Lehrkräfte bezahlen persönlich die S-Kopien und rechnen direkt mit S ab

  • Ich wollte das nicht glauben, aber ein Kollege muss pro 500 Kopien 1,- bezahlen. Und an seiner Schule müssen alle L direkt mit den S abrechnen. Summe berechnen, einsammel, anmahnen, Überschuss zurückzahlen, das ganze bei der Steurerklärung berücksichtigen.

    Im Vorbereitungsdienst habe schon so manches Mal "Irre." gedacht. Deswegen habe ich ihn auch nicht sofort ausgelacht und gefragt, warum zum Teufel man an so einer Schule arbeiten wollen würde. Bin also bereit, zuzugeben, dass ich mal wieder etwas für selbstverständlich gehalten habe, nur, weil ich es auf eine bestimmte Weise kennengelernt habe. Wenn ich im Ref eins gelernt habe, dann ist es, meine Ansichten beständig auf Validität zu überprüfen.

    Ich habe Fragen.

    1. Müsst Ihr für Kopien (Zettel physisch auf Kopierer legen und "Kopieren" drücken) bezahlen?
      1. Habt Ihr ein Freikontingent? Wenn ja, wie hoch?
      2. Werden Drucke vom USB-Stick anders behandelt?
      3. Werden Drucke von einem PC auf einem Kopierer/Drucker anders behandelt?
      4. Wieviel müsst Ihr für Kopien/Drucke bezahlen?
    2. Müsst Ihr das Kopiergeld einsammeln oder wer macht das bei Euch?
    • Offizieller Beitrag

    Ich habe auch an einer solchen Schule gearbeitet.
    Schule nur mit Oberstufe und die Schüler*innenvertretung hatte einen Pauschalbetrag abgelehnt und eine Einzelabrechnung gefordert, weil die Unterschiede zwischen den Fächern eklatant waren.
    Ich hatte keine Probleme mit der Abrechnung, war aber vorher an einer anderen Schule (mit freiem Kopieren) und fand es nervig, alles genau aufzuschreiben.
    Bei der Zwischenabrechnung machte mich der Kurssprecher darauf aufmerksam, dass ich ja auch die Vorlage und Materialien/Plakate auf den Kurs umlegen sollte, es würde in meiner Abrechnung fehlen.


    An meiner letzten Schule musste ich nichts bezahlen, außer es war privat (dann extra irgendwo aufschreiben). Jede*r hat mit einem eigenen Code kopiert, so dass es nachvollziehbar war, wieviel wer kopiert hat (zu welchen Statistiken es irgendwo auf dem SL-Rechner geführt hat, keine Ahnung, vermutlich keinen)

    Die SuS haben pro Jahr einen Pauschalbetrag bezahlt.

    Wie es jetzt "post-Pandemie" und mit viel Digitalisierung ist, weiß ich nicht.

  • Unser Freikontingent liegt bei 50 Euro. Eine Kopie kostet 3 Cent. Bei einer Klassengröße von 30 S*S bin ich dann bei 90 Cent. Ergo gibt es keine Arbeitsblätter, das Kontingent muss ja schließlich für Elternbriefe, Stammblattkopien, etc. reichen.

  • Kopien sind frei bei uns, egal ob vom Stick oder von einer Vorlage abgezogen. S-W unbegrenzt. Lediglich bei Farbkopien gibt es Grenzen. Die laufen über das Sekretariat und nur was tatsächlich in Farbe zwingend sein muss (also wiederverwendbar / zwingend farbig erforderlich, nicht nur weil es halt schön aussieht) wird farbig.


    Es gibt in BW die sogenannte Lernmittelfreiheit. Als Schule Kopierkosten den SuS bzw. Familien finanziell aufs Auge zu drücken ist insofern unzulässig.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • In meinen bisherigen Schule wurden jedes Schuljahr fünf Euro Kopiergeld von jedem Schüler eingesammelt und das hat im Normalfall gepasst. Würde hin und wieder eng, dann hat der SL irgendwo einen Sack Geld gefunden und es ging wieder🤷

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Wir können unbegrenzt kopieren. Bei Farbkopien müsste ich extra anfragen - die brauche ich aber nahezu nie. Mit der Abrechnung von Kopiergeld habe ich nichts zu tun.


    Würde ich nicht unbegrenzt kopieren können, würde halt nach Erreichen eines Limits eben nur mit dem Buch gearbeitet. Das ist mir dann zu bekloppt, irgendwas selbst zu bezahlen oder Geld einsammeln zu müssen.

  • Ich wollte das nicht glauben, aber ein Kollege muss pro 500 Kopien 1,- bezahlen. Und an seiner Schule müssen alle L direkt mit den S abrechnen. Summe berechnen, einsammel, anmahnen, Überschuss zurückzahlen, das ganze bei der Steurerklärung berücksichtigen.

    Im Vorbereitungsdienst habe schon so manches Mal "Irre." gedacht. Deswegen habe ich ihn auch nicht sofort ausgelacht und gefragt, warum zum Teufel man an so einer Schule arbeiten wollen würde. Bin also bereit, zuzugeben, dass ich mal wieder etwas für selbstverständlich gehalten habe, nur, weil ich es auf eine bestimmte Weise kennengelernt habe. Wenn ich im Ref eins gelernt habe, dann ist es, meine Ansichten beständig auf Validität zu überprüfen.

    Ich habe Fragen.

    1. Müsst Ihr für Kopien (Zettel physisch auf Kopierer legen und "Kopieren" drücken) bezahlen?
      1. Habt Ihr ein Freikontingent? Wenn ja, wie hoch?
      2. Werden Drucke vom USB-Stick anders behandelt?
      3. Werden Drucke von einem PC auf einem Kopierer/Drucker anders behandelt?
      4. Wieviel müsst Ihr für Kopien/Drucke bezahlen?
    2. Müsst Ihr das Kopiergeld einsammeln oder wer macht das bei Euch?

    Zu 1.: Nein, wir als Lehrkräfte müssen nichts bezahlen, sondern können kostenlos kopieren und ausdrucken (sowohl an den Kopierern als auch an allen Druckern). Farbausdrucke sind an einigen Druckern in den Lehrerzimmern und -arbeitsräumen möglich; größere "Farbkopier- oder Druckaufträge" oder großformatige Drucke/Kopien können wir - ebenfalls kostenlos - bei unserem Schulassistenten erhalten.

    Zu 2.: Die Klassenlehrkräfte sammeln in ihren Klassen zu Schuljahresbeginn "Kopiergeld" ein, das dann im Sekretariat abgegeben wird (das ist gestaffelt; in den Bildungsgängen, wo mehr Kopien verteilt werden, ist dementsprechend der Betrag dafür höher als in denen, wo es weniger Arbeitsblätter usw. in Kopie gibt).

    Mahnungen musste ich in meiner langjährigen Zeit als Klassenlehrerin noch nie verschicken. Ich weiß daher auch gar nicht, ob die Klassenlehrkräfte bei uns dafür zuständig sind oder ob das vom Sekretariat im Bedarfsfall übernommen wird.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • An einer meiner vergangenen Schulen gab es anfangs noch kein Freikontingent und man hat alle 3 Monate Rechnungen für seine Kopien im Fach gehabt. Dort war es auch semi-üblich, von den Schülern zumindest in kopierintensiven Oberstufenkursen (z.B., wenn kein Lehrwerk eingeführt war) am Anfang des Schuljahres oder Halbjahres Kopiergeld einzusammeln - ist aber halt schwer, einen realistischen Betrag abzuschätzen, wenn man am Anfang es Jahres noch gar keine Idee hat, welche Beträge dabei überhaupt zusammen kommen werden, bei Überzahlung ggf. dann zurückzahlen muss usw. Einige Kollegen haben pauschal 1€ eingesammelt und den letztlich fehlenden Restbetrag dann halt selbst draufgelegt. Viele haben gar nichts eingesammelt, weil zu aufwändig nachzuhalten.


    Alternativ gab es die Möglichkeit, vom Träger kostenlos kopieren zu lassen - man musste dann die Kopievorlagen zum Träger schicken und bekam die Kopien zurückgeschickt, ABER nur mit ausreichend (also mindestens 6 Wochen) Vorlauf und auch nur, bis das dafür vorgesehene Kontingent erschöpft war. Das war auch der einzige Weg, an kostenfreie Farbkopien zu kommen. Später wurde es mit zentral eingesammeltem Kopiergeld und (nicht sehr großzügigen) Freikontingenten marginal besser, irgendwann kam auch ein Farbdrucker dazu, den man immerhin kostenlos nutzen konnte.



    Ob Kopien vom Stick kamen oder Blatt zu Blatt, hat meines Wissens nach keinen Unterschied gemacht. Entscheidend war das Papier und die verbrauchte Blattzahl.

  • Gibt es überall dort, wo noch Kopiergelder eingesammelt werden tatsächlich keine Lernmittelfreiheit im Bundesland oder wird diese nur missachtet von den jeweiligen Schulen?

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  • In Hessen gilt die Lernmittelfreiheit,die Schüler müssen also keine Schulbücher bezahlen. Kopien und auch tw echt teure Arbeitshefte müssen aber die Eltern zahlen.

    Bei uns wird zu Beginn des Schuljahres ein identischer Betrag an Kopiergeld eingesammelt; ob das so bleibt, kann ich noch nicht absehen, denn immer mehr SuS nutzen ausschließlich Tablets und benötigen keine Kopien mehr

  • Gibt es überall dort, wo noch Kopiergelder eingesammelt werden tatsächlich keine Lernmittelfreiheit im Bundesland oder wird diese nur missachtet von den jeweiligen Schulen?

    In NDS wurde die Lernmittelfreiheit schon zum Schuljahr 2004/2005 abgeschafft. Die SuS bzw. deren Erziehungsberechtigte können Schulbücher gegen eine Leihgebühr von der Schule ausleihen: Entgeltliche Ausleihe von Lernmitteln | Nds. Kultusministerium (niedersachsen.de)

    EDIT: Arbeitshefte, Lektüren u. ä. müssen selbstständig angeschafft und komplett bezahlt werden, da die SuS dort ja 'reinschreiben oder Randnotizen machen dürfen.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

    2 Mal editiert, zuletzt von Humblebee ()

  • Wir müssen seit ein paar Monaten für jede Kopie zahlen. Lediglich Klassenarbeiten sind umsonst.


    Meine Konsequenz: Es gibt keine Kopien mehr.


    Schwierig in Oberstufenkursen, die kein Buch haben. Es haben auch nicht alle Schüler ein Ipad/Tablet und es gibt kein Schüler W-Lan.


    In der Sek I auch schwierig. In Englisch gibt es ab einer bestimmten Klassenstufe kein Workbook mehr. Man hat wirklich nur das Buch. Da ist dann pro Grammatikthema genau 1 Übung drin, manchmal auch 2. Das reicht aber bei weitem nicht aus.


    Und da wundert man sich, dass unser Schulsystem nichts taugt........

    • Offizieller Beitrag

    Kopien (sw und bunt) sollten selbstverständlich sein. Laminieren auch.


    Ich bin mir auch gerade nicht sicher, meine aber zumindest für NRW, dass das einsammeln von Kopiergeld (über den vorgeschrieben Elternanteil) nicht rechtens ist. Wobei der Elternabteil ja normalerweise für Bücher da ist. Keine Ahnung, ob man das auch umwidmen kann.

  • Bisher hat sich noch niemand beschwert. Fünf Euro für ein Schuljahr halte ich für überschaubar

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • BASS 16-01.5 sagt:

    Kopien im Zusammenhang mit der Ausstattung der Schülerinnen und Schüler ersetzen Arbeitsmaterialien und Gegenstände, die für den regelmäßigen Unterricht benötigt werden (z.B. Schreibmaterial, Hefte) und müssen von den Eltern bzw. volljährigen Schülerinnen und Schülern grundsätzlich auf eigene Kosten beschafft werden.

    Dies gilt insbesondere für Kopien, die dafür eingesetzt werden, die Schülerinnen und Schüler davon zu entlasten, komplexere Informationen von der Tafel in ihre eigenen Hefte übertragen zu müssen, und für Kopien, die Mitteilungen an Eltern enthalten, die ansonsten ins Heft diktiert würden. Insoweit entstehende Kopierkosten sind der Ausstattung zuzurechnen und daher von den Eltern bzw. den volljährigen Schülerinnen und Schülern selbst zu tragen. Werden von einer Schule derartige Kopien hergestellt, die der Ausstattung zu zurechnen sind, sind diese Kosten unabhängig vom Eigenanteil an den Kosten der Lernmittel umlagefähig.

    An alle Deutschlehrer:
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  • Kopien, die dafür eingesetzt werden, die Schülerinnen und Schüler davon zu entlasten, komplexere Informationen von der Tafel in ihre eigenen Hefte übertragen zu müssen, und für Kopien, die Mitteilungen an Eltern enthalten, die ansonsten ins Heft diktiert würden

    Klingt so 20. Jahrhundert. Oder 19.

  • Wir haben kein Kontigent, weder für SW noch für Farbe. Sind natürlich angehalten nur notwendiges zu Kopieren - insbesondere bei Farbe. Ich würde auch behaupten, dass das in der Summe übers Kollegium passt. Ein Kontigent finde ich auch nicht mehr passend. Da es in der Natur der Sache ist, dass der eine Kollege mit Fach xy und Funktionsstelle z mehr Kopieren muss als ein anderer Kollege, der ausschließlich in Ipad Klassen eingesetzt ist und keine Klassenleitung ist.

  • es gibt in NRW eine Lernmittelfreiheit mit einer offiziellen Selbstbeteiligung: Schulen können also festlegen, welches Buch zb. angeschafft werden soll. Workbooks und Kopien laufen dann auch drunter.

    Das ist richtig. Nur ist der Eigenanteil dann schon für andere Sachen verbraucht. Der beträgt ja nur 30 € oder so. Dafür kann man eben nicht alles haben.

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