• Ärzte, bei denen das Wartezimmer jetzt schon keinen Staub ansetzt und die bei mehr Kundschaft wenig Interesse daran haben werden, jemanden nach kurzer Krankschreibung zwei Tage später schon wieder da sitzen zu haben?

    Also quasi fast alle Hausärzte und -ärztinnen!

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Ich bin sehr gespannt, wie es beim Durchgehen dieser Maßnahme in der Hausarztpraxis aussehen würde.
    Die Warteschlange ist eine Stunde (!!) vor Eröffnung schon bei 6-10 Menschen. Es gibt zwar gerade eine neue Person in der Praxis, der eine Praxisinhaber versucht aber seit 10 Jahren rauszugehen. Aufnahmestopp haben sie seit Jahren.
    Ob sie dann Leute aus der Kartei rauswerfen?

  • Für Verlängerungen der Krankschreibung reicht hier ein Anruf, dann wird das Attest entsprechend fertig gemacht und kann abgeholt werden.

    Ich glaube allerdings eh nicht, dass die Regelung so kommen wird.

  • Ich glaube, dass man diejenigen, die sich einen "Korrekturtag" nehmen oder einen Tag zum "Entspannen" eh nicht durch die "ab dem 1. Tag eine AU" packt.

    Und es ist für jemanden mit Migräne, Magen - Darm etc. nicht gerade zumutbar deswegen zum Arzt zu gehen (von der Ansteckungsgefahr für die anderen Patient:innen mal abgesehen).

    Vielleicht sollte man vielmehr schauen, woran die hohen Fehlzeiten liegen: Sind es o.g. Krankheiten oder stecken Aspekte wie Überlastung, psych. Probleme dahinter? Wenn ja: Dann sollte man an den Ursachen arbeiten.

  • Ich bin sehr gespannt, wie es beim Durchgehen dieser Maßnahme in der Hausarztpraxis aussehen würde.
    Die Warteschlange ist eine Stunde (!!) vor Eröffnung schon bei 6-10 Menschen. Es gibt zwar gerade eine neue Person in der Praxis, der eine Praxisinhaber versucht aber seit 10 Jahren rauszugehen. Aufnahmestopp haben sie seit Jahren.
    Ob sie dann Leute aus der Kartei rauswerfen?

    Puh, so extrem ist es hier - weder bei meiner Hausarztpraxis noch bei anderen hier im Stadtteil, soweit ich es von Nachbar*innen weiß - (noch) nicht. Allerdings passiert es schon immer mal, dass man, wenn man frühmorgens dort anruft, entweder gar nicht erst durchkommt, weil die Telefonleitung überlastet ist, oder erst für den nächsten Tag einen Termin bekommt (Online-Termine gibt es i. d. R. eh nur für ein paar Tage oder die Woche drauf).

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  • Ich will mal kurz darauf hinweisen, dass zwar die telefonische Krankschreibung, aber nicht die Krankschreibung nach Videosprechstunde abgeschafft wird. TeleClinic und andere Anbieter bleiben also auch eine Option.

  • Also, wenn ich zum Arzt gehe, dann nur, wenn ich wirklich schlimmer erkrankt bin und mir schon denken kann, dass ich mit ein bis drei Krankheitstagen nicht "hinkommen" werde.

    Genau. Ich gehe wirklich erst dann zum Arzt, wenn mein Infekt ungewöhnlich verläuft, was eben sehr selten vorkommt. Aber dann ist eben die Erfahrung, dass der Arzt mich mind. bis Ende der Woche krankschreibt (und wenn es ein Montag ist, kommt eben schnell eine Woche zusammen).

    Generell habe ich die Erfahrung gemacht, dass Ärzte mich eher länger krankschreiben als ich es für nötig halte, daher kommt bei mir diese Erwartung, eine Woche krank geschrieben zu werden.

  • ...

    Vielleicht sollte man vielmehr schauen, woran die hohen Fehlzeiten liegen: Sind es o.g. Krankheiten oder stecken Aspekte wie Überlastung, psych. Probleme dahinter? Wenn ja: Dann sollte man an den Ursachen arbeiten.

    Wer sagt denn, dass es höhere Fehlzeiten gibt? Bislang ist es eine Behauptung von CDU-Politiker*innen, die gleichzeitig Bafög-Erhöhungen verhindern und in der Pflege, bei Inklusionsmaßnahmen und Bürgergeld rumkürzen.

  • Dass es seit 2022 deutlich mehr Krankentage gibt, ist eine statistische Tatsache, die sich jeder mit 30 Sekunden Internetsuche in einer Vielzahl von Quellen bestätigen kann, man kann höchstens über die Ursachen streiten. Laut statistischem Bundesamt gab es einem Sprung von vorher ca. 10-11 auf 15 Tage.

  • Puh, so extrem ist es hier - weder bei meiner Hausarztpraxis noch bei anderen hier im Stadtteil, soweit ich es von Nachbar*innen weiß - (noch) nicht. Allerdings passiert es schon immer mal, dass man, wenn man frühmorgens dort anruft, entweder gar nicht erst durchkommt, weil die Telefonleitung überlastet ist, oder erst für den nächsten Tag einen Termin bekommt (Online-Termine gibt es i. d. R. eh nur für ein paar Tage oder die Woche drauf).

    ich weiß gar nicht, ob andere Praxen in der Stadt Termine haben. (Aber in Social Media-Gruppe wird immer wieder gefragt, wer überhaupt neue Leute aufnimmt und es kommen selten Antworten...)
    Meine Praxis hat nur nachmittags Termine, diese sind aber Wooochen im Voraus vergeben. Akut ist morgens und man es vergessen, telefonisch durchzukommen. Ich laufe immer dahin und wenn ich eben nur eine AU wollte, dann gegen 11 uhr. Da würden sie mich eh nicht mehr dran nehmen (in der Regel nach 9.30/10uhr sagen sie, man solle am nächsten Tag zurückkommen).
    Rezepte bestelle ich per Mail ab.
    Ich habe das Glück, jenseits von chronischen Krankheiten selten krank zu sein, so dass ich selten akut was brauche und Blutabnahmen, EKGs und co laufen mit den Arzthelferinnen am Nachmittag, der Arzt kommt kurz rein.
    Das letzte Mal, wo ich da war, wurde ich der neuen Ärztin der Praxis zugeschoben, es hat mich sehr genervt.

  • "Warum es gerade seit 2021 einen so hohen Anstieg der Krankmeldungen gibt, ist nur schwer nachzuvollziehen. Ein Grund könnte allerdings die Einführung der elektronischen Krankmeldung sein, die zu einer vollständigeren Erfassung der Fehlzeiten geführt hat."

    Ansonsten sind die Zahlen seit 2024/25 rückläufig.

    https://www1.wdr.de/wirtschaft/kra…nd-nrw-100.html

    Zugenommen haben längere Krankschreibungen aufgrund psychischer Leiden, so die TK:

    https://www.tk.de/presse/themen/…nd-2026-2211552

    Es ist offensichtlich nicht der erschlichene Korrekturtag oder was es in anderen Branchen angeblich sein soll. Der Wurstfachverkäuferin ihr Mann hat tatsächlich Rücken.

  • Diese Bundesregierung hat es mit diesem Aufmacherthema tatsächlich geschafft den eigentlichen Skandal beim Thema Lohnfortzahlung / Krankengeld zu kaschieren.

    Für viele wird es gar kein Thema sein, selbst für die Angestellten Lehrkräfte nicht. Gemäß Tarifvertrag gilt die gesetzliche Regelung. In NRW gibt es jedoch die ADO und die gilt gleichermaßen für angestellte als auch verbeamtete LK. Kann mir nicht vorstellen, dass NRW diese Regelung ändern wird. Falls doch wird man wohl eine annehmbare Regelung mit seinem Hausarzt finden können. Falls nicht gibt es immer noch die Möglichkeit via Doc Morris (Teleklinik) innerhalb der nächsten Stunden einen Termin für eine Videosprechstunde zu bekommen.

    Der eigentliche Skandal ist ein anderer. Zukünftig gibt es nur noch eine Rahmenfrist, die mit einer Erkrankung aufgemacht wird. Ab dem Zeitpunkt einer ersten Erkrankung (egal wie lange) wird eine Dreijahresfrist aufgemacht innerhalb derer man maximal 78 Wochen lang Lohnfortzahlung / Krankengeld bekommt. Ansonsten wird man ausgesteuert.

    Folgendes Fallbeispiel: Kollege erkrankt an Burnout. Gesamterkrankungsdauer: 15 Monate. Danach macht er eine dreimonatige Wiedereingliederung womit das Kontingent aufgebraucht ist. Danach arbeitet der Kollege ein Jahr und ein paar Monate durch ohne erneut zu erkranken. Vier Wochen vor Ende des Dreijahresrahmens erkrankt er an Krebs. Nun bekommt er zwar noch sechs Wochen Lohnfortzahlung. Ist danach aber sofort ausgesteuert und er müsste auch sechst Monate wieder arbeiten bevor er eine erneute Rahmenfrist auslösen kann. Er rutscht also unmittelbar ins Nahtlosgeld und muss einen Antrag auf Erwerbsmincerungsrente stellen.

    Das diese Änderung bis jetzt so schön unter dem Radar ist, liegt nur daran, dass diese ab ersten Tag AU-Geschichte alles andere verdrängt. Aber ich arbeite dran.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • wow!
    Danke Chemikus!
    Das vermisse ich gerade, auch auf kritischen Seiten in meiner Bubble, ich bin SICHER, dass viele Sachen nur Nebelkerzen sind.

  • Übrigens, auch das Schriftformerfordernis bei Befristungen soll gestrichen werden.

  • Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass diese Regelung irgendetwas besser macht. Es beginnt wieder einmal mit einer Beschimpfung der "Untertanen", die faul sind, blau machen und Lifestyle pflegen, statt die Wirtschaft anzukurbeln. Es ändert für viele nichts, und für die, die es betrifft, wird es vermutlich unerwünschte Effekte haben. Zum Beispiel, dass Arztmuffel in die Praxis müssen und dort womöglich noch mehr als das aktuelle Unwohlsein diagnostiziert wird (z. B. Bluthochdruck, den man ja nicht bemerkt), was für den Patienten gut ist, aber eben Folgekosten verursachen kann. Und klar, Ärzte möchten, dass Menschen sich auskurieren.

    Wisst ihr noch, die Praxisgebühr? Hat wirklich niemand vorher gesehen, dass, wenn man schon die 10 Ocken bezahlt hat, man dann auch möglichst viele Besuche ins Quartal einplant, damit es sich auch lohnt? Und wie aufwendig das für die Arztpraxen ist?

    Wie viel "hamwaschon gehabt, hatsichnicht bewährt" hatten wir schon so?

    Und aus deinem Beitrag, Chemikus, lernen wir ja auch, was das für ein plumpes Ablenkungsmanöver ist.

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