Gängelungen durch die Schulleitung

  • Liebes Forum,


    ich habe mich registriert, um eine Einschätzung zu erhalten.

    An unserer Schule, Gym, gibt es seit einigen Monaten eine neue Schulleitung. Diese steht bei Unterrichtsbeginn am Eingang und protokolliert das Zuspätkommen, von Schülern wie von Lehrern. Nun kommen einige Kollegen schon mal wenige Minuten nach dem Gong, nicht absichtlich, aber wenn viel Verkehr ist, der Müllwagen im Weg steht, ein Auto liegengeblieben ist etc., wie es nun mal so ist.

    Von dieser neuen Schulleitung werden Kollegen angefahren, dass es nun schon innerhalb von xx das zweite Mal sei, dass Kollege XY um 3 Minuten zu spät sei. Wenn das nochmal vorkomme, werde ein dienstliches Gespräch angeordnet.

    Ähnlich spioniert die Schulleitung in den Gängen, ob die Aufsichten durchgeführt werden. Neulich beim Vorabitur fehlten einige Wörterbücher bzw. Material war zu wenig da und musste nachkopiert werden. Da wurde die entsprechende Lehrkraft auch zum Gespräch gebeten, dass es die Dienstpflicht sei, am Vortag sicherzustellen, dass die Technik funktioniere, genügend Wörterbücher da seien etc. Es könnte nicht sein, dass man sich darauf verlasse und dann morgens Kollegen einspanne, den Kurs zu beaufsichtigen, um Klausuren nachzukopieren oder Wörterbücher herbeizuschaffen, weil man sich verzählt habe.

    Jedenfalls fühlt man sich zunehmend gegängelt, denn die ganze Arbeit, die z.B. in der Vorbereitung des Unterrichts, der Klausuren etc. steckt, wird nicht gelobt. Es wird gefühlt nur angetrieben und nicht mit Augenmaß aufgetreten. Wie ein kleiner Schuljunge oder Schulmädchen.

    Wie sehen die anderen das.. kommt euch das bekannt vor? Sollte da mal der Lehrerrat oder Personalrat ein Gespräch mit der Schulleitung führen?

    Und: was soll schon bei einem angekündigten dienstlichen Gespräch passieren.. entlassen wird man ja wohl kaum?!

  • Nun kommen einige Kollegen schon mal wenige Minuten nach dem Gong, nicht absichtlich, aber wenn viel Verkehr ist, der Müllwagen im Weg steht, ein Auto liegengeblieben ist etc., wie es nun mal so ist.

    Früher losfahren! Sage ich meinen Schüler/innen ja auch. Wenn man mal zu spät ist - okay, aber häufiger - dann muss ich was ändern.


    Von dieser neuen Schulleitung werden Kollegen angefahren, dass es nun schon innerhalb von xx das zweite Mal sei, dass Kollege XY um 3 Minuten zu spät sei. Wenn das nochmal vorkomme, werde ein dienstliches Gespräch angeordnet.

    Sehe das Problem nicht. Wenn man in kurzer Zeit wiederholt zu spät kommt, kann darüber natürlich ein Gespräch geführt werden.

    Wie gehst du mit Schülerinnen und Schülern um, die wiederholt zu spät kommen?


    Da wurde die entsprechende Lehrkraft auch zum Gespräch gebeten, dass es die Dienstpflicht sei, am Vortag sicherzustellen, dass die Technik funktioniere, genügend Wörterbücher da seien etc.

    Auch da stimme ich der Schulleitung zu. Ich kopiere immer am Tag vorher und kontrolliere die Bücher. Sollen die Schüler/innen ihre wertvolle Zeit in der Prüfung verstreichen lassen bis sie vernünftig arbeiten können?


    Jedenfalls fühlt man sich zunehmend gegängelt,

    Hoffentlich nicht durch die genannten Beispiele!


    Sollte da mal der Lehrerrat oder Personalrat ein Gespräch mit der Schulleitung führen?

    Weil die Schulleitung die Dienstpflichten überwacht? Sehe den Anhaltspunkt nicht.

    Diese steht bei Unterrichtsbeginn am Eingang und protokolliert das Zuspätkommen, von Schülern wie von Lehrern.

    Mich wundert lediglich, dass sie die Zeit dafür hat, aber vielleicht ist es ja notwendig.

  • Wir hatten auch mal so eine Schulleitung. Die Stimmung im Kollegium ging rasant bergab.

    Es gab nämlich dann die Kolleginnen und Kollegen, die selbst sehr ordnungsliebend waren und das Schulsystem befürworteten wie es war. Die waren der Meinung: endlich mal jemand der durchgreift.

    Und es gab die freiheitsliebenden Leute, die sich dann auch schnell bevormundet fühlten - zumal es zuvor auch nicht kontrolliert wurde.

    Es entwickelte sich irgendwie eine schlechte Stimmung: die einen triumphierten gefühlt, weil sie alles normgerecht wie Arbeitsbienen ausführten.
    Die anderen fühlten sich zurück gesetzt und deprimiert.

    Da kann hinzu, dass die Schulleitung sich bei Beschwerden von Schülern in den Unterricht setzte, teils wie im Ref Protokolle für die Stunden verlangte und dann Kollegen eng monitorte. Ganz ätzend.

  • Wie gehst du mit Schülerinnen und Schülern um, die wiederholt zu spät kommen?

    Ehrlich gesagt ist mir das persönlich ganz egal. Ich hänge mein Ego nicht so hoch. Wenn sie zu spät kommen, verpassen sie was - müssen sie mit den Konsequenzen leben.

    Es ging mir darum, so sehr getrieben zu sein - wenn alle es etwas lockerer sehen würden, denke ich, könnte man sich viel Stress sparen.

  • Kommen bei euch auch Kollegen zu spät, führen die Aufsicht nachlässig und müssen bei Prüfungen nachkopieren? Dann ist es ein Saustall. Immerhin hat man im Gymnasium auch noch eine Vorbildfunktion. In der GS müssen wir täglich 15 min VOR Unterrichtsbeginn in der Klasse Aufsicht führen, die wir in der ersten Stunde unterrichten. Wenn nicht, wird man auch einbestellt. Niemand würde deswegen zum Personalrat rennen, lächerlich.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Kommen bei euch auch Kollegen zu spät, führen die Aufsicht nachlässig und müssen bei Prüfungen nachkopieren? Dann ist es ein Saustall. Immerhin hat man im Gymnasium auch noch eine Vorbildfunktion. In der GS müssen wir täglich 15 min VOR Unterrichtsbeginn in der Klasse Aufsicht führen, die wir in der ersten Stunde unterrichten. Wenn nicht, wird man auch einbestellt. Niemand würde deswegen zum Personalrat rennen, lächerlich.

    Es geht eher um die Fremdbestimmung und vor allem darum, dass die viele gute Arbeit gar nicht gesehen wird, sondern sich die Schulleitung an solchen Kleinigkeiten aufhängt.

    Vorher ging es auch gut, Kollegen waren zufrieden. Nun stockt doch schon der Atem, wenn wieder Stau ist und man bei Ankunft an der Schule die Schulleitung im Gang sieht.

    Frage: hat ein "dienstliches Gespräch" überhaupt irgendwelche Auswirkungen? Sollen doch so viele Gespräche wie gewünscht geführt werden, was solls.

  • Was bringen ganz tolle Projekte oder minütiöse Arbeitsblätter und Korrekturen (was auch immer du unter "viele gute Arbeit" verstehst), wenn ihr eure Aufsichtspflicht vernachlässigt?
    Man darf sich als Lehrkraft nicht einen Teil der Dienstpflichten aussuchen und den Rest vernachlässigen. Die SuS haben Anrecht auf Unterricht und nicht auf 5 Minuten weniger, weil die andere Klasse einen tollen Wandertag hatte.

  • Aus der von Kreidemeister dargestellten Problematik halte ich das schon für ein Thema für den örtlichen Personalrat / Lehrerrat.

    Grundsätzlich hat die Schulleitung in allen im Eingangspost genannten Fällen auch aus meiner Sicht recht. Aber die Kommunikation könnte anders laufen. Vielleicht kann der Personalrat da ins Gespräch gehen und die Befindlichkeiten des Kollegiums anonym an die Schulleitung herantragen.

    Ich hatte schon einen Schulleiter der jeden Morgen auf dem Gang vorm Lehrerzimmer Kollegen und Schüler begrüßt hat und gegebenenfalls auch gleich Geburtstagswünsche ausgesprochen hat. Ich fand es gut, dass er dadurch auch jeden Morgen für Tür-und-Angel-Gespräche zur Verfügung stand. Und wenn der Gesprächsinhalt nur die Vereinbarung eines echten Gesprächstermin war, das war dann gleich erledigt.

    Natürlich könnte man es auch als Kontrolle verstehen.

  • Beitrag von Quittengelee (25. Februar 2026 17:00)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: egal, steht schon alles oben (25. Februar 2026 17:10).
  • Beitrag von Quittengelee (25. Februar 2026 17:04)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht (25. Februar 2026 17:06).
  • In beiden beschriebenen Problemen ist es absolut berechtigt, dass die Schulleitung den jeweiligen KuK klar und deutlich sagt, dass es so nicht geht.

    Lehrkräfte haben pünktlich zum Unterricht zu erscheinen, dass das durch einen Unfall auf der Autobahn oder ähnliches mal scheitert, kann passieren, kommt bei uns alle paar Monate mal vor, dann ruft derjenige aus dem Auto heraus an damit die Aufsicht zum Stundenbeginn sicher gestellt wird. Dass jeden Morgen mehrere KuK ganz selbstverständlich erst einige Minuten nach Unterrichtsbeginn die Schule betreten, wäre für mich als neuer Schulleiter ein absolutes Unding.

    Und Klausuren unter Abiturbedingungen finden unter Abiturbedingungen statt und Bitteschön mit der entsprechenden Professionalität. Wenn ein Kollege beim Austeilen der Klausur unter Abiturbedingungen feststellt, dass er zu wenig Aufgabenblätter hat, würde ich das vielleicht als einmaligen Aussetzer entschuldigen, aber bitte mit Betonung auf einmalig, wenn derjenige auch von anderen Materialien nicht genügend vorbereitet hat, wäre es für mich auch Schlamperei.

  • Frage: hat ein "dienstliches Gespräch" überhaupt irgendwelche Auswirkungen? Sollen doch so viele Gespräche wie gewünscht geführt werden, was solls.

    Ein erstes dienstliches Gespräch ist in der Regel informell. Das zweite wird protokolliert und kommt in die Personalakte. Wie man dann beim dritten oder vierten Gespräch verbleibt (die dann in der Regel in der Behörde geführt werden), hängt von den Vorwürfen ab, regelmäßig verspätet zum Unterricht zu erscheinen ist ein Dienstvergehen und kann als solches sanktioniert werden.

  • Es geht eher um die Fremdbestimmung und vor allem darum, dass die viele gute Arbeit gar nicht gesehen wird, sondern sich die Schulleitung an solchen Kleinigkeiten aufhängt.

    Ein Zuspätkommen ist keine Kleinigkeit, das kann arbeitsrechtlich - insbesondere wenn es häufiger vorkommt - zu einer Abmahnung führen.

    An meiner Ex-Schule wurde irgendwann als Arbeitsbeginn nicht mehr der Aufsichtsbeginn festgelegt, sondern 10 Minuten früher, weil die Verspätungen überhand nahmen.

    🍦 Eis macht Spaß! 🍦
    Schoko, Vanille – ganz egal,
    Hauptsache lecker jedes Mal! 😋

    Ich lese und schreibe nach dem Paretoprinzip.

  • Grundsätzlich hat die Schulleitung in allen im Eingangspost genannten Fällen auch aus meiner Sicht recht. Aber die Kommunikation könnte anders laufen. Vielleicht kann der Personalrat da ins Gespräch gehen und die Befindlichkeiten des Kollegiums anonym an die Schulleitung herantragen.

    So sehe ich das auch. Rechtlich ist die Sache klar, evtl kann man an der Kommunikation arbeiten. Dies kann der Personalrat ansprechen.

  • Zuspätkommen ist ein fettes No Go. Ich bin zu vielen meiner Schulen über weitere und vor allem stauanfällige Strecken gependelt und in all den Jahren ein einziges Mal zu spät gekommen. Aber nicht still und heimlich, sondern man ruft in dem Fall in der Schule an und gibt offiziell Bescheid. Wie viele Minuten hält einen die Müllabfuhr denn bitte auf? Man muss immer einen Puffer einplanen, das liegt im Rahmen der Eigenverantwortung. Meiner beträgt immer etwa 45 Minuten.

    Dass man mal nicht ausreichend Wörterbücher oder Kopien hat, kann im Einzelfall mal passieren, aber definitiv nicht im Vorabi.

    Sorry, aber das geschilderte Arbeitsverhalten liest sich extrem unprofessionell. Volles Verständnis für die Schulleitung.

Werbung