Umfrage: Wie läuft das mit den Eltern-Unterschriften an eurer Schule?

  • Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    mein Name ist Simon, ich arbeite ab nächstem Schuljahr am Landfermann-Gymnasium in Duisburg. Nebenbei beschäftigt mich die Frage, wie der Prozess "Eltern-Unterschriften einsammeln" an verschiedenen Schulen eigentlich abläuft - jenseits von Theorie und Ministeriumsverlautbarungen.:zahnluecke:

    Dafür habe ich eine kurze, anonyme Umfrage erstellt - 6 offene Fragen, etwa 5 Minuten: https://tally.so/r/yPR8V0

    Wer mag, kann am Ende einen Kontakt für ein kurzes Telefonat hinterlassen. Ist natürlich freiwilig.

    Herzlichen Dank und viele Grüße aus Düsseldorf

    Simon

  • Was heißt denn "nebenbei beschäftigt mich die Frage"? Geht es um eine universitäre Abschlussarbeit, ein Forschungsprojekt oder wirklich nur ein reines Hobby?

  • Und warum möchtest du uns anrufen?

    Die Umfrage wirkt leider sehr unseriös.

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • Falls du vorhast eine Unterschriftenapp zu entwickeln, muss ich dich enttäuschen. Das gibt es schon.

    Wir arbeiten z.B. mit Schulmanager, jedes Elternteil hat da einen Account und kann digital Elternbriefe lesen (bei uns gilt, gelesen und keine Rückfragen ... als unterschrieben) und Umfragen ausfüllen.

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • Reines Hobby. Ich code gern und möchte evtl. in den Ferien ein Tool dazu bauen.

    Hat sich mit meiner nächsten Antwort überschnitten. Die meisten Anbieter bieten das schon an.

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • Falls du vorhast eine Unterschriftenapp zu entwickeln, muss ich dich enttäuschen. Das gibt es schon.

    Wir arbeiten z.B. mit Schulmanager, jedes Elternteil hat da einen Account und kann digital Elternbriefe lesen (bei uns gilt, gelesen und keine Rückfragen ... als unterschrieben) und Umfragen ausfüllen.

    Danke. Es gibt tatsächlich eine Möglichkeit über School-Apps (wir benutzen WebUntis), nicht nur die Elternbriefe zuzustellen, sondern auch per Knopfdruck zu bestätigen. Leider ist das nicht ganz rechtskonform: zum einen ersetzen solche Zustellungen nicht die Unterschrift (z. B. kann ein Kind das Passwort klauen und wir können nichts mehr beweisen). Zum anderen bleiben die Daten auf fremden Servern.

  • Ich weiß nicht, woher du diese Info hast, aber sie ist nicht korrekt. Die Elternbriefe über die Module der gängigen Tools (Webuntis, IServ) sind nach Behördenauskunft genau so rechtskonform, wie händische Unterschriften, die ebenfalls gefälscht werden können.

    Niemand wird dafür ein externes Tool benutzen, weil die Verwaltung von Nutzerdaten zu aufwändig und problematisch wäre, in IServ oder Webuntis werden die Kontaktdaten vom Schulserver importiert, damit liegt das Problem nicht mehr bei der einzelnen Lehrkraft.

  • Ich weiß nicht, woher du diese Info hast, aber sie ist nicht korrekt. Die Elternbriefe über die Module der gängigen Tools (Webuntis, IServ) sind nach Behördenauskunft genau so rechtskonform, wie händische Unterschriften, die ebenfalls gefälscht werden können.

    Niemand wird dafür ein externes Tool benutzen, weil die Verwaltung von Nutzerdaten zu aufwändig und problematisch wäre, in IServ oder Webuntis werden die Kontaktdaten vom Schulserver importiert, damit liegt das Problem nicht mehr bei der einzelnen Lehrkraft.

    Danke für den Hinweis. Ich hab dazu mal recherchiert - es kommt drauf an.

    Bei reinen Informationsbriefen (Termine, Ausflüge) reicht Textform, da hast du recht. Aber sobald es um Einwilligungen oder finanzielle Erklärungen geht, braucht es nach Landesrecht oft die Schriftform. Und da ist der Unterschied relevant: eine gefälschte Unterschrift auf Papier ist forensisch nachweisbar - wer hat sie gemacht, mit welchem Stift, auf welchem Papier. Ein Klick auf «Bestätigen» hingegen beweist nur, dass jemand mit dem Passwort eingeloggt war. Ob das der Elternteil oder das Kind war - nicht rekonstruierbar.

    Genau das ist mir an meiner alten Schule passiert: ein Schüler hatte den WebUntis-Elternzugang und hat sich mehrmals selbst krankgemeldet. Die Eltern wussten von nichts.

    Dass die Kontaktdaten aus dem Schulserver importiert werden, ist ein guter Punkt. Nur die Verwaltung von Nutzerdaten ist erst dann ein Problem, wenn das Tool überhaupt Nutzerdaten speichert. Das ist kein Naturgesetz, sondern eine Design-Entscheidung.

  • Wieder jemand, der meint er könne das Rad neu erfinden und hier mit Umfragen nervt.

    Mal anders: Wenn du meinst mit deiner Idee kannst ein gutes Ding erstellen, dann mach es einfach. Rückläufer verwalten ist keine Raketenwissenschaft. Wenn dein Ding gut ist wird es genutzt, wenn nicht dann nicht. Dafür zahlen wird niemand. Ich als nutzende Lehrkraft zahle mit Sicherheit nicht. Das eine ganze Schule ein Progrämmchen einführt, was irgendjemand in den Ferien mal so gebastelt hat, wird auch nicht stattfinden. Was sollte man auch zahlen? 10 Cent pro Elternbrief? 1 Euro pro Lehrer? Alles keine Summen von denen irgendwer leben kann.

    Mach es oder lass es.

  • Danke für den Hinweis. Ich hab dazu mal recherchiert - es kommt drauf an.

    Bei reinen Informationsbriefen (Termine, Ausflüge) reicht Textform, da hast du recht. Aber sobald es um Einwilligungen oder finanzielle Erklärungen geht, braucht es nach Landesrecht oft die Schriftform. Und da ist der Unterschied relevant: eine gefälschte Unterschrift auf Papier ist forensisch nachweisbar - wer hat sie gemacht, mit welchem Stift, auf welchem Papier. Ein Klick auf «Bestätigen» hingegen beweist nur, dass jemand mit dem Passwort eingeloggt war.

    Mal abgesehen davon, dass mir kein Bundesland bekannt wäre, in dem noch im Erlass explizid die Schriftform gefordert würde, wäre in dem Fall ja dein Programm genau so raus, wie die vorhandenen Lösungen.

    Dass die Kontaktdaten aus dem Schulserver importiert werden, ist ein guter Punkt. Nur die Verwaltung von Nutzerdaten ist erst dann ein Problem, wenn das Tool überhaupt Nutzerdaten speichert. Das ist kein Naturgesetz, sondern eine Design-Entscheidung.

    Nein, sorry, das ist keine Designentscheidung, sondern eine elementare Notwendigkeit. Ein Elternbriefe-Programm, das nichts absichert und keine Daten importiert ist nutzlos, niemand wird bei jedem zu versendenden Elternbrief anfangen, sämtliche Empfänger jedes mal neu per Hand ein zu tragen.


    Nebenbei: während der 15 Jahre, in denen ich mit händischen Unterschriften gearbeitet habe, hatte ich regelmäßig falsche Unterschriften von Schülern (meistens bei jüngeren, die älteren haben sich nicht erwischen lassen). In den 5 Jahren mit Elternbriefen über IServ hatten wir keinen einzigen Problemfall. Soweit es mich betrifft, funktionieren die vorhandenen Lösungen gut, zuverlässig und rechtssicher.

  • Genau das ist mir an meiner alten Schule passiert: ein Schüler hatte den WebUntis-Elternzugang und hat sich mehrmals selbst krankgemeldet. Die Eltern wussten von nichts.

    Du hattest noch nie SuS, die Elternunterschriften gefälscht haben?

  • Nebenbei: während der 15 Jahre, in denen ich mit händischen Unterschriften gearbeitet habe, hatte ich regelmäßig falsche Unterschriften von Schülern (meistens bei jüngeren, die älteren haben sich nicht erwischen lassen). In den 5 Jahren mit Elternbriefen über IServ hatten wir keinen einzigen Problemfall. Soweit es mich betrifft, funktionieren die vorhandenen Lösungen gut, zuverlässig und rechtssicher

    Das ist bei mir auch so.

    Und wenn Eltern ihr Passwort ihren Kindern verraten, sind sie selbst schuld. Früher kam dies öfter vor, seit auch Entschuldigungen über Edupage zulässig sind und bei uns zu 99 % auch so übermittelt werden, nur noch sehr selten. Und selbst wenn das Kind über den Elternaccount schreiben sollte, sehen es die Eltern, bei gefälschter Unterschrift wussten sie nichts davon.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Genau das ist mir an meiner alten Schule passiert: ein Schüler hatte den WebUntis-Elternzugang und hat sich mehrmals selbst krankgemeldet. Die Eltern wussten von nichts.

    Aber die Eltern können sofort lesen, was von ihrem Account geschrieben wurde, bei gefälschten Unterschriften erfahren Sie nichts.

    Wenn Eltern also mehrfache Krankmeldung nicht mitbekommen, dann nur, weil sie nie hinein sehen.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Danke. Es gibt tatsächlich eine Möglichkeit über School-Apps (wir benutzen WebUntis), nicht nur die Elternbriefe zuzustellen, sondern auch per Knopfdruck zu bestätigen. Leider ist das nicht ganz rechtskonform: zum einen ersetzen solche Zustellungen nicht die Unterschrift (z. B. kann ein Kind das Passwort klauen und wir können nichts mehr beweisen). Zum anderen bleiben die Daten auf fremden Servern.

    Was willst du denn da von Seite der Schule aus beweisen müssen? Das ist letztlich nur das digitale Äquivalent von "Briefkastenschlüssel gestohlen". Das hat sich letztlich der Empfänger zurechnen zu lassen, nicht der Sender.

  • Vielleicht machst du lieber ein Tool, das Schulleitungen solange piesackt, bis sie bereits vorhandene zeitsparende Tools einführen. Das ist leider immer noch nicht überall der Standard.

  • Danke an alle für ein spannendes Feedback! Ich habe alles fleißig gelesen und versuche auf die Schnelle, allen in einem Post zu antworten. Also :)

    Zum Mach-es-oder-lass-es-Punkt: Ich will erstmal verstehen, ob das Problem überhaupt existiert - und wenn ja, wie es aussieht. Wenn es sich bestätigt, kann man über Lösungen nachdenken (Ideen habe ich). Was es kostet und wer es bezahlt - das ist Schritt drei, nicht Schritt eins.


    Zum gefälschte-Unterschriften-Punkt: Nein, bei mir selbst kam das nicht vor. Aber das ändert nichts am Argument - beide Systeme haben das Problem, nur mit unterschiedlicher Nachweisbarkeit. Eine Unterschrift auf Papier lässt sich forensisch prüfen, ein Klick nicht.


    Zum Eltern-sehen-ja-den-Account-Punkt: Es geht nicht darum ob Eltern sehen können, was geschrieben wurde. Sondern darum ob WIR beweisen können, dass SIE es waren. Bei einer Krankmeldung ist das weniger kritisch - da reicht die Information. Aber bei einer Einwilligung (Filmaufnahmen, Kind geht allein vom Ausflug nach Hause) ist das was ganz anderes. Da muss ich als Lehrer sicher sein: DIESER Elternteil hat zugestimmt. Nicht irgendwer mit dem Passwort. Die Krankmeldung war nur ein Beispiel, dass die Lücke existiert.


    Zum Briefkastenschlüssel-Punkt: Du sagst, wer den Schlüssel hat haftet. Einverstanden. Aber was nützt mir das in der Praxis? Ich klicke auf "Senden", jemand klickt auf "Gelesen", und zwei Wochen später sagt der Elternteil: "Davon weiß ich nichts." Ich hab eine Lesebestätigung im System, aber sie beweist nur dass IRGENDWER geklickt hat — nicht wer. Rechtlich mag der Empfänger haften - aber nachweisen muss ICH. Und das kann ich nicht. Genau deshalb verschicken wir wichtige Briefe ja auch als Einschreiben mit Rückschein und zahlen ein paar Euro extra - nur um sicher zu sein, dass genau diese Person es bekommen hat.


    Zum Schulleitungen-piesacken-Punkt:
    Bei Tools, die schon existieren aber nicht ankommen, bin ich voll bei dir. Ich würde sogar noch weiter gehen: Lehrkräfte sollten ein Budget bekommen - so eine Art Gutschein - für Weiterbildung und Tools die wir für sinnvoll halten. Nicht das Schulamt, nicht die Kommune, sondern wir wissen selbst am besten was uns Zeit frisst!


    Wir haben heute den letzten Schultag in NRW, also ich wünsche euch, schön in die Ferien reinzukommen und euch zu erholen!

  • Ein Großteil deines Posts besteht aus grundsätzlichen Argumenten gegen digitale Elternbriefe (die ich nicht teile aber egal). Ich kann nicht erkennen, was deine Lösung anders machen würde, damit diese Argumente weniger gelten.

    Wenn diese Probleme existieren würden, hättest du sie mit deiner Zusatzlösung genau so, wie mit IServ oder Webuntis.

  • Das Problem, das du beschreibst, existiert schlichtweg nicht. Die digitalen Lösungen, die es schon gibt, funktionieren. Ich hatte noch kein einziges Mal ein Problem damit.

    Eine Unterschrift zu fälschen ist zudem recht einfach und für einen Lehrer im Alltag nur schwer nachzuprüfen.

    Auch keine Ahnung, was da jetzt bewiesen werden soll. Wir sind doch keine Notare. Der meiste Kram ist jetzt nicht so bedeutend, wenn wir mal ehrlich sind... Die Argumente wirken gekünstelt und abstrus.

    Ich muss zudem gar nichts nachweisen. Wenn Eltern ihren Kindern Zugang zu ihrem Account geben, ist das ja wohl deren Schuld.

    Einschreiben mit Rückschein sind zudem gar nicht die erste Wahl, weil bei Nichtanwesenheit keine Verpflichtung besteht, den Brief von der Filiale abzuholen und der Empfänger auch nicht davon auszugehen hat, dass es sich um etwas Rechtserhebliches handelt. Wichtige Briefe gehen in der Regel per Einwurfeinschreiben raus.

    Wie hier schon gesagt wurde: Entwirf deine App oder was auch immer oder lass es eben bleiben. Aber diese permanenten Versuche, den Leuten irgendwas schmackhaft zu machen, nervt. Qualität wird belohnt, aber die Nische, die du zu besetzen versuchst, ist schon längst besetzt und funktioniert zudem sogar noch gut.

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