Didaktisches Fenster@UB

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    • Didaktisches Fenster@UB

      Grüße euch,

      habt ihr gute/schlechte Erfahrungen gemacht, insofern ihr bei einem UB ein "Didaktisches Fenster" gezeigt habt?
      Nennt man dies so? Muss ja im Entwurf erwähnt werden ;-)

      Meine Idee ist es, in der ersten Unterrichtsstunde der Doppelstunde die SuS zu einem Zielarbeitsauftrag der Doppelstunde zu lenken und mit jener Arbeitsbewältigung in jeweiligen differenzierten Kleingruppen zu starten.
      Dann in der übergehenden nächsten Unterrichtsstunde, ohne Pause, wird der Besuch anbei kommen.
      Die SuS können in dieser Phase noch an ihrer Aufgabenstellung und der Präsenationsform weiterarbeiten und ich agiere als "Berater", "Unterstützter" und "Organisator".

      Somit haben wir dann doch insgesamt die Hälfte der UB-Stunde als Präsentations- und Zielsicherungsphase, welche wir nutzen können!


      Nun jedoch die Bedenken, dass der Besuch ja nicht den Einstieg zu sehen bekommt (jener ist natürlich im Entwurf vorhanden!) und wie starte ich dann die UB-Stunde?

      Am sinnvollsten einen kurzen Cut, samt Begrüßung und dann einfach "arbeitet weiter..." oder?!

      Wäre super, wenn erfahrene Lehrer da mal etwas von ihrem Wissen preisgeben könnten! Vielen Dank :gruss:
    • Hallo,

      ich bin kein erfahrener Lehrer, aber ich habe dies zweimal gemacht.

      UB in Chemie: Einstieg, Problem, Hypothesenformulierung und Demoexperiment in den ersten 45 Minuten
      Dann kamen die Besucher. Mein Einstieg dort sah so aus, dass ein Schüler die Beobachtungen des Versuches wiederholt hat. Die Hypothesen standen noch an der Tafel. Und dann ging es direkt in die Erarbeitung. Anschließend Sicherung und Rückführung zum Einstieg, auf die Hypothesen.
      War vollkommen legitim, da nicht jedes Experiment für 45 Minuten mit Erarbeitung taugt.

      UPP in Chemie:
      Gruppenmixverfahren (Mischung zwischen Partnerpuzzle und Expertenpuzzle). Aufgeteilt in 4 Phasen. Am Tag vor der UPP habe ich den Einstieg, sowie die ersten zwei Phasen laufen lassen. Alle 4 Phasen (was machen die Schüler wo) hatte ich visualisiert an der Wand.
      UPP war der Einstieg, dass ein Schüler zusammengefasst hat wo wir uns innerhalb der Methode befinden und welche Phase nun kommt.
      Ging dann auch direkt mit der Erarbeitung weiter, anschließend Sicherung und Rückbezug zum Einstieg.

      Wichtig dabei ist, dass du nicht immer solche Stunden zeigst. Meine ET Stunde war entsprechend auch anders geplant um eben auch den Einstieg und Problematisierung zu zeigen.
      Ebenso sollte man bei den Besuchen mit dem FL ein Spektrum an Stunden zeigen, soweit das möglich ist.
      Dabei darf natürlich auch ein didaktisches Fenster sein. Am BK wird klassisch in 90 Minuten Blöcken unterricht, die Inhalte lassen sich nicht immer so weit reduzieren.

      Was wichtig ist: Welche Phase liegt in welcher Stunde. Bei dir klingt es nach einer Arbeitsphase, die einfach mehr Zeit benötigt? Oder lässt sich da zwischen verschiedenen Phasen noch ein Cut machen, womit du dann einsteigen kannst.
      Denn Arbeitsphase unterbrechen damit man Begrüßen kann klingt für mich dann etwas holprig. Bei mir war der Schnitt immer nach einer bestimmten Phase und nicht innerhalb einer Phase.

      Wie viel Zeit liegt bei dir dann noch in Arbeitsphase und wie viel in Sicherungsphase?
      Weiß ja nicht was die Schüler machen, aber könnte man nicht daraus eine reine Präsentation (Galeriegang) machen?
    • chilipaprika schrieb:

      ICH hätte sowas nie im UB gemacht, es wäre mir zu riskant gewesen, schon alleine, weil meine FachleiterInnen immer alle Phasen sehen wollten.
      Aber hier vielleicht zum Nachlesen:
      referendar.de/forum/viewtopic.…aktisches+fenster#p350350

      Hehe, stimmt da hatte ich einen Thread dazu gestartet. Danke für die Erinnerung, wollte da ja auch noch was dazu schreiben.
    • Ich bin ja vom alten Eisen, daher nochmal für Dumme nachgefragt: Der Begriff meint "45 innerhalb einer als Doppelstunde geplanten Doppelstunde zeigen"?

      Das machen die Reffis hier ständig. Geht auch nicht anders, weil es hier fast nur noch Doppelstunden gibt.
    • Kiggie schrieb:

      Was wichtig ist: Welche Phase liegt in welcher Stunde. Bei dir klingt es nach einer Arbeitsphase, die einfach mehr Zeit benötigt? Oder lässt sich da zwischen verschiedenen Phasen noch ein Cut machen, womit du dann einsteigen kannst.
      Denn Arbeitsphase unterbrechen damit man Begrüßen kann klingt für mich dann etwas holprig. Bei mir war der Schnitt immer nach einer bestimmten Phase und nicht innerhalb einer Phase.

      Wie viel Zeit liegt bei dir dann noch in Arbeitsphase und wie viel in Sicherungsphase?
      Weiß ja nicht was die Schüler machen, aber könnte man nicht daraus eine reine Präsentation (Galeriegang) machen?
      Merci :aufgepasst: , für die sehr guten Hinweise und grundsätzlich, dass Du dies in einem UB und sogar UPP "getan" hast :)

      Also, genau - es klingt nach einer angedachten medialen Arbeitsphase in Politik, welche aufgrund von Medieneinsatz recht viel Zeit benötigt und somit keine 45 Minuten ausreichend sind.

      Den Einstieg bzw. die Problemhinführung würde ich in den ersten 45 Minuten durchführen und insoweit verschriftlichen, dass der Besuch - insbesondere der FS - jenes erkennen kann.

      Ich werde das Ganze einmal vorab in den nächsten Stunden durchspielen, damit die SuS mit der Methode etc. vertraut(er) sind und dann kann ich es genau einschätzen, wie viel Zeit in der Arbeitsphase und Sicherung liegen wird.
      Denke, dass die Arbeitsphase doch noch gut 20/25 Minuten gehen wird, in welcher der Besuch vor Ort ist. Der Rest wäre die Sicherung bzw. Präsentation der Ergebnisse und Zusammeführung am Smartboard.
      Für eine reine Präsenation wäre die Arbeitsphase vorab zu kurz und die Präsentation wird auch keine komplette Unterrichtsstunde von 45 Minuten Zeit in Anspruch nehmen, so mein Plan.

      Aber Du hast recht, es wäre etwas holprig, wenn ich die Arbeitsphase der SuS unterbreche, nur um den Besuch zu begrüßen!
      Hat vielleicht noch jemand eine Idee, wie man das geschickt lösen kann?! ;)
    • Ich kenne das mit dem "didaktischen Fenster" von meinem Geo-Kollegen.

      Er musste auch keine vollständige Lernlinie zeigen: Wichtig war, dass die Stunde auch noch eine Problematisierung oder "Wiederaufnahme der Lernlinie" hatte.

      Also eine kurze Zusammenfassung des bisher Erarbeiteten, eine Leitfrage neu aufwerfen lassen, ein Problem präsentieren, die SuS das Stundenziel oder Ziel der Stunde/Arbeitsphase formulieren lassen zum Beispiel ;)

      Ansonsten kann man das ja alles im Entwurf begründen. Viel Erfolg! :)
    • FranziS. schrieb:

      habt ihr gute/schlechte Erfahrungen gemacht, insofern ihr bei einem UB ein "Didaktisches Fenster" gezeigt habt?
      Während meines Referendariats habe ich sowas nie gezeigt sondern immer abgeschlossene 45 Minuten Einheiten.

      Da wir bei uns an der Schule immer Doppelstunden haben, habe ich das später, als es um die Lebenszeit-Verbeamtung ging, gemacht. Bei allen Unterrichtsbesuchen blieb der Schulleiter dann aber die komplette Doppelstunde, war also nichts mit "didaktischem Fenster". Es war vorher der ausdrückliche Wunsch der SL, daß da kein Schauunterricht für 45 Minuten stattfindet sondern der komplette Plan ausgenutzt, also für die Doppelstunden geplant wird.

      Also richte Dich, wenn Du sowas machst, darauf ein, daß die Gäste dann auch länger bleiben könnten und Du das komplette Programm zeigen mußt.
    • Also ich habe in den Unterrichtsplanungen immer eine Stundenreihe beschrieben und dann eben recht genau die gezeigte Stunde und wie sie sich in die Stundenreihe einordnet und welche(n) Phase/Teile/Ausschnitt aus der Stundenreihe gezeigt wird
      Natürlich habe ich immer Ausschnitte aus einer Stundenreihe gezeigt, in denen auch etwas zu zeigen war (und wichtig: auch ein Handlungsprodukt, eine Ergebnissicherung o.ä. herauskam).
      Z.B.:
      - Einführungsphasen mit anschließender selbstständiger Informationserarbeitung (Handlungsprodukt/Ergebnissischerung: Liste mit Quellen, Quellenauszüge etc.)
      - Präsentationsphase mit anschließender Diskussion o.ä. (Handlungsprodukt/Ergebnissischerung: Liste mit Fragen/offenen Punkten, Diskussionsprotokoll etc.)
      - Ausführungsphase oder Teile davon (Handlungsprodukt/Ergebnissischerung: Dokumentation was haben wir heute gemacht? was war geplant? wo machen wir das nächste mal weiter? etc.)

      Schlecht wäre es m.E., Unterricht zu zeigen, in dem eine Klausur geschrieben wird. Da sehen die Ausbilder nichts, außer Schüler, die vor sich hin arbeiten.
      Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :_o_P

      8_o_) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:
    • Ich habe immer eine Doppelstunde geplant und eine Einzelstunde gezeigt. Also war entweder der Einstieg, Analyse, Planung und ein Teil der Erarbeitungsphase zu sehen oder der 2. Teil der Erarbeitungsphase und die Präsentation und Reflexion.

      Im Entwurf waren die Reihe und die Stunde ausführlich dargestellt und der gezeigte Teil markiert.

      Habe ich nie anders gemacht. Auch nicht in der UPP. Theoretisch hätte es auch so laufen können, dass ich 45 Min aus einem 5 Unterrichtsstundenfenster hätte zeigen können. Am BK ist es üblich, dass man an einem Tag mehrere Stunden in der Klasse ist.

      EDIT: Um Deine Frage zu beantworten: Zeige ich den ersten Teil, bitte ich die Schüler um ein Zwischenfazit, wie es bisher gelaufen ist, was es für Schwierigkeiten gibt etc und moderiere das. Wenn ich den 2. Teil gezeigt habe, habe ich die Schüler aufgefordert, den ersten Teil den Besuchern mündlich zu erläutern und ihren derzeitigen Stand darzustellen.
    • SchmidtsKatze schrieb:

      Also eine kurze Zusammenfassung des bisher Erarbeiteten, eine Leitfrage neu aufwerfen lassen, ein Problem präsentieren, die SuS das Stundenziel oder Ziel der Stunde/Arbeitsphase formulieren lassen zum Beispiel
      Der Vorschlag klingt plausibel und gut durchführbar, darüber werde ich auf alle Fälle nachdenken! Danke :)

      Sissymaus schrieb:

      Zeige ich den ersten Teil, bitte ich die Schüler um ein Zwischenfazit, wie es bisher gelaufen ist, was es für Schwierigkeiten gibt etc und moderiere das. Wenn ich den 2. Teil gezeigt habe, habe ich die Schüler aufgefordert, den ersten Teil den Besuchern mündlich zu erläutern und ihren derzeitigen Stand darzustellen.
      Sehr gut! Das ist wohl das Sinnvollste und auch am logistischen. Dadurch sind alle nochmals auf dem aktuellen Stand des Geschehens und auch der Besuch weiß, was Sache ist. Werde dies vorab antesten ;)
    • Ich habe in vielen UBs und in beiden UPP Stunden ein "didaktisches Fenster" gezeigt. Ganz einfach weil ich der Meinung bin, dass man oft keine vernünftige aka lerneffektive Stunde in 45 Minuten zeigen kann. Ziehe 5-10 Minuten für den Einstieg ab, 5 Minuten für die Reflexion am Ende 5 Minuten für sonstiges zwischendurch und schon bleiben dir nur noch 20 Minuten um irgendwas zu erarbeiten, zu sichern, zu präsentieren, anzuwenden ... Da kann meiner Meinung nach kein großes Kino passieren. Da lass ich die SuS lieber 45 Minuten in Ruhe und ohne Prüfer im Raum etwas erarbeiten und zeige dann in der Vorführstunde, was wir alles tolles gelernt haben und jetzt anwenden können.
      Nie hat sich ein Prüfer über "didaktische Fenster" gewundert oder sich negativ geäußert, im Gegenteil. Oft wurde sogar dahingehend geraten. In der UPP war es wohl "ungewöhnlich", weil das wohl kaum jemand macht, aber die Benotung am Ende hat mir mit meinem "didaktischen Fenster" Recht gegeben.
    • Nur so als Tipp für die UPP, falls man sich mit einem didaktischen Fenster unsicher fühlt: ich hab meine UPP auf 60 Minuten (Maximum was möglich ist.) verlängert. Meine Begründung war, dass wir in Langstunden (67 Minuten) unterrichten und daher die Schüler und ich das gewöhnt sind. Andere Refis an anderen Schulen haben mit dem Doppelstundenprinzip argumentiert. So bekam man alle Phasen deutlich besser unter.
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • yestoerty schrieb:

      Nur so als Tipp für die UPP, falls man sich mit einem didaktischen Fenster unsicher fühlt: ich hab meine UPP auf 60 Minuten (Maximum was möglich ist.) verlängert. Meine Begründung war, dass wir in Langstunden (67 Minuten) unterrichten und daher die Schüler und ich das gewöhnt sind. Andere Refis an anderen Schulen haben mit dem Doppelstundenprinzip argumentiert. So bekam man alle Phasen deutlich besser unter.
      reine Neugierde: Wie kommt man denn ausgerechnet auf 67 Minuten?
      Pleased to meet you, hope you guess my name.
    • DePaelzerBu schrieb:

      reine Neugierde: Wie kommt man denn ausgerechnet auf 67 Minuten?
      <lästermodus>Da hat einer 'ne Doktorarbeit drüber geschrieben und und dabei Arbeitszeiten mit 5 Stellen nach dem Komma berechnet. </lästermodus>
      Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :_o_P

      8_o_) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:
    • Nö. Die Rechnung ist ganz einfach. Die Schule fand 90 Minuten zu lang für die Unterstufe und unpraktisch für die Nebenfächer. Im Umkreis machen einige Schulen 60 oder 70 Minuten, das war dem Schulleiter (Mathelehrer) zu unpräzise in Bezug auf die Pflichtstundenzahl in der Oberstufe. Ein GK ist 3x45 Minuten. Dort sind es 2x67 (45+45/2). (Die Klingel kann keine halben Minuten.) Also eine praktikable Umrechnung. Dementsprechend krumm sind aber auch die Pausenzeiten. Ach und hab ich erwähnt, dass der LK einen Tag morgens früher beginnt, damit man die 5x45 Minuten auch umrechnen kann?
      Ich arbeite dort nicht mehr, das war ein Ganztagsgymnasium.
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • Meine eine Fachleiterin wollte es genau so, nur die zweite Hälfte der Doppelstunde sehen. Die kam dann einfach rein, nix mit nochmal Begrüßung usw. Sie wollte in einem Besuch den Einstieg sehen und im nächsten dann das Ende, immer mal abwechselnd. In meiner UPP haben die SuS auch nur den AFB 2 präsentiert und die Deutung zu einer Karikatur gemacht, das Beschreiben und die historische Einordnung hatten wir in der Stunde davor schon gemacht, die war aber an einem anderen Tag, also bin ich dann schon ganz normal eingestiegen in der UPP, passend zu dem, was dann am Ende rauskommen sollte.

      Meine Fachleiterin und auch die anderen Prüfer (hatte Fremdprüfer) waren der Meinung, dass eine Geschichtsstunde mit allen AFBs grundsätzlich nicht in eine Einzelstunde passt und durchaus auch auf 4 Stunden als kleine Sequenz angelegt werden kann...

      Hier wo ich jetzt bin, wird Geschichte teilweise einstündig unterrichtet und ich habe auch schonmal hospitiert beim Kollegen, der in dieser Zeit wirklich ne runde Stunde hinbekommen hat. Da war aber die Arbeitsphase Einzelarbeit und das Ende nur mündlich, also nix mit Schüler schreiben Folien voll und präsentieren dann noch was...
    • Lemon28 schrieb:

      Meine Fachleiterin und auch die anderen Prüfer (hatte Fremdprüfer) waren der Meinung, dass eine Geschichtsstunde mit allen AFBs grundsätzlich nicht in eine Einzelstunde passt und durchaus auch auf 4 Stunden als kleine Sequenz angelegt werden kann...
      Eine "mal" sehr vernünftige Fachleiterin - Du damals glücklicher Referendar!!! :)