Es geht los - Schulöffnungen in/nach/trotz Corona-Krise

  • Sachsen wird wohl das erste Bundesland sein, dass seine Schulen nach den Osterferien wieder öffnet.


    Was spricht dafür, was spricht dagegen? Unter welchen Bedingungen kann das verantwortet werden?


    Aus Solidarität mit dem vom Aussterben bedrohten Schuppentier (als Pangolin gerade in aller Munde) nenne ich mich jetzt so. ;-)

    Einmal editiert, zuletzt von Das Pangolin ()

  • Aus Hessen lese ich dies. Ein vorübergehender Schichtbetrieb ist ja derzeit in aller Munde.



    Bei einer Aufteilung der Klassen in Gruppen bekämen wir im Nebeneffekt endlich die gewünschten kleineren Klassen. ;-) Aber wie soll der Unterricht abgedeckt werden, wenn man dann jede Klasse in 2 Gruppen unterrichten soll?

    Aus Solidarität mit dem vom Aussterben bedrohten Schuppentier (als Pangolin gerade in aller Munde) nenne ich mich jetzt so. ;-)

  • Extrem schwierig. Irgendwie wirkt das auf mich wie ziemlicher Aktionismus, auch unter dem Gesichtspunkt, dass beispielsweise die meisten Unis erst im Mai ins Semester starten. Dass ausgerechnet SuS als Versuchskaninchen herhalten müssen, finde ich schon hart.

  • Auch im Schichtbetrieb müssen wir die ganze Klasse unterrichten. Ein Teil online und ein Teil präsent. Das würde teilweise doppelt Arbeit bedeuten. Momentan habe ich im Onlineunterricht mehr zu tun, als normal. Da müsste ich dann meine Hilfestellung für die Schüler stark zurückfahren.

  • Schichtbetrieb in der Schule? Das klingt ja kurios. Corona ist wohl noch ein Argument für kleinere Klassen ; )


    Momentan habe ich im Onlineunterricht mehr zu tun, als normal. Da müsste ich dann meine Hilfestellung für die Schüler stark zurückfahren.

    Oh, mehr Aufwand sogar? Wie gibst du denn genau Hilfestellung?

  • Aus Hessen lese ich dies. Ein vorübergehender Schichtbetrieb ist ja derzeit in aller Munde.



    Bei einer Aufteilung der Klassen in Gruppen bekämen wir im Nebeneffekt endlich die gewünschten kleineren Klassen. ;-) Aber wie soll der Unterricht abgedeckt werden, wenn man dann jede Klasse in 2 Gruppen unterrichten soll?

    Nach Stundentafel ist dann einfach nicht, sondern eben nur eine Anzahl pro Woche und dann Aufgaben für zuhause.

  • Ich fände unseren hessischen Vorschlag eigentlich ganz gut. Könnte mir vorstellen, dass man die Klasse in zwei Gruppen einteilt und dann eben in einer Woche Gruppe A kommt und in der nächsten Gruppe B. In der Homeschooling Woche muss dann Zuhause geübt werden. Wenn dafür Konferenzen wegfallen, wäre das vom Aufwand ok. Allerdings hieße dass, das auch hier in Hessen Lehrer die Kindergarten Notbetreuung nutzen müssten, sonst könnte ich beispielsweise nicht arbeiten. Mein Mann darf nämlich kein Home Office machen.

  • Schichtbetrieb in der Schule? Das klingt ja kurios. Corona ist wohl noch ein Argument für kleinere Klassen ; )


    Oh, mehr Aufwand sogar? Wie gibst du denn genau Hilfestellung?

    Habe ich an anderer Stelle ausführlich beschrieben. Viele Kollegen berichten von erheblichem Mehraufwand.

  • Schichtbetrieb in der Schule? Das klingt ja kurios. Corona ist wohl noch ein Argument für kleinere Klassen ; )


    Oh, mehr Aufwand sogar? Wie gibst du denn genau Hilfestellung?

    Ausführliche Musterlösungen und bei Bedarf Erklärvideos.

    Außerdem Korrekturen von eingeschickten Schülerlösungen.

  • Sachsen wird wohl das erste Bundesland sein, dass seine Schulen nach den Osterferien wieder öffnet.


    Was spricht dafür, was spricht dagegen? Unter welchen Bedingungen kann das verantwortet werden?

    Tja, das sind wirklich schwierige Fragen... Dafür spricht m. E., dass die Schulen "Irgendwann" wieder geöffnet werden müssen. Es ist halt die Frage, wann dieser Zeitpunkt sein sollte. Da gab es ja schon heiße Diskussionen vor dem Hintergrund, dass der derzeitige Shutdown wohl momentan die Zahl der Coronafälle einigermaßen niedrig hält (i. S. v. "Flatten the curve"), diese aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nach Ende des Shutdowns wieder ansteigen wird. Und genau das ist der Grund, der m. M. n. eben gegen eine Öffnung der Schulen nach den Osterferien spricht. Fragt sich nur, wie lange diese dann noch geschlossen bleiben sollten? Bis Anfang/Mitte/Ende Mai? Ende Mai "lohnt" es sich für einige Bundesländer fast schon gar nicht mehr, die Schulen überhaupt noch einmal vor den Sommerferien zu öffnen, weil z. B. in Mecklenburg-Vorpommern die Ferien schon am 22. Juni beginnen.

    Bedingungen für eine Schulöffnung gibt es viele, u. a. die Wahrung eines gewissen Abstands zwischen den SuS und KuK (sowohl innerhalb der Schule als auch während des Schülertransports), ggf. Tragen von Mundschutz, das Vorhandensein von genügend Seife, Desinfektion etc., ausreichend Toiletten für alle SuS und KuK usw. Gerade der letzte Punkt ist in meiner Schule momentan problematisch, da durch Umbauarbeiten, die im Februar begonnen haben, auf zwei Stockwerken die Schülertoiletten gesperrt werden mussten.

    Derzeit würde ich es für am sinnvollsten erachten, die Schulen nur noch für die Abschlussprüfungen (also Abitur und weitere Prüfungen) zu öffnen, denn dann müsste es wohl möglich sein, die meisten der o. g. Bedingungen einzuhalten.

  • Da es auch mich ab dem 20.04. betreffen wird:

    Wie immer ist nicht wirklich geklärt, wie, wann und unter welchen Modalitäten diese Wieder - Öffnung stattfinden wird.

    Ankündigung der Maßnahme auch wieder strategisch günstig, Donnerstagnachmittag kurz vor den Feiertagen.

    Angeblich soll nach Ostern eine Verordnung an die SL gehen, welche alle Vorschriften und Details regelt.

    Wenn ich auf Focus online und anderen Nachrichten - Portalen lese, dass ein geschlossenes und einheitliches Vorgehen der Bundesländer angemahnt wird, frage ich mich, ob da nicht ein hypernervöser Staatssekretär ein wenig zu schnell vorgeprescht ist.

    Unser Kollegium schwankt zwischen absoluter Hysterie und Panik und abgeklärten Pragmatismus - warten wir erstmal ab.

  • der threadtitel ist falsch. wir sind nicht "nach" der coronakrise. wir sind ganz an ihrem anfang.

    War auch mein 1. Gedanke. Aber es steht ja kein Termin da.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • https://www.spiegel.de/wissens…48-4dd1-a219-241d818d60ae


    "26 Gelehrte hatten über die Ostertage in einem stundenlangen Diskussionsverfahren einen Konsens hergestellt, welche Empfehlungen sie der Regierung geben. Namhafte Wissenschaftler wie der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen Lars Feld, die Ethikerin Claudia Wiesemann, der Rechtsphilosoph Reinhard Merkel oder der Soziologe Armin Nassehi stimmten sich dafür in Telefonkonferenzen ab und entwickelten klare Maßstäbe, wie die neuen Freiheiten den Bürgern gegeben werden können."


    "Die Leopoldina-Forscher drängen stark darauf, die Schulen "sobald wie irgend möglich" wieder zu eröffnen. Denn das Lernen daheim würde die ohnehin bereits stark ausgeprägte soziale Ungleichheit in der Bildung weiter verschärfen."


    Wie zynisch ist das denn, diese tollen Gelehrten stimmten sich in Telefonkonferenzen ab und kommen dann zum Ergebnis, dass man die Schulen dringend wieder öffnen sollte.

    Diese verdammten Uhrensöhne. Wenn das alles so ungefährlich ist, dass man wieder Schulen öffnen kann, dann trefft euch doch auch direkt zu euren Diskussionen. Nein, schön aus der eigenen Sicherheit heraus die Lehrer an die Front schicken.

  • Also- natürlich muss wirtschaftlich die Schule wieder geöffnet werden, aber ich denke- vor allem müssen gewisse Standards hergestellt werden, wenn es ein bundesweites Bild erreicht werden will... und da kommt das Problem. Wenn ich sehe, wie sehr sich hier Städte im Ruhrgebiet diesbezüglich schon unterscheiden in der Schulausstattung (auch hinsichtlich Toiletten/Seife etc), wird es schwierig diese Standards zu erreichen. Unsere Klassenräume liegen z.B. alle in schlauchartigen Korridoren, wo dann gut 100+ Schüler auf den Unterricht warten. Pausen und Unterrichtsbeginn müsste komplett entzerrt werden, das gleiche gilt für unser Lehrerzimmer, welches recht eng ist. Als wir vor den Ferien mal Seife in die Klassenräume und Toiletten/auch Lehrerklos bekamen, war diese nach nem Tag auch auf unerklärliche Art und Weise auch wieder verschwunden. Bei Schulöffnung würde die Kurve mit Sicherheit wieder nach oben gehen und ein Coronafall an der Schule ließe sich nicht verhindern...und genau das soll-denke ich- auch auf Dauer passieren. Die Frage, die ich mir dann stelle, muss die Schule dann direkt wieder zugemacht werden oder wird dann nur das Kind isoliert? Und das sind nur wenige organisatorische Fragen, die unterrichtliche Komponente (auch, ob wir Noten geben etc/wie wir den Stoff irgendwie aufholen) habe ich dabei gar nicht mit einbezogen.

    "If you never try, then you'll never know" - Coldplay

  • Ich habe den Spiegel-Artikel auch gelesen.

    Einerseits steckt da drin (v.a. für Hauptfachlehrer): Arbeitet euch tot.


    Andererseits: Alle sollen Masken tragen. Es gibt aber keine, von daher wird es wohl so schnell doch nicht losgehen, oder?

  • Da steht aber auch, dass höchstens 15 SuS in der Klasse sein sollen und dass mit der 4. Klasse (die sogar einen Mundschutz tragen sollen!) und der 10. Klasse in den Hauptfächern gestartet werden soll. Das klingt alles mehr als vorsichtig.

  • Das Pangolin

    Hat den Titel des Themas von „Es geht los - Schulöffnungen nach der Corona-Krise“ zu „Es geht los - Schulöffnungen in/nach/trotz Corona-Krise“ geändert.
  • Wir müssten die Klassen dann jeweils in 2-3 Gruppen aufteilen. Jeder müsste alles doppelt und dreifach unterrichten. Von den Hauptfachlehrkräften sind 1/3 Teil der Risikogruppe und 1/3 hat Kinder, die noch nicht wieder betreut werden. Mein Sohn würde jetzt fragen: „Echt jetzt?“

    Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.

  • Aber wie soll der Unterricht abgedeckt werden, wenn man dann jede Klasse in 2 Gruppen unterrichten soll?

    Irgendjemand wird auf die Idee kommen, dass man sich nur einmal vorbereiten muss, diesen Unterricht aber bei 2 Halbklassen hält und man somit das Deputat anders berechnen kann (hab ich um ehrlich zu sein schon in einem anderen Forum gelesen)


    Derzeit hat jede gehaltene UE bei uns in der Sek. 1 den Gleichwert von ca. 1,5h. So würde man 2x 1UE halten und einmal vorbereiten - 2UE = 2,25h. Oder anders gesagt 36 UE unterrichtsverpflichtung/Woche :tot:. Und da hat noch keiner an den Arbeitszeiten geschraubt. So 1-2 Stündchen mehr die Woche hat ja noch nie jemanden getötet.... :schreien:.

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