Coronazeit - muss man Klassenarbeiten den SuS zukommen lassen?

  • Meine Güte, haben diese Eltern denn sonst nichts zu tun, als sich bei dir zu beschweren?!? Den Schuh solltest du dir wirklich nicht anziehen, Julia! Besondere SItuationen erfordern besondere Maßnahmen! Und das heißt in diesem Fall: entweder müssen die Eltern sich gedulden, bis ihre Kinder wieder im Präsenzunterricht sind, oder du hinterlegst - nach Rücksprache mit der Schulleitung - die Klassenarbeiten im Sekretariat. Für letzteres würde ich aber wirklich erstmal das Okay der Schulleitung einholen, denn bei uns ist es bspw. so, dass das Sekretariat derzeit für "Besucher" geschlossen ist. Da fänden es unsere Sekretärinnen vermutlich nicht lustig, wenn dauernd Eltern 'reinschneien, die mal eben die Klassenarbeiten ihrer Kinder abholen wollen...


    Als eine Kollegin von mir, die auch in meiner Klasse unterrichtete, vor einigen Jahren einen Unfall hatte und dadurch eine Zeitlang zunächst im Krankenhaus und anschließend in der Reha war, hat meine Klasse die bei ihr geschriebenen Klassenarbeiten erst nach 6 oder 7 Wochen zurückbekommen, weil die Kollegin vorher nicht in der Lage war, diese zu korrigieren. Die SuS haben natürlich nachgefragt, wann sie die Arbeiten wiederbekommen, aber nur einmal, dann hatte ich ihnen die Sachlage erklärt und gut war's.

  • Wie viele Klassenarbeiten sind es denn? Bei vertretbarer Menge wäre mein persönlicher Weg: entweder die Schule hat Umschläge da und ist bereit, das über die Schulpost rauszuschicken - dann würde ich es als zumutbar empfinden, die mal eben in den Umschlag zu stecken und Adressen auf den Umschlag zu schreiben, alles andere muss dann das Sekretariat übernehmen. Oder wenn das nicht der Fall ist und die Eltern auch nicht in die Schule kommen dürfen, dann gehts halt nicht und fertig.



    Die Vorabiturklausuren habe ich meinen Schülern (auf deren aktive Anfrage hin) eingescannt und vorab per Mail geschickt, damit sie damit in der Vorbereitung arbeiten können.

  • Gibt es die Möglichkeit die Arbeiten einzuscannen und per Mail zuschicken? (Mit Einverständniss der Eltern sollte das auch Datenschutzrechtlich passen)

  • Alles andere wäre doch unzumutbar.

    Man merkt, dass du nicht an der Grundschule unterrichtest, Liebes. ;)

    Wenn man nicht immer alles weiß, nervt man sich unter Umständen weniger (Froeschli, hat nichts mit dem hier anwesenden Frosch zu tun).

    Man spielt nicht mit Gefühlen, die man nicht erwidern kann.


  • Das wäre auch mein Vorschlag gewesen - machen wir am Online-Gymnasium seit Jahren so (hier gilt allerdings wieder die bayerische Besonderheit, dass die Arbeiten ja wieder in die Schule zurückfinden müssen, da wäre per Post verschicken noch aufwendiger).


    Ansonsten gilt der alte Spruch vom Praktiker-Baumarkt: Geht nicht, gibts nicht (hier ausdrücklich in der Bedeutung zu verwenden, die das Komma vorgibt!).

    The penis

    Mightier than the sword.

    - frei nach Edward Bulwer-Lytton

  • Bei uns können die Eltern alles abholen im Sekretariat. Zu den Öffnungszeiten des Sekretariats nach telefonischer Voranmeldung. Dann wird es nur zum Fenster rausgereicht :-)

  • lese ich das richtig - da geht es um eine Klassenarbeit? Kein Zeugnis, das vielleicht übertrittsrelevant wäre? Also um eine Arbeit, die einen Teil der Note ausmacht? Und wieso machen da die Eltern so einen Aufstand? Ich habe auch noch eine Lateinschularbeit und eine G-Arbeit vom März, also von vor der Schulschließung, bei mir herumliegen. Ergebnisse und momentanen Leistungsstand habe ich kommuniziert - die Arbeiten selbst interessieren niemanden - inclusive meiner Person (mittlerweile sind da schon die Spinnfäden drauf - Scherz beiseite, so schlimm ist es noch nicht). Ich würde (am besten in Absprache mit der Schulleitung) darauf verweisen, daß eine Rückgabe der Arbeit wie in normalen Jahren jetzt halt einfach nicht möglich ist und basta. Ich weiß nicht, wie das bei euch ist - wir müssen auf Anfrage den momentanen Leistungsstand kommunizieren. Das würde ich halt machen (bei rechtlichen Fragen diesbezüglich würde ich mich auch zuvor mit der Schulleitung absprechen) - die Arbeit selbst kann und soll doch jedem wurscht sein...

  • Die Noten habe ich kommuniziert. Nur die Arbeiten an sich nicht abgeben können, da die Schule geschlossen hat.


    Alles Eintüten, Beschriften, etc. - das ist rechtlich vorgeschrieben? Einscannen und dann jedem einzeln schicken? Das würde ja noch länger dauern. Außerdem dürfte ich momentan gar nicht in der Schule arbeiten. Wer kommt denn für den Kauf des Scanners und der Energie auf? Es kommt ja hier und da Mehraufwand noch dazu. Insgesamt ist das schon eine große Belastung. Das ist dem Einkommen auch gar nicht angemessen. Da muss es doch ein Gesetz geben, was den Eltern das unmöglich macht, so etwas zu verlangen.

  • Doch, das ist gesetzlich vorgeschrieben. §1 "Klassenarbeiten sind im Falle von Pandemien einzeln zu laminieren und an die Eltern zu versenden. Bei Briefmarkenknappheit (-> infolge von Hamsterkäufen) dürfen sie auch nach Hause gebracht und DSGVO-konform in Briefkästen geworfen werden."


    Falls die Ironie nicht klar wurde: wie kommst du auf:

    Alles Eintüten, Beschriften, etc. - das ist rechtlich vorgeschrieben? Einscannen und dann jedem einzeln schicken?

    Hat das jemand gesagt? Du fragst einfach immer wieder dasselbe, egal, was hier geschrieben wird, das ist seltsam.

  • o0Julia0o noch mal, was sagt deine Schulleitung?


    Ich hab das Gefühl, du interessiert dich nicht für ne Lösung, wiederholst seit zwei Seiten den gleichen Satz und gehst auf keine Rückfrage ein. :sterne:


    samu :top:

  • Die Noten habe ich kommuniziert. Nur die Arbeiten an sich nicht abgeben können, da die Schule geschlossen hat.


    Alles Eintüten, Beschriften, etc. - das ist rechtlich vorgeschrieben? Einscannen und dann jedem einzeln schicken? Das würde ja noch länger dauern. Außerdem dürfte ich momentan gar nicht in der Schule arbeiten. Wer kommt denn für den Kauf des Scanners und der Energie auf? Es kommt ja hier und da Mehraufwand noch dazu. Insgesamt ist das schon eine große Belastung. Das ist dem Einkommen auch gar nicht angemessen. Da muss es doch ein Gesetz geben, was den Eltern das unmöglich macht, so etwas zu verlangen.

    Mit der Schulleitung klären wie du vorgehen sollst, betrifft ja nicht nur dich, sondern auch deine KuK. Wenn die Arbeiten postalisch geschickt werden sollen holst du dir die Umschläge im Sekretariat und gibst sie dort befüllt und beschriftet auch zum Absenden ab (oder setzt dich wie Jule auf den Schulhof, damit die SuS sich einzeln nach Termin die Arbeiten abholen kommen bei dir oder du ignorerts alle Hinweise in diesem Thread und wiederholst die selben Fragen, so dass man sich fragen muss, was du damit eigentlich bezweckst) und machst in der Woche kein ganz so schickes Padlet und Co. mit deinen Hasen, sondern nur das 08/15-Arbeitsblatt aus der Retorte, damit du mit deinen Arbeitsstunden hinkommst. Eltern und SuS dürfen durchaus zurecht verlangen, dass die nicht nur Noten erfahren, sondern auch die zugrundeliegende schriftliche Leistung samt Korrekturen und Erwartungshorizont (in Ermangelung der Besprechungsmöglichkeit im Unterricht) einsehen können, das sollte dir aber auch klar sein. Corona ist schließlich keine Ausrede für Willkür bei der Leistungsmessung, insofern sollte es auch in deinem Interesse sein hier gemeinsam mit deiner Schulleitung eine gute und funktionale Lösung zu finden. Kopieren ehe du die Arbeiten an die SuS sendest scheint mir sinnvoll (insofern wäre dann auch scannen in einem Aufwasch möglich), um bei Hinweisen der SuS zu Korrekturfehlern direkt deine Korrektur einsehen zu können und eben auch die ein oder zwei SuS die meinen, man könnte nachträglich etwas verändern davon von vornherein abzuhalten.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Die Noten habe ich kommuniziert. Nur die Arbeiten an sich nicht abgeben können, da die Schule geschlossen hat.


    Alles Eintüten, Beschriften, etc. - das ist rechtlich vorgeschrieben? Einscannen und dann jedem einzeln schicken? Das würde ja noch länger dauern. Außerdem dürfte ich momentan gar nicht in der Schule arbeiten. Wer kommt denn für den Kauf des Scanners und der Energie auf? Es kommt ja hier und da Mehraufwand noch dazu. Insgesamt ist das schon eine große Belastung. Das ist dem Einkommen auch gar nicht angemessen. Da muss es doch ein Gesetz geben, was den Eltern das unmöglich macht, so etwas zu verlangen.

    Ich muss dich interessehalber noch einmal fragen (obwohl das in diesem Thread schon mehrfach passiert ist): wieso ist deine Schule denn noch immer komplett geschlossen? Es müsste doch m. E. mittlerweile an allen Schulen in Deutschland wieder Präsenzunterricht stattfinden.

  • Diese Woche öffnet sie wieder. Warum erst jetzt, keine Ahnung. Das gibt die SL halt vor, bei den Arbeiten nicht. Aber Druck kommt allgemein auf. Doch der Druck der Eltern ist wesentlich höher. Ist ein Kampf an mehreren Fronten. Und es ist auch interessant, wie man generell bei einem Lockdown(wird ja nicht der letzte sein) umgeht. Außerdem können Klagen ja noch im Nachhinein gemacht werden, selbst wenn die Eltern jetzt ihre Arbeiten bekommen haben werden. Ich habe Sie ihnen nicht zurückgegeben bislang. Aber wenn jetzt Gesetz Xy sagt, dass ich das hätte tun müssen, kommt ja etwas auf mich zu. Kündigung, Versetzung, etc.



    Schulhof ist verboten für mich.


    Ich habe kein Arbeitsblatt aus der Retorte, das ist unmöglich.


    In welchem Gesetz steht, dass sie das verlangen dürfen? Spricht das Gesetz auch davon, dass der Mehraufwand vom Lehrer getragen werden muss?


    Was wäre das für ein Gesetz? Wann soll der Lehrer dann schlafen? Es handelt sich ja nicht nur um einen Schüler, oder eine Klasse. Und der Digitalunterricht ist aufwändiger als der analoge. Und da Lehrer ausfallen, weil sie in die Risikogruppe fallen, etc. musste ich jetzt im Vorfeld viel mehr Unterricht vorbereiten.


    Ich darf nicht in die Schule, also ist mir Kopieren oder Scannen unmöglich.

  • Entschuldige bitte, Julia, deine Aussagen werfen bei mir immer wieder Fragen auf. Du schreibst "Ich darf nicht in die Schule..." und "Schulhof ist verboten für mich". Warum denn? Gehörst du auch zu einer Risikogruppe und darfst deswegen erstmal gar nicht mehr in die Schule?

    Und was meinst du mit der Aussage, du habest kein Arbeitsblatt aus der Retorte? Du wirst doch wohl nicht jedes Schuljahr jedes Arbeitsblatt neu erstellen?! Wenn du alte Arbeitsblätter aus den Vorjahren hast, dann kannst du sie doch relativ unaufwändig für den Digitalunterricht umarbeiten. Das machen doch wohl die meisten KuK momentan so.

    Ich verstehe auch immer noch nicht, warum es für dich sooo aufwändig ist, dir aus dem Sekretariat große Briefumschläge zu holen (oder meinetwegen sie zunächst selbst zu kaufen und dir später gegen Quittungsvorlage in der Schule die Kosten dafür erstatten zu lassen), dann die Namen und Adressen der SuS bzw. Eltern auf die Umschläge zu schreiben, die betreffenden Klassenarbeiten einzutüten und dann alles im Sekretariat zum Versand abzugeben. Das ist ein Zeitaufwand von max. einer Viertelstunde! Und Briefmarken braucht doch wohl niemand draufzukleben, dafür hat das Sekretariat i. d. R. eine Frankiermaschine (unseres zumindest).

  • Und was meinst du mit der Aussage, du habest kein Arbeitsblatt aus der Retorte? Du wirst doch wohl nicht jedes Schuljahr jedes Arbeitsblatt neu erstellen?! Wenn du alte Arbeitsblätter aus den Vorjahren hast, dann kannst du sie doch relativ unaufwändig für den Digitalunterricht umarbeiten. Das machen doch wohl die meisten KuK momentan so.

    Kurz dazu, das ist nämlich auch mein großes Problem.
    Ich bin nun erst im zweiten Jahr nach dem Ref und habe viele Fächer/Klassen im ersten Durchlauf. Ich habe also auch keine fertigen Arbeitsblätter.
    Material schon. Mir fällt es aber schwer, durch mangelnde Erfahrung mit neuem Material, ob das Niveau angemessen ist und alles passt.
    Also grundsätzlich kann ich den Aspekt verstehen. ABER, generell ist es ja so, dass die ersten 5 Berufsjahre noch mit die anstrengendsten sind.


    Zur Schulöffnung und allem, bei dir o0Julia0o steht Sek II, ihr müsstet doch schon lange wieder offen sein.

  • Ich finde es absolut angemessen, dass Eltern die Arbeit ihrer Kinder einsehen wollen. Es gibt bald Zeugnisse.

    Wenn man einkaufen geht, kann man auch Klauseren ausgeben. Man kann sie ja auch mit 2m Abstand ablegen und die Eltern nehmen sie an. Es werden bestimmt nicht so viele kommen.

  • Aber wenn jetzt Gesetz Xy sagt, dass ich das hätte tun müssen, kommt ja etwas auf mich zu. Kündigung, Versetzung, etc.

    [...]


    In welchem Gesetz steht, dass sie das verlangen dürfen? Spricht das Gesetz auch davon, dass der Mehraufwand vom Lehrer getragen werden muss?

    Du willst jetzt nicht ernsthaft erzählen, dass Du das KArbRuEGG [1] nicht kennst?! Mann mann mann... und dann ist das Gejammer groß, wenn die Versetzung oder Kündigung auf dem Tisch liegt. Liest man ja ständig von solchen Fällen.


    [1] Gesetz über die fristgerechte Rückgabe und Einsichtgewährung von Klassenarbeiten

    The penis

    Mightier than the sword.

    - frei nach Edward Bulwer-Lytton

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