Meckerforum, hier darf alles rein, was doof ist

  • Ich habe morgen Nachmittag ein wahrscheinlich umfangreicheres Beratungsgespräch mit den Eltern eines 22-jährigen Vollzeitschülers.


    Tenor: Sie tun ihrem Sohn keinen Gefallen damit indem sie versuchen alle Steine aus dem Weg zu räumen. Also wenn die Eltern Bewerbungen um Lehrstellen schreiben etc., dann ist das absolut kontraproduktiv. Ihr Sohn muss lernen auf eigenen Beinen zu stehen. Da er für nächstes Jahr so eh keine Lehrstelle findet und nicht mehr schulpflichtig ist, werde ich ihm zu einem freiwilligen sozialen Jahr raten, möglichst soweit entfernt, dass er nicht abends nach Hause kommt und ihm nahelegen ggf. bei der Marine anzuheuern. Bei der Bundeswehr sollte er (zwangsweise) recht schnell selbstständig werden. Außerdem hat er so noch etwas Zeit darüber nachzudenken was er aus seinem Leben überhaupt machen will. Hauptberuf „Sohn“ funktioniert langfristig nicht.

    Darfst Du überhaupt mit den Eltern über ihren Sohn reden? Hat er das erlaubt?

    Und glaubst Du, dass die Eltern das aufgrund eines Gesprächs mit einem Lehrer einsehen, wenn sie 22 Jahre anders gehandelt haben?

  • Naja, innerliche und äußerliche Kündigungen sowie ein steigender Krankenstand sind dann halt die Folge! Sollte den Schulleitungen klar sein.8)

    Interessiert Manche aber so rein gar nicht.


    Wohl dem, der gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann.

    Der Himmel ist nicht mein Limit, ich bin es.

  • Es ist ja auch der mit gewaltigem Abstand schlimmste Teil unserer Profession: Psychisch und physisch komplett zermürbend... nach einem Korrekturmarathon von zwei, drei vollen Arbeitstagen f0hle ich mich nicht lediglich erschöpft, sondern finde moch in tiefster Depression wieder...

    Und: Es wird immer mehr. Nicht, dass ich hier in manchen Jahren ohnehin pro (zusamnenfallendem) Klausur-/Klassenarbeitstermin bei einer dreistelligen Anzahl an Arbeiten lande, diese werden auch immer zeitaufwändiger in der Korrektur, obwohl ich über die Jahre immer effizienter geworden bin.

    Einmal ist dies den immer weiter ausartenden Prüfungsformaten (bei mir insb. in Englisch: ZP10; neues Abitur etc.) geschuldet.

    Andererseits werden die Schüler immer schlechter und es fehlt an basalsten Kenntnissen der Textrezeption und -produktion. Habe ich bspw. in meiner Anfangszeit eine GK-Klausur von ca. zwei Dutzend Schülern noch am Klausurtag problemlos durchkorrigiert bekommen, bremst es mich mittlerweile enorm (ggf. 45 bis 60 Min. pro Einzelfall), dass bis auf die zwei, drei 'Einhörner' pro Jahrgang das Gros der Schüler in quasi j-e-d-e-m einzelnen Satz mehrere(!) sorachliche Fehler macht (vom Schrixtbild gsnz zu schweigen). Die Arbeiten sind von oben bis unten rot... und trotzdem schtestenfalls irgendwie "befriedigend"... da kommt also noch Frustration zur sonstigen Belastung hinzu.

    Meine Konsequenz:

    Keine fakultativen Tests, in der Sek I möglichst miultiple-/single- choice-Aufgaben, Lückentexte etc.

    Und wenn die KI bald so will wie ich, erledigt die die ganze Arbeit.

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

    ... und nicht zuletzt die Hoffnung, diejenigen, die diskursfeindlich, antintellektuell, fakten-, daten- und argumentbefreit, ideologisch etc. rote Heringe u.ä. logische Fehlschlüsse bedienend, Derailment betreibend ihre Unbildung, ihre kognitiv-intellektuelle und charakterliche Überforderung wie eine Monstranz vor sich herschieben, mögen bitte ebenso wenig Lehrer sein, wie diejenigen, die ihnen vom Stammtisch laudieren. Es wäre nicht auszuhalten. :engel:

    Einmal editiert, zuletzt von PaPo (31. März 2026 14:38)

  • Hä, mach doch einfach im Unterricht?!?

    So ein Quatsch. Völlig unrealistisch. Wenn ich fünf Minuten zu spät in die Stunde komme, fünf Minuten früher Schluss mache und in der Mitte der Stunde 10 Minuten Trinkpause mache, bleiben da pro Stunde nur 25 Minuten. Da schaff ich doch keinen Klassensatz!

  • So ein Quatsch. Völlig unrealistisch. Wenn ich fünf Minuten zu spät in die Stunde komme, fünf Minuten früher Schluss mache und in der Mitte der Stunde 10 Minuten Trinkpause mache, bleiben da pro Stunde nur 25 Minuten. Da schaff ich doch keinen Klassensatz!

    Aber in einer Doppelstunde schon, oder?

  • Einfach richtig doof.

    Sturz am 4.1. im Dunkeln in einer Hotelanlage, wirklich schlimme Verletzung, weil ich in einen Betonwassergraben gefallen bin, der ungeschützt und komplett unbeleuchtet neben den Hauptwegen des Hotels läuft. Nüchtern, ohne Handy vor den Augen. Linkes Bein ziemlich im Eimer.

    5 Wochen Ausfall, letzte OP war vorletzte Woche, trotzdem war ich seit Mitte Februar wieder arbeiten.

    Seitdem wirklich immer wieder Probleme, kann meinem Sport (Schwimmen) andauernd nicht nachgehen, weil Fäden im Bein sind etc.

    Der Reiseveranstalter sagt quasi, ich sei einfach zu doof gewesen, der Anwalt macht mir keine Hoffnungen, wegen Hotel (lange Verhandlungszeiten etc, Beweislast komplett bei mir), ich bleibe auf allem sitzen (bin ja neben der Schule noch selbständig), habe die Folgen zu tragen, die Beulen am Bein gehen nicht weg, die Schädigungen der Haut auch nicht...

    Da fällt's irgendwie schwer, nicht in Selbstmitleid zu verfallen.

    Wenigstens sind Ferien.

    Ich wünsche euch allen schönere.

    Blowing out someone else's candle doesn't make yours shine any brighter.

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