Vom Wert der Werte. Oder: Gehört die besinnliche Zeit abgeschafft?

  • Dr. Caligiari : Muslimische Migranten (m/w/d) der ersten Generation haben meist aus ihrem Herkunftsstaat keine Berührungspunkte mit christlichen Praktiken oder Feiertagen. Ihre Kinder wiederum lernen diese durch ihren Besuch in den öffentlichen Bildungseinrichtungen kennen und bringen diese Erfahrungen wiederum zurück in die Familien, was langfristig dazu führt, dass die eine oder andere Familie Elemente hieraus in ihre Glaubenspraxis übernimmt.

  • Dr. Caligiari : Muslimische Migranten (m/w/d) der ersten Generation haben meist aus ihrem Herkunftsstaat keine Berührungspunkte mit christlichen Praktiken oder Feiertagen. Ihre Kinder wiederum lernen diese durch ihren Besuch in den öffentlichen Bildungseinrichtungen kennen und bringen diese Erfahrungen wiederum zurück in die Familien, was langfristig dazu führt, dass die eine oder andere Familie Elemente hieraus in ihre Glaubenspraxis übernimmt.

    Ist das so? Und worin äußert sich das deiner Informationslage nach? Also welche Elemente werden in welche Glaubenspraxis übernommen?

  • Ich fand z.B. dieses Jahr interessant, auf unserem Weihnachtsmarkt einen Stand mit türkischen Leckereien zu finden. Ich habe jetzt nicht näher nachgefragt, ob die Betreiber (m/w/d) ggf. einer orthodoxen Minderheit angehören, aber selbst wenn dem nicht so sein sollte, kann ich mir vorstellen, dass sie, über den rein kommerziellen Aspekt hinausgedacht, etwas von ihren kulturellen Wurzeln bereitstellen möchten, um mit ihren christlichen Mitmenschen diese besinnliche Zeit gemeinsam zu erleben.

    Ich erfrage nicht die Konfessionen meiner Schüler (m/w/d), da dies für meine Unterrichtsfächer keine Rolle spielt, aber mir haben schon einige Schüler (m/w/d) mit migrantischen Wurzeln von Weihachtsgeschenken, die sie für ihre Liebsten gekauft/gebastelt haben, oder ihren Lieblingsweihnachtssongs erzählt. Ob sie jetzt Würstchen mit Kartoffelsalat zu Weihnachten essen, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht ja deren Kinder irgendwann mal...

  • Also meine migrantischen Freunde feiern auch Weihnachten. Nicht als religiöses Fest, so den als weltliche Tradition. Eine Zeit zur Besinnung zu kommen, Freunde und Familie zu treffen usw. So handhabe ich es als Atheist dich auch.🤷

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Beitrag von Humblebee (28. Dezember 2025 23:33)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: falscher Thread (28. Dezember 2025 23:33).
  • Ich erfrage nicht die Konfessionen meiner Schüler (m/w/d), da dies für meine Unterrichtsfächer keine Rolle spielt, aber mir haben schon einige Schüler (m/w/d) mit migrantischen Wurzeln von Weihachtsgeschenken, die sie für ihre Liebsten gekauft/gebastelt haben, oder ihren Lieblingsweihnachtssongs erzählt. Ob sie jetzt Würstchen mit Kartoffelsalat zu Weihnachten essen, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht ja deren Kinder irgendwann mal...

    Genau aus dem (Fremdsprachen-)Unterricht habe ich doch alle Infos zu allen möglichen Weihnachtsessen meiner Schüler*innen. Wo kann man sich sonst immer über Traditionen und Vergleiche unterhalten.
    (Auch darüber WER vorbeikommt und Geschenke bringt, denn nein, es gibt keine Übersetzung für das Christkind und ich habe locker 20 Jahre gebraucht, um zu verstehen, dass dieses Wesen nicht Jesus und auch nicht Gott ist, sondern halt was Anderes).
    und unter meinen muslimischen Kindern (finde ich im Übrigen begrifflich viel besser, als "migrantisch", just saying) kenne ich beide Haltungen: Nichts damit zu tun und auch als Teil der Erziehung "wir feiern andere Feste, jeder Familie ihre Religion und Tradition" oder "Ach, wir mischen eh alles ein bisschen, auch wenn eine andere Religion die Überhand hat".
    Und wenn man sich hier ein paar Threads durchliest, die Mehrheit der "Christen" feiert Weihnachten doch nicht aus religiösen Gründen. Selbst der Kirchgang wird für Viele mehr Tradition sein als glaubensgeleitet.

  • unter meinen muslimischen Kindern (finde ich im Übrigen begrifflich viel besser, als "migrantisch", just saying)

    Na ja, es sind aber ja nicht alle mit Migrationshintergrund muslimischen Glaubens. Da passt "migrantisch" doch besser, finde ich. Halt je nach dem, wen man meint.

    Und wenn man sich hier ein paar Threads durchliest, die Mehrheit der "Christen" feiert Weihnachten doch nicht aus religiösen Gründen. Selbst der Kirchgang wird für Viele mehr Tradition sein als glaubensgeleitet.

    Da stimme ich dir zu. Ich kenne eine ganze Reihe von Leuten, die das ganze Jahr über nicht in die Kirche gehen, sondern nur am Heiligabend.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Eben. Es sind nicht alle mit "Migrationshintergrund" Muslime oder Nicht-Christen, deswegen

    Ich erfrage nicht die Konfessionen meiner Schüler (m/w/d), da dies für meine Unterrichtsfächer keine Rolle spielt, aber mir haben schon einige Schüler (m/w/d) mit migrantischen Wurzeln von Weihachtsgeschenken, die sie für ihre Liebsten gekauft/gebastelt haben, oder ihren Lieblingsweihnachtssongs erzählt.

    ergibt so ein Denken keinen Sinn.
    Wow, der türkischstämmige Christ oder der Katholik aus Spanien bastelt Weihnachtsgeschenke oder hat einen Lieblingsweihnachtssong....
    Das ist stark verkürzt...

  • Da stimme ich dir zu. Ich kenne eine ganze Reihe von Leuten, die das ganze Jahr über nicht in die Kirche gehen, sondern nur am Heiligabend.

    und leider sind es oft diejenigen, die sich am stärksten / lautesten gegen den Verfall der "christlichen" Werte oder "Islamisierung" unseres Alltags aufregen.
    Meine katholische, fromme Oma, die jeden Sonntag in die Kirche ging (oder am Ende den Gottesdienst im Fernsehen zuschaute), vor jedem Essen betete, usw.. hatte mehr (christliche) Nächstenliebe als diese Menschen.

  • Eben. Es sind nicht alle mit "Migrationshintergrund" Muslime oder Nicht-Christen, deswegen

    ergibt so ein Denken keinen Sinn.
    Wow, der türkischstämmige Christ oder der Katholik aus Spanien bastelt Weihnachtsgeschenke oder hat einen Lieblingsweihnachtssong....
    Das ist stark verkürzt...

    Ach, sorry, das war ein Missverständnis. Ich dachte, du habest dich auf Chemikus' Nutzung des Begriffs "migrantisch" bzw. "migrantische Freunde" bezogen.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • und leider sind es oft diejenigen, die sich am stärksten / lautesten gegen den Verfall der "christlichen" Werte oder "Islamisierung" unseres Alltags aufregen.

    Nein, das ist in meinem "Dunstkreis" definitiv nicht der Fall. Diejenigen, die nur an Heiligabend in die Kirche gehen und sonst so gut wie gar nicht (von Trauungs-, Beerdigungs-, Konfirmations- und Kommunionsgottesdiensten mal abgesehen), gehen an diesem Tag/Abend ihrer Aussage nach "der Atmosphäre wegen" nachmittags zum Krippenspiel oder zur Christmette am späten Abend.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • ja, wahrscheinlich ist mein Gedanke falschrum.
    DIEJENIGEN, die sich am lautesten echauffieren, sind welche, die nur einmal im Jahr die Religion für ihre Weihnachtsgeschenke und -stimmung "missbrauchen" bzw. "nutzen".
    Aber zum Glück (!!!) sind die allermeisten dieser Menschen (die wohl auch die allermeisten aller Christen in Deutschland bilden sollten) nicht so darauf.
    Sorry, ich hätte den Faden richtig rum spulen sollen, bevor ich ihn hierhin schreibe.

  • Na ja, es sind aber ja nicht alle mit Migrationshintergrund muslimischen Glaubens. Da passt "migrantisch" doch besser, finde ich. Halt je nach dem, wen man meint.

    Und nicht alle Muslime haben einen migrantischen Hintergrund. Wer hier als Enkel oder Urenkel der ersten Generation türkischer Gastarbeiter geboren wird und lebt, der ist kein Migrant und auch nicht migrantisch. Das sind übrigens auch genau die, bei denen dann Ramadankalender oder andere adaptierte Symbole eine Rolle spielen.

  • oder es schon SIND.

    Ein guter Freund von mir ist konvertiert um auf dem gleichen Friedhof später zu landen wie seine Frau. So profan kann das manchmal sein.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Ein guter Freund von mir ist konvertiert um auf dem gleichen Friedhof später zu landen wie seine Frau. So profan kann das manchmal sein.

    Bei uns gibt es nur einen Friedhof für alle Religionen und Religionslose.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

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