Umgang mit (Abi-)Pflichtlektüren (Anlass: Deutsch-Abitur NRW, aber egal)

  • Triggerwarnungen macht man nicht mehr, sind psychologisch erwiesen schädlich für traumatisierte und nicht traumatisierte Personen. Gibt eine Metaanalyse, von 2022 glaube ich, bei Interesse kann ich die raussuchen.

    Das würde mich interessieren.

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • ich habe es auch letztens gelesen, und für mich selbst auch für unnötig gehalten, ABER: ich vermute, die meisten verstehen unter "Triggerwarnung" vor einer Lektüre / Filmvorführung sowas wie "wenn Gesprächsbedarf oder das Bedürfnis, rauszukommen, entsteht, dann los / gerne"
    (Habe ich zum Beispiel bei Napola gemacht. Natürlich haben wir viel darüber gesprochen, aber ich habe auch offen gelassen, ob jemand weggeht und sich das nicht anschaut.
    Zugegeben: Erst im letzten Durchgang, weil im Durchgang davor mich eine Mutter anrief und meinte, es sei zuviel für die Tochter, sie möchte das Ende vom Film nicht mehr gucken. Also habe ich den Unterricht umgedreht.)

  • If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Gut zu wissen, dann keine Triggerwarnung.

    Trotzdem finde ich eine besondere Vorbereitung sinnvoll, da die Konstellation im Klassenzimmer immer eine spezielle ist. Zu Hause kann man den Film anhalten, ausmachen oder mit Freunden darüber reden, in seinem eigenen Tempo.

    ...das kann einem aber immer passieren. In Geschichte bin ich mit einem Ausschnitt aus dem Film " Im Westen nichts Neues" in das Thema WK1 eingestiegen und am am Ende der Stunde kam ein ( neuer) Schüler auf mich zu und hat mir von seinen Erfahrungen im Syrien-Krieg berichtet.

    Und auch da ist es nicht falsch, sich vorher Gedanken zu machen. Zum einen möchte man zwischen Tür und Angel dann den einen, richtigen Satz sagen und zum anderen weißt du nicht, wie oft dich betroffene SuS nicht angesprochen haben.

  • chilipaprika : Macht es vielleicht Sinn, den Threadtitel abzuändern? Du wolltest ja eher auf den Umgang mit (psychisch) herausfordernden Inhalten statt die Behandlung (inhaltlich/sprachlich) komplexer, literarischer Werke im Unterricht, was auf der ersten Seite durch die Mituser (m/w/d) diskutiert wurde, hinaus.

  • naja, ich habe UMGANG geschrieben, das Eigenleben m Forum hat die Diskussion Behandlung ja/nein gemacht...
    Der Titel kann meinetwegen gerne abgeändert werden, aber so ist es in Foren und es blieb ja nicht komplett OT (falls man es OT nennen möchte)

  • Kein Shakespeare mehr selbst im LK?

    Am beruflichen Gymnasium in BW sogar gar keine fiktionalen Texte. Eine Ganzschrift steht zwar noch im Bildungsplan, macht aber keiner, weil nicht prüfungsrelevant. Das führt dazu, dass sich sämtliche Englischkurse nur noch mit Zeitungsartikeln beschäftigen. Ich finde das sehr traurig.

  • Hallo Quittengelee,

    ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass ich oft Themen anspreche, die den einen oder anderen triggern.

    Ich wüsste auch nicht, wie ich das komplett vermeiden könnte oder ob das überhaupt sinnvoll ist.

    Im Schnitt befinden sich 25 Prozent meiner SuS in psychiatrischer Behandlung oder suchen nach einem Therapeuten.

    Ich habe einfach festgestellt, dass ich extrem eingeschränkt bin in der Auswahl, wenn ich bestimmte Themen nicht behandeln kann: keinen Krieg, keine sexuelle Gewalt, Depressionen nicht, keine religiösen Minderheiten, auf keinen Fall Nahost-Konflikt oder Juden, keine psychischen Erkrankungen, keine physischen Erkrankungen, keine Adoleszenz Probleme.

    Ich denke, du siehst es selbst: dann mache ich gar keinen Unterricht mehr in meinen Fächern.

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