• Ja, aber nur im Zweifel, für einen Ausnahmefall. Also "gehen Sie mal zum Arzt" nicht "Sie müssen bei jedem folgenden Fehltag sofort den Schein bringen.

    In BW gerade nicht. Es wird auf Grund der Faktenlage in der Vergangenheit (ständig unentschuldigte Fehlzeiten, keine glaubhaften Entschuldigungsgründe,...) eine Attestpflicht für alle Fehlzeiten der Zukunft begründet und ausgesprochen. Einzelfall heißt hier, dass der einzelne Schüler betrachtet wird.

  • Noch mehr als das Fehlen nervt mich die Begründung, warum man etwas nicht weiß/kann/mitgekriegt hat: "Da war ich nicht da."

    Da ist meine Antwort immer nur: "Ja und?"

    Wenn ich gut drauf bin, kommt danach: "Ich soll euch doch bescheinigen, dass ihr studierfähig seid. An der Uni dürft ihr je Semester 2 Wochen fehlen, egal ob ihr im Krankenhaus oder in der Dominikanischen Republik am Strand liegt. Da interessiert es auch niemanden warum ihr etwas nicht könnt."

    Das ist eine Frage der Erziehung - in Schule wie Elternhaus - und keine Frage des Ausweisens der Fehlzeiten auf einem Zeugnis.

    Also ich denke schon, dass ein entsprechendes Zeugnis schon eine erziehende Wirkung hat.

    Man kann nur hoffen, dass irgendwann ein radikaler schulpolitischer Kurswechsel kommt. Schnell.

    Das hoffe ich auch. Wir dürfen gerne die Bewertungsmaßstäbe des Jahres 1980 wieder rausholen, auch wenn dann "nur" 20% eines Jahrgangs das Abitur schaffen. Aber damals war auch der Hauptschulabschluß noch etwas wert.

  • Aber damals war auch der Hauptschulabschluß noch etwas wert.

    Das ist er immer noch. Momentan haben wir Akademikerschwemme und es fehlen Fachkräfte in klassischen Ausbildungsberufen. Wenn jemand tatsächlich die Kompetenzen aufweist, die ein Hauptschulabschluss gemäß Curricula bescheinigen soll, hat besagte Person derzeit gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das Problem sind diejenigen, die einen Hauptschulabschluss vorlegen, woraufhin die Personaler (m/w/d) oder Ausbilder (m/w/d) bei genauerem Hinsehen feststellen, dass die tatsächlich vorhandenden Kompetenzen sich im negativen Sinne erheblich von diesen bescheinigten Kompetenzen unterscheiden.

  • Wenn ich gut drauf bin, kommt danach: "Ich soll euch doch bescheinigen, dass ihr studierfähig seid. An der Uni dürft ihr je Semester 2 Wochen fehlen, egal ob ihr im Krankenhaus oder in der Dominikanischen Republik am Strand liegt. Da interessiert es auch niemanden warum ihr etwas nicht könnt."

    ... und es ist für viele Studiengänge an vielen Universitäten / Hochschulen schlicht falsch.
    Es geht um die erworbenen Kompetenzen und nicht um das Plattsitzen des Hinterns in der VL von Prof. Dr.

    DAS Argument ist also total schief (was es auch wäre, auch ohne die Veränderungen an den Hochschulen)

  • Und da die Schüler eh nur 1-2 Jahre in unserer Schule verweilen und wir keine Informationen der Zubringerschulen bekommen welche Mahnverfahren dort schon gelaufen sind, ist der §53 eigentlich ein zahnloser Tiger.

    Unsere Schulleitung (NRW BK) besteht darauf, dass Maßnahmen nach §53 nur für das aktuelle Schuljahr gelten. Wir fangen also in jedem Schuljahr bei jedem Schüler wieder unten mit §53 an. Egal ob er/sie im vorangegangenen Schuljahr schon einen Verweis oder gar eine Teilkonferenz hatte. Und natürlich löscht ein Wechsel des Bildungsganges auf alle Maßnahmen. Immer mit der Begründung, der Schüler könnte sich ja bei der Bezirksregierung beschweren.

    Da ist der 53 dann nicht mehr mehr ein zahlosee Tiger sondern eher ein süßes niedliches Kätzchen. Macht nur Arbeit und völlig ohne Wirkung

  • Bei uns geht eine Mitteilung raus, dass 5km Fußweg als zumutbar gelten. Wer außerhalb dieses Radius wohnt, wird nach Ermessen der Klassenlehrkraft entschuldigt. Theoretisch könnte man sich die Mühe machen und gucken, wo jemand wohnt und ob dessen Verkehrslinien überhaupt vom Streik betroffen sind - ob das praktisch auch tatsächlich passiert, weiß ich nicht.

    Habe ich zum Spaß öfter schonmal nachgeschaut, die Schüler dann aber nicht damit konfrontiert, weil es mir im Endeffekt auch egal ist. Ich denke mir halt meinen Teil. Bei Streiks fehlen gerne auch mal die sonst Autofahrer, weil "ist ja Streik", oder die, die 1km entfernt wohnen.

  • ... und es ist für viele Studiengänge an vielen Universitäten / Hochschulen schlicht falsch.
    Es geht um die erworbenen Kompetenzen und nicht um das Plattsitzen des Hinterns in der VL von Prof. Dr.

    DAS Argument ist also total schief (was es auch wäre, auch ohne die Veränderungen an den Hochschulen)

    Man merkt, dass du keine Naturwissenschaften studiert hast. Es geht nicht um die Vorlesungen, aber in den Übungen darf man tatsächlich nur sehr begrenzt fehlen, da wird auch aktive Mitarbeit und Präsentation der Übungszettel verlangt.

  • Noch mehr als das Fehlen nervt mich die Begründung, warum man etwas nicht weiß/kann/mitgekriegt hat: "Da war ich nicht da."

    Meine Standardantwort: "Das ist nicht mein Problem. Wenn du fehlst ist es deine Aufgabe dir von deinen Mitschülern die Inhalte und Unterlagen zu besorgen"

    Ich kopiere Blätter immer in exakter Menge für die Klasse. Mitschüler sind angewiesen Blätter mitzunehmen. Alles was zu mir zurück kommt bei mir in den Mülleimer.

  • deswegen "viele" Studiengänge.
    Ich weiß um die Situation in Laborpraktika. Immer noch aktuell.
    Als ICH studiert habe, gab es auch die 2-Sitzungen-Fehlregelung. Gegen Ende meines Studiums gab es Anträge der Studierendenschaft auf Aufhebung der Anwesenheitspflicht und ich "durfte" sie als studentische Vertreterin verteidigen, was kaum an Absurdität zu überbieten war, da ich in keinem einzigen Kurs oder VL (also auch ohne Anwesenheitspflicht) 2 mal gefehlt haben dürfte (ich habe mal ein Semester abgebrochen bzw. gar nicht studiert, aber eben für mich abgehakt).

    Aber unser großer, immer mit Unigeschichten ankommender Platty hat auch keine Naturwissenschaften sondern nur stinklangweilige Massenfächer, wenn ich mich nicht täusche.

  • Komisch nur, dass die Schüler in 3km Umkreis der Schule mit Verweis auf den Streik nicht kommen, wohingegen die "vom Lande" auch trotz Streik und 20km Schulweg irgendwie morgens zur Schule gekommen sind.

    Ich verstehe deinen Punkt nicht. Der Grund ist legitim. Wenn dann welche für sich einen anderen Weg finden, ist doch ok. Das heißt aber nicht dass jeder die gleichen Möglichkeiten hat

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