Ein Jahr zurück: 13. März 2020 ....

  • Vor ca. einem Jahr hat unsere Schulleitung auf der letzten GK in Präsenz und vollständig dann auch gesagt:


    Naja und wenn sie dann mal wirklich die Schulen zumachen, dann schaffen wir die paar Wochen auch.

    Ein Jahr später, technisch von der Ausstattung nicht wirklich weiter, aber an Erfahrung viel viel weiter.

    KLassenweise Quarantäne, Masken im Unterricht, Schnelltests vor Ort und Impflisten, wer hätte so etwas vor einem Jahr noch für möglich gehalten?!?

  • Ja, wer hätte derart viel Dilettantismus, Unwillen, Scheißegalmentalität und Geiz von Seiten der Ministerien, Schulämtern und Kommunalverwaltungen erwartet.

  • unsere SL war der Meinung, okay 3 Wochen Schulschließung bis Ostern das hat ähnlichen Unterrichtsausfall wie Austausch (wir haben normalerweise mehrere pro Jahr) oder Krankheit zu Folge. Meine Mutter konnte sich nicht vorstellen, nur einmal Gymnastik ausfallen zu lassen, als ich sie darum bat. Als ich danach meinte, es gibt Menschen, die meinen, dass das bis Sommer dauern wird, nannte sie diese verrückt.


    (Und ich habe zwar von Spanischer Grippe und 3 Wellen gelesen, aber vorstellen ist dann doch etwas anderes.)

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Die Situasion wird sisch verschleschtern, bevor sie sisch verbessert. (Alain Berset verkündet den 1. Shutdown)


    Das ist der Satz, der mir vom 13. März 2020 geblieben ist.


    Und dann schrieb ich meiner Klasse ins Teams: Ich sehe Sie dann im August wieder.

  • Eben "12. März 2020" hier nachgelesen. Sehr viel getippt worden an diesem Tag. Das war der Tag, als die Schulschließungen beschlossen wurden... Seltsames Gefühl


    Edit: danke fürs Verschieben. Offenbar hatten wir denselben Einfall gerade, nostalgisch zu werden...

    Einmal editiert, zuletzt von UrlaubVomUrlaub ()

    • Offizieller Beitrag

    Ich weiß noch, wie mich an dem Freitag nach der 5. Stunde eine Schülerin aus dem 4. Schuljahr ansprach und fragte: "Herr Frosch, was denkst du. Sind wir Montag in der Schule?" "Ich weiß es nicht, [Name]. Ich glaube aber nicht." Das enttäuschte, verwunderte Gesicht werde ich wahrscheinlich nie wieder vergessen.


    kl. gr. frosch

  • Ich war an diesem letzten Freitag ausgerechnet in einer Schule zum Bewerbungsgespräch (und das halt hier in einem anderen Bundesland). Die letzten zwei, drei Tage vorher hatte ich schon immer gefürchtet, dass sie mich evtl. ausladen, weil NRW damals ja als gaaaaanz gefährlich galt.


    Meine Kinder kamen damals nach Hause mit der Mitteilung, sie sollten vorsichtshalber alle Unterlagen mit nach Hause nehmen (was sonst in der Schule bleibt). Da war schon was im Busch... Und dann die Info: 2 Wochen lang Schulen zu. WAS FÜR EINE MELDUNG DAMALS.


    ...

  • Ich weiß noch, wie mich an dem Freitag nach der 5. Stunde eine Schülerin aus dem 4. Schuljahr ansprach und fragte: "Herr Frosch, was denkst du. Sind wir Montag in der Schule?" "Ich weiß es nicht, [Name]. Ich glaube aber nicht." Das enttäuschte, verwunderte Gesicht werde ich wahrscheinlich nie wieder vergessen.


    kl. gr. frosch

    Ich habe am Donnerstag Abend Söder gehört, der davon sprach, dass die Südländer (er verwendete tatsächlich den Ausdruck), sich entschieden hätten, die Schulen bis Ostern zu schließen.


    Mir war sofort klar, okay Baden-Württemberg auch, bin an den Schreibtisch, habe für die 4 Klassen am Freitag Material erstellt und Freitagfrüh an der Schule kopiert. Alle Schüler, aber auch einige Kollegen waren irritiert. "Glauben Sie wirklich ..." Ich habe den Satz von Söder wiederholt.


    Erst nach Schulende gegen 14 Uhr (Freitag) kam die offizielle Nachricht für Baden-Württemberg und wir hatten Montag noch ganz normal Schule (bei uns fiel aber der Nachmittagsunterricht aus, dafür gab es für Lehrer einen Crashkurs Digitales Unterrichten. Es war ein seltsames Gefüh zum 1. Mal Abstand, die Hausmeister hatten die Aula neu bestuhlt. )

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  • Das war so ein heftiger Tag damals! Es hat sich sooo surreal angefühlt!

    Wir waren uns irgendwie sicher, dass die Kinder in zwei, drei Wochen wieder da sein würden. Aber in voller Klassenstärke waren sie bis Sommer nicht mehr da.


    Und ein Jahr später sind wir schon wieder / immer noch im Ausnahmezustand, im Wechselunterricht.

  • Ich war erleichtert an diesem Freitag als sie uns nach Hause geschickt haben. Es war eine extrem unangenehme Woche, ständig mit dem Gedanken da waren in den Fasnachtsferien so und so viele Jugendliche in Italien, Spanien,... in den Ferien und kein Mensch weiss, wie viele das Zeug mitgebracht haben. Ich habe mich danach nie wieder so unwohl gefühlt.

  • Ich habe damals im Unterricht meiner 10. Klasse in die Pressekonferenz reingeschaut und da erfuhren wir von der Schulschließung. Ein ganz komisches Gefühl. Die Schüler waren gegangen und wir verließen auch das Schulhaus wie das sinkende Schiff. Plötzlich war Corona wirklich da, greifbar. Ich hatte damals noch mit zwei Wochen gerechnet. Dann waren es fünf Wochen und dazu Homeschooling - für uns alle total fremd. Ich habe tatsächlich drei Tage gebraucht, bis ich mich aufraffen konnte, Material zu erstellen.

    Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen, war aber so naiv zu glauben, dass der Zustand ein paar Wochen anhalten würde und dann wäre alles wieder okay. Mit über einem Jahr hatte ich nie gerechnet.


    Sarek

  • Donnerstag hatten wir schon den Vereinssport abgesagt und ich habe aus München den Wink bekommen, dass es wohl zu Schulschließungen kommt. Also habe ich lange noch Unterlagen zusammengestellt für meine Klassen und alle am Freitag versorgt. In der 4. Stunde dann die SL mit der Kurzkonferenz und dem Hinweis "markieren Sie sich den Tag im Kalender"... Musste man gar nicht, das Datum kann ich mir mittlerweile so merken.
    Aber - wir haben gemerkt, wie fit unsere Schule eigentlich ist und jetzt endlich den Sinn der Lüftungsanlagen, die bei der Sanierung verbaut wurden, verstanden - inkl. CO2-Messgeräten. Da ist zwar noch Potential nach oben - funktioniert nicht alles so wie es soll - aber eigentlich auf einem guten Weg.

  • Ich wurde in der Woche im Naturwissenschaftsunterricht von Schüler:innen immer wieder gefragt, ob ich glaube, dass wir uns nach dem WE wiedersehen. Von Montag bis Freitag wandelte sich meine Antwort sehr stark, war sie am Anfang noch "schauen wir mal, glaube schon", habe ich am Freitag gesagt: "Packt euren Kram zusammen" und habe auch selber meinen Spind leergeräumt. Als ich dann mit dem Auto direkt nach der Schule zu einer Veranstaltung fuhr, habe ich Laschets Rede live eingeschaltet und dadurch dann mitbekommen, wie es weitergeht. Abends war das eines der bestimmenden Themen (was nicht wundert, es war eine politische Veranstaltung). Damals habe ich noch vermutet, dass wir nach den Osterferien langsam wieder in den Normalbetrieb zurückgehen.

  • Ich weiß noch wie ich die Treppe runter ging, ein Kollege mir das im Vorbeigehen sagte und ich zwischen Erleichterung und Gleichgültigkeit schwankte. Erst als es dann hieß: auch die Kitas schließen und ich beim Abholen mit Ikeataschen alle Sachen der Kinder mitnahm (als einzige) wurde mir das eher bewusst.

    Und dann saßen wir hier und machten Pläne wie es funktionieren kann, dass wir beide arbeiten und die Kinder betreut sind.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Meine Kinder kamen damals nach Hause mit der Mitteilung, sie sollten vorsichtshalber alle Unterlagen mit nach Hause nehmen (was sonst in der Schule bleibt). Da war schon was im Busch... Und dann die Info: 2 Wochen lang Schulen zu. WAS FÜR EINE MELDUNG DAMALS.

    Mein großes Kind hat noch total hysterisch gekreischt, dass ihr das doch nicht zuzumuten wäre, dass sie alles mit nach Hause nehmen soll aus ihrem Spind, dann müsste sie es jeden Tag wieder ,mitnehmen in die Schule.

    Heute reagiert sie auf solche Ansagen von mir etwas anders, wenn auch meist mit der Frage: Wer fährt mich? Aber sie hat inzwischen verstanden, dass die Anweisungen alles mitzunehmen kein Versuch ist sie zu ärgern, sondern meist schon Hintergrund-Infos bei mir vorliegen, die bei ihr noch nicht angekommen sind. Ich lag bisher jedes Mal richtig mit der Einschätzung, wann alles mitzunehmen ist (auch wenn meine Kollegen das in der Schule beim ersten Mal auch für übertrieben hielten, inzwischen handeln sie auch so),


    Wir haben uns übrigens damals auch an dem Donnerstag vor der Schulschließung von den Nachbarschulen in der Schwimmhalle verabschiedet mit mal sehen, wann wir uns das nächste Mal sehen, die eine Schule habe ich durch das neue Hygienekonzept in der Schwimmhalle und Schulen, die den Schwimmunterricht noch nicht wieder aufgenommen haben seitdem auch nicht mehr gesehen. Aber bei der Verabschiedung wurde ich damals noch belächelt.

    Somit freue ich mich schon auf Donnerstag und den ersten Schwimmunterricht seit Dezember.

  • Bei uns war es an dem Vormittag so ähnlich, wie Sarek es schilderte: Wir haben in den meisten Klassen die Lehrer-PCs und den Beamer eingeschaltet und mit den Scbüler*innen zusammen die Pressekonferenz geschaut, die um 10:30 Uhr startete. Dort wurden die Schulschließungen, die sich schon angedeutet hatten, bestätigt. Gar nicht so wenige SuS haben sich darüber gefreut, denn sie setzten das anscheinend mit verfrühten Osterferien (die hier in Niedersachsen zwei Wochen darauf begannen) gleich. Andere waren - so wie wir Lehrkräfte - sehr betroffen; jetzt wurde es richtig ernst...


    Wir Lehrkräfte haben dann die SuS in den Klassen, die wir noch "greifen" konnten (einige - insbesondere die meisten Berufsschulklassen - hatten ja an dem Freitag gar keinen Unterricht), nochmal gebeten, uns ihre Handynummern und privaten E-Mail-Adressen aufzulisten und alle ihre Unterlagen mit nach Hause zu nehmen.


    Nach der 6. Stunde saßen wir noch einige Zeit mit mehreren Kolleg*innen im Lehrerzimmer und haben uns gefragt, wie es nun wohl weitergeht und wann wir uns und die Klassen wiedersehen würden...


    EDIT: Aber wenn ich dieses Jahr in der Rückschau betrachte, muss ich sagen, wir KuK und die SuS haben sich, was das Thema "Digitalisierung" angeht, wirklich gut "eingefuchst". Wie sagte vorletzte Woche ein Kollege: "Ich hätte nie gedacht, dass ich da in so kurzer Zeit soviel hätte dazulernen können, wie es jetzt der Fall war!"

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • unsere SL war der Meinung, okay 3 Wochen Schulschließung bis Ostern

    Das habe ich am Anfang ehrlich gesagt auch gedacht. Ich dachte sogar: Ist das nicht etwas übertrieben, die Schulen zu schließen? Ich hatte noch keine Ahnung, was da auf uns zukommt, hatte mich nicht mit exponentiellem Wachstum befasst und habe immer noch geglaubt, dass es bei uns schon nicht so schlimm wird. Erst später ist mir das ganze Ausmaß nach und nach bewusst geworden, nicht ahnend, dass wir ein Jahr später gefühlt immer noch auf der Stelle treten, was die Schulen anbelangt.

    Als am Tag davor die ersten Gerüchte bei mir ankamen über Schulschließungen, konnte ich das nicht glauben! Ich war noch mit den Kindern beim Sport und die Trainerin sagte: Solange die Schulen noch offen sind, trainieren wir auch weiter. Welche Ironie...

    In dem Sportverein sind die Kinder mittlerweile nicht mehr...


    Ich schaue auf das letzte Jahr zurück und finde es manchmal unfassbar! Aber ich bin froh, dass meine Familie bisher verschont geblieben ist, und frage mich: Was kommt da jetzt noch auf uns zu? Wie sieht es am 13.03.22 aus? Puh...!

    • Offizieller Beitrag

    Vielleicht noch einmal einen Rückblick von mir auf den Donnerstag:

    wir hatten am Donnerstag schon die vorsichtige Info von oben bekommen "Eure Lehrer sollten den Kindern morgen alles mitgeben."

    Vorsichtshalber hatte ich die Eltern schon zwei Wochen vorher über unsere Informationswege im Falle einer spontanen Schließung informiert. (Damals hatten in akuten Fällen im Umkreis schon zwei Schulen kurz zumachen müssen.) Nachmittags hatte ich dann eine kurze Nachricht an meine Kolleginnen rausgeschickt und einen Elternbrief für Freitag vorbereitet. Der ging Freitag raus, u.a. mit der Info: sie erhalten weitere Informationen über die bekannten Kanäle, sobald wir was wissen.

    Außerdem nutze ich den Donnerstag dazu, unsere Homepage "scharf zu schalten". (Joomla-System mit vorhandenen Logins für jeden Schüler/die Eltern.) Ich habe Klassenbereiche eingerichtet, Upload- und Download-Möglichkeiten hinzugefügt, einen "Corona-Bereich" auf der Homepage eingerichtet. Irgendwann um 1 Uhr nachts war ich fertig und war dann auch müde genug, um ins Bett zu gehen.


    Naja, Freitags den Brief rausgegeben und darauf gewartet, dass was passiert. Und um 13:33 kam dann die Schulmail. Um 13:40 ging die erste kurze Info an die Eltern raus: "Ihre Kinder bleiben ab Montag bis auf weiteres zu Hause. Wir werden sie kurzfristig heute Nachmittag mit weiteren Informationen versorgen."


    Und der Rest ist Geschichte ....


    Irgendwann ging ich dann um 18 Uhr durchs Schulgebäude, das leer war. Es war sinnvoll, keine Frage .... aber ich hatte Tränen in den Augen. (Siehe mein Startbeitrag: eine Schule ohne Kinderlachen ist nur ein leeres Gebäude.)


    kl. gr. frosch

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