Abordnung Strecke

  • Einen festen Abordnungsradius gibt es meines Wissens gar nicht!

    Einen solchen gibt es tatsächlich nicht und dennoch lässt sich ein solcher für die Praxis indirekt aus den Bestimmungen der TEVO i.V.m. BUKG herleiten. Die Länder werden wann immer möglich darauf verzichten, durch die Maßnahme noch weitere Kosten zu verursachen.

  • Frage mich wie das im ländlichen Raum ohne PKW oder gar Führerschein gehen soll. Mit dem ÖPNV oder Fahrrad sind 50km oft Utopie. Wenn der Unterricht um 8 startet, geht nur ein Umzug.

    Das würde mich als Nicht-Autofahrer auch mal interessieren, was denn in so einem Fall passiert. Wird dann echt erwartet, dass man für ein Jahr umzieht?

  • Das würde mich als Nicht-Autofahrer auch mal interessieren, was denn in so einem Fall passiert. Wird dann echt erwartet, dass man für ein Jahr umzieht?

    Grundsätzlich kann es dem Dienstherrn egal sein, wie der Beamte zur Arbeit kommt. Wenn er partout nicht mit ÖPNV oder privaten Fahrzeugen fahren möchte, muss er vermutlich wirklich an den Dienstort umziehen. Gerade für diesen Fall der größeren Distanzen zur neuen Arbeitsstelle gibt es ja Umzugskostenbeihilfen, Trennungsgeld u.ä.

  • ÖPNV oder privaten Fahrzeugen fahren möchte

    Gerade beim ÖPNV ist das keine Frage von möchten. Und dass in diesem Lande auch die öffentliche Verwaltung davon ausgeht, dass „eh jede ein Auto“ habe, wundert auch.

  • Grundsätzlich kann es dem Dienstherrn egal sein, wie der Beamte zur Arbeit kommt. Wenn er partout nicht mit ÖPNV oder privaten Fahrzeugen fahren möchte, muss er vermutlich wirklich an den Dienstort umziehen. Gerade für diesen Fall der größeren Distanzen zur neuen Arbeitsstelle gibt es ja Umzugskostenbeihilfen, Trennungsgeld u.ä.

    Es geht doch nicht um nicht möchten. Ich meinte gerade, dass ich eben nur mit dem ÖPNV unterwegs bin und kein Auto habe und deswegen habe ich mir meine Schule auch danach ausgesucht, wie gut sie mit Bus und Bahn zu erreichen ist. Würde ich plötzlich eine Abordnung an eine Schule auf dem platten Land erhalten, wo es keinen oder nur sehr schlecht ausgebauten öffentlichen Nahverkehr gibt, wäre das für mich ein erhebliches Problem. Ist ja schön und gut, wenn der Dienstherr sagt, es ist mir egal wie der Beamte zur Arbeit kommt, aber der Führerschein und ein Auto sind zumindest bisher keine Vorschrift zur Ausübung des Berufs.

  • Ist ja schön und gut, wenn der Dienstherr sagt, es ist mir egal wie der Beamte zur Arbeit kommt, aber der Führerschein und ein Auto sind zumindest bisher keine Vorschrift zur Ausübung des Berufs.

    Nein, natürlich nicht. Dann muss man eben doch auf ÖPNV, Taxi oder Umzug ausweichen. Die Entscheidung kann der Beamte für sich völlig frei treffen.

  • Frage mich wie das im ländlichen Raum ohne PKW oder gar Führerschein gehen soll. Mit dem ÖPNV oder Fahrrad sind 50km oft Utopie. Wenn der Unterricht um 8 startet, geht nur ein Umzug.

    Hmmmm, irgendwie weiß ich nicht, was ich dazu sagen soll.

    Ich habe mein Studium und mein Ref an der GS in Bayern gemacht und arbeite auch hier.


    Es ist hier selbstverständlich gewesen, dass man eine Stelle zum Ref "zugewiesen" bekommt. Die ist nicht selten über 100 km von Wohnort entfernt. Und dann muss man ja nicht nur diese Schule erreichen (dazu könnte man ggf. umziehen), aber das Seminar (2mal pro Woche) fand jedes Mal an einer anderen GS im Landkreis statt. ÖPNV gibt es da so gut wie nirgends, und auf keinen Fall so, dass ich aus Dorf X (wo meine Schule ist) jedes andere Dorf im LK mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann. Ich wüsste nicht, wie das ohne eigenes Auto möglich sein sollte. (Außer man ist sehr sportlich und fährt alle Strecken mit dem Fahrrad - das können aber schon auch weit über 50km sein.)

    Auch muss jeder von uns immer wieder ein "mobiles Jahr" machen, d. h. Vertretung für erkrankte Lehrkräfte innerhalb vom Schulamtsbezirk. Das ist ohne Auto auch nicht möglich.


    Vielleicht ist es in anderen Gegend wirklich ganz anders als in Bayern. Hier hätte man KEINE CHANCE ohne Auto...

  • Vielleicht ist es in anderen Gegend wirklich ganz anders als in Bayern. Hier hätte man KEINE CHANCE ohne Auto...

    Gefällt mir ist die falsche Reaktion, eher "gefällt mir nicht".


    Ich kenne aus dem Flächenland RLP aber wirklich genauso, auch ein Grund wieso ich zum Referendariat nach NRW gegangen bin.

  • Gefällt mir ist die falsche Reaktion, eher "gefällt mir nicht".


    Ich kenne aus dem Flächenland RLP aber wirklich genauso, auch ein Grund wieso ich zum Referendariat nach NRW gegangen bin.

    RLP ist teils krass. Eigentlich überschaubare Strecken sind manchmal endlos zu fahren.

    • Offizieller Beitrag

    Mein Studienseminar war wirklich unmenschlich auf vielen Ebenen, aber ich konnte Ortswünsche angeben und ohne die Angabe, dass ich ein Auto habe (extra fürs Ref gekauft), hätte ich meinen Wunschort nicht bekommen. 60km, anderthalb Stunden Zug mit Umsteigen, wenn mann 2-3 mal die Woche um 15 Uhr sein muss, schlecht. Diejenigen ohne Auto oder Führerschein waren am Seminarort, oder auf der direkten Verbindung, die eh eine starke Fahrgemeinschaft hatte, weil mehrere Schulen am Standort.
    Darauf wurde schon geachtet (und aus Kostengründen wurde eh gebeten, Fahrgemeinschaften zu bilden)

    Das Ref ist aber etwas Anderes als die Planstelle. Ich bin bewusst an den Schulort gezogen, damit ich sowohl kurze Wege zur Schule habe als auch nicht unter dem sehr diskontinuierlichen Alltag (Konferenzen, AGs, Veranstaltungen im Abendbereich oder Nachmittag, an denen ich doch teilnehmen WILL) leide.

  • Den Fernpendlern wurde von der Schulleitung immer gerne erzählt, dass es am Schulort genügend Wohnraum gibt.

    Wenn aber ein beliebtes Schulmitglied gehen wollte, gab es so Angebote, wie einen freien Tag pro Woche. Finde ich fair, solange kein anderer darunter leidet.

  • Das würde mich als Nicht-Autofahrer auch mal interessieren, was denn in so einem Fall passiert. Wird dann echt erwartet, dass man für ein Jahr umzieht?

    Es wird erwartet, daß Du pünktlich zum Dienst erscheinst und ggf. entsprechend die Führerscheinprüfung an- und dir einen PKW zulegst.

    Wo ist das Problem? Man muß nur bereit sein die ideologischen Scheuklappen: „Ich will aber keinen PKW haben“ ablegen oder mit den dann drastischen Konsequenzen leben.

  • Es wird erwartet, daß Du pünktlich zum Dienst erscheinst und ggf. entsprechend die Führerscheinprüfung an- und dir einen PKW zulegst.

    So sieht’s aus. In einer dergestalt autofixierten Gesellschaft wird Autolosigkeit nicht geduldet.


    Dann darf man sich natürlich nicht wundern, dass es keine Alternativen gibt. Die Autofixierung erhält sich selbst. Über Staus und Energieverbrauch braucht man dann nicht mehr zu diskutieren. Es geht halt nicht anders. Glückwunsch.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

    Einmal editiert, zuletzt von O. Meier ()

  • Das stimmt doch schlicht nicht. Natürlich wird die Entscheidung, kein Auto fahren zu möchten, akzeptiert (und nicht nur geduldet) und es gibt Alternativen. Die sind im Kontext der Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes dann halt mit einem Umzug in die Nähe der Arbeitsstelle verbunden.

  • Das stimmt doch schlicht nicht. Natürlich wird die Entscheidung, kein Auto fahren zu möchten, akzeptiert (und nicht nur geduldet) und es gibt Alternativen. Die sind im Kontext der Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes dann halt mit einem Umzug in die Nähe der Arbeitsstelle verbunden.

    Das macht die Sache aber leider nicht besser, egal ob man eine Familie am eigentlichne Wohnort hat oder nicht.

    Wenn es so viele Abordnungen gibt oder die ständige Gefahr besteht, muss man sich nicht wundern, wenn potentielle Bewerber:innen auf Planstellen in Bundesländer abwandern, in denen

    a) nicht bereits in der Ausschreibung steht, dass man sich für 2 Jahre verpfllichten muss, vor dem Antritt der eigentlichen Stelle an eine Schulform abgeordnet zu werden, an die man nicht möchte/ für die man nicht ausgebildet ist.

    b) man (nach dem aktuellen Stand) nicht unbedingt Gefahr läuft gegen den eigenen Willen über einen kürzeren oder längeren Zeitraum abgeordnet zu werden.


    oder bei entsprechender Qualifikation zwar das Referendariat abzuschließen, danach aber dem Schuldienst den Rücken zu kehren.


    Und wenn man eine längere (oder kürzere) Abordnung gegen den eigenen Willen machen muss, dass diejenige oder derjenige dann nicht sein ganzes Herzblut dort hineinsteckt, sondern nur Dienst nach Vorschrift macht. Den Kindern und Jugendlichen und dem Kollegium ist damit nicht geholfen. Man muss sich dann auch nicht wundern, wenn diejenige oder derjenige an einer ihm schulfremden Schulform BurnOut bekommt. Für mich persönlich wäre eine Grundschule nichts, während andere dort liebend gerne unterrichten.

  • So sieht’s aus. In einer dergestalt autofixierten Gesellschaft wird Autosigkeit nicht geduldet.

    Das hat nichts mit einer autofixierten Gesellschaft zutun. Das ist einfach Dienstpflicht. Von einem Berufssoldaten erwarten wir ja auch, daß er in den Auslandseinsatz geht, wenn er den Marschbefehl bekommt.

  • Bei aller Liebe, die Anschaffung eines PKws gehört nicht zu den Dienstpflichten und das Bestehen eines Führerscheins auch nicht. Zumindest nicht im Lehrerberuf, Plizeidienstfähigkeit wäre etwas anderes.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Das hat nichts mit einer autofixierten Gesellschaft zutun.

    Mag sein, dass du das nicht verstehst. Ist aber nicht schlimm.

    Das ist einfach Dienstpflicht.

    Nein, Autofahren ist keine Dienstpflicht.

    Von einem Berufssoldaten erwarten wir ja auch, daß er in den Auslandseinsatz geht, wenn er den Marschbefehl bekommt.

    Von einer Dachdeckerin erwarten wir, dass sie Dächer deckt. So what?

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

    • Offizieller Beitrag

    Bei aller Liebe, die Anschaffung eines PKws gehört nicht zu den Dienstpflichten und das Bestehen eines Führerscheins auch nicht. Zumindest nicht im Lehrerberuf, Plizeidienstfähigkeit wäre etwas anderes.

    Nein. Aber es ist nicht die Aufgabe des Landes, Dir die Konsequenzen einer Entscheidung, die Du selbst frei getroffen hast, zu ersparen. Gegenwärtig weißt Du, worauf Du Dich einlässt - oder nicht einlassen magst. Mit allen Konsequenzen.

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