Familienfreundlichkeit im Lehrberuf

  • Danke, denn genau das denke ich mir auch oft! Alle, die bei uns in der Führungsebene sind, sind entweder männlich (und ja: die holde Gattin ist zu Hause oder arbeitet in MiniTZ-Jobs) oder Frauen, die keine Kinder haben. Ausnahmslos

    bei uns ist das Verhältnis ziemlich ausgeglichen, zwischen Männern und Frauen, allerdings haben nur ein Bruchteil der Führungskräften Kinder und "diejenigen, welche" sind alles Männer. Ähnliches Bild bei meiner Frau an der Schule: zwar ist das Verhältnis m/w ausgeglichen, aber Kinder haben nur wenige männlichen Führungskräfte, und es ist aus unterschiedlichen Gründen eher unwahrscheinlich, dass da noch welche dazukommen. die einzige Frau mit Kind wurde noch in ihrer Elternzeit gegen ihren Willen und unter Aufbringung der schmutzigst vorstellbaren Tricks von Schulleitung und Dezernentin (beide explizite Fans von Förderung von Frauen ohne Familie), aus ihrer verantwortungsvollen Position auf eine weniger verantwortungsvolle Koordinationsstelle versetzt.

  • wenn man mehr bucht und das nicht beansprucht, verliert man den Ganztagsplatz

    So kenne ich das hier auch. Die Schule wollte gern, dass wir quasi die volle Buchungszeit wählen (was dann auch entsprechend viel kostet), damit sie beim Stundenplan bis 1.-11. Stunde alles ausnutzen können - in Teilzeit. "Luftbuchungen" waren aber von den städtischen Kitas aus verboten und das wurde auch kontrolliert. Und natürlich habe ich nicht Teilzeit gearbeitet, um mein Kind 8 oder 9 Stunden in der Kita zu lassen. In meinem Fall konnte ich das zum Glück klären und irgendwie hat dann immer alles gepasst (wenn auch knapp manchmal), aber dass der Beruf per se besonders familienfreundlich ist, kann ich meiner Erfahrung nach auch nicht behaupten. In den Ferien sicher, das ist der große Pluspunkt, aber während der Schulwochen mit allen zusätzlichen Veranstaltungen vor allem in Teilzeit eher nicht.

  • Und dennoch ist bei uns in den Kitas, die ich kenne, die Praxis eine andere: man muss einen 35 Stunden Vertrag abschließen (25 gibts nur auf dem Papier), man kann aber die Kinder bereits um 14.00 abholen, also ist’s dann von 9.00 bis 14.00 tatsächlich de facto nur 25 Stunden.

    Da hast du Glück, in meiner Stadt wird das nicht so gehandhabt.

  • Das Teilzeitproblem ist eben, dass die nicht teilbaren Aufgaben nicht entlastet werden. In TZ wird mehr gearbeitet, als der TZ-Anteil vorsieht. Da macht sich "das System" einen schlanken Fuß, was eigentlich nur mit einer AZ-Erfassung gelöst werden könnte. (Für mich als VZ unnötig, weil es über's Jahr passt.)

    Was ich als familienfreundlich empfunden habe: Durch den flexiblen Teil der AZ konnte ich immer sehr viele Nachmittagstermine der Kinder wahrnehmen. Und die Ferienzeiten mit den Kindern sind extrem wichtig.

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

  • Man kann es in BW in einem Teilzeitkonzept regeln.

    Ich persönliche sehe durch solche Festlegungen an Schulen, wo es auch ohne bisher ganz gut klappt, aber auch Nachteile. So wünscht der eine Kollege bei 50% Teilzeit vielleicht 2,5 freie Tage, weil seine Kinder zwei Oma-Opa-Nachmittage haben während der andere lieber an 5 Tagen dafür nur bis 12 Uhr arbeiten möchte, weil der Kindergartenplatz nur bis 14 Uhr geht. Ohne Konzept ist beides möglich, mit Konzept wird es vermutlich nur eine Regelung geben.

    Nö. Die Konzepte sind so vage und sagen rein gar nichts über die Verteilung der Stunden und den eigentlichen Stundenplan aus.

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