A13 NRW für alle

  • Eben weil man das Studium betrachtet. Und ausserdem ist das eine klare Reaktion auf den Markt. Keine Lehrer -> Bezahlung muss rauf…

    Oder was glaubst du, gibt es nur am Gym keinen Mangel?


    Aber die Diskussion ist eh nun bald vorbei. A13 kommt und es werden Sommerferien, die ich nie vergessen werde. Wir lagen uns gestern an unserer Realschule in den Armen und haben vorsichtig gefeiert!

  • Ehrlich gesagt, sehe ich es kritisch. Eine einheitliche Bezahlung für alle Lehrerinnen und Lehrer, gleich welcher Schulform? Die Grundschulkräfte werden mich hier sicher steinigen, aber so richtig fair ist dies eigentlich nicht, wenn man Arbeitsaufwand, Anforderungen und Studium, etc betrachtet.

    Das Studium ist von der Dauer her - und das war bisher die Messlatte - gleich.

    Der pädagogische Anspruch bzw. die Herausforderungen an der Grundschule mit extrem leistungs- und verhaltensheterogenen Gruppen dürften um ein Vielfaches höher sein als am Gymnasium. Die Fachlichkeit als primäres Kriterium für Besoldung heranzuziehen, entbehrt nicht einer gewissen Arroganz.


    Warum vier Jahre Studium über die nächsten bis zu 40 Dienstjahre hinsichtlich Besoldung und Aufstiegsmöglichkeiten entscheiden sollen, ohne dass man sich hier weiterentwickeln kann, erschließt sich mir nicht. In der Behörde haben Verwaltungsbeamte die Möglichkeit, sich von A8 auf A15 im Laufe einer Dienstzeit hochzuarbeiten (mit Aufstieg vom seinerzeit gehobenen in den höheren Dienst). Nur mal so zum Vergleich - und die haben weder studiert noch eine ach so hochwertige fachliche Ausbildung genossen.

  • Es sagt übrigens alles aus über Lehrer in der SekII, wenn sie diese Entscheidung kritisch sehen. Kein Respekt vor den unsäglichen Zuständen in der SekI und Grundschule, vor dem entsetzlichem Personalmangel… traurig! Manche von ihnen würde ich gern an jener Hauptschule sehen, wo ich Ref gemacht hab.


    Und dann nochmal sich trauen bitte, hier zu schreiben.

  • Es sagt übrigens alles aus über Lehrer in der SekII, wenn sie diese Entscheidung kritisch sehen. Kein Respekt vor den unsäglichen Zuständen in der SekI und Grundschule, vor dem entsetzlichem Personalmangel… traurig! Manche von ihnen würde ich gern an jener Hauptschule sehen, wo ich Ref gemacht hab.


    Und dann nochmal sich trauen bitte, hier zu schreiben.

    Ist dein gutes Recht dies kritisch zu sehen - ich schrieb hier lediglich meine Meinung und die bezog sich auf die Grundschulkräfte. In der Sek I steht das nochmal auf einem anderen Blatt. Davon abgesehen habe ich auch schon in der Sek I unterrichtet und kenne die Herausforderungen.


    Warum ich die gleiche Besoldung von Grundschulkräften und Sek II Kollegen kritisch sehe, erkläre ich auch gerne:


    Das Studium ist schwerer (Sek II), die Arbeitszeiten (Vor-/Nachbereitung, Abi (!!)) sind bei Kollegen die einen (hohen) Anteil in der Oberstufe eingesetzt sind höher und die fachlichen Anforderungen ebenso. Was die Pädagogik angeht- ja hier ist die Arbeit der Grundschulkräfte höher anzusehen, stimme ich zu.


    Ich sehe meine Meinung nicht als den Weisheit's letzten Schluss oder beanspruche, dass ich "Recht habe", dies stellt lediglich meine Sicht der Dinge dar und beruht auf Gesprächen und Erfahrungen mit Kollegen der verschiedenen Schulformen. Finde es jedoch genauso wenig in Ordnung, mich der Arroganz zu bezichtigen. Ich schätze dies einfach anders ein und bin in der Lage dies zu begründen. Ich halte mich auch nicht für etwas besseres. Nicht gegenüber einer Grundschullehrkraft, nicht gegenüber einem Sek I -Kollegen (-in) und ebenso nicht gegenüber anderen Berufsgruppen, wie den Reinigungskräften, die meist sehr wenig verdienen und trotzdem tolles leisten.


    P.S: für fundierte Argumente bin ich immer offen. Vielleicht ändert sich meine Meinung dazu in der Zukunft ja auch. Aber nochmal - warum geht man jemanden an, der eine andere Meinung hat? Das ist leider heutzutage der neue Standard in Deutschland. Wer nicht die eigene Meinung vertritt wird "abgekanzelt". Kann man nicht sachliche Argumente austauschen, ohne gleich persönlich zu werden?

  • Einige Dinge sehe ich anders. Abi ja, wenn man Englisch/Deutsch unterrichtet. Ansonsten gibt es in der SekI teilweise Leute mit 5 Korrekturen je 6 Arbeiten. Und was ist mit dem Sport/Geschichte Lehrer in der Sek2?


    Nach Ostern ist ausserdem weniger los und mit der 2,5 Std. geringeren Unterrichtsverpflichtung sollte auch schon was abgegolten sein.


    Dass das Studium schwerer ist- ist subjektiv. Es ist gleich lang, viele Vorlesungen überschneiden sich. In der Grundschule und Sek 1 hat man einen NC, man MUSS ein didaktisches Grundlagenstudium absolvieren.


    Ausser in den Naturwissenschaften ist ein SekII sicher nicht erwähnenswert anders…


    Vor allem bleibt es beim wichtigsten Punkt - keiner geht in die betroffenen Schulen. Vor 6 Jahren konnte ich bei Einstellung schon zwischen 6 Schulen wählen (in einer Großstadt). Wie soll das mit A12 weitergehen? Angehende Lehrer sind doch nicht blöd, und das Geld die meisten Lehrer nicht so sehr interessiert, ist ein grosses Gerücht.

  • Interessant dürfte auch sein, wie sich das auf die Tarifbeschäftigten auswirkt. Solange man mit Zulagen arbeitet mangelt es an einer Rechtsgrundlage für eine höhere Entlohnung.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Gleich langes Studium = gleiche Bezahlung?


    Ich habe mit den Diplomstudenten zusammen Mathe studiert - das hat nichts mit dem zu tun, was in den Grundschullehrerausbildung stattfindet. Ist sicher aber auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In RLP unterscheidet sich dies jedenfalls grundlegend. Wie gesagt, von Sek I rede ich ja gar nicht unbedingt, sondern vom Vergleich Grundschule zu Sek II. An einer Oberstufenarbeit korrigiert man z.T. 15 - 20 Stunden (ein Kurs!), in den Grundschulen dauert das kaum länger als 1-2 Stunden. Ich habe auch schon von Grundschulkräften selbst gehört, dass sie sowas in einer Pause machen.


    Ich respektiere die Grundschulkräfte genauso wie die der anderen Schulformen, ich sehe hier halt nur einen deutlichen Unterschied was Arbeitsaufwand und Anspruch angeht. Auf das Beispiel von Sport/Geschichte. Ja, das ist sicher weniger Aufwand, mit einem entsprechenden Deputat in der Oberstufe fallen allerdings auch hier entsprechend lange Kursarbeiten und Abiturvorbereitungen an. (Sport in den Lks) Würde mich mal interessieren, wie hoch der Anteil an Teilzeitkräften in der Grundschule im Vergleich zum Gymnasium ist. Im Gymnasium reduzieren Mütter (z.T. Väter) ihr Deputat z.T. deutlich, weil es einfach kaum leistbar ist. In den Grundschulen ist mir dergleichen nicht in diesem Umfang bekannt. Da hat man Nachmittags oft so oder so (weitestgehend) frei. Wie immer beziehe ich mich hier auf Erfahrungen im Freundes - und Bekanntenkreis sowie auf die Daten unserer angegliederten Grundschule.


    Ich denke aber, dass wir hier einfach grundsätzlich anderer Auffassung sind und das ist auch in Ordnung. Ging mir lediglich um einen Gedankenaustausch/Meinungsaustausch. Es ist auch nicht der Fall, dass ich es den Grundschullehrkräften nicht grundsätzlich gönnen würde.


    Du und ich ändern die Besoldung eh nicht, daher ist es für diese Thematik eigentlich irrelevant was wir denken :victory:

  • Stimmt, wir in der Grundschule haben natürlich nichts anderes zu tun als Unterricht zu planen und Arbeiten zu korrigieren. Das ist oft der einzige Vergleich, der von Gym Lehrkräften kommt wenn sie meinen sie würden mehr arbeiten...

  • Was mir immer wieder auffällt, ist, dass Leute aus der Sek 1 den Korrekturaufwand und Planungsaufwand der Oberstufe massiv unterschätzen. Eine Klassenarbeit in der Sek 1 geht um ein vielfaches schneller zu korrigieren. Ich habe lieber verhaltensauffällige SuS mit weniger Korrektur als ständig Abende und Wochenenden ohne jegliche Entlastung zu korrigieren.


    Und die Stundenzahl an Gesamtschulen ist in NRW in der Sek1 25,5 und nicht höher wie an den Realschulen.


    Ich gönne es den Kollegen! Ich erwarte auch kein A14. Ich erwarte aber viel mehr Berücksichtigung der Korrekturlast - zzt. ist das Ganze einfach nur lächerlich. In kaum einem Bundesland ist die Arbeit an den Schulen so ungleich verteilt wie in NRW. Die Landesregierung sollte zugleich ein Arbeitszeitmodell wie in Hamburg einführen.

  • In kaum einem Bundesland ist die Arbeit an den Schulen so ungleich verteilt wie in NRW. Die Landesregierung sollte zugleich ein Arbeitszeitmodell wie in Hamburg einführen.

    Was nicht passieren wird, weil man seit über 20 Jahren weiß, dass das a) Geld kosten würde und b) nicht genug Lehrkräfte mit entsprechenden Fächerkombis auf dem Markt sind.

  • Oder was glaubst du, gibt es nur am Gym keinen Mangel?

    Hier in Hessen gibt es auch einen großen Mangel in der Sek 1 H/R und hier bekommt man dafür schon ewig A13. Ich glaube nicht, dass die Zulage der entscheidende Punkt ist, warum es am Gymnasium (in den meisten Fächern!) keinen Mangel gibt.

  • Der Korrekturaufwand für KLASSENARBEITEN ist bei euch sicher höher, dafür schaue ich ALLES nach, was meine 1/2er arbeiten. Jede Woche liegt ein Stapel mit Wochenplänen auf meinem Pult, den ich nachsehe und wo ich jedem KIND auf einem Bogen individuelle Rückmeldung gebe.

    Ansonsten gebe ich noch ein paar Stichworte für Sachen, die uns an der Grundschule viieel Zeit kosten :

    -Elterngespräche und - kommunikation

    - tägliche Absprachen mit den GanztagsmitarbeiterInnen und Austausch über die Kinder

    - generell wöchentliche Konferenzen und Teamsitzungen

    -Gespräche mit Therapeuten, Jugendamt, Schulpsychologin etc.

    - Förderpläne schreiben

    - Berichtszeugnisse (2 Seiten Fließtext pro Kind, kostet mehrere Wochenenden)

    ... und vieles mehr.


    Die Arbeit ist nicht weniger, einfacher oder weniger anspruchsvoll sondern einfach ANDERS.

  • Back to topic:


    "Wir werden die Eingangsbesoldung für alle Lehrämter auf A13 anheben, die Besoldung auch bei Bestandslehrkräften anpassen und in einer ersten Stufe im Nachtragshaushalt 2022 Mittel bereitstellen."


    Man kann es auch so lesen, dass Bestandslehrkräfte KEIN A13 bekommen, sondern etwas mehr Besoldung. A13 also nur für neu eingestellte Lehrkräfte?

  • Back to topic:


    "Wir werden die Eingangsbesoldung für alle Lehrämter auf A13 anheben, die Besoldung auch bei Bestandslehrkräften anpassen und in einer ersten Stufe im Nachtragshaushalt 2022 Mittel bereitstellen."


    Man kann es auch so lesen, dass Bestandslehrkräfte KEIN A13 bekommen, sondern etwas mehr Besoldung. A13 also nur für neu eingestellte Lehrkräfte?

    danach steht da aber:

    Um dieses Ziel in der Legislaturperiode

    2725 zu erreichen, werden wir alle Lehrämter in einem einheitlichen und verbindlichen

    2726 Stufenplan durch die Gewährung von aufwachsenden und ruhegehaltsfähigen

    2727 Zulagen zur Besoldung nach A13 führen. Die Besoldung der Fachleitungen und

    2728 Schulleitungen werden entsprechend angepasst.“


    Das heisst für mich sowas wie:


    2023 A12+ 100? Euro Zulage

    2024 A12+ 200? Euro Zulage

    2026 A13


    Es heisst ja klar A13 für alle. Die Frage ist eher , ob es höherer oder gehobener Dienst wird.

  • Diese ewigen Vergleiche von Sek II und GS Lehrer:innen gehen mir auf den Keks.


    Lehrer:in ist ein anspruchsvoller Beruf mit einem sehr weiten Tätigkeitsfeld, das je nach Schulform unterschiedliche Schwerpunkte hat.

    Man muss studieren (für jedes Lehramt die gleiche Anzahl an Semestern), man muss ein Referendariat machen. Warum also nicht die gleiche Bezahlung?



    Dieses ständige Argument, dass das Studium für Gymnasiallehrer:innen anspruchsvoller sei nervt auch. Das ist zum Teil vermutlich wahr, aber das sucht man sich doch selber aus.

    Für mich persönlich, die gerne in der Oberstufe unterrichtet und gerne mit fast erwachsenen Schüler:innen arbeitet, ist diese Art von Arbeit viel einfacher, als das unterrichten und "managen" einer ersten Klasse wäre.

    Für Grundschullehrer:innen ist das vermutlich umgekehrt.

    Ich habe nicht die Nerven für eine erste Klasse, die Lehrkraft der ersten Klasse vermutlich keine Lust 17 Jährigen Shakespeare schmackhaft zu machen.Darum ist ja aber nicht das eine insgesamt anspruchsvoller als das andere.

  • Ich glaube, dass die Bezahlung nicht zwangsweise mit dem "Anspruch" (welcher überhaupt? fachlich, psychisch, körperlich) korreliert, das hat man in ganz vielen Berufsfeldern. Da überall Gleichheit herzustellen, dürfte schwierig werden.



    Nebenbei sind H/R- und Grundschulstudium in Hessen tatsächlich kürzer (und generell hat die Dauer einer Ausbildung m.E. nur bedingt Aussagekraft). Durch A13 in NRW wird jetzt natürlich die Versorgung in anderen Bundesländern schlechter werden. Zuvor hat Hessen schon viele hergezogen wegen A13 für Sek 1. Jetzt wird NRW wahrscheinlich massiv GS-Lehrkräfte anderer Bundesländer anziehen.


    Nicht schlecht für ein Bundesland, das Nettoempfänger des Bundesfinanzausgleichs ist. :pfeifen:

    Generell der richtige Schritt. In der aktuellen Situation aber problematisch, finde ich. Naja, wird sich ja scheinbar noch etwas hinziehen - hoffentlich sieht's dann wieder besser aus.


    Was man m.E. beim Zustandekommen von Eingruppierungen beachten muss, ist, welche Konkurrenz in Form der freien Wirtschaft besteht. Die ist bei Sek 2-Lehrkräften natürlich größer als bei Sek 1- und GS-Lehrkräften. Und genau deshalb wird die höhere Bezahlung (wie es ja auch in Hessen im H/R-Bereich zu beobachten ist) nichts großartig an dem Mangel in Sek1 und GS ändern.


    Und da frage ich mich dann z.B., ob das Geld nicht besser darin investiert wäre, die Ausbildungskapazitäten der Unis für GS und Sonderpädagogik auszubauen (was hoffentlich passiert - klar, geht nicht von heute auf morgen). Denn besonders im GS-Bereich besteht das Problem ja nicht darin, dass es nicht genug studieren wollen. Somit macht hier die Anhebung aus Bedarfsgründen schon mal gar keinen Sinn.

  • Es ist schon ein Phänomen, dass sich in einem Lehrerforum regelmäßig ein paar Lehrer dagegen aussprechen, dass andere Lehrer auch A13 bekommen. Und wenn ein Grund widerlegt wurde, wird schnell der nächste gefunden.

    Einigen Sek2 - Lehrer scheint es enorm wichtig zu sein, mehr als andere zu verdienen. Brauchen sie scheinbar für ihr Ego, ansonsten könnte es ihnen ja egal sein :engel:

Werbung