• Übrigens bin ich selbst jemand, die nachts E-Mails verschickt.

    Was auch immer man da hineinlesen will: Ich mache einen Haken an die Sache, erwarte aber nicht, dass jemand um die Uhrzeit antwortet.

    Bei IServ wünsche ich mir ein terminiertes Verschicken (Montag um 8 Uhr), gleichzeitig hadere ich damit, ob Eltern dann erst recht denken, man würde das aus dem Unterricht heraus machen.

  • Übrigens bin ich selbst jemand, die nachts E-Mails verschickt.

    Was auch immer man da hineinlesen will: Ich mache einen Haken an die Sache, erwarte aber nicht, dass jemand um die Uhrzeit antwortet.

    Bei IServ wünsche ich mir ein terminiertes Verschicken (Montag um 8 Uhr), gleichzeitig hadere ich damit, ob Eltern dann erst recht denken, man würde das aus dem Unterricht heraus machen.

    Vollkommen legitim. Mir erschließt sich nicht, was daran problematisch sein soll, nachts Mails zu verschicken.

  • Schmidt

    Kluge Frage 😉 Ich sehe mich als Lehrerin als Vorbild und so wie ich mich in der Gesellschaft bewege, lebe ich auch Dankbarkeit vor und lege auch im alltäglichen Umgang Wert darauf. Das hat was mit den Werten zu tun, hinter denen ich stehe. Ich stelle mich nicht hin und sage: seid mir dankbar, dass ich meine Arbeit mache, seid dankbar für meine bloße Anwesenheit 🤣

    Ich hatte ja schon dargelegt, wann eine Danke wünschenswert wäre.

  • Schmidt

    Kluge Frage 😉 Ich sehe mich als Lehrerin als Vorbild und so wie ich mich in der Gesellschaft bewege, lebe ich auch Dankbarkeit vor und lege auch im alltäglichen Umgang Wert darauf. Das hat was mit den Werten zu tun, hinter denen ich stehe. Ich stelle mich nicht hin und sage: seid mir dankbar, dass ich meine Arbeit mache, seid dankbar für meine bloße Anwesenheit 🤣

    Ich hatte ja schon dargelegt, wann eine Danke wünschenswert wäre.

    Wenn du deinen Anspruch für normal hältst, warum kommunizierst du dann nicht, dass du Dank erwartest? Vielleicht ist dein Anspruch doch leicht abwegig?

  • Schmidt

    Interessant. 🧐

    Weißt du, ich habe mehrfach dargelegt, was eine gesellschaftliche Erwartung ist, die sich von einem einklagbaren Anspruch unterscheidet. Ich mag mich nicht im Kreis drehen. Danke für dein Verständnis.

  • Steht neben den Mails? Ich kontrolliere das nicht, ich sehe das. Aber ja, krass, wie du mich jetzt als kontrollierend interpretierst. 😅.

    Du schriebst:

    Na, das würde ich pauschal nicht sagen. Es gibt sehr viele verschiedene Gründe dafür, weshalb sie nachts schreiben. Und das sind nicht ausschließlich Zeitgründe. 🙃

    Also denkst du über Gründe nach.

    Danke für den Tipp ☺️ wie gesagt, ich kenne meine Elternschaft und die oftmals auch die Hintergründe und habe dort meine Expertise. Ihr anderen seht das aufgrund einer anderen Konstellation natürlich anders. Das ist normal und ok.

    Du denkst über die Elternschaft und ihre Beweggründe und Hintergründe nach, für deren Expertin du dich hältst. Das habe ich also nicht interpretiert.

    Ich denke, ich weiß schon, was du sagen willst: du wünschst dir ein aufmerksames Miteinander, in dem man miteinander spricht und sich zuhört und Rückmeldungen gibt. Und ich denke: das funktioniert nur, wenn man sich im real life begegnet und miteinander spricht, auch über Erwartungen, wenn man denn welche hat. Oder einfach nur selbst anderen diese Aufmerksamkeit zuteil werden lassen, ohne aufgeregt 100 parfümierte Badezusätze verpacken zu müssen , weil man denkt, andere erwarten Geschenke und dann wiederum Dankbarkeit zu erwarten :sterne:

    Vielleicht habe ich keine mehr, weil "meine" Eltern nicht in der Lage sind zu arbeiten, Beziehungen aufrecht zu erhalten, ihre Kinder vernünftig zu versorgen und Konflikte zu klären.

    Erwartungen sind einfach schwierig, wenn sie enttäuscht werden. Weil jeder, der etwas erwartet natürlich davon ausgeht, dass er im Recht ist. Wenn man sich dann pikiert abwendet (oder frustriert zurückzieht, den Verfall der Gesellschaft wittert... was auch immer) macht man sich und anderen das Leben unnötig schwer.

    Ich wünsche euch in jedem Falle schöne Ferien und bedanke mich für das anregende Gespräch :geschenk:

  • Du denkst über die Elternschaft und ihre Beweggründe und Hintergründe nach, für deren Expertin du dich hältst. Das habe ich also nicht interpretiert.

    Stimmt, weil ich eng mit den Eltern zusammenarbeite und deshalb Zeitgründe als zu pauschal ablehnen kann. Dies gilt für mich persönlich.

    Ich denke, ich weiß schon, was du sagen willst: du wünschst dir ein aufmerksames Miteinander, in dem man miteinander spricht und sich zuhört und Rückmeldungen gibt. Und ich denke: das funktioniert nur, wenn man sich im real life begegnet und miteinander spricht, auch über Erwartungen, wenn man denn welche hat. Oder einfach nur selbst anderen diese Aufmerksamkeit zuteil werden lassen, ohne aufgeregt 100 parfümierte Badezusätze verpacken zu müssen , weil man denkt, andere erwarten Geschenke und dann wiederum Dankbarkeit zu erwarten :sterne:

    Wirkt weiterhin wie funktionales Missverstehen auf mich, gerade weil ich ausschließlich von Dank und Wertschätzung sprach, nicht von Geschenken, erst recht nicht von Badezusätzen. 🤣

    Erwartungen sind einfach schwierig, wenn sie enttäuscht werden. Weil jeder, der etwas erwartet natürlich davon ausgeht, dass er im Recht ist. Wenn man sich dann pikiert abwendet (oder frustriert zurückzieht, den Verfall der Gesellschaft wittert... was auch immer) macht man sich und anderen das Leben unnötig schwer.

    Schwierig. Da wären wir bei Recht wieder bei einem einklagbaren Anspruch und den habe ich jetzt mehrfach abgegrenzt von einer Erwartung.

    Ich wünsche euch in jedem Falle schöne Ferien und bedanke mich für das anregende Gespräch :geschenk:

    Das ist wirklich eine ganz wundervolle Idee, einfach mal entspannen, runterkommen und die Welt bereisen. Ich wünsche dir eine wundervolle Zeit und bedanke mich ebenfalls für diesen interessanten Austausch und den Feriengruss.

  • Vollkommen legitim. Mir erschließt sich nicht, was daran problematisch sein soll, nachts Mails zu verschicken.

    Grundsätzlich ist daran nichts verwerflich. Alle asynchronen Kommunikationsmittel darf man nutzen, wann immer man möchte. Beim Telefon, das für synchrone Kommunikation steht, gibt es Grenzen.

    Allerdings weckt es vielleicht Hoffnung auf allseitige Verfügbarkeit bei den Eltern. Ich bin daher ein Unterstützer der Idee, dass nachts verfasste E-Mails oder Nachrichten erst morgens zu üblichen Arbeitszeiten herausgehen.

    LG DFU

    Einmal editiert, zuletzt von DFU (19. Juli 2026 13:15)

  • Allerdings weckt es vielleicht Hoffnung auf allseitige Verfügbarkeit bei den Eltern. Ich bin daher ein Unterstützer der Idee, dass nachts verfasste E-Mails oder Nachrichten erst morgens zu üblichen Arbeitszeiten herausgehen.

    Aber Du bestimmst doch, wann sie eingehen. Nimmst Du auch Menschen übel, wenn Sie einen Brief um ein Uhr nachts in den Briefasten werfen, oder wenn die Zustellerin ihn um fünf Uhr morgens bei Dir in den Briefkasten wirft?

  • Ich verstehe die Problematik nicht, wenn Eltern nachts Mails schreiben. Vielleicht haben sie entsprechende Arbeitszeiten, vielleicht können sie gerade nicht schlafen, vielleicht sind sie einfach Nachtmenschen. Letztlich ist es mir vollkommen egal, ob sie mich morgens, nachmittags oder nachts anschreiben. Solange sie keine sofortige Antwort erwarten, können ist das für mich nicht relevant.

    Ich schreibe auch öfters mal nachts etwas. Gerade im Sommer sitze ich lieber nachts als tagsüber am Schreibtisch. Wenn ich lese, was da anscheinend einige negatives hineininterpretieren, sollte ich das vielleicht lassen.

    Ich finde es mit dem Bedanken auch vollkommen normal. Selbst wenn die Sprechstundenhilfe mir nur ein Rezept fertig gemacht hat, sage ich danke sehr wenn ich es abhole. Für mich gehört das zum guten Umgang und ich finde es vollkommen richtig, dass wir das als Lehrkräfte vorleben. Es hat auch wenig mit Erwartungen zu tun, wenn Eltern es nicht machen. Ich finde es eher schade und eine negative gesellschaftliche Entwicklung. Beispiel Klassenfahrt: Einige Eltern schnappen ihr Kind und sind ohne ein Wort des Abschiedes weg. Andere bedanken sich kurz, fragen ggf. ob alles gut war und verabschieden sich.
    Wenn Eltern einfach abhauen, bin ich nicht frustriert. Aber ich denke mir: Schade, dass die Eltern ein so schlechtes Vorbild für ihre Kinder sind.

  • Das ist meine Aufgabe wie eine Behandlung mit Hustensaft. Wenn ich aber einen schwierigen Schüler „an die Hand nehme“, unterstütze, damit er das Schuljahr trotz seiner Belastungen schafft, dann wäre ein Dank angemessen. Nicht, weil es nicht meine Aufgabe wäre, sondern weil dazu noch mehr Zeit, Energie und meine persönliche Kraft einsetze, um diesen Schüler zu unterstützen. Gerade, wenn man im engen Austausch mit den Eltern steht.

    Ist denn den Eltern klar, dass es sich um einen schwierigen Schüler handelt und Du da mehr Energie als üblich reingesteckt hast? Ich glaube nicht, dass Eltern immer so genau wissen, was wir da so insgesamt an Arbeit haben und wo es viel und wo es wenig ist. Die haben auch manchmal echte Pakete zu tragen. Von Päckchen mag ich da gar nicht reden.

    Ich erwarte keinen Dank in meinem Job Von niemandem. Das ist für meine mentale Gesundheit das Beste. Ich werde für meine Arbeit ganz gut bezahlt, das reicht mir persönlich erstmal aus. Es gibt manchmal was zum Abschluss oder am Schuljahresende. Das ist ausreichend für mich.

    Aber ich selbst hab mich vor einigen Jahren entschieden, mich sehr oft zu bedanken. Ich bedanke mich an jeder Kasse und wünsche einen schönen Tag, nach jedem Termin in einer Praxis oder sonst wo. Ich hab den Eindruck, dass es den anderen freut und direkt die Stimmung besser wird. Ich hab auch immer Kleingeld in der Tasche, wenn ich Bahn fahre oder in die Stadt gehe, für diejenigen, die mich auf Kleingeld ansprechen. Es macht für denjenigen den Tag etwas erträglicher und mir tut es nicht weh.

  • Ich verstehe die Problematik nicht, wenn Eltern nachts Mails schreiben. [...]

    Das hast du falsch verstanden. Mir ist komplett egal, wann E-Mails bei mir eingehen. Und auch, ob Kollegen nachts arbeiten.

    Ich wäre aber dafür, dass unsere dienstlichen Mail- und Nachrichtenprogramme nachts geschriebene E-Mails automatisch erst morgens abschicken, damit bei den Eltern keine falsche Erwartung über unsere Erreichbarkeit geweckt wird.

    LG DFU

  • Ist denn den Eltern klar, dass es sich um einen schwierigen Schüler handelt und Du da mehr Energie als üblich reingesteckt hast? Ich glaube nicht, dass Eltern immer so genau wissen, was wir da so insgesamt an Arbeit haben und wo es viel und wo es wenig ist. Die haben auch manchmal echte Pakete zu tragen. Von Päckchen mag ich da gar nicht reden.

    Wie gesagt, ich stehe in sehr engem Kontakt zu den Eltern und ja, ihnen ist das bewusst.

    Ich erwarte keinen Dank in meinem Job Von niemandem. Das ist für meine mentale Gesundheit das Beste. Ich werde für meine Arbeit ganz gut bezahlt, das reicht mir persönlich erstmal aus. Es gibt manchmal was zum Abschluss oder am Schuljahresende. Das ist ausreichend für mich.

    Es geht nicht um ein Geschenk. Es geht mir persönlich um sowas wie Danke. Ganz einfach und doch so schwer. Tom123 hat es sehr gut auf den Punkt gebracht.

  • In diesem Threads ist es an der Zeit, mal wieder den Spruch von Nele aus verblichenen Forumszeiten zu zitieren: "Ich bin Profi, ich arbeite für Geld!"

  • "Ich bin Profi, ich arbeite für Geld!"

    Auch sehr pauschal. Ja, ich bin Lehrkraft und ich bekomme mein Geld für meine Arbeitsleistung. Dennoch arbeite ich mit jungen Menschen zusammen und sollte diesen etwas mitgeben für ihr weiteres Leben. Dazu gehört auch der Gedanke an Wertschätzung und Dankbarkeit. Als Mensch und Lehrer freue ich mich über Dank und Wertschätzung. Der Wunsch nach Anerkennung ist nicht gleichzusetzen mit einer Abhängigkeit von Anerkennung. Professionalität bedeutet nicht Beziehungslosigkeit und eine Bezahlung ersetzt nicht normale menschliche Umgangsformen. Wie gesagt, man ist auch Vorbild und die Schüler möchten schließlich auch Wertschätzung erfahren und nicht einfach abgehandelt werden. Das sind auch Menschen.

  • Das hast du falsch verstanden. Mir ist komplett egal, wann E-Mails bei mir eingehen. Und auch, ob Kollegen nachts arbeiten.

    Ich wäre aber dafür, dass unsere dienstlichen Mail- und Nachrichtenprogramme nachts geschriebene E-Mails automatisch erst morgens abschicken, damit bei den Eltern keine falsche Erwartung über unsere Erreichbarkeit geweckt wird.

    ich ärgere mich nur über "dringende" mails morgens und vormittags, denn da bin ich im unterricht und vor grundschülern hole ich das handy ais pädagogischen gründen nur im notfall heraus. ich schreibe mails. die ich nachts oder in freistunden schreibe, meist vor, verschicke sie aber am späten nachmittag. vormittags melde ich mich generell nicht als online.

  • LadyBlondi1989 : Die Vermittlung von Wertschätzung und Dankbarkeit ist in erster Linie die Aufgabe der Eltern, nicht unsere. Unser Fokus liegt auf der Vermittlung fachlicher Kompetenzen. Wenn das erreicht ist, können wir immer noch darüber nachdenken, an welcher Stelle wir ggf. Eltern bei ihrem Erziehungsauftrag unterstützen können.

  • Gymshark

    Das ändert nichts daran, dass man als Lehrer ein Vorbild sein sollte. Viele Dinge sind in erster Linie Aufgaben der Eltern. Oder wären es. Dies ist aber nicht immer möglich. Meine Nachbarin meinte mal zu mir, nachdem sie mehrfach in die Schule bestellt worden war: „Warum sollte ich meine Kinder erziehen, das ist doch die Aufgabe der Lehrer!?“. So unterschiedlich können Ansichten verteilt sein.

  • Je nach kognitiver Kapazitäten der Nachbarin würde ich entweder erwähnen, dass die Rechtslage in Deutschland sie zur Erziehung ihrer Kinder verpflichtet, oder sie konkret auf Artikel 6 Absatz 2 GG verweisen, um ihre elterlichen Pflichten nachlesen zu können. Sollte sie dies wiederum nicht einsehen wollen, dürfe sie dies doch gerne mit dem Jugendamt ausdiskutieren.

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