In Bochum gibt es im Stadion ein Hüpfverbot:
Was ist daran kurios? Auf/über Brücken wird ohne Tritt maschiert und nicht im Gleichschritt. Ein lange bekannter Effekt.
In Bochum gibt es im Stadion ein Hüpfverbot:
Was ist daran kurios? Auf/über Brücken wird ohne Tritt maschiert und nicht im Gleichschritt. Ein lange bekannter Effekt.
Ist aber ein Gerücht, dass das zu irgendeinem problematischen Effekt führen kann.
Kurios ist daran, dass dem unerfahrenen Stadionbesucher schwindelig werden könnte und man sich dafür eine Regelung überlegt hat.
Ist aber ein Gerücht, dass das zu irgendeinem problematischen Effekt führen kann.
Falsch. Falls die Truppe beim Marschieren die Eigenresonanz der Brücke trifft, kommt es zur "Resonanzkatastrophe". Diese ist in der Vergangenheit bereits mehrfach eingetreten.
ZitatDass dieses Phänomen keineswegs nur Theorie ist, zeigen reale Vorfälle aus der Geschichte:
- Brücke von Broughton (England, 1831): 74 Soldaten marschierten im Gleichschritt über eine Kettenbrücke. Die Brücke geriet in Resonanzschwingungen und stürzte ein.
- Brücke von Angers (Frankreich, 1850): Ein Bataillon mit 478 Soldaten marschierte im Gleichschritt über eine Hängebrücke bei starkem Wind. Durch den Gleichschritt und die Windeinwirkung brach die Konstruktion; 226 Menschen kamen ums Leben.
Um ein solches Risiko auszuschließen, gilt bei nahezu allen Streitkräften weltweit (auch bei der Bundeswehr) die feste Dienstvorschrift: Vor dem Betreten einer Brücke wird der Gleichschritt aufgehoben ("Ohne Tritt!").
(Antwort KI)
Für den Effekt der Eigenresonanz gibt es ein berühmtes Filmdokument: Die Tacoma-Narrows-Brücke (US-Bundesstaat Washington) geriet am 7. November 1940 wegen der durch den Wind ausgelösten Resonanz in Schwingung und stürzte ein.
in Deutschland ist es nach § 27 Abs. 6 StVO verboten, im Gleichschritt über eine Brücke zu marschieren. Dies gilt - für alle Personen. Auch für Schulklassen.
Auch in Konstanz gilt deshalb seit kurzem ein Musikverbot auf Brücken.
Ist aber ein Gerücht, dass das zu irgendeinem problematischen Effekt führen kann.
Das ist ein Irrtum. Jeder, der TM 1 oder 2 im Studium belegen durfte/musste weiß das. Die Belastung, die Soldaten im Gleichschritt verursachen, ist ungleich höher als im Marsch ohne Tritt. Menschen, die im Takt auf einer Tribüne hüpfen, können diese zum Einsturz bringen.
Wie Quittengelee schon ausgeführt hat, geht es nicht um die Belastung des Tragwerks, sondern um die Gefühle, der „unerfahrenen“ Stadionbesucher. Vielleicht sollte man denen einfach sagen, dass sie sich einen Sitzplatz in einer anderen Kurve besorgen sollten.
Wie Quittengelee schon ausgeführt hat, geht es nicht um die Belastung des Tragwerks, sondern um die Gefühle, der „unerfahrenen“ Stadionbesucher. Vielleicht sollte man denen einfach sagen, dass sie sich einen Sitzplatz in einer anderen Kurve besorgen sollten.
Ganz genau. Der Mythos der Resonanzkatastrophe mag historisch noch plausibel gewesen sein und die angeführten Beispiele sind ja nicht ganz ohne Grund bereits viele Jahrzehnte bis knapp 200 Jahre alt. Modernere Konstruktionen sind entweder so ausgeführt, dass die Eigenfrequenzen in anderen Bereichen liegen oder haben schlicht entsprechende Schwingungsdämpfer mit verbaut.
PS: Dass Konstruktionen beim rythmischen Begehen vieler Personen gleichzeitig stärker belastet sind als ohne, ist unbestritten und steht mit dem o.g. nicht im Widerspruch. Nur wird das inzwischen als mögliches Verhalten (z.B. bei Tribünenkonstruktionen) explizit mit berücksichtigt.
Ganz genau. Der Mythos der Resonanzkatastrophe mag historisch noch plausibel gewesen sein und die angeführten Beispiele sind ja nicht ganz ohne Grund bereits viele Jahrzehnte bis knapp 200 Jahre alt. Modernere Konstruktionen sind entweder so ausgeführt, dass die Eigenfrequenzen in anderen Bereichen liegen oder haben schlicht entsprechende Schwingungsdämpfer mit verbaut.
PS: Dass Konstruktionen beim rythmischen Begehen vieler Personen gleichzeitig stärker belastet sind als ohne, ist unbestritten und steht mit dem o.g. nicht im Widerspruch. Nur wird das inzwischen als mögliches Verhalten (z.B. bei Tribünenkonstruktionen) explizit mit berücksichtigt.
Manche Brücken sind allerdings älter, manche stark belastet, die Bewegungen und Geräusche in Konstanz waren trotz lauter Musik für jeden bemerkbar.
Direkte Gefahr bestand beim letzten Mal vermutlich nicht, ausschließen wollten die Fachleute für die Zukunft nicht, dass die alte Brücke beim nächsten Mal keine schweren Schäden erleidet. Beide Brücken wurden für ursprünglich viel weniger Belastung gebaut und sind für Konstanz extrem wichtig.
Auch wenn unserer Infrastruktur in vielen Teilen marode ist, gibt es in Deutschland keine Verkehrsbrücken, die durch marschierende Menschen in Resonanz angeregt und zum Einsturz gebracht werden können. Das Grundproblem ist seit vielen Jahrzehnten bekannt und wird baulich berücksichtigt, zB durch Schwingungsdämpfer. Tacoma-Narrows behandle ich seit Jahren im Unterricht, sie ist ein Beispiel dafür, dass das durch Marschieren eben nicht möglich ist, wer die Bilder mal gesehen hat, weiß, dass die Schwingungen vor dem Kollaps weit jenseits dessen war, wo sich noch Menschen auf der Brücke halten, geschweige denn marschieren, konnten. Ich weiß, dass die Regel bei der Bundeswehr immer noch gilt, ich halte sie für Folklore. Belastet werden Brücken in Deutschland durch LKW-Verkehr.
Werbung