Neue Förderschulen bauen: Verhinderung der Inklusion oder eine logische Folge des Scheiterns?

  • Ich beschrieb meine Schule.

    Dann wird sich der Schulträger was einfallen lassen müssen. Im Zweifel stellt er einen Container auf den Schulhof. Da es einklagbar ist, ist es bei uns in der Regel so, dass da Geld keine Rolle spielt. Eine Lösung muss her. Wird dann halt woanders gekürzt.

  • Es soll doch eine Teilhabe ermöglichen. Wenn mir ein Bein fehlen würde, dann würde ich mir vielleicht wünschen nicht auf eine Körperbehindertenschule zu kommen. Und wenn mich meine Mitschüler*innen täglich die Treppen hochtragen müssen.

    Auch wenn ich dein Beispiel verstehe, finde ich es schwierig, dass implizit mitschwingt, dass ein sonderpädagogisches Förderzentrum Teilhabe verhindere. Meine Position wäre, dass besagte Förderzentren, und seien es in dem von dir genannten Beispiel Zentren mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, Teilhabe überhaupt erst ermöglichen.

    Wenn ich z.B. mich besonders mal auf den zweiten Teil der Förderschwerpunktbezeichnung beziehe: Wie soll eine Lehrkraft in einer Klasse mit 25 Schülern (m/w/d) ein Kind besonders fördern, wenn dieses wirklich große Probleme in der Motorik hätte? Da sind einfach die Möglichkeiten, selbst bei genug Fachwissen und Engagement der Lehrkraft, begrenzt. In einem Setting, wo Fachkräfte arbeiten, die darauf spezialisiert sind, Kinder und Jugendliche mit körperlich-motorischem Förderbedarf zu unterrichten und sonderpädagogisch zu fördern, ist doch die Wahrscheinlichkeit höher, dass das motorisch eingeschränkte Kind die Unterstützung erhält, die es benötigt, um später möglichst selbstständig am gesellschaftlichen Leben Teilhabe erfahren zu können, als in einem Setting, in dem vielleicht alle paar Jahre mal ein Kind diese Einschränkungen aufweist.

  • Die noch existierenden Förderschulen existieren noch, weil sich Eltern aktiv für sie entscheiden, nicht, weil die Kinder sonst nirgends hin könnten. Bei uns gibt es mehrere beliebte Förderschulen, denen allseitig eine gute Arbeit bescheinigt wird, und die trotzdem um ihre Existenz kämpfen müssen, weil sie Teilen der Politik aus grundsätzlichen Gründen ein Dorn im Auge sind.

    Bei der ganzen Debatte geht es doch nicht um die Kinder oder um eine UN-Konvention. Das wird doch alles nur vorgeschoben. In Wahrheit geht es ausschließlich um ein Kostensenkungsprogramm. Ein Kind an einer Regelschule verursacht dem Schulträger nur ein Bruchteil der Kosten, die ein Kind an einer Förderschule verursacht.

    --> https://www.bildungsxperten.net/wissen/wie-wer…len-finanziert/

    Die Quelle ist zwar schon etwas älter, sie zeigt aber, dass das Kind an der Förderschule dreimal so hohe Kosten verursacht. Diese Kosten will die Politik nicht tragen und versucht sich da rauszuwinden. Da kommt ihr die UN-Konvention gerade recht, um in jeder Regel-Klasse einen Stuhl dazuzustellen und die Kinder in die Regelschulen zu schicken. Man denke beim Thema "Bezahlung" einfach nur mal an den fortwährenden Sttreit über unsere amtsangemessene Alimentation.

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