Welche Unterstützung braucht man, um als Lehrer gut arbeiten zu können?

  • Guten Tag

    Ich bin seit 10 Jahren Lehrerin und möchte nun Berufsanfänger oder Lehrer in Krisen unterstützen. Dazu mache ich eine kleine Umfrage und möchte gerne erfahren, was euch als Lehrer unterstützen würde.

    Wo liegt deiner Meinung nach die größte Herausforderung des Berufes?

    Was macht dir das Leben leicht, bzw. schwer?

    In welchen Bereichen möchtest du dich gerne weiterentwickeln?

    Welche Fortbildungen haben dir bisher besonders geholfen?

    Was fehlt im aktuellen Fortbildungsangebot?

    In welchen Situationen würdest du dir professionelle Unterstützung wünschen?

    Welche Themen wären für ein Coaching interessant?

    Was müsste ein Coaching bieten, damit du daran teilnehmen würden?

    Über ein paar Eindrücke von euch würde ich mich sehr freuen, es müssen nicht speziell meine Fragen beantwortet werden, sie dienen zur Orientierung. Danke, liebe Grüße Ria

  • Wo liegt deiner Meinung nach die größte Herausforderung des Berufes?

    • Zeitmanagement & Abgrenzung
    • Hohe psychische Belastung durch den sozialen Aspekt der Arbeit
    • Stark verdichtete Arbeitsphasen ohne echte Ruhepausen

    Was müsste ein Coaching bieten, damit du daran teilnehmen würden?

    • Es müsste von jemandem durchgeführt werden, der selbst im aktiven Schuldienst ist, dort erfolgreich ist und gut zurecht kommt.
    1. Lärm, Unruhe, Dreck, Chaos, fehlende Rückzugsmöglichkeiten, viele Überraschungen in puncto Arbeitszeit (auf einmal schlechter Stundenplan mit vielen Freistunden, kurzfrustig einberufene Konferenzen, Elterngesprache etc.), oft nicht besonders inspirierend, Durchatmen manchmal nicht möglich
    2. leicht: guter Stundenplan, nette Kollegen, ruhige Klassen, zurückhaltende und wohlgesinnte Eltern, normale Wochen ohne Extratermine.

      schwer: Extratermine und Aufgebrummtes, pampige Kollegen, planlose Schulleitung, meckrige Eltern, laute Schüler

      3. mehr Abgrenzung und Wurschtigkeit zu Smartass-Kollegen, Helikoptereltern und Geklüngel im Kollegium

      4 ff.: Fortbildungen finde ich fast immer für den 🍑 : Wenig Info in viel Zeit.

      So auch Coaching, das ich überbewertet finde. Man braucht liebe Menschen für den Feierabend, die einen mögen, verstehen, aber auch ablenken.


  • Ich würde mir einen Schulsozialarbeiter (für Eltern und Kinder), einen Psychologen (für Eltern und Kinder) sowie eine Arzthelferin (für alle) wünschen, damit diese Personen die Aufgaben übernehmen, für die ich nicht ausgebildet bin.

    Außerdem eine Sekretärin, die täglich vor Ort ist und die Krankmeldungen von Kindern entgegen nimmt und weiterleitet (ja, bei uns stellen sich erkrankte Lehrkräfte den Wecker und 7:30 Uhr, um Krankmeldungen rechtzeitig weiterleiten zu können, weil die Sekretärin nicht jeden Tag da ist).

  • ...

    Was müsste ein Coaching bieten, damit du daran teilnehmen würden?

    Dass der Coach nicht vorher fragt, was er machen soll, sondern mich durch professionelle Gesprächstechniken dabei unterstützt, eigene Lösungen zu entwickeln und meine Ressourcen zielgerichtet zu nutzen. M.a.W. die Inhalte ergeben sich, wichtig sind Fragetechniken usw.

    Guten Tag

    Ich bin seit 10 Jahren Lehrerin und möchte nun Berufsanfänger oder Lehrer in Krisen unterstützen. Dazu mache ich eine kleine Umfrage und möchte gerne erfahren, was euch als Lehrer unterstützen würde.

    Nach 10 Jahren im Beruf müsstest du doch eigentlich alle inhaltlichen Anforderungen und erdenkliche Herausforderungen kennen, oder?

    Was fehlt im aktuellen Fortbildungsangebot?

    Bei uns DaZ

    1. Lärm, festgefahrene Strukturen, fehlende Gelder, fehlende Schulbauten, abgeranzte Schulbauten etc.
    2. leicht: guter Stundenplan, nette Schüler, Kollegen und Eltern, schwer: schwierige Kollegen, Eltern, Kinder, Schulleitung, fehlende Gelder, Aufgaben on top, nicht funktionierendes Digitalzeugs, fehlende/teilkompetente IT-Abteilung
    3. Abgrenzung gegenüber komischen Anforderungen, Einhalten der bezahlten Arbeitszeit, Dickfelligkeit gegenüber Leuten, die mir das Berufsleben schwerer machen.
    4. Bzgl. 3. bisher keine.
    5. Angebote zu 3. und "Konfliktgespräche führen", außerdem "Ungefragte Ratschläge geben, bevor sie dir jemand anders gibt - proaktiv werden!"
    6. 3.
    7. 3.
    8. Als Lehrkraft aktuell im Berufsleben stehen, ADHS/AuDHS haben und hilfreiche Tipps geben können, die unhilfreichen kenne ich zur Genüge. "Mach doch mal eine Pause/Schalte doch mal ab/Leg alles weg/lass das nicht an dich ran"- Am A die Räuber!

    🍦 Eis macht Spaß! 🍦
    Schoko, Vanille – ganz egal,
    Hauptsache lecker jedes Mal! 😋

    Ich lese und schreibe nach dem Paretoprinzip.

  • Nein, Geld allein hilft hier nicht.

    • Unser System muss unabhängig von kurzfristigem, in Legislaturperioden denkendem und politischem Opportunismus werden.
    • Unser System muss aus einem Guss sein, es darf nicht zu viele "Player" geben, die sich gegenseitig neutralisieren und jegliche Veränderung hemmen.
    • Wir brauchen eine unpolitische Landesbildungsbehörde, die nur der Verfassung unterworfen ist und Entscheidungen trifft. Dem Gremium können VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft angehören.
    • Wir brauchen das Ende der kommunalen Trägerschaft für Schulgebäude. Das Land muss Träger für alle Gebäude werden und einen Liegenschaftsbetrieb für deren Erhalt führen.
    • Wir brauchen das Ende verschiedener Arbeitgeber im Schulwesen. (Lehrkräfte, Hausmeister, Putzkräfte, Sozialarbeiter, Schulverwaltungsassistenz etc.)

    Erst dann kann das Geld, das fließt, sinnvoll wirken.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Eine Logopädin und eine Ergotherapeutin in der Schule, zu der wir die Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen und motorischen Auffälligkeiten direkt schicken könnten (ohne Zustimmung der Eltern) wären nett.

  • Wo liegt deiner Meinung nach die größte Herausforderung des Berufes?

    In der Vielfalt, das ist Fluch und Segen zugleich.

    Für FoBi müsste es mehr Zeit geben, generell mehr Entlastung oder Anerkennung der Aufgaben … und entsprechend mehr Personal, gerne auch mit unterschiedlichen Expertisen.

  • Auf keinen Fall möchte ich noch weitere nachmittägliche Termine, die die Schule betreffen und seien sie noch so gut, also keine Supervision oder Beratung oder sonstwas.

    Ich finde, nach 6h Unterricht geht erstmal gar nichts.

    Aufnahmefähig bin ich bei ganztägigen Fobis, da gehe ich sehr gerne hin, auch von 8-18 Uhr zB..

  • Ach ja,

    wegen der vielen Aspekte wünsche ich mir schon länger einen zentralen medizinisch-pädagogischen Dienst, der neueste Erkenntnisse zu allen häufigeren Erkrankungen und mögliche pädagogische Maßnahmen bereit hält…

    und der bei besonderen Fällen kurzfristig erreichbar ist und nach spätestens einer weiteren Woche eine Expertise gegeben hat, die hilft, bei Eltern die richtigen Fragen zu stellen, um den individuellen Fall einschätzen zu können, und mögliche schulische Konsequenzen darzulegen.

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