Wie geht ihr dem Corona-Virus entgegen?

  • Unsere Schüler kommen größtenteils mit Schulbussen. Wenn wir im Schichtbetrieb unterrichten sollen, frage ich mich, wie die Schüler zur Schule hin und wieder heim kommen sollen.

    In dem der, der für die Busse zuständig ist (i.d.R. Schulträger) ausreichende Buskapazitäten zu den entsprechenden Zeiten bucht.

    Wie sieht so was denn rechtlich aus, wenn meine SL oder wer auch immer beschießt, dass 15 Menschen in eine Klasse sollen, ich als Lehrkraft aber bedenken an der Umsetzung der Abstands- und Hygieneregeln habe und diese nicht eingehalten werden könne und ich das beweisen kann (zb durch Messen der Abstände).


    Als Beamter: Dokumentieren, Remonstrieren und bis zur Reaktion darauf weiter arbeiten.

  • Aus einem Bericht der Tagesschau: "Rki zu Corona-Lage"

    Zitat

    In der Debatte um Lockerungen stellte sich das RKI im Wesentlichen hinter die jüngsten Empfehlungen der Nationalakademie Leopoldina. Wieler sagte lediglich, das RKI habe eine leicht abweichende Einschätzung zum Vorgehen bei den Schulöffnungen. Das RKI sei der Meinung, dass es "epidemiologisch sehr viel Sinn macht", erst ältere Schüler wieder zu unterrichten. Es sei zu erwarten, dass diese die Abstandsregeln besser einhielten.

    Ich bin echt mal gespannt auf morgen

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

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    "Urteile nie über einen Moderator dieses Forums, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist." (frei nach Firelilly)

  • Als Beamter: Dokumentieren, Remonstrieren und bis zur Reaktion darauf weiter arbeiten.

    Das genügt sicher nicht, weil da Gefahr im Verzug ist. Sofort nach der Ankündigung mit Personalrat und Schulamt in Verbindung treten und sich von dort SCHRIFTLICH verhaltensanweisungen geben lassen. Auch die Schulleitung auffordern, die Anweisung, dass in dieser Konstellation gearbeitet werden muss SCHRIFTLICH geben lassen, um bei daraus resultierenden Schädigungen Regress fordern zu können. Sonst heißt es nur: "Sie hatten sich ja freiwillig dazu bereit erklärt..."

  • Ironie ist da völlig fehl am Platz. Ich rede von Desinfektion, Handschuhen Mundschutz etc.


    PLAYMOBIl wäre vielleicht eine Option.


    https://www.playmobil.de/playm…ase-mund-maske/70536.html

    Ich hätte wirklich gerne eine Glasscheibe, weil ich weiß, dass ich keine kriege, habe ich es lieber unter Ironie eingestuft.


    Also eine Glaswand vom Boden bis zur Decke.

    Ebbes isch emmer.


    Wenn man nicht immer alles weiss, nervt man sich unter Umständen weniger. (Froeschli, hat nichts mit dem hier anwesenden Frosch zu tun)

  • Zitat

    um bei daraus resultierenden Schädigungen Regress fordern zu können.

    Das wird praktisch unmöglich sein. Denn dafür müsstest du nachweisen können, dass du im Dienst infiziert wurdest.


    kl. gr. frosch

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  • Nur noch ein Mal schlafen!!! Dann können wir uns entweder beruhigt weiter auf Home Office einstellen oder überlegen wie man vorgehen kann...

    Diese ganzen Horrorszenarien hier bringen doch überhaupt nichts.

    Ich persönlich glaube immer noch nicht an eine Schulöffnung. Selbst wenn man wirtschaftlich argumentieren will (Eltern können wieder arbeiten) kommt man dem mit schulischen Schichtbetrieb überhaupt nicht entgegen.

  • In dem der, der für die Busse zuständig ist (i.d.R. Schulträger) ausreichende Buskapazitäten zu den entsprechenden Zeiten bucht.


    Witzig! Hier ist es noch nichtmal möglich, die Buszeiten den Unterrichtszeiten anzupassen. Alle 4 weiterführenden Schulen müssen sich den Fahrzeiten der Busse anpassen, was z.B. dazu führt, dass es w. nur sehr kurze Pausen gibt.

  • Ich finde es ganz spannend, dass sich doch einige Politiker kritischer über die Schulöffnungen äußert.


    Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier bewertet den Vorschlag einer schnellen Öffnung von Grundschulen in der Corona-Krise sehr skeptisch. Er könne sich nicht vorstellen, dass Hessen diesen Weg gehen werde, sagte Bouffier in Gießen mit Blick auf die Leopoldina-Empfehlungen.

    Auch Söder und Müller (Berlin) warnen vor zu schnellen Lockerungen. (Quelle: ntv Corona-Ticker.)

    Müller hat sich auch geäußert, dass in Berlin Lockerungen frühestens Ende April kommen.


    und auch Herr Spahn:

    Die politischen Entscheidungen liege aber bei den Ländern, betont Spahn. Dafür müsse man drei Entscheidungs-Grundlagen beachten: Die Zahl der Neuinfektionen, die Bedürfnisse der Gesellschaft und Wirtschaft und wie man besonders gefährdete Personen schützen könne. Das sei im Hinblick auf die Schulöffnung eine schwierige Aufgabe, alles miteinander zu vereinbaren.


    Anscheinend sehen unsere Politiker die Sachen doch noch realistischer...

  • Dazu ist der AG und Dienstherr aber nicht verpflichtet. Kann er machen aus Freundlichkeit, aber die Angehörigen zu schützen ist Aufgabe derer AG und dann uns und nicht unseres AG.

    Im Beamtenrecht ist der Dienstherr gehalten, im Rahmen des Dienst- und Treueverhältnisses für das Wohl des Beamten und seiner Familie zu sorgen (§ 78 BBG). Dazu zählt wahrscheinlich nicht die Schwiegermutter, aber sicherlich Frau und Kind, für die ja auch Beihilfe gewährt wird.

  • Im Beamtenrecht ist der Dienstherr gehalten, im Rahmen des Dienst- und Treueverhältnisses für das Wohl des Beamten und seiner Familie zu sorgen (§ 78 BBG). Dazu zählt wahrscheinlich nicht die Schwiegermutter, aber sicherlich Frau und Kind, für die ja auch Beihilfe gewährt wird.

    Du redest aber von BW, denn jedes Land hat ja sein eigenes Beamten-Recht, dazu gibt es noch das für Bundesbeamten usw. was sich doch an einigen wichtigen Stellen unterscheidet.


    Edit: Nein, ich sehe, du redest vom Bundesbeamtengesetz, das trifft in der Regel auf keinen Lehrer zu.



    Zumal das ja nicht heißt, dass er deswegen alle freistellen muss, wie er wen wie schützenswürdig hält, ist ja Auslegungssache.

  • Auslegungssache ist es. Aber die Fürsorgepflicht besteht immer. Auch wenn hier immer wieder behauptet wird, dass man keinen Anspruch hat:

    Fürsorgepflicht des Dienstherrn

    Die Schutz- und Fürsorgepflicht des Dienstherrn ist verfassungsrechtlich durch Art. 33 Abs. 4 Grundgesetz mit der Formulierung „öffentlich-rechtliches Dienst- und Treuverhältnis“ vorgegeben und gilt zugleich als hergebrachter Grundsatz des Berufsbeamtentums mit Verfassungsrang.


    Für den Bereich des Bundes ist in § 78 Bundesbeamtengesetz geregelt, dass der Dienstherr im Rahmen des Dienst- und Treueverhältnisses für das Wohl der Beamtinnen und Beamten und ihrer Familien, auch für die Zeit nach Beendigung des Beamtenverhältnisses, zu sorgen hat. Zudem schützt er die Beamten bei ihrer amtlichen Tätigkeit und in ihrer Stellung. Eine gleichlautende Regelung für die Länder ist in § 45 Beamtenstatusgesetz enthalten. Der Anspruch auf Fürsorge und Schutz steht jedem Beamten und seiner Familie ohne Rücksicht auf die Art des Beamtenverhältnisses zu, nicht aber Personen, deren Ernennung nichtig war oder zurückgenommen worden ist.


    Quelle: dbb https://www.dbb.de/lexikon/the…icht-des-dienstherrn.html

  • Zitat

    Auch wenn hier immer wieder behauptet wird, dass man keinen Anspruch hat

    Das behauptet jemand?

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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  • Ich stelle mir gerade folgendes Szenario vor: Deutsch-Abitur, 20. Mai. Dauer: 515 min. Ich sitze mit einer Kollegin zur Aufsicht in einem Raum mit 8 Schülerinnen und Schülern. Die Arbeiten sind ausgeteilt, es wird seit 15 min. gearbeitet. Hölderlin: Gedichtanalyse. Alle Fenster des Raumes sind sperrangelweit zur Lüftung geöffnet. Die Hälfte der Anwesenden trägt einen selbstgebastelten Mundschutz, die andere nicht.

    Auf einmal fängt Linus P. an zu niesen. Hatschi! Hatschi! Alle Köpfe zucken nervös zusammen. Hatschi! Linus P. stockt kurz, beteuert dann, dass er starken Heuschnupfen habe und wegen der geöffneten Fenster niesen müsse. Alle schreiben weiter. Das Niesen von Linus P. steigert sich weiter, inzwischen unterbrochen von kurzem trockenem Husten. Wieder hören alle auf zu schreiben. Linus P. meint, in besonders schweren Fällen würden seine Beschwerden asthmatisch, ich solle doch wegen der Pollen bitte endlich das Fenster schließen. Das Schließen des Fensters widerspricht den kultusministeriellen Vorgaben zur Durchführung des Abiturs. Da auf gute Lüftung zu achten sei, müssen während der Prüfung die Fenster göffnet bleiben. Als gute Beamtin folge ich den KM-Anweisungen und die Fenster bleiben offen. Es wird weitergeschrieben. Linus P. hustet weiter.

    Katharina N., die neben den ihm sitzt, blafft ihn an, er solle doch bitte wenigstens auf die Niesetikette achten. Kurze Zeit Ruhe, danach wieder Husten. Alle schreiben weiter, wieder Husten. Plötzlich wird das Husten von einem anderen Geräusch unterbrochen. Cora H. hat heftig begonnen zu weinen und schluchzt, unter diesen Bedingungen könne sie nicht weiterarbeiten.

    In der hintersten Reihe meldet sich Jonas S., der beste der Klasse. Er hat die vor ihm liegenden Anweisungen für Prüflinge genau gelesen und fordert mich nach Punkt 3.1. auf, dass ich Linus P. aufgrund "respiratorischer Probleme" unverzüglich von der Prüfung auszuschließen habe. Linus P. wird daraufhin pampig und brüllt, wegen seines Heuschnupfens lasse er sich sicher seine Abiprüfung nicht versauen. Bevor die beiden handgreiflich werden können, packt Cora H. ihre gerade einmal 3 beschriebenen Aufgabenblätter und wirft sie mir vor die Füße. Schluchzend verlässt sie den Raum.


    Am nächsten Tag lese ich in der Süddeutschen, dass nach Auskunft des Sprechers des bayerischen Kultusministeriums das Deutsch-Abitur nach Plan und ohne weiteren Vorkommnisse verlaufen sei.

  • das rki stellt sich hinter die leopoldina, ja. aber in einem anderen, als dem von der tagesschau hervorgehobenen sinn:


    das rki sagt heute im presse briefing, die seuche sei nicht eingedämmt, da reproduktionsrate aktuell immer noch über 1. und zwar seit tagen. das imperial college london schätzt r für deutschland noch deutlich höher, über 2.


    und das rki (und auch die leopoldina in ihrem eher naturwissenschaftlichen paper von Anfang April, das quasi die zahlen zu dem jetzt eher sozialwissenschaftlichen paper von gestern liefert, in dem von gestern sind ja gar keine zahlen, da autoren eben keine naturwissenschaftler mehrheitlich) sagen beide, dass man an schrittweise öffnung der schulen oder von was auch immer erst ernsthaft denken kann, wenn die voraussetzungen dafür gegeben sind. und die sind nunmal


    a) r stabil unter 1 und

    b) absolute zahl jeweils laufender fälle deutlich geringer als jetzt, damit contact tracing möglich und in der folge isolation der infiuzierten und wenigstens 80% der kontaktpersonen, eher 90%, und zwar nicht erst seit symptombeginn sondern deutlich früher, mindestens zwei tage (--> tracing app zwingend nötig, aktuell geht man davon aus, dass 50% der neuinfektionen durch leute passieren, die noch keine symptome haben (40%) und vielleicht auch nie welche bekommen werden (10%)).

    c) beibehaltung und ausbau der bisherigen maßnahmen, d.h. mundschutz für alle im öffentlichen raum, sicher auch in schulen. und weiterhin abstand. wir haben aber nicht mal genug mundschutz fürs medizinische und pflegende personal im moment. die nähen selber masken.


    weder a) noch b) noch c) liegen aktuell und wohl auch nicht anfang nächster woche vor (zumal die niedrigen meldezahlen der letzten tage doch offensichtlich mit den feiertagen zu tun haben, da muss man nochmal warten, wie sich das entwickelt), und insofern werden die meisten politiker auch morgen und in den kommenden wochen doch hoffentlich weiter rational entscheiden und nicht mal eben im nebel planlos abrehen und gegen die wand rumsen. das wäre schlecht, in dem auto sitzen wir alle.


    wie wenig der herr von der leopoldina jemals mit lebenden kindern oder jugendlichen in gruppen zu tun hatte, kann man im zdf-interview von gestern abend bewundern. meine nase. das kommt halt raus, wenn vor allem weiße alte männer entscheiden sollen, was sie in ihrem leben bisher kaum betroffen hat, weil sich bisher vor allem frau gemahlin um die aufzucht des nachwuchses kümmerte und weil sie sicher nicht in den letzten jahren länger mal an einer deutschen schule im unterricht waren. da helfen auch ein paar habilitierte "bildungsexperten" in dem gremium sehr wenig. vielleicht hätte man mal ein paar leherInnen oder schulleiterInen befragen sollen.

  • genau das was gingergirl beschreibt. und ich finde es leider gar nicht witzig. es ist eine zumutung, unter diesen umständen von jugendlichen zu verlangen, abitur zu schreiben. durchschnittsabitur nennt sich die alternatividee.

  • In der nächsten Woche wird 100% gar nichts passieren.

    Ich glaube eher, dass die Maßnahmen bis zum 01.05. weiter gehen werden.

    Danach wird nochmal neu entschieden, ob und wann die Schulen wieder öffnen.

    Angela wird nach allem was sie so die letzten Wochen von sich gegeben hat eher vorsichtig sein.


    Vielleicht ist es auch nur Wunschdenken, und wir werden als erstes wie die Sau durchs Dorfs getrieben.

  • keckks: nicht nur für die Jugendlichen eine Zumutung, sondern doch auch für die Aufsichten. Ich halte das Szenario nun wirklich nicht für abwegig, sondern für absolut denkbar: wie sollte ich in diesem Moment angemessen reagieren? Ich schlaf jetzt schon schlecht, wenn ich an das Abi denke.

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