement um die eigenen Rechte streitet. Abwarten, was da am Ende herauskommt.

    Die Erhöhung der Krankentage wird auf die bessere Erfassung zurückgeführt und die älteren Beschäftigten. Die genannten Maßnahmen helfen da nicht, ich denke, eher werden die Krankentage noch höher. Wer es bisher darauf angelegt haben sollte, kann sich auch ein Attest erschleichen.

  • Die Erhöhung der Krankentage wird auf die bessere Erfassung zurückgeführt und die älteren Beschäftigten.

    Die Erklärung ist genau so spekulativ, wie jede andere. Subjektiv sehe ich zumindest in dem Bereich, in dem ich Einblick habe, seit Corona eine deutliche Zunahme von Krankmeldungen, und das ist bei Schülerinnen und Schülern.
    Heute habe ich in jeder Klasse eine Hand voll mit deutlich über 20 Fehltagen pro Jahr ohne besondere Grunderkrankung. Vor Corona waren das Ausnahmen, über die man in Konferenzen ausführlich gesprochen hat, heute ist es selbstverständlich geworden.

    Die genannten Maßnahmen helfen da nicht, ich denke, eher werden die Krankentage noch höher. Wer es bisher darauf angelegt haben sollte, kann sich auch ein Attest erschleichen.

    Richtig, darum auch mein Vorschlag. Jeder kriegt ein Attest, wenn er will. Die Einschränkung der Lohnfortzahlung sehe ich auch nicht als Strafe oder Disziplinierungsinstrument, ich bin schlicht der Auffassung, dass unser Sozialsystem nicht mehr den vollen, gewohnten Lebensstandard absichern kann, sondern primär vor Not schützen sollte. Dass an einer Stelle, an der gesellschaftliche Kosten nun mal entstehen, die Gesellschaft nur noch 80% davon übernimmt und der Betroffene 20%, wenn er es denn kann, halte ich das nicht nur für zumutbar, sondern für vernünftig.

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