Triggerwarnungen macht man nicht mehr, sind psychologisch erwiesen schädlich für traumatisierte und nicht traumatisierte Personen. Gibt eine Metaanalyse, von 2022 glaube ich, bei Interesse kann ich die raussuchen.
Das würde mich interessieren.
Triggerwarnungen macht man nicht mehr, sind psychologisch erwiesen schädlich für traumatisierte und nicht traumatisierte Personen. Gibt eine Metaanalyse, von 2022 glaube ich, bei Interesse kann ich die raussuchen.
Das würde mich interessieren.
ich habe es auch letztens gelesen, und für mich selbst auch für unnötig gehalten, ABER: ich vermute, die meisten verstehen unter "Triggerwarnung" vor einer Lektüre / Filmvorführung sowas wie "wenn Gesprächsbedarf oder das Bedürfnis, rauszukommen, entsteht, dann los / gerne"
(Habe ich zum Beispiel bei Napola gemacht. Natürlich haben wir viel darüber gesprochen, aber ich habe auch offen gelassen, ob jemand weggeht und sich das nicht anschaut.
Zugegeben: Erst im letzten Durchgang, weil im Durchgang davor mich eine Mutter anrief und meinte, es sei zuviel für die Tochter, sie möchte das Ende vom Film nicht mehr gucken. Also habe ich den Unterricht umgedreht.)
Helping or Harming? The Effect of Trigger Warnings on Individuals With Trauma Histories (2020)
A Meta-Analysis of the Efficacy of Trigger Warnings, Content Warnings, and Content Notes (2024)
Falsches Jahr gesagt oben (oder alte Studie nicht gefunden). 😀
Gut zu wissen, dann keine Triggerwarnung.
Trotzdem finde ich eine besondere Vorbereitung sinnvoll, da die Konstellation im Klassenzimmer immer eine spezielle ist. Zu Hause kann man den Film anhalten, ausmachen oder mit Freunden darüber reden, in seinem eigenen Tempo.
...das kann einem aber immer passieren. In Geschichte bin ich mit einem Ausschnitt aus dem Film " Im Westen nichts Neues" in das Thema WK1 eingestiegen und am am Ende der Stunde kam ein ( neuer) Schüler auf mich zu und hat mir von seinen Erfahrungen im Syrien-Krieg berichtet.
Und auch da ist es nicht falsch, sich vorher Gedanken zu machen. Zum einen möchte man zwischen Tür und Angel dann den einen, richtigen Satz sagen und zum anderen weißt du nicht, wie oft dich betroffene SuS nicht angesprochen haben.
chilipaprika : Macht es vielleicht Sinn, den Threadtitel abzuändern? Du wolltest ja eher auf den Umgang mit (psychisch) herausfordernden Inhalten statt die Behandlung (inhaltlich/sprachlich) komplexer, literarischer Werke im Unterricht, was auf der ersten Seite durch die Mituser (m/w/d) diskutiert wurde, hinaus.
naja, ich habe UMGANG geschrieben, das Eigenleben m Forum hat die Diskussion Behandlung ja/nein gemacht...
Der Titel kann meinetwegen gerne abgeändert werden, aber so ist es in Foren und es blieb ja nicht komplett OT (falls man es OT nennen möchte)
Kein Shakespeare mehr selbst im LK?
Am beruflichen Gymnasium in BW sogar gar keine fiktionalen Texte. Eine Ganzschrift steht zwar noch im Bildungsplan, macht aber keiner, weil nicht prüfungsrelevant. Das führt dazu, dass sich sämtliche Englischkurse nur noch mit Zeitungsartikeln beschäftigen. Ich finde das sehr traurig.
Hallo Quittengelee,
ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass ich oft Themen anspreche, die den einen oder anderen triggern.
Ich wüsste auch nicht, wie ich das komplett vermeiden könnte oder ob das überhaupt sinnvoll ist.
Im Schnitt befinden sich 25 Prozent meiner SuS in psychiatrischer Behandlung oder suchen nach einem Therapeuten.
Ich habe einfach festgestellt, dass ich extrem eingeschränkt bin in der Auswahl, wenn ich bestimmte Themen nicht behandeln kann: keinen Krieg, keine sexuelle Gewalt, Depressionen nicht, keine religiösen Minderheiten, auf keinen Fall Nahost-Konflikt oder Juden, keine psychischen Erkrankungen, keine physischen Erkrankungen, keine Adoleszenz Probleme.
Ich denke, du siehst es selbst: dann mache ich gar keinen Unterricht mehr in meinen Fächern.
Mir scheint, dass diese umstrittene Lektüre für mehrere Bundesländer festgesetzt wurde. Weiß jemand zufällig, welche Kommission diese Auswahl getroffen hat und nach welchen Kriterien ?
https://www.iqb.hu-berlin.de/media/document…ben_WqvCFvf.pdf
KMK bzw IQB haben sich auf die Lektüren verständigt. Aktuell ist in allen BL Heimsuchung und Krug verbindlich, danach Sezuan und Gittersee.
Zu Heimsuchung: Ich kann es total nachvollziehen. Mein Kurs war tw richtig angewidert und verstört
und wie soll man - jenseits der Themen ! - Spass an Literatur bei der Sprache und dem Aufbau vermitteln.
Ich bin zwar keine Muttersprachlerin, muss aber jede dritte Seite ein Wort nachschlagen. Meine SuS werden nie im Leben diesen ganzen Gärtnerei- und Landwirtschaftswortschatz nachschlagen.
(Ich musste noch bewusst in Google suchen, damit mir angezeigt wird, was eine Scholle - jenseits des Fischs - ist.
3 SuS von meinem Kurs fragten in der letzten Klausur nach, was eine Nachtigall ist. "Nur" drei. Die anderen haben zugehört, während ich die Antwort gab. Oder erinnerten sich, weil das Wort in der Vorstunde schon fiel. Wem die Nachtigall ein Problem ist, wird mit den Verben der Pflanzenpflege richtig Spass haben.)
chilipaprika : Macht es vielleicht Sinn, den Threadtitel abzuändern? Du wolltest ja eher auf den Umgang mit (psychisch) herausfordernden Inhalten statt die Behandlung (inhaltlich/sprachlich) komplexer, literarischer Werke im Unterricht, was auf der ersten Seite durch die Mituser (m/w/d) diskutiert wurde, hinaus.
Der Ausgangspost war eigentlich ganz deutlich, andere haben ein hundertstes "braucht's unbedingt Goethe" daraus gemacht.
Stille Mitleserin , absolut, ich finde die eigene bewusste Auseinandersetzung im Vorhinein trotzdem wichtig und diesen Thread hier deswegen sehr interessant.
Edit: ich unterrichte an der Förderschule oft fachfremd und bin dann im Akutfall schnell aufgeschmissen, wenn ich mit einem Thema nicht rechne. Judenhass durch fanatischen Moslem war sowas, ich war schlicht und ergreifend in der Unterrichtsstunde überfordert.
Quittengelee : Der Ausgangspost war eindeutig, da stimme ich dir zu, der Threadtitel lässt sich jedoch in die skizzierte Goethe-Richtung interpretieren.
Warum? Was wäre eine eindeutigere Formulierung als ‚Umgang‘ ?
Quittengelee : Der Ausgangspost war eindeutig, da stimme ich dir zu, der Threadtitel lässt sich jedoch in die skizzierte Goethe-Richtung interpretieren.
Nö. Außerdem: wer darauf beharrt, dass die Jugend von heute nicht mehr genug liest, sollte doch zumindest die Geduld haben, den Ausgangsbeitrag zu lesen.
Warum? Was wäre eine eindeutigere Formulierung als ‚Umgang‘ ?
Mein Vorschlag wäre "Psychisch herausfordernde Unterrichtsthemen - worauf achten?".
Das ist etwas allgemeiner gehalten, da solche Themen zumindest ansatzweise auch in der Sekundarstufe I und in anderen medialen Formen (z.B. Filme) vorkommen können.
Ich bin mal über den Ausdruck "Teaching PARSNIP" gestoßen - vielleicht wissen die Englischlehrkräfte ( Bolzbold ?) mehr dazu.
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