LER/Ethik/whatever

  • Keine Ahnung ob der Bereich richtig gewählt ist, imzweifelsfall verschieben oder löschen, aber bin seit ein paar wochen in einer kleinen entscheidungskrise. bisher habe ich nirgends zuverlässige Antworten bekommen. Ich weiß nicht ob ich hier ernstgenommen werde oder die Antwort der Wahrheit entsprechen, ich muss mich vermutlich drauf verlassen. Ich würde gern wissen was der lehrinhalt von LER/Ethik und allen weiteren fächern mit selber bedeutung und anderem Namen ist.

    was wird gemacht?

    und aus welchem grund?

    was wird bewertet? Wie? Warum? Wonach?

    was wird gefordert?

    was wird gefördert?

    was wird geformt?

    was wird akzeptiert?

    was ist das ziel?


    ich danke jedem im vorfeld der sich die mühe macht mir hier zu antworten. bitte seid ehrlich und neutral. ich möchte keine beschönigung und auch keine verteufelung. ich will einfach verstehen was es bedeutet wenn mein kind diesem unterricht - verzeiht das wort - ausgesetzt wird.

  • Welches BL, ggf. Schulart?
    Dann kannst du im Lehrplan gucken. Solltest du die Anmeldefrage wahrheitsgemäß beantwortet haben ("Ich bin Lehrkraft"), wird dir das Sichten eines solchen Dokuments hoffentlich nicht zu schwer fallen.

  • In welchem Bundesland wohnt ihr?

    Jedes Bundesland hat einen Lehrplan in dem die Inhalte und Kompetenzen stehen, die vermittelt werden sollen. Wenn du da nachschaust, klären sich viele seiner Fragen bereits.

    Ich verstehe allerdings nicht, warum du das Wort "ausgesetzt" verwendest? Und warum du erst mal davon ausgehst, dass du von allen bzgl der Inhalte belogen wirst. Wie gesagt es gibt feste Lehrpläne und Bewertungskriterien an die sich die Schulen auch halten.

    Bzgl deiner Schreibberechtigung, bist du nur Elternteil oder auch Lehrkraft?


    Edit Chilli war schneller

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • ich will einfach verstehen was es bedeutet wenn mein kind diesem unterricht - verzeiht das wort - ausgesetzt wird.

    Ich denke, dieser Satz zeigt ziemlich eindeutig, dass es hier nicht um eine Lehrkraft geht, sondern um ein Elternteil. Wenn ich mal ins blaue schieße: ein Elternteil, das irgendeiner Gruppierung mit fundamentalistischen religiösen Überzeugungen angehört, die nicht mit christlichem Religionsunterricht vereinbar sind und die am liebsten möchte, dass sein Kind gar keinem schulischen Einfluss au sein Wertebild unterliegt und jetzt aber in der Schule gesagt bekommen hat, dass eine Teilnahme am Religions- oder Ersatzunterricht für das Kind auf jeden Fall verpflichtend ist.

  • ich danke jedem im vorfeld der sich die mühe macht mir hier zu antworten. bitte seid ehrlich und neutral. ich möchte keine beschönigung und auch keine verteufelung. ich will einfach verstehen was es bedeutet wenn mein kind diesem unterricht - verzeiht das wort - ausgesetzt wird.

    Also bist du ein Elternteil und dein Kind soll in den Ethikunterricht? Ich verstehe dein Anliegen überhaupt nicht. Du hast scheinbar schon eine merkwürdige vorgeformte Meinung dazu.

    Welche Ängste hast du denn davor? (Falls du noch schreiben kannst, weil eine Schreibberechtigung hast du nicht)

    Entropy is a bitch, embrace her.

  • ... aber bin seit ein paar wochen in einer kleinen entscheidungskrise. bisher habe ich nirgends zuverlässige Antworten bekommen.

    Welche Entscheidung stürzt dich denn in eine Krise? Und wieso mangelt es an zuverlässigen Antworten zum Ethikunterricht? Die Ziele und Inhalte des Fachs kannst du überall nachlesen: Die KMK macht Vorgaben und die Bundesländer gestalten diese in ihren Lehrplänen aus, die man zumeist im Internet findet.

    Deine Ängste zeigen m.E., warum Ethikunterricht ausgerechnet für dein Kind ganz ideal wäre: in Ethik soll es lernen, sich eine fundierte Meinung zu bilden. Es soll über seine Wertvorstellungen reflektieren, die Werte und Meinungen anderer kennenlernen und ein mündiger Bürger oder eine ebensolche Bürgerin werden, indem es Informationen einholt, Quellen checkt, bewertet, reflektiert, mit anderen in Austausch kommt.

    Bewertet wird dann nicht die Meinung, sondern ob es in der Lage ist, verschiedene Perspektiven zu nennen und die eigene zu begründen.

    Akzeptiert wird, dass Menschen verschieden sind und dass sie keine Angst haben müssen zu Staub zu zerfallen, weil andere anders sind. Sie dürfen über ihre Rolle in der Gesellschaft und ihre persönliche Entwicklung nachdenken, ohne dafür verurteilt zu werden.

    Das ist hoffentlich in allen Fächern der Fall, aber Ethik trägt dazu besonders bei. Also ja, auch und insbesondere Themen, zu denen man eine sehr unterschiedliche Haltung einnehmen kann wie Schwangerschaftsabbrüche oder Sterbehilfe sind Themen.

  • Danke für die Rückmeldung.

    um die einfache Frage zu beantworten: Ich bin kein Lehrer und habe das auch nicht angegeben.

    Ich bin selbst zur Schule gegangen, was allerdings schon viele Jahre her ist. Ich hatte nie Ethikunterricht, aber auch nicht gerade die besten Erfahrungen mit Lehrkräften/Autoritätspersonen. Ich will mein Kind – sollte ich mich dafür entscheiden – autonom erziehen. Ich habe meine Gründe, warum Autonomie für mich über allem anderen steht und mir ist wichtig, dass mein Kind sich weder für andere verbiegt noch lernt, dass es sich anpassen muss. Ich will einfach wissen, wie viel gezielte Formung wirklich stattfindet. Ja, ich kenne den theoretischen Text staatlicher Seiten und ich darf dennoch kritisch sein. Ich habe die Verantwortung für ein evtl. zukünftiges Kind und möchte einfach sichergehen, dass es sicher ist.

    Ich möchte an der Stelle betonen, dass es mir NICHT darum geht, dass das Kind keine Werte wie Respekt, Höflichkeit und Verantwortung lernt. Ich möchte aber, dass mein Kind diese Werte bewusst aus eigenen natürlichen Abläufen zu verstehen und zu verinnerlichen lernt. Nicht indem es 10 Jahre lang erzählt bekommt, wie es sich „wünschenswert“ verhalten sollte. Ich will nicht, dass es lernt das es sich anpassen muss und dafür die eigene integrität werte und persönlichkeit veliert. Ich möchte, dass es lernt selbst zu entscheiden, ob und in wieweit es sich anpasst.

    Ich weiß nicht, ob es stimmt, oder was möglich ist. Aber die Angt davor ist real.

    Mir wurde gesagt, dass die Schule dafür sorgen kann, dass das Jugendamt einem das Kind wegnimmt, wenn es nicht die „richtige Gesinnung“ hat.


    Noch als Anmerkung dazu: Ich lebe derzeit in Brandenburg bin aber durchaus bereit umzuziehen.

  • Mir wurde gesagt, dass die Schule dafür sorgen kann, dass das Jugendamt einem das Kind wegnimmt, wenn es nicht die „richtige Gesinnung“ hat.

    muhaha...
    Mir geht es zwar regelmäßig auf den Keks, wie stark die Rechten der Familie in Deutschland hochgehangen werden, ABER: Nein, das Jugendamt hat ganz andere Daseinsberechtigungen und auch genug zu tun, mit der "richtigen Gesinnung", was auch immer es ist, hat deren Eingreifen nichts zu tun.

  • um die einfache Frage zu beantworten: Ich bin kein Lehrer und habe das auch nicht angegeben.

    Doch hast du, du hast bei der Anmeldung ausdrücklich bestätigen müssen, dass du eine Lehrkraft und damit in diesem Forum schreibberechtigt bist, sonst hättest du dich nicht anmelden können.

    Und ansonsten empfehle ich die Auswanderung nach Dänemark, das machen viele mit einer Haltung, die ähnlich wie deiner ins paranoid-verschwörungstheoretische abdriftet um dort ihr Kind zu homeschoolen. In Deutschland gilt nicht nur die Schulpflicht (die den Ethik-Unterricht mit einschließt), die Schule hat auch noch einen Erziehungsauftrag, der gleichberechtigt neben dem des Elternhauses steht.

    Und gerade in Bundesländern, in denen die Grünen mit regieren, müssen die Lehrkräfte jedes 10te Kind zum Vegetarier erziehen, das willst du sicher nicht.

  • Es ist wirklich Schade das ich angegriffen werde, weil ich versuche mich zu Informieren.

    Ich werde verurteilt weil ich nachfrage und versuche Informationen aus erster Hand - von echten Menschen, die Näher dran sind als ich es je sein könnte - zu bekommen.

    Mir wird vorgeworfen das ich uninformiert bin - natürlich, sonst würde ich hier wohl kaum um Informationen bitten.

    Das ich einer Pseudoreligion angehöre, weil ich als werdende Mutter Angst um mein Kind habe.

    Diese wird dann zusätzlich auch noch ins Lächerliche gezogen.


    Sind das die Werte die ihr in Schulen vermittelt?


    Ich euch euch für Ehrlichkeit. Jetzt weiß ich, was meinem Kind in den heutigen Schulen bevorstehen würde.


    Das Thema kann geschlossen werden.

  • Ich möchte an der Stelle betonen, dass es mir NICHT darum geht, dass das Kind keine Werte wie Respekt, Höflichkeit und Verantwortung lernt. Ich möchte aber, dass mein Kind diese Werte bewusst aus eigenen natürlichen Abläufen zu verstehen und zu verinnerlichen lernt. Nicht indem es 10 Jahre lang erzählt bekommt, wie es sich „wünschenswert“ verhalten sollte. Ich will nicht, dass es lernt das es sich anpassen muss und dafür die eigene integrität werte und persönlichkeit veliert. Ich möchte, dass es lernt selbst zu entscheiden, ob und in wieweit es sich anpasst.

    Ich frage mich, was das mit dem Fach Ethik zu hat.

    Schule ist eine Gemeinschafts-Veranstaltung (Unterkunft kann man es ja nicht nennen), es ist immer eine Gruppe und ein Kind immer Teil dieser Gruppe.

    Keine Schule kann allein auf 25 Einzelinterressen eingehen.

    Ich freue mich aufs neue 1. Schuljahr, aber wir haben zunehmend Kinder, die nicht gelernt haben und nicht verstehen, dass in der Schule niemand unentwegt allein ihre Interessen bedienen kann und ihnen 1:1 zur Verfügung steht. Das ist eine große zusätzliche Herausforderung, die Kraft bindet, die alle für die anderen Aufgaben und Herausforderungen auch benötigen würden.

    Für Kinder, die in dieser Situation selbst herausfinden sollen, wieweit sie sich anpassen müssen, ist es mehr als eine Herausforderung, es ist eine von Erwachsenen herbeigeführte Situation der Hilflosigkeit und Überforderung.
    Für die anderen Kinder ergibt sich daraus auch eine Situation der Überforderung und Hilflosigkeit, den sicheren Rahmen, den sie bräuchten, um in der Schule anzukommen, Vertrauen zu fassen und Lernen zu können, erhalten sie nicht.
    Für die Lehrkräfte bedeutet es, dass sie gleichzeitig dem einen Kind das angemessene Verhalten vermitteln müssen und ihm 1:1 die Situationen erklären müssen, damit es, wie von zu Hause erwartet, sich selbst auf die Gruppe einlassen und zu einer Form der Anpassung entschließen kann. Zeitgleich muss die Lehrkraft den anderen 24 Kindern einen Rahmen der Vertrautheit bieten und den Schutz, den sie benötigen.

    Wenn es zu genau dieser Situation kommt, ist es extrem schwierig, eine Klassengemeinschaft zu unterstützen, alle einzubinden, enttäuschte Kinder dabei zu behalten, keine auszuschließen und sich selbst abkapselnde Kinder noch zu erreichen … und ihnen allen das Lernen zu ermöglichen.

  • Ich will mein Kind – sollte ich mich dafür entscheiden – autonom erziehen. Ich habe meine Gründe, warum Autonomie für mich über allem anderen steht und mir ist wichtig, dass mein Kind sich weder für andere verbiegt noch lernt, dass es sich anpassen muss.


    Genau das tust du nicht, wenn du ihm andere Menschen entziehst. Du willst es mit deinen ganz individuellen Privatansichten indoktrinieren, weil du nur diese gelten lässt.

    ...

    Ich möchte an der Stelle betonen, dass es mir NICHT darum geht, dass das Kind keine Werte wie Respekt, Höflichkeit und Verantwortung lernt. Ich möchte aber, dass mein Kind diese Werte bewusst aus eigenen natürlichen Abläufen zu verstehen und zu verinnerlichen lernt...


    Aha, und was genau soll "Respekt" sein und warum meinst du, dass nur du allein wissen kannst, wie er zu vermitteln sei? Und was es noch zu entdecken gibt in der Welt, außerhalb deines eigenen Horizonts?

    Du hast nichts verstanden. Und du badest in Selbstmitleid. Und ja, ich hoffe, dass das Jugendamt sehr genau hinschaut, dass dein Kind eine Schule besuchen darf. So wie jedes andere in Deutschland.

  • Ich will nicht, dass es lernt das es sich anpassen muss und dafür die eigene integrität werte und persönlichkeit veliert. Ich möchte, dass es lernt selbst zu entscheiden, ob und in wieweit es sich anpasst.

    Wir leben in einer Gesellschaft. Da muss man sich immer ein Stück weit anpassen. Die, die sich selbst entscheiden, ob sie sich anpassen wollen, sind genau die, die jeden Unterricht sprengen.

    Du hältst Dich doch auch an Verkehrsregeln. Oder entscheidest Du auch selbst welche Du einhältst und welche nicht?

    Und ja: Es ist einigermaßen paranoid, sich als Schwangere über einen eventuellen Ethik-Untericht in 6-10 Jahren Sorgen zu machen. Ich verspreche Dir schon mal, dass es größere Baustellen gibt, über die man sich als Mutter Sorgen macht.

  • Wie schon geschrieben: Bei allen religiös-weltanschaulichen Freiheiten und Schutz von Familie, die das Grundgesetz zugesteht, muss sich das Individuum als Mitglied einer Gesellschaft trotzdem an gewisse Regeln halten, die entweder explizit festgelegt wurden oder sich implizit durch Konvention ergaben. Diese Regeln stellen sicher, dass gesellschaftliches Handeln erst möglich wird und unsere gesellschaftliche Ordnung nicht binnen kurzer Zeit in Anarchie kollabiert. Dennoch bestehen trotz dieser Regeln viele Freiheiten in Deutschland, was vor allem im unmittelbaren Vergleich mit restriktiveren Systemen deutlich wird. Und zuletzt sei gesagt: Die zuvor genannten Regeln sind nicht in Stein gemeißelt. Wer etwas verändern möchte, muss für entsprechende Positionen werben und Mehrheiten organisieren, mit denen sich dann auch tatsächlich eine Veränderung durchsetzen lässt.

    Ein mit den Worten "Ich will aber!" dekoriertes Aufstampfen alleine kommt im Rahmen demokratischer Willensbildung an seine Grenzen.

  • . Ich will mein Kind – sollte ich mich dafür entscheiden – autonom erziehen.

    Meinst du mit „dafür entscheiden“ das zukünftige Kind?

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • Man kann sich auch gegen ein Kind entscheiden, wenn es in so eine schreckliche Welt gesetzt wird. /s

    Ansonsten wird der TE nicht mehr antworten (hoffentlich).

    🍦 Eis macht Spaß! 🍦
    Schoko, Vanille – ganz egal,
    Hauptsache lecker jedes Mal! 😋

    Ich lese und schreibe nach dem Paretoprinzip.

  • Man kann sich auch gegen ein Kind entscheiden, wenn es in so eine schreckliche Welt gesetzt wird. /s

    Ansonsten wird der TE nicht mehr antworten (hoffentlich).

    Ja, natürlich kann man sich dagegen entscheiden, ist ja manchmal sinnvoll.

    Hab jetzt erst gesehen, dass sie gesperrt ist🤦‍♀️

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • ...

    Und ja: Es ist einigermaßen paranoid, sich als Schwangere über einen eventuellen Ethik-Untericht in 6-10 Jahren Sorgen zu machen. Ich verspreche Dir schon mal, dass es größere Baustellen gibt, über die man sich als Mutter Sorgen macht.

    Oh, da kennst du Schulverweigerer schlecht. Es geht für sie zutiefst um die größten Sorgen.

    Und es geht auch nicht darum, dass das Kind keine Regeln lernen soll, sondern dass die Lehrer ihm irgendwas einflüstern könnten, wo es doch aus sich heraus ein guter Mensch werden und frei entscheiden soll. Oder dass es schwul gemacht werden könnte in Sexualkunde, das ist dann das andere Ende des Spektrums.

    Wer Angst hat, er bekomme sein Kind wegen "falscher Gesinnung" weggenommen, befindet sich offenbar bereits auf einer Abwärtsspirale. Ich hoffe auf Hilfe von außen für die werdende Mutter, Alleinsein und online-Filterblasen verschlimmern alles.

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