Kuriose Nachrichten

  • In Bochum gibt es im Stadion ein Hüpfverbot:

    https://www.vfl-bochum.de/aktuelles/2026…urve-ab-sofort/

    Was ist daran kurios? Auf/über Brücken wird ohne Tritt maschiert und nicht im Gleichschritt. Ein lange bekannter Effekt.

    Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :P

    8) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:

    Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.

  • Ist aber ein Gerücht, dass das zu irgendeinem problematischen Effekt führen kann.

    Falsch. Falls die Truppe beim Marschieren die Eigenresonanz der Brücke trifft, kommt es zur "Resonanzkatastrophe". Diese ist in der Vergangenheit bereits mehrfach eingetreten.

    Zitat

    Dass dieses Phänomen keineswegs nur Theorie ist, zeigen reale Vorfälle aus der Geschichte:

    1. Brücke von Broughton (England, 1831): 74 Soldaten marschierten im Gleichschritt über eine Kettenbrücke. Die Brücke geriet in Resonanzschwingungen und stürzte ein.
    2. Brücke von Angers (Frankreich, 1850): Ein Bataillon mit 478 Soldaten marschierte im Gleichschritt über eine Hängebrücke bei starkem Wind. Durch den Gleichschritt und die Windeinwirkung brach die Konstruktion; 226 Menschen kamen ums Leben.

    Um ein solches Risiko auszuschließen, gilt bei nahezu allen Streitkräften weltweit (auch bei der Bundeswehr) die feste Dienstvorschrift: Vor dem Betreten einer Brücke wird der Gleichschritt aufgehoben ("Ohne Tritt!").

    (Antwort KI)

    Für den Effekt der Eigenresonanz gibt es ein berühmtes Filmdokument: Die Tacoma-Narrows-Brücke (US-Bundesstaat Washington) geriet am 7. November 1940 wegen der durch den Wind ausgelösten Resonanz in Schwingung und stürzte ein.

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    in Deutschland ist es nach § 27 Abs. 6 StVO verboten, im Gleichschritt über eine Brücke zu marschieren. Dies gilt - für alle Personen. Auch für Schulklassen.

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Ist aber ein Gerücht, dass das zu irgendeinem problematischen Effekt führen kann.

    Das ist ein Irrtum. Jeder, der TM 1 oder 2 im Studium belegen durfte/musste weiß das. Die Belastung, die Soldaten im Gleichschritt verursachen, ist ungleich höher als im Marsch ohne Tritt. Menschen, die im Takt auf einer Tribüne hüpfen, können diese zum Einsturz bringen.

  • Wie Quittengelee schon ausgeführt hat, geht es nicht um die Belastung des Tragwerks, sondern um die Gefühle, der „unerfahrenen“ Stadionbesucher. Vielleicht sollte man denen einfach sagen, dass sie sich einen Sitzplatz in einer anderen Kurve besorgen sollten.

  • Wie Quittengelee schon ausgeführt hat, geht es nicht um die Belastung des Tragwerks, sondern um die Gefühle, der „unerfahrenen“ Stadionbesucher. Vielleicht sollte man denen einfach sagen, dass sie sich einen Sitzplatz in einer anderen Kurve besorgen sollten.

    Ganz genau. Der Mythos der Resonanzkatastrophe mag historisch noch plausibel gewesen sein und die angeführten Beispiele sind ja nicht ganz ohne Grund bereits viele Jahrzehnte bis knapp 200 Jahre alt. Modernere Konstruktionen sind entweder so ausgeführt, dass die Eigenfrequenzen in anderen Bereichen liegen oder haben schlicht entsprechende Schwingungsdämpfer mit verbaut.


    PS: Dass Konstruktionen beim rythmischen Begehen vieler Personen gleichzeitig stärker belastet sind als ohne, ist unbestritten und steht mit dem o.g. nicht im Widerspruch. Nur wird das inzwischen als mögliches Verhalten (z.B. bei Tribünenkonstruktionen) explizit mit berücksichtigt.

  • Ganz genau. Der Mythos der Resonanzkatastrophe mag historisch noch plausibel gewesen sein und die angeführten Beispiele sind ja nicht ganz ohne Grund bereits viele Jahrzehnte bis knapp 200 Jahre alt. Modernere Konstruktionen sind entweder so ausgeführt, dass die Eigenfrequenzen in anderen Bereichen liegen oder haben schlicht entsprechende Schwingungsdämpfer mit verbaut.


    PS: Dass Konstruktionen beim rythmischen Begehen vieler Personen gleichzeitig stärker belastet sind als ohne, ist unbestritten und steht mit dem o.g. nicht im Widerspruch. Nur wird das inzwischen als mögliches Verhalten (z.B. bei Tribünenkonstruktionen) explizit mit berücksichtigt.

    Manche Brücken sind allerdings älter, manche stark belastet, die Bewegungen und Geräusche in Konstanz waren trotz lauter Musik für jeden bemerkbar.

    Direkte Gefahr bestand beim letzten Mal vermutlich nicht, ausschließen wollten die Fachleute für die Zukunft nicht, dass die alte Brücke beim nächsten Mal keine schweren Schäden erleidet. Beide Brücken wurden für ursprünglich viel weniger Belastung gebaut und sind für Konstanz extrem wichtig.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Auch wenn unserer Infrastruktur in vielen Teilen marode ist, gibt es in Deutschland keine Verkehrsbrücken, die durch marschierende Menschen in Resonanz angeregt und zum Einsturz gebracht werden können. Das Grundproblem ist seit vielen Jahrzehnten bekannt und wird baulich berücksichtigt, zB durch Schwingungsdämpfer. Tacoma-Narrows behandle ich seit Jahren im Unterricht, sie ist ein Beispiel dafür, dass das durch Marschieren eben nicht möglich ist, wer die Bilder mal gesehen hat, weiß, dass die Schwingungen vor dem Kollaps weit jenseits dessen war, wo sich noch Menschen auf der Brücke halten, geschweige denn marschieren, konnten. Ich weiß, dass die Regel bei der Bundeswehr immer noch gilt, ich halte sie für Folklore. Belastet werden Brücken in Deutschland durch LKW-Verkehr.

  • In Bochum gibt es im Stadion ein Hüpfverbot:

    https://www.vfl-bochum.de/aktuelles/2026…urve-ab-sofort/

    Das Problem ist doch, dass es die Tribüne nicht verträgt, wenn alle im gleichen Rythmus hüpfen. Wer gedient hat, der weiß, dass im Reibert schon steht, dass man nicht im Gleichschritt über Brücken marschieren darf, eben weil diese absolut gleichmäßige Belastung des exakt gleichen Auftretens eine Brücke überlasten können. Von daher wundert mich, dass die Tribüne sowas bisher überhaupt mitgemacht hat.

  • Das Problem ist doch, dass es die Tribüne nicht verträgt, wenn alle im gleichen Rythmus hüpfen. Wer gedient hat, der weiß, dass im Reibert schon steht, dass man nicht im Gleichschritt über Brücken marschieren darf, eben weil diese absolut gleichmäßige Belastung des exakt gleichen Auftretens eine Brücke überlasten können. Von daher wundert mich, dass die Tribüne sowas bisher überhaupt mitgemacht hat.

    Im Artikel stand explizit, dass es keine statischen Bedenken sondern nur Probleme mit dem „Unwohlsein-Effekt“ gibt. Schöne Formulierung: "dass bei – vor allem „ungeübten“ – Stadionbesuchern und -besucherinnen Unwohlsein hervorgerufen werden könnte."

    Sonst wär's ja keine kuriose Nachricht. Ich bin selbst ja schon seit >30 Jahren heim und auswärts unterwegs und schon auf vielen Stahlrohrtribünen gehüpft. Dass die schwingen, habe ich zur Genüge erlebt.

    [Statikbedenken habe ich von offizieller Seite nie mitbekommen. Wenn man sauber rechnet und die Resonanzfrequenz in anderen Bereichen liegt, ist das kein Problem.]

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

  • Eine bedenklich schwingende Brücke gab es ja vor ein paar Wochen in Mannheim. Hüpfende Fußballfans hatten wohl Spaß daran.

    Zitat

    In Videos im Internet ist zu sehen, wie zahlreiche FCK-Fans gleichzeitig auf und abspringen und die Brücke mitsamt Laternen und Oberleitungen schwankt und wackelt. Das Polizeipräsidium Mannheim und die Stadt bestätigen den Vorfall. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich auch zahlreiche Polizisten und Polizeipferde auf der Brücke.

  • [Statikbedenken habe ich von offizieller Seite nie mitbekommen. Wenn man sauber rechnet und die Resonanzfrequenz in anderen Bereichen liegt, ist das kein Problem.]

    Die Statik hat ein Problem:
    --> https://idw-online.de/de/news237933

    Zitat

    "Unsere Simulationen zeigen, dass die dynamischen Lasten der hüpfenden Zuschauer um das Dreieinhalb- bis Viereinhalbfache höher sind als die statischen Lasten", sagt PD Dr. Michael Kasperski, Leiter des Forschungsteams. "Die Reaktionen des Tragwerks darauf können dann je nach Masse, Steifigkeit und Dämpfung der Konstruktion um das 20- bis 80-fache größer sein als die statischen Wirkungen."

    oder hier: https://www.sueddeutsche.de/politik/fussba…rheit-1.5443423

    Und ja, auf das Thema "Im Gleichschritt über eine Brücke" bzw. dem Fakt, dass man das nicht macht, weil sonst die Brücke einstürzt, wurden wir sogar schon in der Grundschule auf einem Wandertag hingewiesen, als wir als Klasse aus Spaß das mal versucht haben, um die Brücke zum Schwingen zu bringen. Daher zähle ich sowas zu Allgemeinwissen, auch wenn man soviel Verstand in der heutigen Vollkasko-Gesellschaft wohl nicht mehr erwarten kann.

  • Richtig. Da aber bekannt ist, dass sich Stadion-Besucher auch rhythmisch bewegen, ist das bei der Planung entsprechend berücksichtigt worden und das Bauwerk wurde entsprechend dimensioniert.

    Bei Behelfsbrücken in Krisensituationen (Bundeswehr) oder einfachen Holzkonstruktionen auf Wanderwegen kann es natürlich anders sein.

    Auch bei der Brücke in Mannheim geht es nicht um rhythmische Bewegungen, sondern um die erhöhte Dauerbelastung durch den Verkehr.

Werbung