Nein, aber die Lösung ist nicht eine Option für die Reichen zu schaffen, die gleichzeitig noch massive Nachteile hat. Nämlich die Eltern, die ihr Kind aus idiologischen Gründen und nicht aus Bildungsgründen rausnehmen. Sind wir doch mal ehrlich. Die Eltern, die ihr Kind aufgrund der besseren Bildungschancen zu Hause betreuen wollen, sind relativ wenige. Diejenigen, die mit unserem Wertesystem nicht einverstanden sind oder bestimmte Werte vermittelt haben wollen, sind doch die große Mehrheit der Home-Schooling-Nutzenden.
Zu 2)
Das ist eine Sicht, die dann passiert, wenn die Schule schlechte Arbeit leistet oder die Situation an der Schule schon problematisch ist. Im Idealfall sind die Leistungsträger Vorbild für die anderen Kinder und tragen positiv zum Klassenklima bei. Und trotzdem werden sie gefördert und gefordert. Ich würde sogar behaupten, dass das in meinen Klassen zu 90% funktioniert. Und diese Kinder werden sogar besser gefördert als im Homeschooling. Einerseits lernen sie im Kontakt mit schwächeren Schülern Dinge, die sonst nicht lernen. Einem schwächeren Kind etwas zu erklären, bringt auch für das leistungsstarke Kind Vorteile. Dann profitieren leistungsstarke Kinder auch von anderen leistungsstarken Mitschülern. Vielleicht gibt es auch mal Kinder, die in Sprachen schlecht aber in Mathematik gut sind. Und letztlich haben wir als Schule viel mehr Forder- und Fördermöglichkeiten als die Eltern Zuhause. Auch sind wir in der Regel besser ausgebildet. usw.
Zu 1: Dazu hätte ich gerne Zahlen (konkret auf Deutschland bezogen, nicht auf amerikanische Evangelikale o.ä.). Ich erlebe das anders, aber das kann natürlich auch an meiner Blase liegen.
Zu 2: Zeige mir eine einzige Schule im Ruhrpott, wo die Situation NICHT "schon problematisch ist" 😉
Die Mär von dem leistungsstarken Schüler, der davon profitiert dem Schwächeren was zu erklären (statt in der Zeit selbst Neues zu lernen) ist so ausgelutscht, ich kann das nicht ernst nehmen. Sorry. Und auch nicht die angeblich so tollen Forder/Fördermöglichkeiten zwischen Personalmangel, Inklusion, Verhaltensauffälligkeiten, etc. pp. Einerseits sehen sich viele Kollegen mittlerweile primär als Brandlöscher, andererseits wird dort angeblich so toll individualisiert gefördert (schlägt sich nur leider nicht in Leistungsstudien nieder, sehr komisch).
Ich kanns nicht mehr hören und ich glaube es auch nicht. Jede einzelne Leistungserhebung zeigt sehr klar auf, dass die Bildungsqualität schlecht ist und keine Trendwende zu erkennen ist. Also lasse man die Eltern doch bitte selbst nach erfolgreicheren Alternativen schauen, wenn sie das möchten und können.
Aber ich nehme zur Kenntnis, dass die Ansichten weit auseinandergehen, und widme mich jetzt dann doch mal meinen lange ignorierten Klausurstapeln 😊