Das große Fass - Entlastungsstunden

  • Hallo zusammen,

    Ich bin immer wieder aufs Neue verwundert welcher Kollege bei uns für welche Aufgaben Entlastung bekommt.


    Z.B. gibt es jemanden der 1x im Jahr von den neuen Kollegen Fotos macht - dafür ist er dann an einem Tag (erster Konferenztag nach den Sommerferien) für eine Handvoll Personen mit der kamera vor Ort. Dafür bekommt er eine Entlastungsstunde. Bei Schulverwaltungen ist er nicht dabei…


    Ein anderer Kollege aktualisiert zum jeden Quartal die Homepage. Ich hatte mal mit ihm gesprochen. Baukastenprinzip. Er meinte es dauert ca 1 Stunde jedes Mal. Also 4 Stunden. Dafür bekommt auch er eine Entlastungsstunde.


    Die Liste geht weiter. Die jenigen, die die Zeugnisse schreiben haben 2x im Jahr viel zu tun, ja. Dafür gibt es 2 Entlastungsstunden. Wenn man aber mit den Kollegen spricht, verbringen sie aber nie 76 Stunden damit (38 arbeitswochen im SJ).


    Was mich aber ärgert ist, dass es keine einheitliche Verteilung gibt wie es mir scheint. Dazu wissen gar nicht alle Kollegen wer was macht und wofür es Entlastung gibt.


    Natürlich will und werde ich die Kollegen nicht in die Pfanne hauen, aber es muss doch einen Weg geben, bei Aufgaben, für die man wirklich nicht entlastet werden muss, diese Stunden für engagierte und zum Teil überforderte Kollegen frei zu machen.


    Ganz zu schweigen von Entlastung für Korrekturen. Das Thema ist bei uns gar nicht gerne gesehen und wird nie nie nie angesprochen.


    Wäre hier der Lehrerrat Ansprechpartner oder wie würde man vorgehen.


    BK, NRW


    Danke :)

  • Über die Grundsätze der Verteilung entscheidet die Lehrerkonferenz auf Vorschlag der SL. (Die genaue Verteilung an die Person bleibt aber Sache der SL.)

    Das wäre ein Punkt da einzuhaken. Mitstreiter suchen, bei der nächsten Abstimmung dazu entsprechende Fragen stellen und ggf. dagegen stimmen.


    Wenn du da niederschwelliger drangehen willst, kannst du auch den Lehrerrat bitten, die entsprechende Schipsdaten (Anzahl) einzusehen und sich die Verteilung erläutern zu lassen.


    Grundsätzlich würde ich da immer empfehlen stufenweise vorzugehen.

    1. Erst über den Lehrerrat anfragen und Infos einholen. Oft tut sich dann schon etwas.
    2. Dann einen Antrag an die Lehrerkonferenz den SL aufzufordern die Grundsätze der Verteilung zu aktualisieren. Spätestens dann wird eine vernünftige SL das Gespräch suchen.
    3. Schlussendlich wenn gar nichts geht, bei der nächsten Abstimmung dazu mit entsprechend vielen Mitstreitern den Beschluss platzen lassen.

    Was man halt nie vergessen darf, ist dass manchmal der Arbeitsaufwand einer Aufgabe nicht für alle ersichtlich ist.

    Beispielsweise diese Zeugnisleute. Da steckt in der Regel ein bisschen mehr hinter als 2x im Jahr die Zeugnisse auszudrucken. Je nachdem wie das organisiert ist, kommt da der ganze Noteneingabesupport, Unterrichtsverteilungseingabe in Schild, Nachdruck diverser Zeugnisse und Überweisungszeugnisse, Archivierung, Bereitstellung und Anpassung der Formularvorlagen etc. dazu. Ich bin an einer größeren S1-Schule. Bei uns knackt der Zeitaufwand locker 2 Entlastungsstunden.

  • Beispielsweise diese Zeugnisleute. Da steckt in der Regel ein bisschen mehr hinter als 2x im Jahr die Zeugnisse auszudrucken. Je nachdem wie das organisiert ist, kommt da der ganze Noteneingabesupport, Unterrichtsverteilungseingabe in Schild, Nachdruck diverser Zeugnisse und Überweisungszeugnisse, Archivierung, Bereitstellung und Anpassung der Formularvorlagen etc. dazu. Ich bin an einer größeren S1-Schule. Bei uns knackt der Zeitaufwand locker 2 Entlastungsstunden.

    Dem kann ich aus eigener Erfahrung (Sek. I und Sek. II) nur beipflichten. Selbst wenn das Sekretariat super Arbeit leistet in der Pflege der Grunddaten, ist der Arbeitsaufwand enorm.

  • Dem kann ich aus eigener Erfahrung (Sek. I und Sek. II) nur beipflichten. Selbst wenn das Sekretariat super Arbeit leistet in der Pflege der Grunddaten, ist der Arbeitsaufwand enorm.

    Bei uns wird dafür regelmäßig jemand ausgeplant, der auch schon für irgendwelche digital Sachen entlastet wird,… und auf ner Beförderungsstelle sitzt.

  • Dazu wissen gar nicht alle Kollegen wer was macht und wofür es Entlastung gibt.

    Allein das finde ich befremdlich. Bei uns wird das auch immer zu Beginn des Schlujahres offengelegt und auch begründet und wir segnen das dann ab.

    "Die Wahrheit ist ein Zitronenbaiser!" Freitag O'Leary

  • Allein das finde ich befremdlich. Bei uns wird das auch immer zu Beginn des Schlujahres offengelegt und auch begründet und wir segnen das dann ab.

    Bei uns wird auch jedes Jahr zu Schuljahresbeginn über die ausgehängte Deputatsplanung offengelegt, wer wie viele Entlastungsstunden wofür bekommt.

    Ich finde es gut und wichtig, das transparent zu handhaben. Das hilft gegen unnötige Neiddebatten, aber trägt auch dazu bei, dass die wenigen, verfügbaren Entlastungsstunden auch halbwegs fair verteilt werden unter denjenigen, die aufwendige Zusatzaufgaben übernehmen, weil man darüber in der GLK sprechen kann, wenn man dank dieser Offenlegung problematische Unwuchten erkennen würde.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Auch hier wird der Mangel verwaltet. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Entlastungssstunden ist viel zu gering. Hier kann ich nur mein Mantra wiederholen, das es Zeit wird, dass die Zeiterfassung umgesetzt wird.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Allein das finde ich befremdlich. Bei uns wird das auch immer zu Beginn des Schlujahres offengelegt und auch begründet und wir segnen das dann ab.

    Ist bei uns inzwischen auch so, war aber nicht immer so und noch viel schlimmer, Vorschriften, die sich da z.T. dahinter befinden (z.B. bei IT gibt es 1,5 Stunden vom Amt und die Schule muss 1,5 Stunden aus ihren Topf, also genauso viel mindestens dazugeben) werden eigentlich selten mal angesprochen.
    Die sind bei uns lange verschwiegen worden und damit kamen dann doch diverse Kollegen viel kürzer als es eigentlich sein darf.

  • Allein das finde ich befremdlich. Bei uns wird das auch immer zu Beginn des Schlujahres offengelegt und auch begründet und wir segnen das dann ab.

    Kommt aber auch öfters vor. Wurde an den Schulen, an den ich war, auch nicht immer offen gelegt. Einer meiner alten Schulleiter hat mich sogar mal zusammengepfiffen, weil ich "Geheimnisverrat" begangen hätte, weil ich einem Kollegen, der mich gefragt hatte ob bzw. wie viele Entlastungsstunde ich bekomme gesagt hatte, wie viele Entlastungsstunden ich (nicht) bekomme.

  • Bei uns wird das auch immer zu Beginn des Schlujahres offengelegt und auch begründet und wir segnen das dann ab.

    Bei uns ähnlich. Natürlich ist das Mangelverwaltung, deshalb werden die paar Entlastungsstunden halbjährlich neu vergeben und durch Konferenzbeschluss abgesegnet, ganz transparent. Die viel zu geringe Anzahl der offiziellen Entlastungsstunden ergänzt unsere SL auch aus ihrem eigenen "Topf", muss sie nicht, macht sie aber.

  • Ist bei uns inzwischen auch so, war aber nicht immer so und noch viel schlimmer, Vorschriften, die sich da z.T. dahinter befinden (z.B. bei IT gibt es 1,5 Stunden vom Amt und die Schule muss 1,5 Stunden aus ihren Topf, also genauso viel mindestens dazugeben) werden eigentlich selten mal angesprochen.

    Da hilft ein aktiver Personalrat, der sich bei der Ausübung seiner Tätigkeiten auch nicht vom Schulleiter ausbremsen oder "zusammenpfeifen" lässt.

    Ja, ich weiß, in Berlin ist das mit der Personalvertretung anders geregelt, ich meine auch nicht konkret die zitierte Schule, sondern nehme das Zitat als Aufhänger für eine allgemeine Bemerkung.

  • Hallo.

    Das Schuldeputat ist in Hessen so geregelt, dass die Schulleiterin oder der Schulleiter auf der Gesamtkonferenz einen Vorschlag bzgl. der Verteilung macht. Wenn sich die Schulleiterin / der Schulleiter und Gesamtkonferenz nicht einigen können, verteilt die Schulleiterin / der Schulleiter die eine Hälfte der Deputatsstunden, die Gesamtkonferenz die andere Hälfte.


    Beschlüsse diesbezüglich müssen immer bis Ende des aktuellen Schuljahres für das kommende Schuljahr vorliegen. (Wenn dem nicht so ist, verteilt die Schulleiterin / der Schulleiter die gesamten Deputatsstunden.)


    Unsere Schulleitung "subventioniert" das Schuldeputat ebenfalls mit Stunden aus dem Schulleiterdeputat bzw. dem Schulleitungsdeputat, allerdings nicht für etwas wie "Fototermine" oder die "Homepage".


    Viele Grüße

  • Wenn sich die Schulleiterin / der Schulleiter und Gesamtkonferenz nicht einigen können, verteilt die Schulleiterin / der Schulleiter die eine Hälfte der Deputatsstunden, die Gesamtkonferenz die andere Hälfte.

    Ich will mir eine Sitzung, in der sich die Gesamtkonferenz darauf einigen muss, wie die Hälfte der Deputatsstunden verteilt werden sollen, gar nicht vorstellen...

  • Ich will mir eine Sitzung, in der sich die Gesamtkonferenz darauf einigen muss, wie die Hälfte der Deputatsstunden verteilt werden sollen, gar nicht vorstellen...

    Das ist dann die unendliche GLK.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Ich will mir eine Sitzung, in der sich die Gesamtkonferenz darauf einigen muss, wie die Hälfte der Deputatsstunden verteilt werden sollen, gar nicht vorstellen...

    Wir hatten das schonmal. Obwohl eigentlich nur Vorschläge abgestimmt werden sollten ist es, erwartungsgemäß, in üble Grundsatzdiskussionen abgedriftet.

  • Grundsätzlich gibt es idR mehrere Quellen, woher die Entlastungsstunden kommen können. Bevor man nicht sicher weiß aus welchem Topf welche Entlastung kommt, wäre ich mit Kritik mal ganz vorsichtig.


    Mich hat mal ein Kollege regelrecht zur Schnecke gemacht, weil ich vier Entlastungsstunden für meine ÖPR-Tätigkeit habe. Für was ich diese vielen Stunden denn genau bräuchte, und dass ich doch ruhig welche abgeben könnte für die Öffentlichkeitsarbeit oder damit sie für Klassenleitung verwendet werden können. Ich hab ihn dann erstmal aufgeklärt, dass das ein separater Topf ist...


    Weiterhin: Mit den KuK die die Stunden haben, wird doch abgeklärt sein, was sie da zu leisten haben. 1 Entlastungsstunde sind übers Schuljahr gerechnet (bei 25 Std. Deputat) immerhin 72 Zeitstunden. Das ist schon ganz schön viel. Aber auch hier gilt: Solange man nicht weiß, wie die Aufgabenbeschreibung der KuK ist bzw. was sie genau machen, wäre ich auch hier mit Kritik sehr sehr vorsichtig.


    MrInc12 Bei eurem Foto-Menschen könnte ich mir vorstellen, dass er vielleicht noch ÖA macht. Die Stunden für Zeugnisse könnten ggf. aus einem Topf kommen, über die die GLK gar nicht mitbestimmen kann, (Schulleitungspool)?


    Was war jetzt eigentlich genau deine Frage? Oder wolltest du dich nur mal auskotzen?

  • vier Entlastungsstunden für meine ÖPR-Tätigkeit habe

    Du bekommst alleine schon vier Stunden für die Arbeit im schulischen PR? Ich muss gestehen, ich bin ein wenig neidisch. Ich habe eine einzelne! Die anderen Mitglieder unseres PRs jeweils auch nur eine.

  • Wir hatten das schonmal. Obwohl eigentlich nur Vorschläge abgestimmt werden sollten ist es, erwartungsgemäß, in üble Grundsatzdiskussionen abgedriftet.

    Genau so stelle ich mir das vor. Wenn ich den Kultusministerien mehr Planungskompetenz und strategisches Denken zutrauen würde, würde ich ihnen unterstellen, dass genau das auch das erhoffte Ergebnis solcher realitätsferner Regelungen ist. Divida et impera.

  • Du bekommst alleine schon vier Stunden für die Arbeit im schulischen PR? Ich muss gestehen, ich bin ein wenig neidisch. Ich habe eine einzelne! Die anderen Mitglieder unseres PRs jeweils auch nur eine.

    MrsPace ist, wenn ich es richtig im Kopf habe, im Bezirkspersonalrat, sonst wären das keine vier Entlastungsstunden.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Du bekommst alleine schon vier Stunden für die Arbeit im schulischen PR? Ich muss gestehen, ich bin ein wenig neidisch. Ich habe eine einzelne! Die anderen Mitglieder unseres PRs jeweils auch nur eine.

    Ich bekomme 2,5. Ich bin aber auch in zwei Personalräten und Vorsitzender 🫠

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