Familienfreundlichkeit im Lehrberuf

  • Wenn sich jemand in einer Diskussion über das Grundgesetz lustig macht, ist eigentlich alles gesagt. Danke, mehr ist eigentlich nicht nötig, um deine Aussagen einzuordnen.

    Ich mache mich nicht über das Grundgesetz lustig. Das Grundgesetz liefert die Werte und Normen auf denen unser Rechtssystem basiert. Es ist wichtig.

    Allerdings kannst Du schlecht aus den allgemeinen und abstrakten Formulierungen des Grundgesetzes Forderungen ableiten. Und dann darauf verweisen, dass Erlasse und Verordnungen nicht in Ordnung sind, weil sie diese nicht berücksichtigen. Das ist ein Rechtsverständnis, dass nie so klappen kann. Grundsätzlich gehe ich als Lehrkraft erstmal davon, dass Erlasse und Verordnungen den Gesetzen und der Verfassung entsprechen. Das sicherzustellen ist nämlich die Aufgabe der Juristen, die diese formuliert haben. Denn du bist sicherlich kein Volljurist. Und wenn ich rechtliche Bedenken habe, gibt es den Dienstweg. Bei uns gibt es z.B. auch die Möglichkeit sich direkt an die Rechtsabteilung der Schulbehörde zu wenden, wenn Gesetzesvorgaben unklar sind. Die beraten dann die Schulen.

    Es durchaus denkbar, dass ein Erlass gegen ein Gesetz oder ein Grundrecht verstößt. Dann wird irgendwann jemand klagen und ein Gericht wird das beurteilen. Aber diese Vorstellung, dass ich aus den Grundrechten konkrete Rechte ableite, ist einfach abstrus.

  • Tom123 Warum machst Du Dich lustig? Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine wichtige Errungenschaft unserer Gesellschaft. Da gehts doch nicht ums gemütliche Frühstücken, aber vielleicht um die Rücksichtnahme, dass man eben nicht täglich zur ersten Stunde hat, weil die KiTa da noch gar nicht auf hat.

    Das unterstütze auch. Die Frage war, wie das umgesetzt wird. Dazu gibt es Erlasse, Verordnungen, ggf. Gesetze und hoffentlich ein gutes Teilzeitkonzept. Das muss die Basis unserer Arbeit sein.

    Ich kann doch dann nicht sagen aber im Grundgesetz steht etwas von Schutz der Ehe und Familie daher muss ich nun einen zweiten freien Tag haben.

    Die Erlasse, Verordnungen etc. beschreiben mir als Lehrkraft wie der Dienstherr sich die Umsetzung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorstellt. Das ist erstmal der Deal. Wenn ich das nicht richtig finde, kann ich daher klagen.
    Aber WillG schreibt ja schon direkt, dass die Erlasse das nicht so berücksichtigen. Aber deswegen habe ich da keine Rechte. Das ist seine persönliche Auslegung. Dann muss er klagen. Aus Artikel 6 ergibt sich sicherlich nicht, dass die restliche Arbeitszeit familienfreundlich gestaltet werden muss. Das hat WillG geschrieben, aber dieses muss ergibt sich überhaupt nicht.
    Wie sollte das auch in der Praxis gehen? Alle Familien und Ehepaare haben das Recht das ihre Arbeitszeiten familienfreundlich sind? Wie klappt so was im Krankenhaus bei Ärzten? Oder bei Feuerwehrleuten oder Polizisten? Genau um diese Grenzen festzulegen gibt es Gesetze, Erlasse und Verfügungen. Ich kann nicht aus einer abstrakten Forderungen des Grundgesetzes einen konkreten Anspruch ableiten.

  • Grundrechte beschränken sich im Alltag oft auch gegenseitig, woraus sich die Frage ableitet, welches Grundrecht in konkreten Situationen schwerer wiegt.

    Danke, genau das meine ich.

    Der Schutz von Familie und Ehe kontra Recht auf Bildung kontra Treueverhältnis der Beamten kontra Fürsorgepflicht kontra Rechte von (Schwer)behinderten Lehrkräften kontra ...

    Und um genau das auszugestalten, gibt es Gesetze, Erlasse, Verfügungen etc.


  • Wie sollte das auch in der Praxis gehen? Alle Familien und Ehepaare haben das Recht das ihre Arbeitszeiten familienfreundlich sind? Wie klappt so was im Krankenhaus bei Ärzten? Oder bei Feuerwehrleuten oder Polizisten?

    In vielen Berufen gibt es gleitende Arbeitszeit. Da kann man auch mal eine halbe Stunde später anfangen, wenn die Kita noch zu hat. Ich bin froh, dass heutzutage in der Schule versucht wird, jungen Eltern zu helfen, so dass sie z.B. erst zur 2. Stunde Unterricht haben.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • In vielen Berufen gibt es gleitende Arbeitszeit. Da kann man auch mal eine halbe Stunde später anfangen, wenn die Kita noch zu hat. Ich bin froh, dass heutzutage in der Schule versucht wird, jungen Eltern zu helfen, so dass sie z.B. erst zur 2. Stunde Unterricht haben.

    Genau. Und das ist auch gut so. Das entscheidende Wort ist "versucht". WillG schrieb, dass die verbleibende Arbeitszeit so gestalten werden muss, dass sie familienfreundlich ist. Und das muss geht nicht und es leitet sich auch nicht aus dem GG ab. Die Erlasse geben vor, was beachtet werden muss. Bei uns z.B. gibt es einen Rechtsanspruch auf einen freien Tag ab einer bestimmten Reduzierung. Wenn die Lehrkraft das möchte, bekommt sie diesen. Egal ob das schulisch passt oder nicht. Aber alles andere versuchen wir aber oft sind es Kompromisse.

    Die eine Lehrkraft hat kleine Kinder, die andere eine Schwerbehinderung und der Schulträger gibt mir bestimmte Zeiten vor, wo der Schwimmunterricht stattfinden muss. Und wenn wir halt Mittwochs um 9:00 Uhr die Bahnen im Hallenbad haben, kann die einzige Schwimmlehrkraft an dem Tag nicht später kommen.

    Da muss man gucken und Kompromisse eingehen. Dieser Absolutismus "Ich habe einen Anspruch." klappt weder in der Praxis noch leitet er sich aus dem GG ab.

  • Zerstückelte Pläne, fixe Termine, die teils weit auseinander liegen (Unterricht, Konferenzen...), kaum Möglichkeiten, da spontan was zu schieben, in der Regel Einsatz über das TZ-Maß hinaus... Das sind dann eben Aspekte, die die Arbeit im Lehramt familienunfreundlicher machen. In einem Bürojob mit größeren Homeoffice-Anteilen und mit flexibler Arbeitszeit sind da in den Schulwochen oft mehr Möglichkeiten da, flexibel zu reagieren.

    Auf der anderen Seite sind besonders in den Ferien die Probleme bei der Betreuung der Kinder nicht da. Und mit meinem VZ-Job als Lehrer hatte ich - als die Kinder kleiner waren - doch ziemlich viele Möglichkeiten, sehr vieles mitzumachen am Nachmittag, was in meinem vorherigen Industriejob so nicht möglich gewesen wäre. Damals hatte ich zwar flexible AZ, Minderstunden mussten aber an anderer Stelle rausgearbeitet werden, wodurch andere Tage länger wurden. Als Lehrer kann ich das halt in den Abend schieben und muss es da rausarbeiten.

    Zu dem Aspekt, der manchmal genannt wird, dass in der Wirtschaft auch Überzeit im Vertrag festgeschrieben ist: In meinem damaligen IGM-Tarifvertrag war das für mich als normaler Ingenieur (39h-Woche) nicht der Fall. Da wurde jede Minute aufs Zeitkonto gebucht. Was anderes wäre es gewesen, wenn ich AT gegangen wäre. Das hätte dann aber auch das normale Ingenieursgehalt nach oben deutlich verlassen. Das Argument, dass in der Wirtschaft auch unbezahlte Überstunden mit drin sind und man das auch als LK tun müsste, zieht da nicht, da man da finanziell mit AT vergleicht!

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

  • Und das muss geht nicht

    Wenn es an einigen Schulen geht, dann sehe ich nicht, warum es an anderen nicht gehen kann. Das hat sehr viel mit der allgemeinen Organisationsstruktur zu tun. Und die ist Sache der SL. Und wenn ich mir die Themen Schulleitungsqualifizierung in NRW ansehe, wundert es mich auch nicht, dass es mal klappt und mal nicht.

  • Es ist eben ein bisschen heuchlerisch, wenn ein BL als besonders familienfreundlicher Arbeitgeber wirbt und dann besonders bei TZ-Kräften klar ist, dass das in Schulen eben nicht der Fall ist.

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  • Wenn es an einigen Schulen geht, dann sehe ich nicht, warum es an anderen nicht gehen kann. Das hat sehr viel mit der allgemeinen Organisationsstruktur zu tun. Und die ist Sache der SL. Und wenn ich mir die Themen Schulleitungsqualifizierung in NRW ansehe, wundert es mich auch nicht, dass es mal klappt und mal nicht.

    Das ist einfach sachlich zu begründen. Die Situationen an den Schulen ist einfach unterschiedlich. Dazu die Situation der einzelnen Lehrkräfte. Insbesondere bei kleineren Grundschulen geht es einfach nicht anders.

    Wir haben z.B. so eine Minischule mit 4 Klassen und 7 Lehrkräften in der Nähe. Da ist nicht viel mit Gestaltungsspielraum.

    Wir sind größer aber bei uns haben auch fast alle Teilzeit. Wir haben vorgegebene Schwimmzeiten. Es muss in der jeder Stunde eine Klasse in die Turnhallte, sonst kriegen wir unseren Sportunterricht nicht hin. Einige Lehrkraft haben aufgrund ihrer Teilzeit Anspruch auf einen freien Tag. Wir haben Anwärter, die betreut werden müssen und nur zu bestimmten Zeiten unterrichten können. Auch wenn wir keine VZ-Kräfte haben, muss der Nachbar abgedeckt werden. Dann ist die große Frage, was die Lehrkraft unterrichtet. Wir haben eine Kollegin mit wenig Stunden, die den DaZ-Unterricht macht. Die kann sich ihren Stundenplan fast aussuchen. Ebenso unsere Förderschullehrkraft. Andere machen mit Teilzeit 3 Hauptfächer. Da wird es schwierig. An der einen Schule gibt es vielleicht mehrere Lehrkräfte mit Kindern oder noch andere Aspekte wie Schwerbehinderungen. Ein anderes Kollegium hat ganz viele Lehrkräfte um 50 Jahre und eine junge Lehrkraft mit Kind. Die können dann ganz anders reagieren.

    Deine Argument ist genau das, was die Sache schwierig macht. Das muss irgendwie gehen. Das muss die SL hinbekommen. Das ist das gleiche wie die Person, die hier groß über Ausgleich von unteilbaren Aufgaben spricht aber selbst keine Lösung hat. Das sind alles legitime Forderungen. Aber man muss in der Praxis gucken, was möglich ist und was nicht. Und wenn sich jemand in seinen Grundrechten verletzt sieht, sollte er klagen.

  • Es ist eben ein bisschen heuchlerisch, wenn ein BL als besonders familienfreundlicher Arbeitgeber wirbt und dann besonders bei TZ-Kräften klar ist, dass das in Schulen eben nicht der Fall ist.

    Das ist aber auch ein wenig absolut, oder? Für Vollzeitkräfte ist er ein besonders familienfreundlicher Arbeitgeber. Und bei Teilzeitkräften würde ich sagen, dass es Licht und Schatten gibt. Es gibt auch genug Familienkonstellationen, wo das super passt. Wir haben eine Kollegin, die um die Ecke wohnt. Oma und Opa haben eine Einliegerwohnung. Die hat überhaupt keine Probleme mit Teilzeit. Wenn ich 50 km weg wohne, alleinerziehend bin und einen schlechten Stundenplan habe, ist es natürlich der Horror.

  • Das ist aber auch ein wenig absolut, oder?

    Wenn das Land mit besonderer Familienfreundlichkeit wirbt und dabei auch TZ hervorhebt (und das hatte mein BL vor einigen Jahren getan, als ich das da mal gelesen hatte), dann ist das durchaus ein bisschen heuchlerisch. Und ich hatte einschränkend geschrieben "ein bisschen heuchlerisch". Da erkenne ich jetzt nicht die Absolutheit, die du meiner Aussage unterschieben willst.

    Für Vollzeitkräfte ist er ein besonders familienfreundlicher Arbeitgeber.

    Das schrieb ich ja, dass es für VZ-Kräfte ein relativ familienfreundlicher Arbeitgeber ist.

    Und bei Teilzeitkräften würde ich sagen, dass es Licht und Schatten gibt.

    Und ich sehe da den ganz großen Schatten, dass TZ-Kräfte eben sehr häufig deutlich über ihren TZ-Anteil heraus arbeiten müssen. (Aber das hatten wir ja schon mehrfach durchgekaut.) Und besonders die zerstückelte AZ mit Unterricht am Vormittag und Konferenzen am Nachmittag etc. macht es auch eher schattiger.

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

  • Wenn es an einigen Schulen geht, dann sehe ich nicht, warum es an anderen nicht gehen kann. Das hat sehr viel mit der allgemeinen Organisationsstruktur zu tun. Und die ist Sache der SL. Und wenn ich mir die Themen Schulleitungsqualifizierung in NRW ansehe, wundert es mich auch nicht, dass es mal klappt und mal nicht.

    Ich mache als SL vieles möglich. Sogar freie Tage (die in NRW nicht verpflichtend vorgesehen sind, sondern nur, wenn möglich), aber wenn etwas nicht geht, geht es nicht.

    Und dann lasse ich mir als Schulleiter auch kein schlechtes Gewissen machen. Oder Vorwürfe machen.

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • Ich mache als SL vieles möglich. Sogar freie Tage (die in NRW nicht verpflichtend vorgesehen sind, sondern nur, wenn möglich), aber wenn etwas nicht geht, geht es nicht.

    Und dann lasse ich mir als Schulleiter auch kein schlechtes Gewissen machen. Oder Vorwürfe machen.

    Da gehe ich voll mit. Aber hier wird von ganz anderen Zuständen berichtet. Da gehe ich eben nicht mit.

  • Man kann auch mit TZ-Kräften durchaus sprechen.
    "Du MUSST mittwochs und donnerstags früh in die Schwimmhalle. Was wäre eine andere, zuverlässige Entlastung?"

    Ich erlebe die ständigen Veränderungen als enorme Belastung und ich werde trotz Empathie nie genau nachvollziehen können, was "Kita-Abholen" für einen Stress bedeutet.
    Ich möchte einen freien Tag. Wenn die Schule mir garantiert, dass es das ganze Jahr der Donnerstag ist, dann ist es super. Ist mir egal (es gibt vielleicht Leute, denen ein bestimmter Tag wichtiger ist. Auch da kann man reden zwischen "wichtig" und "unerlässlich".)
    Das Problem ist: Wenn sich schlechte Kommunikation verselbstständigt und Leute dazu übergehen, Fakten zu schaffen, weil sie eh kein Vertrauen mehr haben.

  • Wenn es an einigen Schulen geht, dann sehe ich nicht, warum es an anderen nicht gehen kann. Das hat sehr viel mit der allgemeinen Organisationsstruktur zu tun. Und die ist Sache der SL. Und wenn ich mir die Themen Schulleitungsqualifizierung in NRW ansehe, wundert es mich auch nicht, dass es mal klappt und mal nicht.

    Da muss ich deutlich widersprechen. Du führst oben an, dass von anderen, krasseren Bedingungen hier berichtet wurde - das passt dann aber eben nicht zu dem Generalvorwurf, dass Du nicht siehst, wieso es an anderen Schulen nicht gehen kann.
    Die SL hat auf viele Faktoren, die den Stundenplan beeinflussen, überhaupt keinen Einfluss. Sie kann versuchen, im Rahmen des Möglichen, unter den gegebenen Bedingungen das Beste herauszuholen. Aber das Beste an Schule A ist vielleicht nur Mittelmaß an Schule B - trotz gleicher Qualität der Schulleitung.

    Mit der SLQ hat das überhaupt nichts zu tun - oder andersherum: Sie ist dafür nicht verantwortlich. Stunden- und Vertretungsplanung lernt man dort nicht. Das ist auch nicht die Aufgabe der SLQ, weil sie dem EFV vorgeschaltet ist und damit gar nicht primär für stv. SL oder FunktionsstelleninhaberInnen, die das übernehmen sollen, gedacht ist. Es gibt zahlreiche Fortbildungen für Untis und andere Programme, die man unbedingt machen sollte, wenn man diese Aufgabe übernimmt. Vieles ist auch Learning by Doing, unterstützt durch ein im Idealfall bereits erfahrenes Team.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • das passt dann aber eben nicht zu dem Generalvorwurf, dass Du nicht siehst, wieso es an anderen Schulen nicht gehen kann.

    Ok, ich präzisiere: Warum es anderen Schulen einfach komplett nicht klappen kann. Und kategorisch abgelehnt wird, es auch nur zu versuchen, mit dem Hinweis: Geht nicht.

    Mit der SLQ hat das überhaupt nichts zu tun - oder andersherum: Sie ist dafür nicht verantwortlich. Stunden- und Vertretungsplanung lernt man dort nicht. Das ist auch nicht die Aufgabe der SLQ, weil sie dem EFV vorgeschaltet ist und damit gar nicht primär für stv. SL oder FunktionsstelleninhaberInnen, die das übernehmen sollen, gedacht ist. Es gibt zahlreiche Fortbildungen für Untis und andere Programme, die man unbedingt machen sollte, wenn man diese Aufgabe übernimmt. Vieles ist auch Learning by Doing, unterstützt durch ein im Idealfall bereits erfahrenes Team.

    Da hast Du natürlich Recht. Es schadet m.E. aber auch nicht, wenn man über Stunden- und Vertretungsplanung soweit Bescheid weiß, dass man da auch mitreden kann. Und damit meine ich nicht die technische Umsetzung über Untis.
    Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die SL nämlich verantwortlich.

  • Man kann auch mit TZ-Kräften durchaus sprechen.
    "Du MUSST mittwochs und donnerstags früh in die Schwimmhalle. Was wäre eine andere, zuverlässige Entlastung?"
    ...
    Das Problem ist: Wenn sich schlechte Kommunikation verselbstständigt und Leute dazu übergehen, Fakten zu schaffen, weil sie eh kein Vertrauen mehr haben.

    Das trifft es natürlich. Problem ist natürlich, dass es oft auch die Entlastung einfach nicht gibt. Das hatten wir ja schon. Man bräuchte einfach eine Menge X an zusätzlichen Entlastungsstunden im System.

    Und sind wir mal ehrlich, oft liegt es auch einfach daran, was es für eine Persönlichkeit die Lehrkraft ist. Ich habe eine Person, wo ich oder die SL schon immer sagen, dass sie nicht die dritte Springstunde oder den nächsten Ganztag machen soll sondern auch mal an sich denken muss. Auf der anderen Seite ist jemand ausgeflippt, weil die Person an einem Tag vierzehntägig zwei Freistunde hatte. Ansonsten allerdings keine Springstunden.

    Je nachdem wie kompromissbereit die Mehrheit im Kollegium ist, desto einfach wird es. Das hat natürlich auch was mit Kommunikation zu tun, um diese Kompromissbereitschaft zu schaffen.

  • Teilzeit IST ein Verlustmodell in der Schule, man muss es aber NICHT noch schlimmer machen.
    und dass jede*r unterschiedliche Kompromisse braucht, macht es schwieriger, aber wenn sie fair und transparent sind, ist es okay. Machen wir auch mit unseren SuS immer (Nachteilsausgleich). Sich darauf verlassen können, dass ich meine Arbeit länger schreibe - auch wenn ich es nicht brauche - oder eine Sehhilfe habe, ist viel wert. Sich darauf verlassen können, dass ich meine Nachmittage frei habe, motiviert mich, morgens immer die erste Stunde zu haben.
    Und wenn mein "Kompromiss" wäre: VZ nie zur ersten und kein Nachmittag, dann muss mir der Zahn gezogen werden, dass DAS nicht unter "Familienfreundlichkeit" fällt.

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