Leistungen Schüler:innen in Mathe und in Deutsch

  • Im ZP 10 Thread RE: ZP10 Mathematik Bewertungsfrage

    kam von einem User Einer der Einwand auf, dass Schüler:innen im BK z.B. Prozent-/ Zins-/ Wachstumsrechnung mehr können, ebenso keine Termumformungen mehr können etc und in Deutsch z.B. die Grammatik/ Rechtschreibung nicht mehr sicher beherrschen und Sachtexte nicht mehr analysieren können.

    Marie sagte daraufhin, dass ihr 10er auch bestimmte Leistungen in Mathe nicht mehr erbringen können (z.B. Punkte in ein Koordinantesystem eintragen).

    Diese Probleme sind nicht nur in der Jgst. 10 (oder eher) bzw. am BK zu sehen, sondern auch in der gym. Oberstufe (GK; LK). Bruchrechnung können Schüler:innen auch nicht und es wird dabei recht abenteuerlich rechnen.

    Ich stelle auch fest, dass in der SI und in der SII viele Inhalte innerhalb weniger Wochen wieder vergessen. "Hatten wir noch nie", "Haben wir so noch nie gemacht", "Woher sollen wir das denn noch wissen, wenn wir das in Klasse 5 das letzte Mal hatten?" (Ähm war vor den Osterferien).

    Das Problem der mangelnden Rechschreib-/ Grammatikkenntnisse stelle ich auch fest (auch in Mathe oder Physik, wo ja auch immer mal wieder was begründet werden muss un zwar in einem Fließtext).

    Fragt sich nur was man dagegen machen kann ...

  • Jo sehr gute Frage, trotz meines Profilbildes macht mir das Fach auch immer weniger Spaß, weil man mit so vielen Baustellen gleichzeitig zu kämpfen hat.

  • Fragt sich nur was man dagegen machen kann ...

    Mach es wie in der ZK Deutsch in NRW: einfach den Erwartungshorizont so gestalten, dass die sprachliche (rechtschreibliche, grammatikalische und stilistische) Richtigkeit so wenig zählt, dass es total egal ist.

  • Ich ertappte mich neulich bei der Frage, ob ich in Stufe 8 das Erstellen einer Tabelle vielleicht künftig vorbereiten sollte, weil bei einer ganzen Reihe von Personen das simple Aufmalen von zwei gekreuzten Linien erstaunlich lange gedauert hat und zudem erkennbar keinerlei Vorstellung für den inhaltlich benötigten Platz vorhanden war.

    Daneben verwende ich schon seit Jahren in der Oberstufe regelmäßig quasi fachfremd Zeit dafür, Grundlagen und Aufbau einer Erörterung zu wiederholen und systematisch zu üben, weil ich in Klausuren sonst Stream of Consciousness bekomme. (Von so Späßen wie Konjunktiv und das/dass-Fehlern gar nicht zu reden.)

  • Durch die regelmäßige Konfrontation mit Ergebnissen aus Vergleichsstudien (innerhalb Deutschlands wie international) merke ich einen Druck, dass von uns gesamtgesellschaftlich erwartet, dass wir (wieder?) mehr Leistung von den Schülern (m/w/d) einfordern. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, denn nicht bei allen Schülern (m/w/d) kann ich davon ausgehen, dass sie an den Anforderungen wachsen und somit bei höheren Erwartungen auch höheren Lernzuwachs aufweisen. Was ich persönlich hilfreich fände, wäre wenn ein größerer Anteil der Schüler (m/w/d) einen gewissen Wissensdurst verspüren würde. Die klischeebehafteten "glätzenden Kinderaugen" mal anders definiert, nämlich dass sie das aufweisen, sobald wir ihnen ein Lernangebot machen.

    Das ostasiatische Schulmodell ist mit Sicherheit nicht perfekt, auch weil die jungen Leute von klein auf mit Leistungsdruck seitens der Familie und seitens der Gesellschaft konfrontiert sind, aber vielleicht gibt es zumindest einzelne Elemente, die sich in unser Schulmodell übertragen lassen, sodass unsere Kinder und Jugendlichen wieder mit etwas mehr Ehrgeiz und Ernsthaftigkeit das Thema "Schule" angehen.

  • Was ich persönlich hilfreich fände, wäre wenn ein größerer Anteil der Schüler (m/w/d) einen gewissen Wissensdurst verspüren würde.

    Und diesen Wissensdurst willst du wie genau wecken?

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Wenn ich das wüsste, hätte ich es schon längst umgesetzt. Ich bin da auf jeden Fall noch offen für Vorschläge...

  • Werden die Kinder wirklich schlechter, oder kommen einfach immer mehr Kinder ans Gymnasium ohne dafür geeignet zu sein? Wir sind nächstes Jahr in der fünften Klasse übrigens wieder vierzügig.

  • Werden die Kinder wirklich schlechter, oder kommen einfach immer mehr Kinder ans Gymnasium ohne dafür geeignet zu sein? Wir sind nächstes Jahr in der fünften Klasse übrigens wieder vierzügig.

    Irgendwas in der Mitte von beidem, denke ich.

    Was ich definitiv merke (ob Gym oder Gesamtschule) in der Oberstufe, ist, dass das Schreiben lesbarer, kohärenter und auf die Aufgabenstellung bezogener Texte überhaupt nicht mehr funktioniert. Gerade im Fach Geschichte haben da Leute bei uns den LK gewählt, die nicht dazu imstande sind, Quellenanalysen zu verfassen und dabei erkennbar zu differenzieren, wo sie sich kurz fassen können und wo sie definitiv konkrete Ereignisse oder Zusammenhänge darlegen müssen. Alles liest sich als Einheitsbrei, oberflächliche und phrasenhafte Allgemeinplätze.

    Die wenigen einigermaßen begabten SuS haben diese Probleme nicht, obwohl sie auf die gleiche Schule gingen. Da wird dann auch zuhause wahrscheinlich ein anderer Bezug auf Bildung und Leistung vorgelebt.

  • Werden die Kinder wirklich schlechter, oder kommen einfach immer mehr Kinder ans Gymnasium ohne dafür geeignet zu sein? Wir sind nächstes Jahr in der fünften Klasse übrigens wieder vierzügig.

    Hier fünfzügig, und fast alle mit Gymnasialempfehlung.

    Was ich definitiv merke (ob Gym oder Gesamtschule) in der Oberstufe, ist, dass das Schreiben lesbarer, kohärenter und auf die Aufgabenstellung bezogener Texte überhaupt nicht mehr funktioniert.

    Ich habe es quer durch die Jahrgänge bei schriftlichen Aufgabenstellungen regelmäßig mit der Nachfrage zu tun, ob es ganze Sätze sein müssen oder ob Stichpunkte nicht auch reichen.

  • Bei uns ist seit G9 Gymnasialempfehlung wieder verpflichtend. Sie ist also bei allen vorhanden.

    Aber es gibt genug Studien, welchen Einfluss Handynutzung auf das Kleinkindgehirn hat und leider werden bereits Kinder mithilfe von Handys ruhig gestellt. (Neulich Erlebnis im Zug, mehrfaches Wutgeschrei eines höchst 3-Jährigen, weil irgendetwas am Handy nicht klappte und in wie vielen Kinderwagen schauen die Kleinen gebannt auf das Handy?)

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Wir an der Mittelschule haben das Gefühl, dass unsere M-Klassen immer mehr zu Regelklassen und unsere Regel-Klassen zu Förderschulklassen werden…


    Wir würden uns wünschen, dass wieder 60% der vierten Klassen zu uns kommen und sich der Rest aufteilt. Mittlerweile greifen ja auch die Wirtschaftsschulen (sinnloseste Schulart ever!) in Bayern die Viertklässler ab - hauptsache nicht auf die Mittelschule …

    *hier Zitat nach Wahl einfügen*

    Einmal editiert, zuletzt von xwaldemarx (4. Juni 2026 21:03)

  • Man kann das Ganze auch positiv interpretieren: Die Politik hat einen Versuch gestartet, um zu schauen, ob die schulischen Leistungen durch Schulformwahl anhand Entscheidung der Eltern langfristig besser ausfallen. Hätte auch der Fall sein können, aber die Praxis hat gezeigt, dass Eltern das schulische Leistungsverhalten ihrer Kinder nicht realistisch einschätzen können, emotional voreingenommen sind und eher nach Wunsch- statt nach Istzustand entscheiden. Die schulischen Leistungen sind auch tendenziell schlechter geworden, wenngleich es zu wenig Evidenz gibt, dies allein an der Schulformwahlstruktur festzumachen. Dennoch, es war ein Versuch, und jetzt ist es an der Zeit, dass die Politik das Projekt rückabwickelt wie es auch bei G8/G9 geschehen ist.

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