Gängelungen durch die Schulleitung

  • Aber was soll der Kollege dann machen, der mal wieder etwas verpeilt, wie letzte Woche schon, beim Losfahren merkt, dass er was vergessen hat. Zurück ins Haus, holen.

    Das klingt so entschuldigend. Ja mei, der etwas verpeilte Kollege halt, hat letzte Woche seine Sachen vergessen und jetzt wieder, der Arme, was soll er denn machen. Ja, er soll halt organisierter sein, am Vorabend sein Zeugs packen, wie auch immer. Jedenfalls schauen, dass er morgens seinen Arsch hochkriegt, auch wenn er am Vorabend lange feiern war, und pünktlich mitsamt Material vor der Klasse steht. Ich hab Null Verständnis für so ein lapidares "Was soll er denn machen" und für so eine laxe Einstellung bezüglich der Pünktlichkeit.

    Ich bin echt total erstaunt über diesen Thread. Ich bin in meiner Schulzeit (über 10 Jahre) vielleicht zwei-, dreimal zu spät gekommen. An der Grundschule müssen wir 15 min vor Unterrichtsbeginn im Klassenzimmer sein und Aufsicht führen, und wenn dann was passiert, weil man nicht anwesend ist, dann hat man ein ganz anderes Problem als den rügenden Blick eines Schulleiters! Zuspätkommen kommt bei uns tatsächlich quasi nicht vor.

  • Ich finde es auch selbstverständlich, dass man pünktlich kommt.

    Ich fahre immer rechtzeitig los, dass ich rechtzeitig komme und auch Umstände wie "ein Müllwagen steht da" oder "es ist viel Verkehr" oder alternativ "ich finde keinen Parkplatz" berücksichtige. Eine Ausnahme mag vielleicht sein, dass man zu spät kommt, da spontan die Autobahn gesperrt ist und man die Sperrung nicht rechtzeitig mit bekommt. Wenn meine Schüler:innen wegen sowas zu spät kommen, sage ich ihnen, dass sie halt früher los fahren müssen.

    Ich fahre auch rechtzeitig los, damit ich nicht abgehetzt ankomme ...

    Ebenso kopiere ich immer ausreichend Klausuren (schon mind. 1 Tag vorher) & ich lege auch Formelsammlungen rechtzeitig bereit. Das entstresst mich (Kopierer hat Papierstau oder zickt auf andere Weise wird umgangen) und ist auch stressfreier für die Schüler;innen.

    Und dass man Aufsichten machen muss (und die SL dann auch mal kontrolliert), ist auch klar.

  • Ich fahre auch rechtzeitig los, damit ich nicht abgehetzt ankomme ...

    Über 20 Jahre lang bin ich morgens 36 km gefahren, zu spät bin ich in den ganzen Jahren vielleicht drei- viermal aus Unfallstau- oder Wettergründen gewesen. Nach der Versetzung zum Fußgänger war es dann überhaupt nicht schwer, immer pünktlich zu sein. Allerdings sollte ich dann genötigt werden, mehr Frühaufsichten in der Woche zu übernehmen, weil die armen Auto- oder Busfahrer*innen doch immer mit Verzögerungen rechnen müssen. Das habe ich dankend abgelehnt und die Zeit vor dem Unterricht konnte ich anders nutzen. 20 Minuten vorher habe ich fast immer geschafft.

  • Von dieser neuen Schulleitung werden Kollegen angefahren, dass es nun schon innerhalb von xx das zweite Mal sei, dass Kollege XY um 3 Minuten zu spät sei. Wenn das nochmal vorkomme, werde ein dienstliches Gespräch angeordnet.

    finde ich nervig, aber legitim. ich mag es selbst nicht, wenn ich zu spät irgendwo bin.

  • Leute, wir hängen uns jetzt hier am Zuspätkommen auf - vorzugsweise das Zuspätkommen im Rahmen des morgendlichen Weges zur Schule. Da sind wir uns glaube ich alle einig - es sei denn es wurde noch nicht von jedem gesagt. Ich habe jetzt hier keinen Beitrag gesehen, der das deutlich relativiert oder gutgeheißen hat.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Es geht eher um die Fremdbestimmung und vor allem darum, dass die viele gute Arbeit gar nicht gesehen wird, sondern sich die Schulleitung an solchen Kleinigkeiten aufhängt.

    Vorher ging es auch gut, Kollegen waren zufrieden. Nun stockt doch schon der Atem, wenn wieder Stau ist und man bei Ankunft an der Schule die Schulleitung im Gang sieht.

    Frage: hat ein "dienstliches Gespräch" überhaupt irgendwelche Auswirkungen? Sollen doch so viele Gespräche wie gewünscht geführt werden, was solls.

    Zu deiner letzten Frage kann ich nur sagen, dass ich Ähnliches bei einer Kollegin erlebt habe. Sie hat eine Art "Abmahnung" in dem dienstlichen Gespräch erhalten. Danach ist sie weiterhin zu spät gekommen, hat es aber besser getarnt. Dieses Verhalten find ich nicht akzeptabel, da sie damit den Kindern selbst und den Kollegen schadet, die ihre tobende Klasse mit auffangen müssen.

  • Unmöglich von dieser SL einfach Pünktlichkeit zu erwarten.🤣

    Wie kann man nur einfach Lehrpersonen kontrollieren, wenn sie mehrfach zu spät kommen. Und dann fehlt noch die Wertschätzung.
    Die SL hat mindestens eine Abmahnung verdient.😬

  • Nun ja, trotz Tarnung scheinen es ja KollegInnen mitzubekommen.

    Und dann sind KollegInnen doch wie eine Schulklasse. Man denunziert nicht und hält gegen die Lehrkraft bzw. gegen die Schulleitung zusammen. Da sind wir dann wieder bei dem uns allen nur zu gut aus beiden Positionen heraus bekannten moralischen Dilemma.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Nun ja, trotz Tarnung scheinen es ja KollegInnen mitzubekommen.

    Und dann sind KollegInnen doch wie eine Schulklassen. Man denunziert nicht und hält gegen die Lehrkraft bzw. gegen die Schulleitung zusammen. Da sind wir dann wieder bei dem uns allen nur zu gut aus beiden Positionen heraus bekannten moralischen Dilemma.

    Klar und du bist der Lehrer dieser ungezogenen Kinder.

    Es ist immer wieder verblüffend, zuzugucken, wie sich eine Beförderung auf Persönlichkeit und Selbstverständnis auswirkt.

  • Vielleicht schaffen wir es, einmal ohne verbale Tiefschläge auszukommen.

    Ich habe einen Mechanismus beschrieben, den ich ebenso von beiden Seiten erlebt habe.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Und wenn ich finde, dass es verbale Tiefschläge sind, ein Kollegium mit einer Schulklasse zu vergleichen? Das ist kein objektiv beschriebener Mechanismus, sondern eine Wertung eines von dir mal erlebten Problems. Beschreibe es doch bitte als solches und erhebe dich nicht zum Lehrer über dein Klassenkollegium.

  • Klar und du bist der Lehrer dieser ungezogenen Kinder.

    Es ist immer wieder verblüffend, zuzugucken, wie sich eine Beförderung auf Persönlichkeit und Selbstverständnis auswirkt.

    Stimmt! Dieses Kollegium mit einer Schulklasse zu vergleichen ist völlig unangebracht!
    Jede Schulklasse, die ich kenne hätte nämlich Verständnis für das Verhalten des „Klassenlehrers“.

  • Zum Glück können wir morgen wieder in die Schule gehen und uns gegenseitig das Leben schwer machen.
    Gemeinsam an einem Strang zu ziehen - das wäre ja viel zu langweilig. 😬

    Ich wünsche allen noch einen schönen Sonntag!

  • Zum Glück können wir morgen wieder in die Schule gehen und uns gegenseitig das Leben schwer machen.
    Gemeinsam an einem Strang zu ziehen - das wäre ja viel zu langweilig. 😬

    Ich wünsche allen noch einen schönen Sonntag!

    Es wird schon an einem Strang gezogen. Nur in verschiedene Richtungen ;) :D

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

  • Was die Verfügbarkeit von Wörterbüchern, Bibeln, Atlanten und anderen unverzichtbaren Hilfsmitteln betrifft, wäre allerdings ein (abschließbarer) Klassenschrank in jedem Raum sinnvoll, damit Lehrkräfte nicht kurz vor Klausurbeginn solche Gewichte über mehrere Stockwerke hinauf- und später wieder hinunterschleppen müssen.

    abgesehen davon, dass so ein Schrank sinnvoll wäre (dann müssten auch mehrmals so viele Atlanten etc angeschafft werden):

    nein, das plant man bitte anders. Am Tag vor der Klausur. Genau wie man möglichst am Tag vor der Klausur die Aufgaben kopiert.

    Falls die Benutzung von Hilfsmitteln das Hin- und Hertragen von Büchern im normalen Unterricht erfordert: Ich erstelle pro Lerngruppe einen Schüler Dienstplan. Die schleppe ich nicht selbst ;) Dafür dürfen sie dann auch gerne den Aufzug nutzen.

    Ich kann gar nicht sagen, wie nervig die laissez-faire Kollegen sich auf das gesamte Kollegium auswirken; den anderen verschaffen sie Mehrarbeit über Mehrarbeit, wie bereits beschrieben.
    Ich wüsste nicht, was das mit "Freiheitsliebe" zu tun hat:schimpf:

  • Oder einer Konferenz...

    Oder ein Eltern- bzw. Pflegschaftsabend, um das Feld der Beteiligten noch um eine weitere Gruppe im schulischen Umfeld zu erweitern.

    Was erleben wir da? (Achtung: Ab hier kann alles Spuren von Sarkasmus enthalten)
    a) Bei der Frage, wer das Protokoll führen möchte, gehen alle Köpfe nach unten.
    b) Bei der Frage, wer Pflegschaftsvorsitz machen möchte, gehen wahlweise alle Köpfe nach unten, oder es melden sich ganz eifrige.
    c) Bei längeren Diskussionen oder Phasen, die von einzelnen Teilnehmenden als uninteressant empfunden werden, sind mehrere Teilnehmende mit ihrem Handy, dem Tablet, Korrekturen, oder Schwätzchen mit dem Nachbarn beschäftigt.
    (Die Aufzählung ist nicht abschließend.)

    All das sind Situationen, die ich aus meinen Erfahrungen als Schüler, als Lehrkraft, als Vater wie auch als stv. Schulleiter erleben durfte und wo ich dieselben genannten Gruppen entsprechend erlebt habe. Verschiedene Rollen, verschiedene Aufgaben, verschiedene Perspektiven - und doch stets dasselbe.

    Das sind gruppendynamische Prozesse, die es in verschiedenen Systemen gibt, die hierarchisch strukturiert sind. Da muss ich mich weder als Schüler über meine MitschülerInnen, als Klassenlehrer über meine SchülerInnen oder die Elternschaft, noch als Lehrkraft über meine KollegInnen, noch als Schulleitungsmitglied über meine Kolleginnen wie oben dargestellt "erheben". Ich beschreibe.

    Und diese Beschreibungen entspringen keinesfalls alleine meiner nun aufgrund meiner Position in höheren Sphären schwebenden Geisteshaltung sondern sind zu gleichen Anteilen auch Ergebnis von Aussagen und Gesprächen vieler in diesem System anzutreffenden Personen.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Falls die Benutzung von Hilfsmitteln das Hin- und Hertragen von Büchern im normalen Unterricht erfordert

    In den meisten Klassenräumen haben wir Schränke. Dort wird aber Büromaterial u. ä. aufbewahrt und keine Wörterbücher etc. Die haben wir - mitsamt weiterer Bücher, Arbeitshefte und Ordnern mit Arbeitsmaterialien - in jedem unserer Gebäude/Gebäudeteile in einem kleinen Extra-Raum oder Nebenraum des jeweiligen Lehrkräftezimmers (in drei Gebäuden/Gebäudeteilen stehen dort auch die Kopierer) deponiert. Daneben stehen ausrangierte Einkaufswagen, mit denen man Büchersätze bequem von A nach B transportieren kann :) .

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Als ich in der industrie gearbeitet hatte, begann die Arbeitszeit mit dem "Einstempeln". Da musste man knapp 5 Minuten vor Beginn an der Uhr stehen, damit man nicht am Ende der Schlange stand. Im Schuldienst ist das anders. Arbeitsbeginn ist Unterrichtsbeginn (plus Aufsicht davor) - und nicht die Ankunft im Gebäude. Rechtzeitig im Klassenraum zu sein ist auch Selbstschutz. Falls es unter den Schülern zu einem Vorkommnis kommt, lautet die erste Frage: "Wo befand sich die Aufsicht führende Lehrkraft?"

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

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