Verletzende Inhalte Abizeitung

  • Wenn Schüler sich zurecht über Kollegen beschweren kriegen sie eine Salve deiner Meinungsfreiheit? Erklärt einiges...

    Aus Erfahrung als Vertrauenslehrer 20% der Beschwerden sind Blödsinn, 60% sind ein Kommunikationsproblem und die anderen 20% hat der Kollege richtig Mist gebaut und dann darf man überlegen wie man das gerade bekommt ohne die Schulleitung zu involvieren, falls das möglich ist..

    Ja kriegen sie. Sagst du denen dann: "Ja stimmt, der muss pünktlich sein oder sollte sich einen anderen Beruf suchen"?

  • Wenn Schüler sich zurecht über Kollegen beschweren kriegen sie eine Salve deiner Meinungsfreiheit? Erklärt einiges...

    Aus Erfahrung als Vertrauenslehrer 20% der Beschwerden sind Blödsinn, 60% sind ein Kommunikationsproblem und die anderen 20% hat der Kollege richtig Mist gebaut und dann darf man überlegen wie man das gerade bekommt ohne die Schulleitung zu involvieren, falls das möglich ist..

    Und wer entscheidet darüber was Rechtens ist? Als Vertrauenslehrer kommen die SuS wohl mit konkreten Problemen zu dir. Im Englischunterricht und mit der Beschwerde à la "Frau Meier ist immer so unpünktlich" wirst du wohl kaum sagen "oh, ja, das ist ja unmöglich. Hab ich auch schon wahrgenommen. Erzählt mal, was macht sie noch alles falsch, ist sie auch unfair?"

  • Ja kriegen sie. Sagst du denen dann: "Ja stimmt, der muss pünktlich sein oder sollte sich einen anderen Beruf suchen"?

    So sympathisch, pädagogisch und schülerzentriert

  • Im Englischunterricht und mit der Beschwerde à la "Frau Meier ist immer so unpünktlich" wirst du wohl kaum sagen "oh, ja, das ist ja unmöglich.

    Zwischen ernst nehmen und mitlästern besteht schon ein erheblicher Unterschied, nicht wahr?

  • Ich glaube euch ehrlich gesagt nicht, dass ihr das so wegstecken würdet. Da gibt es ein beklopptes Ranking aber eben nicht "wer hat den knackigsten Hintern" sondern sachliche Kriterien, die niemand überprüfen kann (Pünktlichkeit) und globale Bewertungen (taugt als Lehrer). Und ein Kollege, stelle dir vor, es wärst du, bekommt in allen Kategorien die schlechteste "Wertung". Ja, klar, Kindergarten. Sie sind zwar volljährig und wollen studieren aber gut, sie müssen sich abreagieren nach 12 Jahren Martyrium.

    Ich finde diese Weinerlichkeit sehr seltsam. Da muss man einfach ein bisschen mehr wegstecken können. Leute dürfen eine Meinung haben und diese raushauen. Und ein Recht auf Freundlichkeit gibt's auch nicht.

  • Ich finde diese Weinerlichkeit sehr seltsam.

    Wir sind ein Berufsstand, bei dem eine Kernaufgabe in der Bewertung und Beurteilung der Leistungen anderer Menschen besteht und bei dem ein erheblicher Teil der Beschäftigten hochsensibel reagiert, wenn ihre eigene Leistung in irgendeiner Form Thema der Diskussion wird.

  • Ich bin Mathelehrer. Ich bekomme jeden Monat mindestens einmal gesagt, dass:

    a) man das was ich lehre im Leben nicht braucht

    b) ich unfair bin

    c) ich den Schüler nicht leiden kann

    d) man einfach nix versteht bei mir

    e) nach der Rückgabe einer Arbeit manchmal auch einen emotionalen Ausbruch, den ich abbekomme

    Bei nichts davon geht es um mich und den Teufel werde ich tun, dass ich sowas persönlich nehme. Ich bin in dem Fall Projektionsfläche und manchmal einfach richtig für externale Attribution, damit die Schüler ihren Selbstwert behalten können.

    Was man machen sollte, wenn Schüler sich bei einem beschweren ist zuhören. Ich muss keine Kollegen in die Pfanne hauen, wenn man einfach zuhört, bekommt man eine Menge Informationen. Am Ende fragt man was der Schüler jetzt möchte, was man tun könnte um zu helfen und erstaunlicherweise wollen die wenigsten Schüler den Kollegen dann was böses (genau so wie umgekehrt), die sind sauer, beleidigt und haben fast immer Angst vor "Racheaktionen" durch die Lehrer, wenn sie was sagen. Zum Machtverhältnis in der Schule wurde ja schon was geschrieben. Wie gesagt, einfach zuhören, nicht kommentieren, am Ende nachfragen.

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Ich finde diese Weinerlichkeit sehr seltsam. Da muss man einfach ein bisschen mehr wegstecken können. Leute dürfen eine Meinung haben und diese raushauen. Und ein Recht auf Freundlichkeit gibt's auch nicht.

    Und wie sieht es mit einem Recht auf Respekt aus?

  • Und wie sieht es mit einem Recht auf Respekt aus?

    In welchem Gesetz steht denn das Recht auf Respekt?

    Es gibt durchaus das Recht seine eigene Meinung zu äußern. Ich bin bei euch, dass das nicht die nette Art der Schüler war. Aber nichtsdestotrotz haben sie das Recht ihre Meinung zu äußern.

  • Und wie sieht es mit einem Recht auf Respekt aus?

    Weil jemand schreibt "kommt immer zu spät " oder "hat den Beruf verfehlt" oder "zieht sich kacke an"? Ist doch echt egal, Schüler weg, neue Runde.

  • Nur: es wird nicht mit der Schule abgerechnet sondern mit dir als Mensch. Die anderen Kollegen sind lustig, bringen viel bei und sind insgesamt ganz coole Typen. Aber Herr Schmidt ist unfähig, unpünktlich, unsozial. Niemand hat etwas gelernt bei ihm. Er ist unsympathisch und hat Mundgeruch. Sein Unterricht war langweilig. Wieso hat er nicht schon längst gekündigt?

    Ich glaube nicht, dass irgendwer so in die Ferien starten will. Aber wenn ihr das unter Kritik und Meinungsfreiheit und "mir ist völlig egal, was andere denken" verbuchen würdet: chapeau.

    Es geht nicht darum, ob es dir gefällt.

    Es geht nicht darum, ob das Verhalten der Schüler angemessen ist.

    Es geht darum, dass die Schüler im Zweifel das Recht haben ihre Meinung in einem gewissen Rahmen zu äußern. Nicht pünktlich ist in dem Fall anscheinend eine Tatsache. Verstehe ich nichts ist eindeutig eine Meinungsäußerung. Einzig die Frage bleibt, ob "ist in dem Beruf falsch" unter Meinungsäußerung oder Beleidigung fällt.

  • Ich verstehe das es schwer ist, wenn man sowas über sich lesen muss. Manche Dinge fände ich als Lehrer auch noch lustig, das ist halt aus Schülerperspektive so und ja, nach 12 Jahren dürfen sie auch mal was äußern. Diese Kategorie hätte besser einen anderen Beruf, empfinde ich als übergriffig und kann die Verlegung und auch die (gefühlte) Bloßstellung vor den Kollegen verstehen.
    Ich würde aber trotzdem kurz reflektieren und dann entweder was ändern oder es einfach dabei belassen.

  • Zwischen ernst nehmen und mitlästern besteht schon ein erheblicher Unterschied, nicht wahr?

    Absolut, dann noch mal in der Reihenfolge:

    Saruman schrieb, wenn SuS lästern, hörten sie mal seine Meinung dazu. Darauf Valerianus: oha, wenn sich Schüler zurecht beschweren, dann...

    Und dazu schrieb ich, was "zurecht" meint, kommt doch auf den Kontext an. Sich als Klasse bei einem Lehrer über den anderen zu beschweren halte ich jedenfalls selten für gerechtfertigt, es gibt Beschwerdewege und die sollten transparent sein und eingefordert werden. Wenn einzelne kommen und ein Problem haben, ist das ja kein lästern.

  • Als Ulk kann man das dulden, aber Schülern steht es nicht zu die Arbeit ihrer Lehrer öffentlich zu bewerten.

    Und das entscheidest du? Jedem steht eine Meinungsäußerung zu, auch eine die dir nicht gefällt.

    Entropy is a bitch, embrace her.

  • "Herr Moebius ist unpünktlich und unfähig, er labert nur rum und sollte besser nicht als Lehrer arbeiten" würdest du als Kritik bezeichnen?

    Von der Meinungsfreiheit gedeckt. Gar kein Problem

    Entropy is a bitch, embrace her.

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