Zeug aussortieren - wohin damit?

  • Wenns um Bücher geht, wäre vllt Bookcrossing eine Option - mach Wanderbücher draus.

    Aber was Annahme von zB Gebrauchtmöbeln angeht, war ich auch schon mal platt... hab mal meinem Vater geholfen, welche zum Volksverein zu schaffen - "die haben ja Kratzer...." ja meinen die die bekommen Neuware geschenkt?


    Aber was solche "Verschenkkartons" angeht, in der Großststadt funktionieren die. Das ist echt n "Dorfproblem".

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Bei uns gibt es gemeinnützige Vereine, die sogar entrümpeln und dann die brauchbaren Dinge an Bedürftige weitergeben oder für kleines Geld verkaufen.

    Ruf doch mal die Arche oder die Tafel in der nächgelegenen Großstadt an. Die kennen im Zweifel jemanden, der sowas macht.

    Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.

  • Aussortieren ist auch für mich gerade ein großes Thema.

    Aussortiete Sachen loszuwerden ist viel komplizierter, als diese zu kaufen (Geld vorausgesetzt) und auch sehr regionenabhängig. In einer Studentenstadt wird man sehr viel los, auf dem Land dagegen ist es schwerer.


    Ich wohne in einem größeren Dorf und habe mir angewöhnt, die meisten aussortierten Sachen zu verschenken bei Ebay Kleinanzeigen reinzustellen. Dabei lege ich die meisten Sachen nur auf meinen Briefkasten mit nem Zettel dran, sodass der Abholer flexibel an dem Tag sein kann. Das funktioniert sehr gut. Gerade vor ein paar Minuten bin ich einige Dinge auf einmal losgeworden.


    Sachen im Wert von über 20€ versuche ich auch zu verkaufen. Man bekommt selbst bei sehr gutem Zustand kaum mehr die Hälfte des Warenneuwerts, eher so 1/3. Damit muss man halt rechnen.


    Ich halte es so: ich möchte meine Energie möglichst nicht mit dem Loswerden von Aussortietem vertun. Günstig auf Ebay, zu verschenken auf Ebay Kleinnanzeigen (ohne Termin, nur rausstellen!) oder zu nem Sekond Hand Geschäft in meiner Nähe( wenn es dort ins Warensortiment passt und ein einwandfreier Zustand ist).

    Wenn ich das Zeug so nicht loswerde nach 3-4 Wochen auf Ebay Kleinanzeigen, dann landet es im Restmüll. Das kommt recht selten vor, aber ich habe dann kein schlechtes Gewissen, denn:


    Regel Nummer eins: es kommt schon seit Jahren durch mich kaum etwas unnötiges ins Haus. (nun lebe ich nicht allein, und meine bessere Hälfte übt sich nicht so sehr im Minimalismus, zudem bekommt man auch öfter mal was geschenkt, aber ich kann nur für mich walten und schalten).


    Und so würde ich es dir raten Catania: belaste dich mit dem Ballast des Aussortierten nicht zu sehr. Vesuche, es zu spenden, verschenken, etc, und falls das nach einem Zeitlimit nicht geht, dann kommt es halt in die Tonne und ist dir eine Mahnung für einen konsumbewussteren Lebensstil in Zukunft.



    Noch zu Klamotten: Habe ich mal versucht zu verkaufen. Es war ein riesen Aufwand in Relation zum Geld. Ich trage nunmal keine teuren tollen Klamotten (I wish...). Deshalb spende ich einige wenige Teile,( die halt noch sehr gut sind), im Sekondhand-Laden.

    Bei den anderen Klamotten (wenig tragbarer Zustand) bin ich mir über die Entsorgung sehr unsicher. Ich habe mal eine Doku gesehen, wo sich das Rote Kreuz über mangelhafte Kleiderspenden beschwert hat (macht nur Arbeit beim Aussortieren im Roten-Kreuz-Umschlagplatz, können andere Menschen nicht mehr tragen). Ich dachte aber immer auch, dass untragbare Textilien in der Kleiderspende zu Textilschnipsel und dann zu Textilmatten verarbeitet werden, und das war meine Absicht wenn ich kaputte Klamotten in den Kleidercontainer gespendet habe.

    Wenn ich die kaputten Klamotten in den Restmüll gebe, werden sie ja verbrannt.


    https://utopia.de/ratgeber/kap…reste-entsorgen-so-gehts/


    habe gerade gegooglet und hier die Antwort auf meine Frage gefunden. Na gut, dann wirds eben in die Restmülltonne gegeben.

  • Bring die kleinen Sachen in eine große Stadt zu einer Givebox. Möbel zum Abholen für Sozialkaufhäuser.


    Alles was noch einen größeren Wert hat, für 1 € bei eBay. Da man dort 'Sternchen' kriegt, verhalten sich die Leute auch angemessen.

  • Ich halte es so: ich möchte meine Energie möglichst nicht mit dem Loswerden von Aussortietem vertun.

    Ich schließe mich dem an.

    Ich habe schon echt eine Menge Sachen, die durchaus Wert haben (Möbel, Kühlschrank, usw..), "gegen eine Tüte Haribo /Bonbons" verschenkt.


    Erfahrungen:

    - Ideal: lief gut. Mal kamen sogar zwei Tüten Bonbons.

    - Sau blöd: Mensch kam nicht

    - gefühlt noch saublöder: die Person kommt, nimmt das Zeug und meint "ach, ich dachte, es war symbolisch" und hat NICHTS gebracht. Also ein komplettes Sofa und Schrank mitnehmen, sich aber "beschweren", dass es nicht kostenlos ist. Ehrlich gesagt war ich da so sprachlos, ich konnte nichts sagen. Naja, gut für die Hüften :-D


    Zitat

    Wenn ich das Zeug so nicht loswerde nach 3-4 Wochen auf Ebay Kleinanzeigen, dann landet es im Restmüll. Das kommt recht selten vor, aber ich habe dann kein schlechtes Gewissen, denn:



    Vom schlechten Gewissen habe ich auch gelernt, mich zu befreien. Es warten 2 Mülltüten voll mit Kleidung in einer Ecke des Hauses, regelmäßig kommen "polnische Organisationen" vorbei, die darum bitten, Kleidung für Verarbeitung draußen zu legen. Ich _weiß_, dass es ein Restrisiko gibt, dass das Ganze nicht so ideal abläuft, aber: immer noch besser als sofort auf den Müll.
    Bücher (und auch Unterrichtsmaterialien), die ich in Facebook-Gruppen als kostenlos gegen Versand /Abholung inseriert habe und nicht los gehen, bzw. schon 10 Jahre "abgelaufen" waren: ab zum Resthof. Letzten Sommer 4 volle Autoladungen.
    Es wird auch bald eine neue Runde geben.

  • Bei uns gibt es an den Wertstoffhöfen oft solche Give Boxen oder auch Sammelstellen für Spielzeug.

    Ansonsten wurden ja viele Ideen genannt.


    Ich hätte hier bei mir so viele Ideen, bin aber auch aktiv in einer Hilfe für Überlebenskünstler auf der Straße, da bekommt man viel mit.

  • Schulzeug?!

    gedruckte Arbeitsblätter, angesammelte alte Fachzeitschriften, alte Schulbücher, die nicht mehr im Umlauf sind. (1. wir haben keinen Minibus, 2. Ich habe ja sehr viele Fächer, da sammelt sich einiges, wenn man pro Fach 3-5 Jahrgänge an Arbeitsblättern in Leitz-Ordnern hat.).
    Ich hab kein einiges Arbeitsblatt / keine einzige Unterrichtsreihe mehr auf Papier. Was ich in den letzten Jahren nicht angefasst habe, brauche ich nicht mehr. Die letzten 2 Jahre war ich auch fast nur noch digital unterwegs, auch wenn ich die Sachen der Reihe gerne drucke. Wenn ich wieder in die Schule kehre, gibt es aber neue Reihen oder ich habe eh Lust auf Abwechslung. Ich meine: Freuds Theorietexte werden in drei Jahren sicher neu geschrieben worden sein.


    Und es sammelt sich sooo schnell an. Ich habe letzte Woche Sportzeitschriften in eine Kiste gepackt, es sind so 2-3 große Kartons. Ein Karton davon habe ich selbst auf Ebay gegen Versand bekommen. Ähnlich für soviele. Ich habe eine "gegen Versand"-Anzeige gemacht, wenn es in einem Monat noch da ist (vermutlich), dann landet es im Altpapier. Aber ausgerechnet bei Zeitschriften (Sport, Basteln, "Psychologie" und so) läuft ziemlich viel "gegen Versand" oder "gegen wenig" auf EBK. Diejenigen, die für eine alte Gala die Hälfte des Preises haben wollen, naja... Wenn ich mir ein neues Hobby anschaffe also ein guter Einstieg ins Thema. und ich verschenke es auch gerne wieder weiter.

  • Das stimmt wohl, ich muss herzlich lachen beim Gedanken im Dorf meiner Eltern würde jemand einfach Kram vor die Tür stellen :D Diesen Tip können echt nur Leute gegeben haben, die echtes Dorf nicht kennen.

    Ähm... Ich kenne so einige Leutchen, die auf dem Dorf (in verschiedenen "echten" Dörfern) wohnen, und auch da ist es gang und gäbe, Kartons/Kisten/Körbe mit ausrangierten Dingen an die Straße zu stellen. Es sind allerdings in allen Fällen Straßen, wo "Durchgangsverkehr" ist. Daher halten dort nicht nur Dorfbewohner*innen sondern auch mal Ortsfremde an, um etwas mitzunehmen.

    Eine Freundin von mir sowie die Schwester, die Schwägerin und die älteste Nichte meines Lebensgefährten - alle auf dem Dorf lebend - "praktizieren" diese Verschenkaktionen schon seit einigen Jahren.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Ähm... Ich kenne so einige Leutchen, die auf dem Dorf (in verschiedenen "echten" Dörfern) wohnen, und auch da ist es gang und gäbe, Kartons/Kisten/Körbe mit ausrangierten Dingen an die Straße zu stellen. Es sind allerdings in allen Fällen Straßen, wo "Durchgangsverkehr" ist. Daher halten dort nicht nur Dorfbewohner*innen sondern auch mal Ortsfremde an, um etwas mitzunehmen.

    Eine Freundin von mir sowie die Schwester, die Schwägerin und die älteste Nichte meines Lebensgefährten - alle auf dem Dorf lebend - "praktizieren" diese Verschenkaktionen schon seit einigen Jahren.

    Jap, das sieht man tatsächlich mal, das muss aber wirklich an der "Hauptstraße" stehen und nicht direkt vor der Tür. Dann kommen mehr vorbei und es ist auch anonymer :)

  • Das ist echt n "Dorfproblem"

    Nö! Siehe oben! Das kann m. E. höchstens da ein Problem sein, wo die Leute nichts Gebrauchtes geschenkt haben bzw. benutzen möchten oder wo eben die Häuser so abgelegen sind, dass niemand daran vorbeikommt ;-) .

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Jap, das sieht man tatsächlich mal, das muss aber wirklich an der "Hauptstraße" stehen und nicht direkt vor der Tür. Dann kommen mehr vorbei und es ist auch anonymer :)

    Die Schwester und Schwager meines Lebensgefährten wohnen in einer kleinen Siedlung mit Einfamilienhäusern (Dorfgröße: ca. 700 EW). Da nehmen auch Spaziergänger*innen mal was aus den Kisten :-) .

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Kinderkleidung gebe ich auch immer direkt weiter, aber mit Blumenvasen und Co funktioniert das nicht.


    Ich gebe alles, was ich auf privatem Weg nicht loswerden kann (oder will), an eine "Kleiderkammer", die wiederum alles (Kleidung, Spielzeug, Haushaltsartikel) an Bedürftige verschenkt.


    Sehr sinnvoll, da geht alles weg und macht noch Freude. Vielleicht gibts sowas auch bei Euch?

  • Juchhu, ich habe im Nachbarort noch ein Sozialkaufhaus gefunden. Irgendwo in der hintersten Ecke vom Gewerbegebiet, das findet kein Mensch, wer nicht extra danach sucht (...). Auf jeden Fall bin ich alle Verschenke-Sachen los geworden (gut, ein paar ganz wenige Dinge sind nun in der Mülltonne). Ich habe noch ein paar dicke Daunen-Winterjacken und -westen mit dazu gegeben. Ist zwar gard nicht so kalt ;-) , aber in ein paar Monaten werden sich dafür wohl Abnehmer finden.


    Und der Marathon geht weiter, mit den Porzellanservices und mehreren Sätzen Weingläsern etc. (zum Verkauf).

  • Es hat halt keiner Lust, für einen Kerzenständer sich erst ins Auto zu setzen...

    Hast du auch mal inseriert, dass du die Sachen dann verschickst? Ich könnte mir vorstellen, dass einige tatsächlich vor der Fahrt zurückschrecken, aber kaufen bzw. die Versandkosten bezahlen würden, wenn sie es als Päckchen erhalten.


    Ansonsten habe ich den vielen Vorschlägen leider nichts hinzuzufügen, das wären auch so meine Ideen gewesen. Viel Erfolg! Mir steht das demnächst auch bevor und graut mir jetzt schon...

  • Versand mache ich nur bei bestimmten Produkten. Vor allem dann nicht, wenn sie nur ganz wenig Geld einbringen. Das lohnt dann einfach den Aufwand nicht. Es braucht ja auch noch die halbwegs passende Verpackung. Wir haben im Keller zwar mal wieder eine ganze Sammlung an Amaz...Kartons, aber da ist auch nicht immer das Richtige dabei.


    Aber hey, bei einem ersten 2,50 m Kleiderschrank steht in Aussicht, dass ich ihn leer bekomme :-) (Der Schrank soll später auch weg. Jemand Interesse an einem Schwebetürenschrank mit weißer Lackfront und Softclose-Türen? Hochwertig. :pfeifen: )

  • Nur mal ein Beispiel: Ich habe einen Satz von 4 Saftgläsern. Die stammen von meiner Mutter. Ich habe sie jahrelang nur deswegen aufgehoben, weil ich in Erinnerung habe, wie meine Mutter einst sagte, diese Gläser wären noch von IHRER Mutter. Beide leben nicht mehr. Ich habe aber diese Gläser aufbewahrt und nie benutzt. Nun möchte ich mich davon trennen. Wenn jemand damit glücklich wird, gerne. Meinetwegen soll die jemand auch wieder auf dem Flohmarkt verkaufen, vielleicht findet sich DANN jemand, der damit glücklich wird. Aber in die Mülltonne? :traenen:

    Das Problem ist, daß Du den ideelen Wert siehst und nicht den materiellen. Der Käufer/Beschenkte/Abholer sieht aber nur den materiellen Wert und da sind die Gläser wahrscheinlich nicht einmal das Benzin wert, das es braucht, um zu Dir zu fahren und die Gläser abzuholen. ist leider einfach so.


    Ich habe hier auch noch ein Klavier Baujahr 1872 und eine Aussteuertruhe (Intarsienarbeit aus 1901). Der ideele Wert ist riesig, der materielle Wert eher gering.

  • Sachen vor die Tür stellen - ich denke, das funktioniert nur im städtischen Bereich. In der Anonymität. Auf dem Dorf läuft das nicht.

    Bei uns auf dem Dorf läuft das aber gut. Sind hier Schwaben.

    Etwas immer schon so gemacht zu haben ist kein Grund, allenfalls ein Hindernis.

  • Als ich anfangs hier wohnte, stand oft Essen (Reste vom Mittagessen und Co) vor der Haustür. Kam von einer alten Nachbarin. Sowas kannte ich bisher nicht.

    Etwas immer schon so gemacht zu haben ist kein Grund, allenfalls ein Hindernis.

  • Zitat

    Das Problem ist, daß Du den ideelen Wert siehst und nicht den materiellen. Der Käufer/Beschenkte/Abholer sieht aber nur den materiellen Wert


    Es ging in dem Beispiel aber gar nicht um irgendeinen materiellen Wert oder darum, dafür Geld zu bekommen. Ich wollte diese Dinge nur nicht in die Mülltonne werfen. Das würde ich nicht über mich bringen. Kann ich im Übrigen auch nicht, wenn die Sachen auch für mich keinerlei ideellen Wert hätten. Ich kann einfach generell keine Sachen, die noch ordentlich und heile sind, in den Müll werfen.


    Nun ja, die besagten Gläser stehen jetzt im Sozialkaufhaus.

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