Wie tief kann man als Lehrer in nicht-lehrplanrelevante Materie einsteigen?

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    • Aber Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ein Lehramtsabsolvent, der dann statt Analysis 2 und 3 eben Fachdidaktik und Bildungswissenschaften gehört hat, besser auf den Schulalltag vorbereitet ist.
      Daher kommt doch eben der Praxisschock im Referendariat.
      Und dass Lehramtsstudenten gerade in der heutigen Zeit und gerade am Gymnasium dieses Studium oft eher aus fachlichen denn pädagogischen Gründen gewählt haben, habe ich selbst erfahren, da ich in meinem Physik-Bachelor mit Lehramtsstudenten manche Veranstaltungen gemeinsam besucht habe und so mit diesen ins Gespräch kam.
      Ein Großteil war nicht sonderlich pädagogisch versiert/interessiert.
      Und ich denke, dass das vielen Lehramtsstudenten so geht und sie das nicht von Quereinsteigern unterscheidet.
    • Gadolinium schrieb:

      Aber Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ein Lehramtsabsolvent, der dann statt Analysis 2 und 3 eben Fachdidaktik und Bildungswissenschaften gehört hat, besser auf den Schulalltag vorbereitet ist.
      Auf keinen Fall ist er schlechter vorbereitet (und mir ist vollkommen unklar, wie man Lehramt studieren kann, ohne (Fach-)Didaktik belegt zu haben). Ansonsten beschreibst Du da natürlich einiges, was man eben im Lehramtsstudium mal angehen müsste. Die Schüler verändern sich, und das kommt jetzt auch in vollem Umfang in den Gymnasien an (übrigens wird da auch Inklusion in Zukunft noch mehr Thema sein).

      Ansonsten noch 2 Fragen:
      1. Bist Du sicher, dass Du wirklich Lehrer werden willst? Mit allem was dazu gehört?
      2. Silicium, bist du es? :wink_1:
    • Trantor schrieb:

      Silicium, bist du es?
      mein Gedanke :rotfl: :rotfl: :rotfl:

      was ich immer so bedauerlich finde:
      da kommt jemand von der Uni, will unbedingt die Abiturientenaugen mit seinem Fachwissen zum Leuchten bringen, fragt hier nach, liest, was er eigentlich gar nicht lesen wollte --

      ja, und dann?????

      Nie wieder hört man, wie es denjenigen ergangen ist. Soo schade. Möchte auch mal das "Siehste"-Gefühl auskosten :flieh:
      pingo, ergo sum
    • Trapito schrieb:

      Ich verstehe das nicht, bin ich zu neu?
      Wir hatten mal einen Lehramtsstudenten für Physik und Mathe (wenn ich mich richtig erinnere), der ähnlich drauf war wie der TE hier. Irgendwann war er dann weg. Mir ist hier eine gewisse Namensähnlichkeit aufgefallen.
    • Gadolinium schrieb:

      Aber Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ein Lehramtsabsolvent, der dann statt Analysis 2 und 3 eben Fachdidaktik und Bildungswissenschaften gehört hat, besser auf den Schulalltag vorbereitet ist.
      Daher kommt doch eben der Praxisschock im Referendariat.
      Und dass Lehramtsstudenten gerade in der heutigen Zeit und gerade am Gymnasium dieses Studium oft eher aus fachlichen denn pädagogischen Gründen gewählt haben, habe ich selbst erfahren, da ich in meinem Physik-Bachelor mit Lehramtsstudenten manche Veranstaltungen gemeinsam besucht habe und so mit diesen ins Gespräch kam.
      Ein Großteil war nicht sonderlich pädagogisch versiert/interessiert.
      Und ich denke, dass das vielen Lehramtsstudenten so geht und sie das nicht von Quernsteigern unterscheidet.
      Auch Lehrämtler Mathe haben je nach Uni Ana 2/3 und können in der Vertiefungsrichtung Ana wählen.

      Ich halte nicht viel von Posern, die meinen nur ein vollwertiges Studium in einem Fach macht sie zu den einzig wahren Helden.

      Zum Glück waren meine Kollegen die Diplommathe oder Diplomökonomie studiert haben keine so arroganten Flachzangen.
      Die haben dagegen in ihrer Fakultät teils promoviert und sind noch heute angenehme Trinkkumpanen.

      Und nein, von den ganzen Pädagogikvorlesungen halte ich nicht viel. Unnötiger Kram. Fachdidaktik dagegen ist für Lehrämtler sehr sinnvoll. Wer dagegen einen Praxisschock erlebt sind meist Leute die idR. nicht frei sprechen können und sich nicht ggü. 30 jungen Menschen durchsetzen. Als ob man nicht selbst mal Schüler war
    • Gadolinium schrieb:

      Aber Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ein Lehramtsabsolvent, der dann statt Analysis 2 und 3 eben Fachdidaktik und Bildungswissenschaften gehört hat, besser auf den Schulalltag vorbereitet ist.
      Wir glauben es nicht nur, wir wissen es. Fachdidaktik ist halt das Handwerkzeug.

      Gadolinium schrieb:

      Und dass Lehramtsstudenten gerade in der heutigen Zeit und gerade am Gymnasium dieses Studium oft eher aus fachlichen denn pädagogischen Gründen gewählt haben, habe ich selbst erfahren, da ich in meinem Physik-Bachelor mit Lehramtsstudenten manche Veranstaltungen gemeinsam besucht habe und so mit diesen ins Gespräch kam.
      Ein Großteil war nicht sonderlich pädagogisch versiert/interessiert.
      Die sind es, die dann über kurz oder lang sowas von auf den Arsch fallen... Oder schlimmer: bis an ihre Pension Schülern und Kollegen dermaßen auf den Sack gehen, dass es raucht - und es noch nicht mal merken, weil sie sich immer noch für toll halten.
      WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
      World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
      yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.
    • @Trantor - ich habe mich das auch schon gefragt. Aber als Mod wollte ich mich zurückhalten.

      kl. gr. frosch
      Free Tibet!!
      ----
      Die meisten meiner Beiträge entstehen auf einer tablet-Tastatur. Da es dort kein haptisches Feedback gibt, schleichen sich schneller Tippfehler ein. Sorry.
    • Neu

      Gadolinium schrieb:

      Und dass Lehramtsstudenten gerade in der heutigen Zeit und gerade am Gymnasium dieses Studium oft eher aus fachlichen denn pädagogischen Gründen gewählt haben, habe ich selbst erfahren, da ich in meinem Physik-Bachelor mit Lehramtsstudenten manche Veranstaltungen gemeinsam besucht habe und so mit diesen ins Gespräch kam.
      Wie meinst du das?
      Sie studieren Lehramt weil ihnen die Vermittlung ihres Fachs wichtig ist?

      Rein fachliche Herausforderungen bietet der Schuldienst ja nun wirklich nicht. Das war ja nicht mal der Fall während der Arbeit als Tutor an der Uni.
    • Neu

      Gadolinium schrieb:

      Z.B. würde ich gerne in Physik später Taylor-Reihen mit der Oberstufe Physik durchnehmen, was eigentlich Unistoff ist, aber dennoch sehr hilfreich.Oder in Mathematik vollständige Induktion, was ebenfalls eher in der Uni zu finden ist.
      Du hast ja witzige Vorstellungen vom Lehrerberuf. Zuerst einmal machst du das, was das Curriculum vorgibt. Denn dafür wirst du bezahlt. In den meisten Fällen schaffst du aus zeitlichen Gründen nicht mehr (es sei denn du peitschst deinen Stoff ohne Rücksicht auf die Schüler durch). Alle Jubeljahre hast du dann einen Kurs, wo du dir solche Extravaganzen erlauben kannst. Aber aus solchen Fällen seine Motivation zu ziehen, Lehrer zu sein, ist etwas dürftig...


      Gadolinium schrieb:

      Aber Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ein Lehramtsabsolvent, der dann statt Analysis 2 und 3 eben Fachdidaktik und Bildungswissenschaften gehört hat, besser auf den Schulalltag vorbereitet ist.
      Haha. Was glaubst du denn, was Studierende für das Gymnasium so für Vorlesungen an der Uni hören? "Rechnen mit den 10 Fingern" oder "Aufrunden an der Supermarktkasse"? Die machen zum großen Teil exakt dieselben Vorlesungen wie die "reinen" Fachstudenten dieser Fächer!

      ...da ich in meinem Physik-Bachelor...
      Du hast "nur" einen Physik-Bachelor und willst hier einen auf dicke Hose machen? Mache erst einmal deinen Master und melde dich dann hier wieder. Als Lehrer brauchst du nämlich einen (oder etwas Äquivalentes) UND ein Zweites Staatsexamen!

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

      "In theory there is no difference between theory and practice. In practice there is." (Yogi Berra)
    • Neu

      Mikael schrieb:

      Gadolinium schrieb:

      Z.B. würde ich gerne in Physik später Taylor-Reihen mit der Oberstufe Physik durchnehmen, was eigentlich Unistoff ist, aber dennoch sehr hilfreich.Oder in Mathematik vollständige Induktion, was ebenfalls eher in der Uni zu finden ist.
      Du hast ja witzige Vorstellungen vom Lehrerberuf. Zuerst einmal machst du das, was das Curriculum vorgibt. Denn dafür wirst du bezahlt. In den meisten Fällen schaffst du aus zeitlichen Gründen nicht mehr (es sei denn du peitschst deinen Stoff ohne Rücksicht auf die Schüler durch). Alle Jubeljahre hast du dann einen Kurs, wo du dir solche Extravaganzen erlauben kannst. Aber aus solchen Fällen seine Motivation zu ziehen, Lehrer zu sein, ist etwas dürftig...

      Gadolinium schrieb:

      Aber Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ein Lehramtsabsolvent, der dann statt Analysis 2 und 3 eben Fachdidaktik und Bildungswissenschaften gehört hat, besser auf den Schulalltag vorbereitet ist.
      Haha. Was glaubst du denn, was Studierende für das Gymnasium so für Vorlesungen an der Uni hören? "Rechnen mit den 10 Fingern" oder "Aufrunden an der Supermarktkasse"? Die machen zum großen Teil exakt dieselben Vorlesungen wie die "reinen" Fachstudenten dieser Fächer!
      ...da ich in meinem Physik-Bachelor...
      Du hast "nur" einen Physik-Bachelor und willst hier einen auf dicke Hose machen? Mache erst einmal deinen Master und melde dich dann hier wieder. Als Lehrer brauchst du nämlich einen (oder etwas Äquivalentes) UND ein Zweites Staatsexamen!
      Gruß !
      Jeder hat eine bestimmte Motivation für einen Beruf, in den seltensten Fällen ist diese geprägt von edlen Motiven und Idealismus..

      Der Anteil an Fachvorlesungen, die Lehrämtler mit den Fachwissenschaftlern haben ist gerade im Bachelor/Mastersystem relativ gering. Meistens nur 1,2 Einführungsvorlesungen, ich kenne das ja von meiner/meinen Uni(s). Ganz davon abgesehen, dass man das Fach nur knapp zur Hälfte studiert, neben dem Zweitfach, Fachdidaktik und Bildungswissenschaften. Also nix mit äquivalent zum normalen Fachstudium.

      Ich bin dabei, meinen Master mit Bestnoten abzuschließen, mach dir da mal keine Gedanken um mich :)..

      Leider werden hier die üblichen Vorurteile gegenüber Lehrern zum Teil bestätigt, was ich so nicht erwartet hatte. Und diese Verbittertheit gegenüber Quereinsteigern ist unter Lehrern ja generell relativ verbreitet, wie mir bereits meine Ansprechpersonen bezüglich des Quereinsteigens berichteten..
    • Neu

      Gadolinium schrieb:

      Der Anteil an Fachvorlesungen, die Lehrämtler mit den Fachwissenschaftlern haben ist gerade im Bachelor/Mastersystem relativ gering. Meistens nur 1,2 Einführungsvorlesungen, ich kenne das ja von meiner/meinen Uni(s). Ganz davon abgesehen, dass man das Fach nur knapp zur Hälfte studiert, neben dem Zweitfach, Fachdidaktik und Bildungswissenschaften. Also nix mit äquivalent zum normalen Fachstudium.
      Du hast ja selber schon gemerkt, dass Lehramtsstudenten noch ein gleichgewichtetes Zweitfach haben. Du bist vielleicht in deinem Hauptfach fachwissenschaftlich weiter gebildet als ein Lehramststudent, aber in deinem Nebenfach bist du ihm hoffnungslos unterlegen (beziehe mich hier auf das Gymnasium und habe schon einige Quereinsteiger (nicht alle!) erlebt, deren "Kenntnisse" in ihrem Nebenfach, das sie nun als Zweitfach unterrichten sollten, einfach nur unterirdisch waren...)

      Ich bin dabei, meinen Master mit Bestnoten abzuschließen, mach dir da mal keine Gedanken um mich :)..
      Dann ist ja alles gut. Nur deine Noten im Master werden in der Praxis niemanden interessieren. Da kommt es darauf an, ob du durch das Referendariat kommst und guten Unterricht machst.

      Und diese Verbittertheit gegenüber Quereinsteigern ist unter Lehrern ja generell relativ verbreitet, wie mir bereits meine Ansprechpersonen bezüglich des Quereinsteigens berichteten..
      "Verbitterung" gegenüber Quereinsteigern? :lach: Ich glaube du träumst dir hier die schulische Realität einfach nur zusammen...
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

      "In theory there is no difference between theory and practice. In practice there is." (Yogi Berra)
    • Neu

      Leider sagt eine super Master-Note nichts darüber aus wie fähig man als Lehrer ist (betrifft auch die Lehramts-Master-Studenten). Fachwissen ist das eine, die Vermittlung von Wissen unter Berücksichtigung didaktischer Aspekte das andere.

      Es herrscht sicherlich hier im Forum keine generelle Abneigung gegenüber Quereinsteigern. Die User haben lediglich über ihre Erfahrungen berichtet.

      Und ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen:
      Du kannst keineswegs Uni-Stoff an der Schule vermitteln. Ich unterrichte an einem ländlichen Gymnasium, das die besten Standortbedingungen hat. Dennoch haben wir in allen Jahrgangsstufen, auch in der Oberstufe, Schüler, die unmotiviert sind und glauben gute Note lediglich durch bloße Anwesenheit zu erhalten. Dass man ein ungenügend auch erlangen kann, wenn man nur da sitzt und keinen Piep sagt, ist den wenigstens SuS klar.
      Andere sind verhaltensauffällig, stören, machen keine EVA- oder Hausaufgaben, ...

      Ich erlebe immer wieder Schüler (auch in der Oberstufe), die in Mathe oder Physik selbst grundlegende Umformungen nicht können (wehe da steht in einem Term kein x, sondern ein anderer Buchstabe. Gerne werden auch Wurzeln aus Summen gezogen oder andere schwere Böcke geschossen. Klar, da kann man locker Taylor-Reihen oder eine vollständige Induktion machen.

      Wenn ich mir den aktuellen Kernlehrplan anschaue, diesen mit den Anforderungen von vor 3 Jahren anschaue und erst recht mit den Anforderungen vor 10 oder mehr Jahren vergleiche, muss ich sagen: Es wurde so viel Wichtiges gekürzt, es wird so viel oberflächlich behandelt (das fängt schon in der Sekundarstufe I an). Heutzutage müssen SuS noch nicht mal mehr eine Polynomdivision können in Mathe. In Physik soll man so gut es geht auf das Formale (langwierige Herleitung von Formeln, Anwendung von viel Mathematik) verzichten.
      Schüler fragen in Mathe auch immer wieder: "Wenn wir schon einen GTR haben, warum müssen wir das und das dann händisch machen? Der GTR kann doch alles"
      Bei einigen elementaren Inhalten (Oberstufenstoff) sieht man manchmal nur ungläubige Blicke. "Häääääääääääh?" Auch beim Textverständnis hapert es ganz erheblich.

      Ältere Kollegen sagen immer wieder, dass heutige SuS die Klausuren / Themen, die Schüler vor Jahren noch konnten, heute nicht mehr können / verstehen.

      Ich glaube du willst es nicht kapieren, dass du mit deiner Didaktik derbe auf die Schnauze fallen wirst. Ich kann da nur sagen: "Arme Schüler".