500.000 Schrottgeräte an Schulen in Ba-Wü

  • Heute in der "G'schwätzigen Zeitung":
    500.000 IT-Geräte an Schulen müssen ersetzt werden. Laptops und Tablets erreichen das Ende ihrer Nutzungszeit. Städte und Gemeinden müssen nun hunderttausende Laptops, Tablets und Computer, die während der Corona-Pandemie angeschafft wurden, ersetzen, da das Ende der Nutzungszeit erreicht ist. Dieses liegt meist bei 4-5 Jahren. <sic!>
    Es wird mit Investitionen von mehreren Milliarden € - nur in Ba-Wü - gerechnet.

    Hallo? Ich nutze selbst Laptops und Computer, die bereits mehr als 10 Jahre "auf dem Buckel haben". Dabei handelt es sich jedoch um Geräte, die nicht "hip" sind. Mein Laptop kommt aus dem Refurbished-Bereich. Der hatte bei der Anschaffung bereits 3 jahre Leasingzeit in einem Unternehmen hinter sich. IBM-Lenovo-Laptop mit Touchscreen und drehbarem Display, Neupreis damals knapp 2000 €umel, gekauft für 250 €. Stabil. Für den Militäreinsatz zertifiziert. Fas unkaputtbar.

    Wie wird die Anschaffung dieses Mal ablaufen? Legt Apple nun die "Restlaufzeit" der iPads gleich auf 3 Jahre fest, weil sich das Geschäftsmodell bewährt hat? Werden darin nun Bauteile verlötet, die mit Selbstzerstörungsmechanismus ausgestattet sind?

    Wie sind eure Erfahrungen mit den iPads? Hat sich das Verpulvern der Haushaltsmittel eurer Städte und Gemeinden für den Lerneffekt der Schüler wenigstens ausgezahlt - oder hätte es eine hintere Bankreihe mit 2 x 10 fest installierten Laptops auch getan?

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Ich muß gestehen, dass ich daheim exakt die gleichen Rechner nutze, die wir auch in der Schule haben, nämlihc Dell Optiplex Desktop PCs. Während die Maschinen bei mir daheim locker 10 Jahre schaffen, halte sie im Schulumfeld nur knapp 5 Jahre durch. Das Hauptproblem ist da Vandalismus durch Schüler.

  • Bei allen mobilen Geräten kommt durch das Nutzungsprofil an Schulen auch ein unglaublich hoher Akkuverschleiß dazu. Die Schüler gehen fast jeden Tag auf 0% runter und laden dann zuhause auf 100% hoch und die Laufzeit wird immer geringer. Mal ganz davon abgesehen, dass Tablets für viele Einsatzzwecke sowieso Unfug sind :)

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Es wurde damals einfach das beschafft, was schnell verfügbar war. Langfristige Planung war nicht gefragt, da muss man sich über das Ergebnis nicht wundern. Es bräuchte eine länderübergreifende Gesamtstrategie für die Entwicklung, Beschaffung und Pflege der IT-Landschaft in den Schulen. Dann könnte man ganzheitlich einen Gerätepark und ein Software Ökosystem entwickeln, um nicht den bequemen Weg gehen zu müssen einfach das zu kaufen, was Apple so anbietet, denn dann erziehen wir schon unserr Kinder in die digitale Abhäbgigkeit.

  • Wenn ich hier in NRW an Logineo denke, ist mir diese Abhängigkeit von Microsoft, Apple, … wesentlich lieber. Deren Produkte funktionieren nämlich.

    Und genau aufgrund dieser Einstellung geht man sehenden Auges in die Abhängigkeit, weil man selbst nicht bereit ist die notwendigen Ressourcen zu investieren, um eigene Lösungen zu entwickeln, die auch funktionieren. So ein Ansatz dauert nämlich Jahre, man wird das auch finanziell als einzelnes Bundesland nicht alleine stemmen können, man müsste sich auf länderübergreifende Standards einigrn und das Problem zusammen anpacken. Wird aber alles nicht passieren, denn da kann man sich politisch nicht mit profilieren.

  • Die längerfristige Strategie gab es bereits vor vielen Jahren - der Eintrag dafür besteht seit 2009 auf der Wikipedia.
    One Laptop per Child
    https://de.wikipedia.org/wiki/Projekt_One_Laptop_per_Child
    Leider haben sich die großen Techkonzerne dazwischen gemogelt und finanzielle Ressourcen abgeschöpft und so verhindert, dass Schulen anständige Toiletten erhalten. Linux steht seit vielen jahren als funktionsfähiges Betriebssystem und Alternative bereit. Wartungsfreundlicher ist es zudem.

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
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  • Auch wenn viele über Bayern schimpfen, ich komme mit unserer Landeslösung (BayernCloud Schule) gut zurecht. Anfangs hakte es ein wenig, aber jetzt ist es eigentlich problemlos. Kein Schüler braucht Microsoft, die Schule auch nicht und trotzdem gibt es verschiedene Dienstprogrammen.
    Aus dem Digitalpakt gab es Surfaces, das ist noch immer mein Dienstgerät, mit Dockingstation und Zusatzbildschirm, Maus und Tastatur habe ich damit einen vollwertigen Rechner.
    Der Träger hat sich leider bei den Schülergeräten zu iPads überreden lassen

  • Auch wenn viele über Bayern schimpfen, ich komme mit unserer Landeslösung (BayernCloud Schule) gut zurecht. Anfangs hakte es ein wenig, aber jetzt ist es eigentlich problemlos. Kein Schüler braucht Microsoft, die Schule auch nicht und trotzdem gibt es verschiedene Dienstprogrammen.
    Aus dem Digitalpakt gab es Surfaces, das ist noch immer mein Dienstgerät, mit Dockingstation und Zusatzbildschirm, Maus und Tastatur habe ich damit einen vollwertigen Rechner.
    Der Träger hat sich leider bei den Schülergeräten zu iPads überreden lassen

    Nur verwenden nicht alle Schulen in Bayern BayernCloud und die Surfaces sind auch manchmal uralt und entsprechend langsam.

    Schule. Jeden Tag eine Überraschung. Lohnt sich.

  • Wenn ich hier in NRW an Logineo denke, ist mir diese Abhängigkeit von Microsoft, Apple, … wesentlich lieber. Deren Produkte funktionieren nämlich.

    Wie schon an anderer Stelle beschrieben wurde, Deutschland hat jahrelang die Prioritäten so gesetzt, dass viele Produkte oder Rohstoffe aus dem Ausland beschafft wurden, was sich dann irgendwann rächt, wenn sich Handelsbedinungen einseitig verändern. Die Abhängigkeit der US-amerikanischen Tech-Unternehmen würde sich reduzieren, wenn Europa anfangen würde, eigene Programme zu entwickeln und anzuwenden, ggf. verbunden mit dem Aufbau rechtlicher Hürden, um die Nutzung US-amerikanischer Programme zu erschweren.

    Die bereits während der Corona-Zeit geforderte Unabhängigmachung Europas, damals bezogen auf medizinische Produkte aus Asien, später dann Energie aus Russland, jetzt potentiell IT-Programme aus den USA, bleibt bislang mangels Konsensfindung der europäischen Entscheidungsträger (m/w/d) eine primär theoretische Überlegung.

  • Tja. Wie eifrig war man dabei, sämtliche tradtionellen Tafeln aus dem Gebäude auszutauschen, nur um jetzt zu merken, dass ohne softwareseitige Unterstützung die für 5-stellige Beträge angeschafften Ungeheuer einen Pfifferling wert sind. Was daran ist jetzt genau nachhaltig?
    Ich bin für eine konsequente Rückkehr zu traditionellen Schulbüchern, und zwar bewährten, während man dabei nicht jedem Trend hinterher rennt.

  • Dass die "Smartboards" gar nicht smart sind, sollte eigentlich bekannt sein. "Smart" daran ist nur die Sensorik, welche den Stift erkennt und das bisschen Software, das auf dem Lehrerlaptop installiert wurde.

    Ich hatte mir so'n Ding schon selbst gebaut:
    - Infrarot-LED aus einer alten TV-Fernbedienung
    - Schulzeigestock mit Batterie und Tastschalter
    - Handbedienung der Wii-Spielkonsole (ohne Konsole)
    - Beamer und Laptop, sowie ein kleines Stück freie Software auf dem Laptop.
    That's all what it braucht.

    Funktionsprinzip: Beamer projiziert den Bildschirm des Lehrerrechners an die Wand.
    Neben den Beamer legt man die Wiimote, die über Bluetooth zum Laptop funkt.
    Mit der Infrarot-LED legt man den Bildausschnitt durch die vier Ecken fest
    Die kleine Software empfängt dann die Signale der IR-LED, die als Maus an der Wand herumfährt von der Wiimote, die als IR-Kamera funktioniert.
    Habe fertig interaktive Tafel. Tricky. Nicht von mir erfunden.

    Nach diesem Prinzip arbeiten alle Smartboards - mit Schallsensoren, IR-Kamera, Induktionsschleifen ... es geht immer darum, das Signal vom Stift zum Rechner und Steuerprogramm zu senden. Auch, wenn es protzige Schalter oder Schaltflächen am "Smartboard" gibt. Das Brett selbst ist strunzdumm.

    Es muss auch kein Schulzeigestock für das IR-Birnchen sein, das funktioniert genauso mit einem umgebauten Filzstift, den ein Schüler benutzen kann. Damit kann man wunderbar die Wand bemalen, Programme bedienen, Wortkarten schieben ... und wenn der Beamer abgeschaltet ist, ist auch die Wand sauber.

    50 € kost' der Spaß.
    Es gäbe schon Lösungen ...

    Funfact: Ein Hersteller von Smartboards wollte mich verklagen, weil ich die Anleitung online gestellt hatte. Die Anleitung war jedoch bereits vor Markteinführung des Händlers online. Ich hatte das Ansinnen in der Gruppe der Systembetreuer publik gemacht und kurz darauf qoll dessen Postfach mit Protestschreiben über ;)
    Und meine Anleitung steht noch immer da - seit 2009 : https://www.autenrieths.de/schwabenboard.html

    Keine Marketing-Website - aber interessant und funzt.

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