Verwandte auf der Schule

  • Hallo,

    ich denke mal, dass ich mit meinem Anliegen im Off Topic richtig bin.

    Folgende Situation: mein Vater hat neu geheiratet und dementsprechend sind meine Halbgeschwister wesentlich jünger als meine Geschwister und ich. Ergo drücken die Kids noch die Schulbank und einer meiner Halbbrüder wird nach den Sommerferien die Schule wechseln, da es mit ihm auf dem Gymnasium wohl “keinen Sinn” mehr hat. Zuvor war er- wie alle meine Geschwister und ich- auf dem Gymnasium, an dem mein Vater unterrichtet.

    Nun hatte mein Vater die glorreiche Idee, dass es doch super wäre wenn mein kleiner Halbbruder auf die Gesamtschule wechseln würde, an der ich unterrichte... Ich bin von der Idee alles andere als begeistert. Wir haben sehr sehr wenige Physiklehrer und ich befürchte jetzt schon, dass ich ihn im Unterricht bekommen werde... Ich selbst hatte einige Jahre meinen Vater im Unterricht und fand es fürchterlich, da ich aber auch schon die Kinder von guten Freunden im Unterricht hatte (was meiner Meinung nach aber was absolut anderes ist), weiß ich nicht, ob mein Chef wirklich auf meine Einwände hören würde :( Aber auch generell finde ich es sehr schwierig, wenn er auf die selbe Schule gehen würde...


    Hat vielleicht einer von euch schon mal einen Verwandten auf der Schule, wenn nicht sogar im Unterricht gehabt? Wie seid ihr damit umgegangen?


    Sanfte Grüße,

    Drew

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  • Puuh, zum Glück noch nicht. Ich bin da auch kein Freund von. An meiner früheren Schule (ein sehr großes Gymnasium, 7-zügig) gab es mehrere Lehrerkinder an der Schule. Die wurden aber nie von ihren eigenen Eltern unterrichtet, da wurde an dieser Schule sehr drauf geachtet. Wie die Stundenplaner das hinbekommen haben, weiß ich nicht.


    Dass der Junge an Deine Schule wechselt, kannst Du wohl nur auf privatem Wege innerhalb Deiner Familie zu versuchen, zu unterbinden. Ich würde da ggf. sehr deutliche Worte finden.

    Wenn der Junge dann an Deiner Schule IST, musst Du der SL klar machen, dass Du Dich da sehr befangen fühlst und das ablehnst. Wird natürlich schwierig, wenn die SL sagt, es geht nicht anders.


    Also doch besser vorher privat klären. Das solltest Du Deinem Vater klar machen können. Rede auch mal mit der Mutter des Jungen. Es wird sie sicher nicht eben begeistern, wenn sie hört, dass ihr Kind an der Schule vom eigenen Stiefbruder nicht gerade mit offenen Armen empfangen wird. Vielleicht kommt sie als Mutter selbst dahinter, dass eine andere Schulwahl dann besser wäre. Gibt es denn überhaupt realistisch die Möglichkeit einer anderen Schule (Schulform, Fahrwege, etc.)?

  • Du hattest deinen eigenen Vater im Unterricht? Wie funktioniert das denn? Das muss ja total unangenehm für dich gewesen sein.

    Ich würde mich an deiner, sollte dein Halbbruder auf deine Schule kommen, auch mit Händen und Füßen dagegen wehren, ihn zu unterrichten. Ich kann deine Bedenken total nachvollziehen.

  • An meiner früheren Schule (ein sehr großes Gymnasium, 7-zügig) gab es mehrere Lehrerkinder an der Schule. Die wurden aber nie von ihren eigenen Eltern unterrichtet, da wurde an dieser Schule sehr drauf geachtet.

    Ich hatte auch einige, aber es war genauso. Nie im Unterricht. Das sollte man definitiv vermeiden.

    Egal, wie gut das Verhältnis ist, das geht nicht!

  • Wenn man jeden Lehrer für den Unterricht von Kindern von Freunden blockieren würde, würde es etwas schwierig. Aber ein Stiefbruder ist ja nun was anderes. Ich würde beim Schulleiter fragen, wie er das sieht. Du solltest ja auf keinen Fall Klassenlehrer für deinen Stiefbruder sein.


    Ansonsten würde ich das nicht dramatisieren. Es ist ja nur vorübergehend. Ich hatte auch selbst Kinder an meiner Schule, war kein Problem, auch gibt es manchmal Fälle, wo Lehrer Neffen oder Kumpels aus dem Chor unterrichten. Muss man sich halt drauf einstellen und professionell mit umgehen.

  • Wir hatten schon des Öfteren Verwandte (Kinder, Geschwister, Neffen und Nichten und natürlich entferntere Verwandte) von Kolleg*innen bei uns an der Schule. Das bleibt halt bei uns als einzige BBS des Landkreises nicht aus. Bisher haben es aber meines Wissens die Stundenplaner*innen immer geschafft, dass die verwandten Lehrkräfte ihre Familienangehörigen nicht unterrichten brauchten.

  • Lehrer siezt man doch immer, oder? Stelle ich mir schwierig, wenn ein Verwandten in der Klasse sitzt. Der wird ja wohl kaum "Herr Müller" zu einem sagen, oder? Ansonsten kann ich mir vorstellen, dass es bei Fachbereichen mit wenigen Lehrern oder Schulen mit insgesamt wenig Schülern (z.B. manche Förderschulen, Grundschulen mit 1-2 Klassen pro Jahrgang) nicht unbedingt vermeidbar ist, wenn man dem Schüler jetzt keinen unnötig langen Schulweg aufbrummen will.

  • Also doch besser vorher privat klären. Das solltest Du Deinem Vater klar machen können. Rede auch mal mit der Mutter des Jungen

    Reden hat bei beiden eher weniger Sinn. Habe ich schon versucht aber mein Vater sieht mein Problem damit nicht und meine Stiefmutter sagt nie wirklich was gegen die Ideen meines Vaters 😕 da ist Cheffe meine einzige Option, befürchte ich...

    Gibt es denn überhaupt realistisch die Möglichkeit einer anderen Schule (Schulform, Fahrwege, etc.)?

    Es gäbe noch eine andere Gesamtschule etwas weiter weg. Er gehört eigentlich nicht mehr zum Einzugsgebiet aber gibt es da nicht Ausnahmen, wenn so ein Fall vorliegt?

    Du hattest deinen eigenen Vater im Unterricht? Wie funktioniert das denn? Das muss ja total unangenehm für dich gewesen sein.

    Ja, es war total unangenehm. In der Mittelstufe hatte ich ihn in Mathe und in der Einführungsphase in Physik. Bis zur Oberstufe geht das ja sehr unkompliziert

    Du solltest ja auf keinen Fall Klassenlehrer für deinen Stiefbruder sein.

    Also da würde ich mich dann erst recht gegen wehren.

    Bisher haben es aber meines Wissens die Stundenplaner*innen immer geschafft, dass die verwandten Lehrkräfte ihre Familienangehörigen nicht unterrichten brauchten.

    Wird bei euch der Stundenplan über eine Software erstellt oder manuell?

    Lehrer siezt man doch immer, oder? Stelle ich mir schwierig, wenn ein Verwandten in der Klasse sitzt. Der wird ja wohl kaum "Herr Müller" zu einem sagen, oder?

    Ja, ich habe meinen Vater immer in der Schule gesiezt. Meine Schwester hat hingegen ihn ganz normal mit Vater angesprochen. Fand ich aber komisch. Da war mir “Herr Andrew” dann doch lieber... Kann mir bei meinem Halbbruder aber nicht vorstellen, dass er mich siezen würde

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  • Wird bei euch der Stundenplan über eine Software erstellt oder manuell?

    Über eine Software ("Untis"). Ist das ncht egal? Es ist doch nur wichtig, dass die Stundenplaner*innen vor Schuljahresbeginn wissen (und darüber wurden sie wohl jeweils von den "betroffenen" KuK informiert), wenn neue SuS zu uns kommen, die im Verwandtschaftsverhältnis zu einer in dem jeweiligen Bildungsgang eingesetzten Lehrkraft stehen.

  • Ich frage mich gerade, ob dieses Problem auch auf einer Südseeinsel oder zum Beispiel in der Eifel als ein solches angesehen wird.


    Was macht man denn, wenn der lokale Genpool klein oder der eigene Stammbaum ein Kreis ist?

  • Alle meine Kinder waren an meiner Schule, hab gelegentlich - Vertretung - mal den einen oder die andere unterrichtet. Heute sind meine Kinder erwachsen, und noch nie hieß es, dass das falsch gewesen sei.

    Allerdings gab's die familieninterne Vereinbarung, dass ich mich NIE schulisch um sie kümmern würde, ansonsten müssten sie halt wechseln.


    Zwar kam schonmal ne Kollegin auf mich zu und meinte, mir etwas mitteilen zu müssen. Aber da war ich immer klar: "Tu, was du für richtig hältst, aber sprich nicht mit mir drüber." War immer okay.

    Problematischer war es in den ersten Jahren eines meiner Kinder an nem anderen Gym: Da war ich gezwungen, gegen die Beurteilungen zweier Fachkollegen verwaltungsgerichtlich vorzugehen, wobei sogar dem Schulleiter eine "uneidliche Falschaussage im Dienst" gerichtlich attestiert wurde. Ich nahm dann mein Kind zu mir an die Schule. Seitdem war Ruhe im Karton.

  • An unserer (sehr kleinen) Grundschule hatten wir in den letzten Jahren eine Kollegin, deren Sohn auch an der Schule war. Da ließ es sich nicht vermeiden, dass sie ihr Kind einige Stunden pro Woche hatte - fanden aber beide nicht wirklich schön...

  • An unserer (sehr kleinen) Grundschule hatten wir in den letzten Jahren eine Kollegin, deren Sohn auch an der Schule war. Da ließ es sich nicht vermeiden, dass sie ihr Kind einige Stunden pro Woche hatte - fanden aber beide nicht wirklich schön...

    Sagte das Kind dann auch im Unterricht zu der Lehrerin Mama/du?

  • Ja...

    Wobei das "du" jetzt nicht auffällt, weil das (fast) alle Kinder in der Grundschule so machen - bei dir nicht?

    In Klasse 1/2 definitiv. Wenn sie das bei der Klassenlehrerin dürfen, bin ich ja nicht so streng. In Klasse 3/4 achte ich da schon eher auf das Sie.

  • Bei uns wird schon drauf geachtet, dass die Kollegen ihre Kinder nicht unterrichten. Mir ist jedenfalls kein Fall bekannt bei dem das passiert ist. Lediglich eine Kollegin, die aber auch unbedingt alle Klassen in dem Bildungsgang unterrichten will hat mal in einem Nebenfach den Sohn ihres Mannes aus 1. Ehe unterrichtet. Der wohnte aber nicht bei ihnen.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Bei mir an der Schule sind auch viele Kinder von Kollegen. Bis auf einige unrühmliche Ausnahmen klappt das ganz gut. Einige überlassen die Lehrer-Eltern-Gespräche ihren Ehepartnern. Das verhindert eine Vermischung der Rollen.

  • Ich habe schon an einigen Schulen gearbeitet, an denen viele Kollegenkinder waren. Ist aktuell auch so. Keines dieser Kinder hatte den Elternteil im regulären Unterricht. Das lässt sich vermeiden und wird auch vermieden. Erlaubt ist es aber.

    Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.

  • Wir hatten mal einen schrecklich zynischen, sexistischen Lehrer, dessen Kinder waren auch bei uns. Die Armen haben ständig zu hören bekommen, was ihr Vater für ein Arsch ist. Ideal war das nicht, aber sicher eine unschöne Ausnahme. Wegen einer Physikstunde würde ich keinen Aufriss machen.

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