Gültigkeit Teledoktor Krankschreibungen

  • Hallo,

    meine Schulleitung hat gestern verkündet, dass es eine neue Anweisung von der Bezirksregierung gegeben hat, die besagt, dass nur noch ausgedruckte Atteste als Krankschreibung akzeptiert werden. Ich habe in der Vergangenheit ab und zu eine App mit Videosprechstunde genutzt, wenn mein Hausarzt mal nicht verfügbar war. Dort bekomme ich aber nur eine elektronische Krankschreibung. Auf meine explizite Nachfrage hin wurde mir gesagt, dass Krankschreibungen in Zukunft nur noch in der Form "gedruckter Zettel aus Arztpraxis" einzureichen sind, elektronische AUs werden explizit nicht mehr akzeptiert.

    Ist das rechtens? Bundesland ist NRW.

  • Für gesetzlich Versicherte gibt es doch gar keine Papier-AU mehr. Was für eine Bezirksregierung ist das und hat er euch das Schreiben gezeigt?

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Das Ausdrucken lässt sich der Arzt bestimmt bezahlen. Deshalb würde ich mir diese Anweisung der BR schriftlich geben lassen und die Rechnung für die AU bei der Beihilfe einreichen.

    Müssen die bei der BR angestellten Sachbearbeiter dann auch ihre AU in Papier einreichen? Oder ist das eine Sonderregel für Lehrer?

  • Für Tarifbeschäftigte gibt es keine Papier AU und da kann die Bezreg auch nicht drauf bestehen. Nur bei Beamten.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Und ja , man kann sich tatsächlich übwr online Praxen für maximal eine Woche krank schreiben lassen und bei der EDV Kontrolle gibt's nur die Auskunft, dass für den Zeitraum x eine AU vorliegt. Das stört natürlich einige SB mit Kontrollfimnel, aber da mögen sie sich bei Frau Waken beschweren.🤷

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Das wird nicht von "der Bezreg" kommen. Da macht sich jemand wichtig und ist sich zu fein, elektronisch die AU abzurufen.

    Mail an den Bezirkspersonalrat mit Schilderung des Sachverhalts. Dafür sind die ja da.

    Nach Einführung der elektr. AU gab es einige AG, die sich quergestellt haben, aber das ist mittlerweile eigtl. kein grundlegendes Problem mehr. Umso merkwürdiger, dass so etwas noch im ÖD passiert.

  • Solltest du die AU als pdf meinen, die du bsw. bei Teleclinic erhältst als Privatversicherter, ist diese selbstverständlich auch gültig. Dann eben ausdrucken und vorlegen. Diese ist zwar elektronisch signiert; die Praxis steht ja aber auch dabei und der Arzt.

    Online-Krankschreibungen sind gültig und müssen anerkannt werden. Bedingung ist eine Videosprechstunde wie bei Teleclinic. Das ist alles schon ausgeurteilt und muss vom AG/Dienstherrn anerkannt werden.

    Das Anzweifeln von AUs ist möglich. Jedoch reicht es dafür nicht auf die Form der AU zu verweisen und ist für den AG/Dienstherr nicht so einfach. Hierfür muss es klare Anhaltspunkte geben z.B. Krankmeldung bei abgelehntem Antrag auf Sonderurlaub o.Ä.

  • Im übrigen bietet die elektronische AU der GKV einen großen Datenschutzvorteil, den gebe nicht so einfach her. (Der Arbeitgeber erfährt nämlich nicht welcher Arzt und damit ,welche ärztliche Fachrichtung, die AU ausgestellt hat. Gleiches bei Krankenhäusern).

  • Im übrigen bietet die elektronische AU der GKV einen großen Datenschutzvorteil, den gebe nicht so einfach her. (Der Arbeitgeber erfährt nämlich nicht welcher Arzt und damit ,welche ärztliche Fachrichtung, die AU ausgestellt hat. Gleiches bei Krankenhäusern).

    !
    Interessant.
    Ich habe (als PKV-Versicherte) SEHR große Vorbehalte gegenüber der elektronischen Krankenkarte (die ja zusammenhängt, oder?), ausgerechnet, WEIL dadurch alle Ärzte alles sehen können und dadurch auch neue Fehldiagnosen entstehen können.
    (Quasi die fiesere Form von "Ach, Ihre Bauchschmerzen kommen nur vom Gewicht, ich gucke nicht weiter, nehmen Sie erstmal ab")

    Aber eine Anonymisierung der ärztlichen Fachrichtung fände ich durchaus SEHR gut.
    chemikus08 Bezog sich dein Satz mit dem Kontrollfimmel darauf? Dass es Sachbearbeiter*innen wurmt, nicht zu wissen (vermuten), warum jemand fehlt?

  • Ich habe (als PKV-Versicherte) SEHR große Vorbehalte gegenüber der elektronischen Krankenkarte (die ja zusammenhängt, oder?), ausgerechnet, WEIL dadurch alle Ärzte alles sehen können und dadurch auch neue Fehldiagnosen entstehen können.

    Den Zusammenhang verstehe ich nicht.

    Entropy is a bitch, embrace her.

  • Weil Ärzte Einblick in alle Diagnosen von anderen Ärzten haben.
    Wenn du dir nicht vorstellen kannst, warum es ein Problem ist: das ist super und ich freue mich für dich (ganz ehrlich). Als Frau, der einige Schmerzbeschwerden jahrelang als "Sie bilden sich das ein" ertragen durfte, bin ich nicht so scharf darauf, dass Ärzte weitere Anhaltspunkte für Fehlbehandlungen haben (ich bin erwachsen und schlau genug, den jeweiligen Ärzten alles mitzuteilen, was sie brauchen).

  • Kann die BR von mir als in der GKV versicherter Beamter eine Papier-AU verlangen?

    Ich denke nicht, Der bist zwar Beamter aber GKV versichert.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Ich habe mich das auch schon gefragt, bin da sehr skeptisch. Auf der anderen Seite: wenn ein Arzt mal rausgefunden hat, wovon die Schmerzen kommen, weiß es der andere gleich und grübelt nicht von vorne los. Außerdem kann er oder sie vielleicht leichter eine Verknüpfung herstellen zwischen Beschwerden, die ich selbst eben nicht herstellen kann und wenn das Zehweh schon irgendwo steht, was ich dem Zahnarzt vergessen habe zu erzählen und daraus dann die ultimative Diagnose erwächst zwischen Zahn-Zeh-Zusammenhängen... Könnte es auch Vorteile haben?

  • Weil Ärzte Einblick in alle Diagnosen von anderen Ärzten haben.

    Das haben die Ärzte aber nur, wenn du explizit erlaubst und auch nur für eine von dir definierte Zeitspanne. Ohne dein Einverständnis kann da niemand was sehen.

    Ich habe mich das auch schon gefragt, bin da sehr skeptisch. Auf der anderen Seite: wenn ein Arzt mal rausgefunden hat, wovon die Schmerzen kommen, weiß es der andere gleich und grübelt nicht von vorne los. Außerdem kann er oder sie vielleicht leichter eine Verknüpfung herstellen zwischen Beschwerden, die ich selbst eben nicht herstellen kann und wenn das Zehweh schon irgendwo steht, was ich dem Zahnarzt vergessen habe zu erzählen und daraus dann die ultimative Diagnose erwächst zwischen Zahn-Zeh-Zusammenhängen... Könnte es auch Vorteile haben?

    Nein, keiner weiß irgendwas ohne dass du aktiv zugestimmt hast. Es können sogar einzelne Dokument immer verborgen werden.

    Entropy is a bitch, embrace her.

  • Ich frage mich einfach, ob es Vorteile hätte, alle Daten frei zu geben, etwa dem Hausarzt.

    Das Problem ist, dass die derzeit einfach als PDFs ohne Suchfunktion da rumliegen. Die Ärzte müssten also jedes Dokument einzeln aufrufen und durchlesen, um etwas zu finden.

    Wenn du eine Verknüpung erlebst, wie von dir beschrieben, dann spiel Lotto an dem Tag. Ich habe eher erlebt, dass der Logopäde sagte, der zähle Schleim käme aus den Bronchien, ich soll den Lungenfacharzt ansprechen. Dieser sagte, der zähle Schleim käme von den Stimmbändern, das wäre Sache des Logopäden. Auch, dass ich spüre, dass er aus den Bronchien kommt, zählte nicht. Der Logopäde riet mir dann, Asthma und Migräne durch Heilpraktiker und chinesische Medizi und... nee, das hatte ich schon mal.

    🍦 Eis macht Spaß! 🍦
    Schoko, Vanille – ganz egal,
    Hauptsache lecker jedes Mal! 😋

    Ich lese und schreibe nach dem Paretoprinzip.

  • Weil Ärzte Einblick in alle Diagnosen von anderen Ärzten haben.
    Wenn du dir nicht vorstellen kannst, warum es ein Problem ist: das ist super und ich freue mich für dich (ganz ehrlich). Als Frau, der einige Schmerzbeschwerden jahrelang als "Sie bilden sich das ein" ertragen durfte, bin ich nicht so scharf darauf, dass Ärzte weitere Anhaltspunkte für Fehlbehandlungen haben (ich bin erwachsen und schlau genug, den jeweiligen Ärzten alles mitzuteilen, was sie brauchen).

    Du kannst einschätzen welche Infos ein Arzt benötigt? Um welche Diagnose zu stellen? Seine oder deine? Ich habe leider selbst sehr viel Erfahrungen mit Ärzten und ich traue mir das nicht zu. Ich habe nämlich kein Medizinstudium und kenne nicht alle organischen und chemischen Zusammenhänge in meinem Körper, auch wenn ich mit mit meinen Problemen sehr gut auskenne.

  • Digitale Patientenakte und eAU sind zwei getrennte Aspekte.

    Der digitalen Patientenakte habe ich wiedersprochen, ist mir aktuell nicht ausgereift genug und zu unsicher.

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