Vielleicht, vielleicht ist hier aber auch was schiefgelaufen, wenn ein Drittel mit durchschnittlicher Punktzahl rein ist ins Abi, um dann nicht zu bestehen. Irgendwo stellt man dann die Verantwortung des Einzelnen infrage.
Schülerin hält fragwürdige Rede bei Abschlussfeier
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Es gibt aber auch Schüler:innen, die konsquent jede Klausur im defzitären Bereich schreiben, trotzdem steht dann - durch die Somi - Leistung - auf einmal eine relativ gute Note auf den Laufbahnbescheinigungen (also nicht nur 5 P).
Hinzu kommt das von Bolzbold angedeutete Phänomen: KI ist teils durchaus hilfreich (bei Hausaufgaben, bei Referaten, aber auch bei Klausuren). Fällt das in der Abiklausur dann weg (da das Risiko dann doch zu hoch ist), kann eine Abiklausur schon mal schlechter ausfallen.
Was ich auch beobachte: Solang es ein begrenztes Stoffgebiet ist, sind die Leistungen bei einigen Schüler:innen noch akzeptabel, aber Abi prüft halt alles (Vorabi auch schon mehr) und dann beginnen die Probleme. Ist dann die Abiklausur vll noch schwerer ...
Zugegebener Maßen sind diejenigen, die an Schulen durchfallen oft vorhersehbar (gerade so eben zugelassen, Klausurleistungen vorher). Nur selten fällt jemand mit soliden 3en vorher völlig überraschend durch ... (hab ich zumindest so noch nicht erlebt).
Ob und inwiefern an dieser Schule noch andere Probleme (schlechte Vorbereitung, ...) dazu kommen, kann man nicht sagen. Aber nicht immer liegt alles an der Lehrkraft.
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... Aber nicht immer liegt alles an der Lehrkraft.
Natürlich nicht, das sagt auch niemand. Die Erklärungen sind aber alle für den Einzelfall relevant, es geht hier aber um den hohen Anteil derer, die durchgefallen sind.
Die Erklärung der Schülerin, dass der Matheunterricht schlecht war, halte ich auch nicht für relevant, sondern ich halte es für wahrscheinlicher, dass es Probleme gab, leistungs- oder verhaltensbezogen ("...wer uns das Durchfallen gewünscht hat...") und vorher niemand bereit war, die angemessenen Noten zu erteilen. Der Schnitt ist ja offenbar auch nicht im ganzen Bundesland so schlecht sondern nur an einer Schule.
Ist aber natürlich nur Spekulation von mir, aufgrund dessen, was man im Netz findet.
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Vielleicht, vielleicht ist hier aber auch was schiefgelaufen, wenn ein Drittel mit durchschnittlicher Punktzahl rein ist ins Abi, um dann nicht zu bestehen. Irgendwo stellt man dann die Verantwortung des Einzelnen infrage.
8 sind zur mündlichen Prüfung gar nicht angetreten, obwohl sie bei guten Leistungen bei den eigenen Lehrern hätten bestehen können.
Bei uns gab es insgesamt 5, die mündliche Zusatzprüfungen absolvieren mussten, 3 waren erfolgreich, einer davon ist über sich hinaus gewachsen.
Ich war überrascht, gestern zu lesen, dass ca. die Hälfte genau 8 darauf verzichtet haben.
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Was ich auch beobachte: Solang es ein begrenztes Stoffgebiet ist, sind die Leistungen bei einigen Schüler:innen noch akzeptabel, aber Abi prüft halt alles (Vorabi auch schon mehr) und dann beginnen die Probleme. Ist dann die Abiklausur vll noch schwerer ...
Das sehe ich auch bei meinen deutlich, sie sind gewohnt, in Schubladen zu denken, lernen oft bulimieartig vor einer Klausur und vergessen es hinterher komplett. Da wird dann schnell aus einer 3 eine 4 minus bzw. aus 8 Punkten in einer Klausur 4 im schriftlichen Abitur.
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8 sind zur mündlichen Prüfung gar nicht angetreten, obwohl sie bei guten Leistungen bei den eigenen Lehrern hätten bestehen können.
Bei uns gab es insgesamt 5, die mündliche Zusatzprüfungen absolvieren mussten, 3 waren erfolgreich, einer davon ist über sich hinaus gewachsen.
Ich war überrascht, gestern zu lesen, dass ca. die Hälfte genau 8 darauf verzichtet haben.
Darüber bin ich gar nicht überrascht, auch bei uns gibt es regelmäßig einzelne SuS, die theoretisch durch die Nachprüfung bestehen können, bei denen das praktisch aber unmöglich ist. Beispiel: Alle 4 schriftlichen Klausuren unter 05P, Schüler müsste in mindestens 3 Fächern in die Nachprüfung und dort jeweils mindestens 12 P machen. Dann macht es keinen Sinn, da noch jemanden unnötig zu quälen.
Die SuS, bei denen ein Bestehen durch eine Nachprüfung realistisch möglich gewesen wäre, werden wohl angetreten sein.
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8 sind zur mündlichen Prüfung gar nicht angetreten, obwohl sie bei guten Leistungen bei den eigenen Lehrern hätten bestehen können.
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Stimmt, das ist allerdings interessant und schade, denn auch dafür muss es ja Gründe geben. Kann mir aber vorstellen, dass man davon nicht mehr viel hören wird, weil an der Schule formal sicher alles korrekt gelaufen ist.
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Darüber bin ich gar nicht überrascht, auch bei uns gibt es regelmäßig einzelne SuS, die theoretisch durch die Nachprüfung bestehen können, bei denen das praktisch aber unmöglich ist. Beispiel: Alle 4 schriftlichen Klausuren unter 05P, Schüler müsste in mindestens 3 Fächern in die Nachprüfung und dort jeweils mindestens 12 P machen. Dann macht es keinen Sinn, da noch jemanden unnötig zu quälen.
Die SuS, bei denen ein Bestehen durch eine Nachprüfung realistisch möglich gewesen wäre, werden wohl angetreten sein.
Wie geschrieben, einer von unseren 5 wuchs über sich hinaus, wir hatten es ihm auch nicht zugetraut.
Dein letzter Absatz ist Spekulation. Ich denke eher, es war eine Mischung aus Wut und Schock bei einigen der 8, verstärkt in Klassenchats. Und vermutlich haben sie auch nach dem schriftlichen wenig getan, feiern ist bei vielen wichtiger.
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Letztlich muss man aber festhalten, dass die Nichtbestehen-Quote an dieser Schule sehr hoch ist. Das kann Zufall sein. Aber es doch wahrscheinlich, dass es dafür Gründe gibt. Und diese müsste man versuchen zu finden, damit man etwas ändern kann.
Die Argumente mit KI, zu wenig gelernt, etc. trifft grundsätzlich auf jede Schule zu. Daher stellt sich die Frage, was ist an dieser Schule anders, dass es zu überproportional vielen Schülern kam, die nicht bestanden haben . Vielleicht ist es aber auch einfach nur ein statistischer Ausreißer.
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Es gibt aber auch Schüler:innen, die konsquent jede Klausur im defzitären Bereich schreiben, trotzdem steht dann - durch die Somi - Leistung - auf einmal eine relativ gute Note auf den Laufbahnbescheinigungen (also nicht nur 5 P).
Aber wie kann die Somi Leistung bei so vielen so extrem viel besser sein als die Klausurergebnisse? Das geht ja eigentlich auch nur, wenn die Lehrkraft sehr viel mehr Wert auf Quantität als auf Qualität legt. Der Inhalt des Gesagten muss doch gut sein, es darf nicht sein, dass jemand eine gute Somi Note nur fürs Labern bekommt. Bei Hausaufgaben und Referaten ähnlich. Dann muss die Lehrkraft durch gezieltes Nachfragen raus bekommen, ob es wirklich verstanden oder nur mittels KI geschrieben wurde.
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Die SoMi-Note kann (SOLL) auch sich auch auf Einzel- und Partneraufgaben im Unterricht beziehen. Es ist also nicht nur "labern", sondern auch stille Aufgaben.
Ich gebe dir Recht, dass es schwierig ist und es oft auch auf die Quantität geht, aber ich hatte tatsächlich schon mal Schüler*innen (maximal 10% aller schreibenden SuS), die mündlich wirklich sehr gut sind, schriftlich allerdings auf Grund von direktem Textverständnis bzw. Textproduktion oft das ausreichende nie verlassen haben. Es sind aber Einzelfälle und kein Drittel des Jahrgangs. -
Vor allem müssten solche Dinge den gleichen Effekt auch an anderen Schulen haben.
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Aber wie kann die Somi Leistung bei so vielen so extrem viel besser sein als die Klausurergebnisse? Das geht ja eigentlich auch nur, wenn die Lehrkraft sehr viel mehr Wert auf Quantität als auf Qualität legt. Der Inhalt des Gesagten muss doch gut sein, es darf nicht sein, dass jemand eine gute Somi Note nur fürs Labern bekommt. Bei Hausaufgaben und Referaten ähnlich. Dann muss die Lehrkraft durch gezieltes Nachfragen raus bekommen, ob es wirklich verstanden oder nur mittels KI geschrieben wurde.
Wir beobachten das z.B. regelmäßig bei Nichtmuttersprachlern, die oftmals ein recht gutes Alltagsdeutsch sprechen, mit der Bildungssprache aber weniger Kontakt haben (das fällt btw. selbst Muttersprachlern schwer). Diese können dann dem Unterricht zwar noch gut folgen und auch sinnvolle Beiträge formulieren usw., scheitern aber nicht selten an den bildungssprachlich formulierten Aufgabenstellungen in schriftlichen Klausuren und wissen dann teils nicht, was genau zu tun ist.
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Vielleicht ist ein Fehler, dass in mündlichen Unterrichtsbeiträgen Bildungssprache zu wenig eingefordert wird bzw. deren Verwendung zu wenig bei der Bewertung mündlicher Leistungen Berücksichtigung findet.
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Vielleicht ist ein Fehler, dass in mündlichen Unterrichtsbeiträgen Bildungssprache zu wenig eingefordert wird bzw. deren Verwendung zu wenig bei der Bewertung mündlicher Leistungen Berücksichtigung findet.
Etwas provokativ: das kann man so sehen, wenn man bewusst Personengruppen aus dem Diskurs ausschließen bzw. zumindest den Zugang erschweren möchte.
Aber im Ernst: ich bin mir sicher, dass auch im Unterricht bereits viel mit Bildungssprache gearbeitet wird und auch ein klassisches Operatorentraining zur sicheren Verwendung typischer Schlüsselwörter findet natürlich statt. Gleichzeitig ist und bleibt es so, dass im Unterrichtsgespräch Unklarheiten auch durch Rückfrage beseitigt werden können, was in schriftlichen Klausuren eher nicht möglich ist.
Und bei Aufgabenstellung wie im diesjährigen Mathe-Abi habe ich an einigen Stellen auch mehrfach lesen müssen. Beispiel gefällig?
ZitatNun werden für 20 weitere Stichproben, die jeweils den Umfang 500 haben, die zu deren Ergebnissen gehörenden Konfidenzintervalle zur Sicherheitswahrscheinlichkeit 95 % ermittelt. Es wird angenommen, dass der Wert von 𝑝 für diese 20 Stichproben
konstant ist. Betrachtet wird die folgende Aussage:
Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Wert von 𝑝 von genau 19 dieser 20 ermittelten
Konfidenzintervalle überdeckt wird, beträgt weniger als 42 %.
Die Zufallsgröße 𝑌 beschreibt die Anzahl derjenigen Konfidenzintervalle unter den ermittelten Konfidenzintervallen, die den Wert von 𝑝 überdecken. Geben Sie eine geeignete Wahrscheinlichkeitsverteilung von 𝑌 an und erläutern Sie Ihre Wahl. Zeigen Sie, dass die Aussage wahr ist.Man stelle sich das jetzt mal aus der Perspektive eines Nichtmuttersprachlers vor, der erst seit 3 Jahren im Land ist.
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Wenn du wirklich in der Lage bist, bei mündlichem Gebrauch "Sprachfehler" in der Form zu merken, dann bin ich gespannt, ob du diese auch bei den Muttersprachler*innen merkst, bei denen Sätze auch regelmäßig abgebrochen werden, der Satzbau nicht stimmt, usw.
Es ist das Wesen der Mündlichkeit. Natürlich werden Fachbegriffe eingefordert, aber keine Lehrkraft spricht wie Fachtexte oder rein in Operatoren (außer an meinem Studienseminar natürlich, aber ich bin froh, dass es woanders nicht so ist). -
Seph : Ich bin ja grundsätzlich, wie auch ein Großteil der Bildungsexperten (m/w/d), für Förderung von Bildungssprache - und im Idealfall erzeugen wir damit kein schulisches Vakuum, sondern erreichen damit, dass die Jugendlichen (m/w/d), und natürlich auch solche, die zugewandert sind, auch außerhalb der Schulzeit ein sprachlich vielseitiges Register nicht nur entwickeln, sondern aktiv verwenden.
Dennoch muss ich zugeben, dass diese von dir zitierte Mathematikaufgabe mehr als unglücklich formuliert ist. Auch unter der Berücksichtigung von Bildungssprache sollte es bei Prüfungen im Fach Mathematik primär um die Überprüfung mathematischer (und nicht um Lese-) Kompetenzen gehen.
chilipaprika : Du hast Recht, dass Mündlichkeit und Schriftlichkeit unterschiedliche sprachliche Eigenschaften aufweisen, die auch die Bewertung von Leistungsnachweisen beeinflussen. Mündliche haben andere Herausforderungen als schriftliche Leistungsüberprüfungen, sie sollten aber auch im Kern die Orientierung an curricularen Lernzielen verfolgen.
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Wir beobachten das z.B. regelmäßig bei Nichtmuttersprachlern, die oftmals ein recht gutes Alltagsdeutsch sprechen, mit der Bildungssprache aber weniger Kontakt haben (das fällt btw. selbst Muttersprachlern schwer). Diese können dann dem Unterricht zwar noch gut folgen und auch sinnvolle Beiträge formulieren usw., scheitern aber nicht selten an den bildungssprachlich formulierten Aufgabenstellungen in schriftlichen Klausuren und wissen dann teils nicht, was genau zu tun ist.
Wobei es aber am Ende um die Hochschulreife geht und wer komplexere Texte nicht erfassen kann, wird auch an der Uni Schwierigkeiten bekommen. Das mag bei DaZ aufholbar sein, bei Muttersprachler*innen kann man geringeren Wortschatz und Probleme, verschachtelte Sätze zu begreifen, als Aspekt der kristallinen Intelligenz verbuchen. Selbige bleibt zwar grundsätzlich steigerungsfähig, sollte aber im Kontext des Abiturs eine Bedeutung haben.
War es nicht in NRW so, dass in manchen Fächern keine Tests geschrieben werden? Wenn man nur mündliche Noten gibt, insbesondere bei einer hohen Anzahl von unterrichteten SuS, kann es eigentlich nur zu Fehleinschätzungen kommen. Man wird im Unterricht immer ein paar Punkte dafür geben, dass jemand irgendwas halbwegs Sinnvolles beiträgt, wir mögen unsere SuS ja im Allgemeinen und wissen auch, was sie eigentlich sagen wollten und da war schon was Richtiges dabei. Ein Test lässt diesen Spielraum nicht zu.
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