Fächerkombi Studium

  • Hallo zusammen,


    wie die Überschrift bereits erahnen lässt, bin ich auf der Suche bzw. am überlegen welche Fächerkombi für mich die Richtige ist.


    Kurz zu mir:

    Ich bin mittlerweile 31 Jahre alt (wäre zum Beginn WS 32), habe nach der Mittleren Reife eine Ausbildung zum Industriekaufmann abgeschlossen und mich vor ein paar Jahren dazu entschlossen meine Fachhochschulreife nachzuholen (BKFH).


    Mein daraufhin begonnenes Studium hat aber leider überhaupt nicht meinen Erwartungen entsprochen und ich hörte letzte Jahr von der Möglichkeit der Deltaprüfung, welche ich daraufhin absolvierte. Ich bin momentan zwar noch in meinem erstgewählten Studiengang, habe aber vor diesen nach dem jetzigen SS abzubrechen und im Herbst meinen Traum vom Lehramt doch noch zu realisieren.


    Allerdings bereitet es mir etwas Sorge „nur mit FHR“ an einer Uni gymnasiales Lehramt zu studieren, da ich ja keine Erfahrungen über den Stoff der Oberstufe habe. Vielleicht hat da schon jemand Erfahrungen? Gerade was Machbarkeit, Defizite in bestimmten Fächern, etc. betrifft.


    Fächer wären folgende:

    - Mathematik

    - Englisch

    - Deutsch

    - Wirtschaft

    - Informatik

    - Biologie/Chemie


    Wobei Informatik schon sicher ist und es nur um das zweite Fach geht.

    Bei Deutsch und Englisch müsste ich leider bis zum Ende des 3. Semesters Latein nach holen, also fallen die beiden schon fast raus.

    Wie sind die Jobchancen mit Wirtschaft oder Bio als Zweitfach gut oder eher schlecht, da überlaufen?

    Und bei Mathe und Chemie bin ich mir nicht sicher ob der Einstieg ohne LK in dem entsprechenden Fach nicht zu schwer wird. Obwohl Mathe, nach Informatik eigentlich meine zweite Wahl wäre.


    Vielleicht hat der ein oder andere einen guten Tipp für mich oder hat selber ähnliche Erfahrungen gemacht oder kann mir einfach etwas meine Bedenken nehmen..

  • Muss es unbedingt Gymnasium sein?


    Wäre Berufschule auch etwas für dich? Das könnte gerade mit deinem Werdegang gut passen?

  • Danke für den Hinweis. Worin genau würde sich denn ein Lehramtsstudium für Berufsschulen und Gymnasien unterscheiden? Kann man nach einem gymnasialen Lehramtsstudium nicht auch an einer Berufsschule unterrichten?


    Habe eben mal an der Uni, die für mich aufgrund der Entfernung in Frage kommt, geschaut. Die bieten Technikpädagogik an, man braucht aber leider ein 8 wöchiges Vorpraktikum, was leider schwer wäre da ich nebenher noch arbeiten gehen muss.

  • Allerdings bereitet es mir etwas Sorge „nur mit FHR“ an einer Uni gymnasiales Lehramt zu studieren, da ich ja keine Erfahrungen über den Stoff der Oberstufe habe.

    Hallo!
    Der SToff der Oberstufe wird aber beim Studium vorausgesetzt, egal ob du auf Gym oder Realschule studierst. Wenn du bereit bist fürs Studium, dann ist der Stoff der Oberstufe (hast du Angst / Respekt vorm Schulstoff später beim Unterrichten oder jetzt im Studium?) ein Kinderspiel. Ich hatte einen guten Teil meiner Fächer nicht in der Oberstufe, das klappt auch ;-) (Allerdings rede ich vom geistes-/sozialwissenschaftlichen Bereich!)


    Informatik / Wirtschaft klingt doch nach einer netten Kombi für BK / Berufsschule.
    Was ist mit Realschullehramt? (Selbe Kombi ist sicher auch gut, wobei ich nicht weiß, ob die Kombi zulässig ist. Die Delta-Prüfung klingt nach BaWü, das müsstest du recherchieren.)

    Aber recherchiere Berufsschullehramt / Berufskolleg. Vielleicht lässt sich doch das Praktikum aus deiner Ausbildung bzw. aktuellen Berufstätigkeit ableiten?

  • Ich persönlich kann von einem Mathestudium ohne den Stoff der Oberstufe eigentlich nur abraten. Mathe ist schon mit der Oberstufe im Rücken eine ziemliche Hausnummer. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob dir wirklich der komplette Oberstufenstoff fehlt.

    Schau dir mal auf den Webseiten von zwei oder drei Unis die Übungszettel für die ersten drei oder vier Wochen des Mathestuidums an und überleg dann, ob du meinst, dass du das schaffen kannst. Wenn ja -> go for it! In Kombination mit Informatik sicher sehr schön.

    Wenn nein, dann mach lieber etwas anderes.

  • Ich bin zwar nur in der Sek.1 unterwegs, aber vielleicht hilft meine Antwort.

    Ich habe Mathematik und Physik auf Lehramt studiert. Das Fach Physik hatte ich überhaupt nicht in der Oberstufe. Bin trotzdem durch das Physikstudium gekommen. An meiner Uni gab es keine Extra-Fachwissen-Vorlesung, Seminare und Praktika für Physik nur für Sek.1 (dazu waren wir einfach zu wenige).

    “Prejudice is a great time saver. You can form opinions without having to get the facts.”E.B. White

  • Ich habe hauptsächlich Sorge wegen dem Stoff im Studium, da ich kein Abi habe. Auf der Informationsseite der Uni steht beispielswiese, dass man jederzeit während des Studiums von Informatik LA zu Informatik B.Sc. wechseln kann und umgekehrt - das Gleiche gilt für das Mathestudium. Also gehe ich davon aus, dass es sich bei dem Informatik LA-Studium um ein vollwertiges Informatikstudium handelt und wenn ich dann im Zweitfach noch Mathe studiere, bekomme ich da schon bedenken zwecks der Machbarkeit. Es gibt doch so schon viele Studenten die ihr einzelnes Mathe- bzw. Informatikstudium abbrechen, weil zu schwer oder zu umfangreich.


    Habe mir bereits das Modulhandbuch und Übungszettel der ersten Wochen (zwar einer anderen Uni aber das dürfte ja egal sein) angeschaut und würde sagen dass es auf jeden Fall möglich (aber auch schwer) wäre - aber vielleicht überschätzt man sich da auch.

    Hatte in meinem jetzigen Studium auch schon einiges an Mathe (Wahrscheinlichkeitsrechnung, Vektoren, komplexe Zahlen, Matrizen, Differenzengleichung, Finanzmathe, ...) und das lag mir eigentlich am meißten.

    Das Fach Physik hatte ich überhaupt nicht in der Oberstufe. Bin trotzdem durch das Physikstudium gekommen.

    Danke, das beruhigt mich auf jeden Fall etwas. Hat sich dein Mathestudium gut mit Physik ergänzt? Also eventuell manchmal in Physik geringerer Lernaufwand gegenüber Kommillitonen mit einer anderen Fächerkombi?


    Ich denke ich werde mich noch etwas genauer über LA für Realschulen und auch Berufsschulen informieren, hatte bis jetzt nur Gymnasium auf dem Schirm.


    Wären Informatik-Wirtschaft oder Informatik-Mathe beides gefragte Kombinationen in Baden-Württemberg?

  • Dass du jederzeit wechseln kannst, bedeutet nicht, dass du ALLES identisch machst, sondern dass die Leistungen gleichwertig sind und du sie also zumindest nicht nachmachen musst.
    Beispiel: Analysis 1 LA Gym hat 5 ECTS, Analysis 1 BSc auch 5 ECTS. -> Die Punkte werden absolut anerkannt. Weil du vermutlich genau dieselbe Prüfung abgelegt hast und das Niveau identisch ist.
    Womöglich wirst du aber (Achtung, ich komme nicht aus dem Bereich, es sind nur Beispiele!) nur Analysis 1 und 2 im LA machen, während der BSc Anlysis 1, 2 und 3 hat. Dafür hast du zb ein Modul Fachdidaktik. Diese Module (Ana 3 oder Fachdidaktik) gingen also bei einem Wechsel verloren.

    Realschullehrämtler belegen höchstwahrscheinlich auch Analysis 1 und 2, sitzen womöglich auch in Analysis 1 mitdrin, schreiben aber eine andere Prüfung (womöglich einfacher, womöglich ohne komplexere Inhalte, aber kombiniert mit schulrelevanten Elementen, die in einer anderen Übung vermittelt wurden, usw..), oder wurden nach der ersten Hälfte des Semesters getrennt. Der Kurs heißt also gleich (Analysis 1), hat womöglich genauso viele ECTS-Punkte (5), kann aber nicht in beide Richtungen anerkannt werden. Analysis 2 wird zb komplett getrennt abgehalten...


    Chili

  • Ich habe Elektrotechnik für Lehramt studiert ohne Ausbildung in dem Bereich, geschweige den Vorkenntnisse. (Na gut, ne Reihen und Parallelschaltung kannte ich wohl)

    Fleiß war hier das Stichwort, der Wille muss da sein.


    Mit Informatik als Fach bist du an BBS oder BKs mehr als willkommen. Da bist du auch um einiges praxisnäher unterwegs und würde es definitiv auch empfehlen.


    Bio und Informatik ist sehr speziell für Berufsschulen, für den Bereich würde ich eher Informatik / Wirtschaft wählen. Oder eben Mathe dazu.

  • Hatte in meinem jetzigen Studium auch schon einiges an Mathe (Wahrscheinlichkeitsrechnung, Vektoren, komplexe Zahlen, Matrizen, Differenzengleichung, Finanzmathe, ...) und das lag mir eigentlich am meißten.

    Dann brauchst du eher keine Angst zu haben, denke ich. Wenn dir Mathe liegt, dann versuch es. M/IF ist eine tolle Kombi!

  • Ich habe selbst nur einen Hauptschulabschluss gehabt (bin über die berufliche Qualifikation zur Studierberechtigung gekommen) Und studiere mitlerweile im letzten Mastersemester Mathe und Informatik.


    Also vom mathematischen Kenntnissstand lag ich also bei der 8-9. Klasse eines Gymnasiums. Es ist also machbar, auch wenn ich zugeben muss, dass es sehr hart ist, da du zwar indirekt den Schulstoff nochmal im schnelldurchlauf an der Uni behandelst, dir aber die "Übungsphase", die man in der Schule mit dem Stoff hat, fehlt.

    Beispielshaft, lernst du im ersten Semester nochmal alle Ableitungsregeln (in einer 90minütigen Vorlesung), aber nur in der Form, dass sie gelten und den dazugehörigen Beweis (Also wieso sie gelten). Danach wird es als bekannt vorausgesetzt und es geht weiter im nächsten Thema (Bzw. selben Thema nur vertiefend).

    Aber selbst meine Kommilitonen, die einen Matheleistungskurs hatten und diesen mit 13+ Punkten abgeschlossen haben, waren gefühlt nach 4 Wochen Studium auf dem selben stand. (mit dem unterschied, dass sie etwas mehr übung hatten mit dem schulstoff, was aber kaum geholfen hat.)

  • Dass du jederzeit wechseln kannst, bedeutet nicht, dass du ALLES identisch machst, sondern dass die Leistungen gleichwertig sind und du sie also zumindest nicht nachmachen musst.

    Okay, das war mir nicht klar - danke! Dann werde ich einfach mal die Module miteinander vergleichen.

    Ich habe selbst nur einen Hauptschulabschluss gehabt (bin über die berufliche Qualifikation zur Studierberechtigung gekommen) Und studiere mitlerweile im letzten Mastersemester Mathe und Informatik.

    Darf ich fragen für welche Schulform? Und hast du viele Vorlesungen zusammen mit den BSc. Studenten gehabt?


    Ich habe Elektrotechnik für Lehramt studiert ohne Ausbildung in dem Bereich, geschweige den Vorkenntnisse.

    Mit Informatik als Fach bist du an BBS oder BKs mehr als willkommen.

    Ich nehme an du hast LA für Berufsschulen studiert, kannst du damit dann auch an BKs und eventuell TGs oä. unterrichten? Oder nur reine Berufsschulklassen?

  • Es ist ein "Lehramt für berufsbildende Schulen / berufliche Schulen". Von daher könntest du damit an allen Schulformen, die es an beruflichen Schulen - also BBSn und BKs - gibt (z. B. Berufsschulklassen, Berufsfachschulen, berufliche Gymnasien, BVJ usw.), unterrichten.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • In NRW ist es das Lehramt fürs Berufskolleg. Die Vielfalt ist enorm groß. Vom Hauptschulabschluss bis zum Techniker alles möglich.

  • Bei Deutsch und Englisch müsste ich leider bis zum Ende des 3. Semesters Latein nach holen, also fallen die beiden schon fast raus.

    Latein ist eine wundervolle Sprache (verbunden mit einer wundervollen Literatur, Kultur und Geschichte). Es wird dir nicht schaden, sie zu lernen, selbst wenn das Studium dadurch ein oder zwei Semester länger dauern sollte.

  • Für das Lehramt BK ist das Latinum oftmals nicht nötig, vielleicht mal nachgucken.

    Auf jeden Fall nachschauen, wahrscheinlich braucht man das wirklich nicht für BK. Für Reli wurden graecum und hebraicum schon abgeschafft, weil mit diesen Hürden quasi keiner diesen Weg eingeschlagen hat. Ist bei deutsch und englisch eventuell ähnlich.

  • Für Deutsch und Englisch bräuchte man wirklich kein Latinum oder eine andere Fremdsprache (also für berufliches LA).


    In der Beschreibung für Berufliches Lehrmat Informatik steht: "Kann nur als allgemeinbildendes Zweitfach zusammen mit Sozialpädagogik/Pädagogik studiert werden"

    Heißt das ich studiere Sozialpädagogik und als Zweitfach Informatik? Gibt es also keine zwei Fächer-Kombi (z.B. Informatik und Mathe) wie beim gymnasialen LA? Oder verstehe ich das jetzt falsch?

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