• Ich finde auch, es sollten am besten nur noch Lehrerinnen unterrichten. Das hilft den Jungen, die in unserem Bildungssystem sowieso schon benachteiligt sind und werden, bestimmt, wenn sie nicht nur wie aktuell wenige, sondern gar keine männlichen Lehrkräfte mehr haben ...

    CatelynStark schrieb "auch", nicht "nur". BTW: Ich bin z. B. absolut dafür, dass auch Männer GS-, FS-Lehrer und Erzieher werden, damit die Jungs dort ein Vorbild haben.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Plattenspieler: Ich schrieb "auch" nicht "ausschließlich".

    Wo bitte schreibt denn hier jemand, dass Jungs nicht auch benachteiligt werden? Hier geht es halt nur gerade um Mädchen. Dein "Argument" (ist vermutlich eher Provokation) ist für mich Whataboutism. Eröffne doch einen Thread "Benachteiligung von Jungs im deutschen Blidungssystem". Vielleicht entstehen dort ja auch Ideen, wie man zumindenstens im Kleinen der Benachteiligung entgegenwirken kann. Ich diskutiere dort gerne mit.


    Völlig unabhängig davon, finde ich übrigens auch, dass es mehr Erzieher und Grundschulleher (ja, ich meine die männliche Form) geben sollte. Meine Tochter hat ürbigens sehr davon profitiert, dass sie drei Jahre lang in eine Kitagruppe mit einem Erzieher (ja, männlich) war.


    Disclaimer: gleiches gilt natürlich für alle Schulformen, die einen starken weiblichen Überhang im Kollegium haben. Und es sollte mehr Lehrerinnen geben, wo es einen starken männlichen Überhang gibt.


    P.S.Den Beitrag von @FallenAngel habe ich erst gesehen, als ich meinen schon abgeschickt hatte, darum die teilw. Dopplung.

  • Ich finde auch, es sollten am besten nur noch Lehrerinnen unterrichten. Das hilft den Jungen, die in unserem Bildungssystem sowieso schon benachteiligt sind und werden, bestimmt, wenn sie nicht nur wie aktuell wenige, sondern gar keine männlichen Lehrkräfte mehr haben ...

    Wie kommst du darauf, dass es nur wenige männliche Lehrkräfte gibt? Ich hatte dazu m. E. schon mal diese Übersicht verlinkt: https://www.destatis.de/DE/The…eschulen-lehrkraefte.html

    Gerade für den Bereich der beruflichen Schulen ist deine Aussage absolut nicht wahr.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Ich finde auch, es sollten am besten nur noch Lehrerinnen unterrichten. Das hilft den Jungen, die in unserem Bildungssystem sowieso schon benachteiligt sind und werden, bestimmt, wenn sie nicht nur wie aktuell wenige, sondern gar keine männlichen Lehrkräfte mehr haben ...

    Abseits der Provokation lautet Dein Standpunkt zur laufenden Diskussion doch gleich wie? Oder ging es nur um die Provokation?

  • Zitat

    Ich finde es total wichtig, dass MINT auch von Lehrerinnen unterrichtet wrid. Das hilft übrigens nicht nur den Mädchen, sondern auch den Jungs. Die Jungs, die bei einer Frau Mathe und Informatik bis zum Abi hatten, haben hoffentlich deutlich weniger Vorurteile in dem Bereich, als die, die in der Oberstufe in den entsprechenedn Fächern nur von Männern unterrichtet wurden.

    Mir ist wichtiger, dass MINT von primär didaktisch/pädagogisch und sekundär fachlich guten Lehrern unterrichtet wird, das Geschlecht ist mir dabei egal.

    Beim zweiten Satz: Die Aussage impliziert, dass Jungs, die in Mathe und Informatik in der Oberstufe nur von Männern unterrichtet wurden, Vorurteile hätten. Kannst du dies an etwas Konkretem festmachen?

  • Fazit: An L sind viele Jahre Forschung spurlos vorübergegangen.

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

    Aldous Huxley

  • Man sagt den Jungs ja auch nicht umgekehrt, dass sie schlechter in Sprachen sind.

    Doch, das sagt man ihnen eben schon. Das ganze Problem betrifft ja gleichermassen die Jungs und nicht nur die Mädchen. Deswegen helfen eine Sensibilisierung für die Thematik und gute Rollenvorbilder ja beiden Seiten. Ich bin übrigens zweimal im Klassenteam mit einem Kollegen, der als Mann Französisch und Italienisch unterrichtet. Ich kann mich nur wiederholen, mir selber ist das ja alles gar nicht so wichtig aber der Effekt auf die jungen Menschen ist enorm. Wir haben bei uns an der Schule immerhin in den fremdsprachlichen Schwerpunktfächern auch einen deutlichen Trend dahingehend, dass der Anteil an Jungs langsam aber stetig zunimmt. Ich hab ja selber eine Sprachklasse als Klassenlehrperson, da hab ich immerhin 1/3 Jungs drin. Als ich hier angefangen habe zu arbeiten, waren die Italienisch/Spanisch-Klassen meist reine Mädchen-Klassen.

  • Das kann sein, wird aber nicht durch die Aussage bestätigt, sondern eher, dass sich mehr Jungs für Physik interessieren als Mädchen.


    Die Diskussion war doch eigentlich schon weiter. Aktuell geht es um die Ursachen hierfür, nämlich z. B. gesellschaftliche Einflüsse.

    Ich hatte in der 11. Klasse einen Physiklehrer, der mir mehr oder minder direkt ins Gesicht gesagt hat, dass ich keine 1 bekommen könne, weil ja kein Junge eine 1 erreicht hätte und keine weibliche Person die beste im Kurs sein könnte. Es gab immer wieder solche Sprüche, laut ihm hatten Mädchen in Physik/Naturwissenschaften nichts zu suchen.
    Ende vom Lied: Ich habe Mathe und Erdkunde als LK gewählt aus Angst an so einen Lehrer / diesen Lehrer im LK zu gelangen.

    Hatte Physik als viertes Fach und den großartigsten Lehrer, der mich gefordert und gefördert hat. Auch an die Uni zum Forschen hat er mich gebracht.

    Es hat also nicht was mit reinem Interesse zu tun, sondern mit der Förderung und Verstärkung, die man bekommt auf dem Weg.

  • Naja, die Klischees a la "Französisch ist schwul." sind mir auch bekannt. Ich wurde selbst von Männern und Frauen in MINT- und Sprachfächern unterrichtet und mir war dieser Umstand damals sowas von egal. Keine Ahnung, inwiefern meine Erfahrungen da überhaupt repräsentativ sind, aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, ein Fach nicht zu mögen, weil das bei meinem Geschlecht eben so sei.


    Kiggie: Erinnert mich an einen Lehrer, bei dem mir auffiel, dass es in dem einen Fach irgendwie nur möglich war, eine 1 mündlich zu bekommen, wenn man das andere Geschlecht hatte. Motivierte mich ehrlich gesagt eher nur noch mehr, zu zeigen, dass auch ich diese 1 verdiente.

  • Motivierte mich ehrlich gesagt eher nur noch mehr, zu zeigen, dass auch ich diese 1 verdiente.

    Willst du mir nun indirekt damit sagen, ich sei selbst schuld? Tschuldigung mit 15 war ich noch nicht soweit.


    Wollte übrigens trotzdem Physiklaborant machen, gab nur keine Ausbildungsmöglichkeit in der Nähe, Physikstudium habe ich mich dann aber nicht so recht dran getraut. (und dafür E-Technik gemacht ^^)

  • Mir ist wichtiger, dass MINT von primär didaktisch/pädagogisch und sekundär fachlich guten Lehrern unterrichtet wird, das Geschlecht ist mir dabei egal.

    Beim zweiten Satz: Die Aussage impliziert, dass Jungs, die in Mathe und Informatik in der Oberstufe nur von Männern unterrichtet wurden, Vorurteile hätten. Kannst du dies an etwas Konkretem festmachen?

    Dir, als erwachsenem und reflektiertem Menschen mag das Geschlecht herzlich egal sein und es hat vielleicht auf dich keinen Einfluss, ob die Personen, die dir z.B. auf Fortbildungen etwas beibringen Männer oder Frauen (oder eben auch divers) sind.


    Ich glaube aber, dass das bei 6 bis 19-Jährigen schon noch etwas anderes ist. Die sind leichter beeinflußbar, was ja z.B. Kiggie auch schrieb.


    Nirgendwo habe ich geschrieben, dass Jungs generell Vorurteile haben, wenn sie M und IF in der Oberstufe nur bei Lehrern hatten. Aber -und das sagt mir hier auf dem ersten Level erst mal der Menschverstand - Jungs, die Informatik studieren, nachdem ihr IF LK von einer Lehrerin unterrichtet wurde, werden eventuell der Studentin in ihrer Übungsgruppe gegebnüber weniger das Vorturteil haben "Mädchen können das nicht", als Jungs, die von einem Lehrer unterrichtet wurden.


    In anderen Fächegruppen gilt das vermutlich genau umgekehrt.


    Was glaube ich absolut klar ist, ist dass es am besten ist, wenn es in allen Bereichen Vorbilder aller Geschlechter gibt.

  • Ich weiß nicht, ich hatte eine Lehrerin, die ich nicht leiden konnte, die hätte niemals als Vorbild für irgendwas fungieren können. Umgekehrt hatte eins meiner Kinder einen Grundschullehrer und einen Horterzieher- beide keine pädagogischen Genies, der eine total lustlos und der andere konnte sich nicht durchsetzen. Da hätte ich 100x lieber die Kollegin der Parallelklasse in der Gruppe gesehen, weil die einfach eine coole Person ist. Wieder mal anekdotisch, aber das Geschlecht des Vorbildes allein hat m.E. noch keine Vorbildfunktion. Dass der oben zitierte Lehrer mit den frauenfeindlichen Sprüchen viel zerstören kann, glaube ich hingegen sofort. Das können Frauen aber genauso gut, persönlich werden kann ja leider jede*r.

  • Na keine Sorge, ich nerve mich auch regelmässig an KollegINNEN die sich hinstellen und finden, sie können irgendwas nicht, weil sie ja ne Frau sind. Ganz grossartig finde ich ja die die meinen den Mädchen erzählen zu müssen, dass sie sich bei Menstruationsbeschwerden ja nur nicht so anstellen müssten. "Meine" Mädchen reden mit mir und ich weiss, wer da ernsthaft Probleme hat. Da unterschreibe ich auch die Absenzen, das ist mir wurscht, wer da was anderes meint. Und erst kürzlich hab ich nem Kollegen die Augen ausgekratzt der meinte einem "meiner" Jungs bezüglich dessen Männlichkeit blöd kommen zu müssen. Also sexistische Diskriminierung gibt's von beiden Seiten aus in alle Richtungen, das ist schon klar. Aber eigentlich ging's hier glaub ich mal um Sprache ;)

  • ...vielleicht nimmt man als Schülerin die Physiklehrerin auch gar nicht als Physikerin wahr, sondern halt als Lehrerin. Dass auf Youtube und im Fernsehen immer häufiger Wissenschaftlerinnen auftauchen und ihren wohlinformierten Senf dazugeben und dass unser Staatsoberhaupt eine Frau ist, die die Augen verdreht, wenn ihr ein Präsident auf die Nerven geht, das halte ich eher für Signale, die ankommen:zoepfe:

  • Wenn Du mich meinst ... ich bin ja auch Chemikerin. Mit exakt der gleichen Qualifikation wie eine Mai Thi Nguyen-Kim übrigens ;)

  • Ich bezweifle immer noch, dass ein nennenswerter Anteil der Mädchen sich ausschließlich aufgrund gesellschaftlicher Ansichten gegen eine naturwissenschaftlich geprägte Ausbildung entscheidet. Und gleichzeitig muss man sagen, dass es natürlich auch keine Schande ist, wenn sich Frauen für klassische Frauenberufe entscheiden. Emanzipation kann nämlich auch schnell den gegenteiligen Effekt erzeugen, indem nicht Neues ermöglicht, sondern gleichzeitig Altes, wofür man sich aus freien Stücken entscheidet, abgelehnt wird.

  • Wenn Du mich meinst ...

    Warum sollte ich? Oder warst du meine Physiklehrerin vor 25 Jahren? :P Nein, ich meine überhaupt niemanden hier, ich überlege, wie mich Lehrkräfte geprägt haben. Ich hatte Glück mit freundlichen, ungefährliche Lehrern, die m.E. wenig Einfluss hatten.


    Meine depressive Prägung in puncto Frauenbild kommt eher von meiner Mutter, die immer gesagt hat "Mathe können wir in unserer Familie nicht" oder "lass das mal Onkel X machen, das können Frauen nicht."

    • Offizieller Beitrag

    Ich bezweifle immer noch, dass ein nennenswerter Anteil der Mädchen sich ausschließlich aufgrund gesellschaftlicher Ansichten gegen eine naturwissenschaftlich geprägte Ausbildung entscheidet.

    Und immer wieder wundere ich mich, wo du deine Kurse in der Soziologie oder den Bildungswissenschaften belegt hast...

    WIE die Welt funktioniert, scheint komplett an dir vorbeigegangen zu sein..

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