• Ich weiß, dass es höchstens 2 Tage Sonderurlaub gibt und leider nur für Eltern, Partner und eigene Kinder. Und auch nur, wenn es etwas zu regeln gibt. Gab es und meine Schwester hat fast alle Termine am 1. Nachmittag untergebracht. Die Trauerfeier war am Morgen des 2. Tages. Der Pfarrer verschob auf Bitte meiner Schwester andere Termine, und während die anderen zum Friedhof gingen, fuhr ich mit Taxi zum Bahnhof.

    Mein damaliger SL hielt sich streng ans Gesetz, in dem Fall war es kontraproduktiv, weil es bei mir Schuldgefühle meiner Schwester gegenüber auslöste und die innere Kündigung. Innerhalb von 2 Wochen habe ich mich für Baden-Württemberg beworben. Mir war klar, wenn ein Geschwister sterben sollte, würde ich keinen Tag frei kriegen. So ist das Gesetz.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Ich wäre in deinem Fall wohl zum Arzt gegangen, hätte die Situation geschildert und hätte mich die 3 Tage krankschreiben lassen. Ich wäre ja dann sowieso nicht arbeitsfähig gewesen.

    Niemals hätte ich auf die Beerdigung eines engen Familienangehörigen verzichtet.

  • Ich wäre in deinem Fall wohl zum Arzt gegangen, hätte die Situation geschildert und hätte mich die 3 Tage krankschreiben lassen. Ich wäre ja dann sowieso nicht arbeitsfähig gewesen.

    Niemals hätte ich auf die Beerdigung eines engen Familienangehörigen verzichtet.

    Für Beerdigungen, Einschulung der eignen Kinder oder andere wichtige Ereignisse stellen wir jede Lehrkraft frei, ohne Diskussion oder irgendwelche Anträge.

    Entropy is a bitch, embrace her.

  • Halten wir fest: Es hängt vom Goodwill der Schulleitung ab, ob man wichtige Termine wahrnehmen kann, die nicht bis zu den Ferien aufschiebbar sind.

  • ... was sich vermutlich auch irgendwann rächt.
    Das Leben ist Geben und Nehmen. Irgendwann will man nicht nur geben, wenn man zu selten etwas bekommt, dann nimmt man es sich.

  • ... was sich vermutlich auch irgendwann rächt.
    Das Leben ist Geben und Nehmen. Irgendwann will man nicht nur geben, wenn man zu selten etwas bekommt, dann nimmt man es sich.

    So ist es. Ich verstehe SLen nicht, die kein Verständnis für bestimmte Situationen aufbringen.

  • Ehrlich, wenn man sautraurig ist, wie man meist beim Tod eines nahen Angehörigen, dann kann man sich krank melden, weil man seelisch auch gerade krankt bzw nicht arbeitsfähig ist.

    Die Beerdigung meines Bruders war an meinem freien Tag und ich bin tapfer die Tage danach in die Schule marschiert und nach 2 Monaten bin ich zusammengebrochen und 3 Wochen ausgefallen.

    Besser hätte ich mich also "zeitnah" krank gemeldet. Leider hatte ich eine SL, die wenig unterstützend war und mich nicht mit der Nase drauf gestoßen hat. Das mache ich jetzt aber mit Kollegen.

  • Es ist übrigens auch wenig feinfühlig, Kris24 aufs Butterbrot zu schmieren, wie galant hier einige die Situation gemeistert hätten. Aus der Ferne, in der Rückschau und als nicht Betroffene/r lässt sich gut reden.

  • Sissymaus

    Ja, da hast Du einerseits recht, gleichwohl muss man hier anmerken, dass das Verhalten der SL ebenso wenig feinfühlig war.

    Es gibt eben Führung und Führung.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Es ist übrigens auch wenig feinfühlig, Kris24 aufs Butterbrot zu schmieren, wie galant hier einige die Situation gemeistert hätten. Aus der Ferne, in der Rückschau und als nicht Betroffene/r lässt sich gut reden.

    ich vermute, das was als "besserer Umgang" gelesen werden kann, ist das, was viele von uns aus schlechten Situationen gelernt haben. Ich glaube: Nur, wenn man mehrmals sowas erleben durfte (kleinere und größere Sachen wie hier), versteht man den Weg über ein anderes Mittel. Das heißt, jede*r / die meisten hier haben schon ihre schlechten Erfahrungen mit dem unflexiblen System gemacht....

  • Wir stellen grundsätzlich für jede Beerdigung frei. Bei Trauzeugin wahrscheinlich auch.

    Die Sonderurlaubsverordnung gibt das auch her.

    Qui legere potest, plane praevalet

  • Es ist übrigens auch wenig feinfühlig, Kris24 aufs Butterbrot zu schmieren, wie galant hier einige die Situation gemeistert hätten. Aus der Ferne, in der Rückschau und als nicht Betroffene/r lässt sich gut reden.

    Danke.

    Ich hatte keine Zeit nachzudenken. Ich habe 2 Tage einfach funktioniert. Am Montag mit meiner SL gesprochen und für mich überraschend die Begrenzung auf 2 Tage erhalten und nur weil es rechtlich einiges zu klären gab (Erbschaft, Notar Bank, Versicherungen), ich habe diskutiert.

    Am Dienstag saß ich morgens im 1. Zug, die Karte musste ich damals noch am Schalter holen, tat ich Montagmittag, nach über 10 Stunden Fahrt holten mich meine Geschwister am Bahnhof ab und es ging von einem Termin zum nächsten, alles von meiner Schwester und ihrem Bekannten ausgemacht, der Bekannte wurde dadurch zum Freund und später zum Ehemann.

    Am Mittwoch vormittags die Trauerfeier von einem Pfarrer, der mehrere Termine wegen mir verlegte und um 12 Uhr ging es zum Bahnhof und zurück.

    Ich bin wie meine Familie grundehrlich, auf krankmachen kam niemand und es wäre auch keine Zeit für einen Arzttermin gewesen, einen Hausarzt hatte ich nie.

    Aber ja, auf der Rückfahrt hatte ich viel Zeit nachzudenken, war dankbar für die vielen Menschen, die kurzfristig bereit waren, ihren Tagesplan für mich zu ändern, vor allem für meine Schwester, die es ohne ihren Vereinskollegen, der bereitwillig half und einige Verbindungen hatte, es nicht geschafft hätte. Daraus wuchs dann auch die Ablehnung gegenüber meinem SL. Mein Gedanke war, was ist, wenn ein Geschwister stirbt? Du hast keinen Anspruch auf einen freien Tag. Damit war mir klar, ich muss zurück in meine Heimat und zwar möglichst sofort. Ich hatte zwar schon früher überlegt, aber pro und contra hielten sich in Waage. Ab dem Moment war mir die Liste egal.

    Ich habe bisher nur einmal so ausführlich mit einer jetzigen Kollegin darüber gesprochen, Anlass war die Behauptung, Lehrer hätten viel weniger Probleme als normale Arbeitnehmer. Und da widerspreche ich deutlich. Meine Geschwister tauschen ihren Dienst oder nehmen Urlaub. Geht bei mir nicht.

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  • Wir stellen grundsätzlich für jede Beerdigung frei. Bei Trauzeugin wahrscheinlich auch.

    Die Sonderurlaubsverordnung gibt das auch her.

    Auch 3 Tage wie bei mir notwendig?

    Ich hätte auch unbezahlten Urlaub genommen, nur wusste ich es damals nicht und niemand hat es mir gesagt. Es hieß nur, höchstens 2 Tage, mehr geht nicht.

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  • §34 FrUrlV ist ohne Bezahlung und für mehr als zwei Tage.

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Als meine Mutter im Sterben lag, schrieb ich eine Mail an Schulleitung und Vertretungsplanung und die erste Reaktion war eine Nachricht von Untis, dass ich für den Rest der Woche und die folgende Woche freigestellt war.

    Zwischen Tod und Beerdigung blieben wir in Kontakt, ich habe dann noch meine Oberstufenkurse gegeben und eine Klausur gestellt, vom Rest wurde ich widerspruchslos entbunden.

  • §34 FrUrlV ist ohne Bezahlung und für mehr als zwei Tage.

    Ich war damals erst wenige Jahre im Schuldienst, Internet noch in den Kinderschuhen, ich wusste es nicht und keiner hat es mir gesagt. Zum Gegenteil.

    Schön, dass ihr alle eure jungen und noch unwissenden Kollegen ohne Nachfrage informiert. Nicht schön, wenn ihr durch entsprechende Likes und Beiträge mitteilt, ich habe falsch gehandelt.

    Noch einmal, ich mauschele nicht, vor kurzem wurde mir wieder so ein Deal unter der Hand angeboten, aber ich ziehe Konsequenzen. Die Zeit an dieser Schule in NRW mit dem besten Kollegium, das ich je hatte, war danach für mich beendet.

    Heute würde ich nach unbezahltem Sonderurlaub fragen, nur hatte ich damals weder Wissen, noch Zeit zu fragen. Internetwissen war noch in den Kinderschuhen, ich hatte zwar ein Modem, jede Minute kostete 4 Pfennig, aber informativ war es damals noch nicht.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • § 33 der Urlaubsverordnung regelt das. In deinem Fall wären mMn 5 Tage ohne weitere Probleme drin gewesen.

    Spannend find ich den einleitenden Satz. Diese lese ich so, dass man als Vorgesetzter ziemlich freie Hand hat.

    (1) Aus wichtigen persönlichen Gründen kann, soweit dienstliche Gründe nicht entgegenstehen, Urlaub unter Fortzahlung der Besoldung im notwendigen Umfang gewährt werden.“

    Die danach folgende Aufzählung von Fällen definiert mMn Fälle in denen auf jeden Fall Anspruch besteht.

    Kris24 Ich habe in Laufe der Diskussion habe ich die Verordnung für B.-W. gelesen. Sie lässt mMn ähnliches zu wie die in NRW.

    Qui legere potest, plane praevalet

  • Ergänzend, ich war damals angestellt wie alle neuen Kollegen zu dieser Zeit, war streng, glaub ich, auf 2 Jahre begrenzt, in NRW und konnte daher einfach kündigen.

    Nach meiner Kündigung kam ein "oberer" vom RP (?) wegen etwas anderem an meine Schule, wollte auch ein Gespräch mit mir und fragte, warum ich kündige. Als ich es sagte, war er auch entsetzt und meinte, er hätte mir eine Woche frei gegeben. Aber ich wende mich in solchen Fällen an die SL und nicht an deren Vorgesetzte.

    Mein Wunsch an SL hier, fragt nach, informiert und besteht nicht nur auf 2 Tage Sonderurlaub, wenn man einmal quer durch Deutschland muss.

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  • Man kann es ja nachträglich nicht verändern und ja, heute ist man schneller informiert.

    Dazu ist aber auch wichtig, dass sich, z.B. über dieses Forum, herumspricht, dass es durchaus andere Möglichkeiten gibt und dass es SL gibt, die da den Kolleg:innen gegenüber sehr viel fürsorglicher agieren.

    Das ist für die Zukunft die Möglichkeit, es selbst besser zu wissen oder es für Kolleg:innen zu wissen, als SL entsprechend zu handeln oder als Personalrat etwas zu sagen.

    Wenn immer alle denken, dass keine Möglichkeiten vorhanden sind, hält sich diese Ansicht. Um so besser, wenn du, Kris24 , deine leidvolle Erfahrung und deine Konsequenzen mit uns teilst, aber auch gut, dass andere schreiben, welche besseren Wege andere (inzwischen) finden, damit es sich herumspricht und als „normal“ gilt, den Kolleg:innen Wege zu eröffnen.

    Gleiches gilt m.E. auch für Termine bei Fachärzt:innen, die man so viel eher vereinbaren muss. Passt der neue Stundenplan nicht, kann man versuchen, den Termin noch zu verändern, ist das nicht möglich, ist man dann bei der Ärztin und nicht in der Schule, denn sonst verschiebt man ja auf ewig die Termine. Ist es etwas Akutes, kann an ja auch nicht die bis zu 12 Wochen auf die nächsten Ferien warten. Und ist man krankgeschrieben, fehlt man auch.

  • Ich war damals erst wenige Jahre im Schuldienst, Internet noch in den Kinderschuhen, ich wusste es nicht und keiner hat es mir gesagt. Zum Gegenteil.

    Schön, dass ihr alle eure jungen und noch unwissenden Kollegen ohne Nachfrage informiert. Nicht schön, wenn ihr durch entsprechende Likes und Beiträge mitteilt, ich habe falsch gehandelt.

    Noch einmal, ich mauschele nicht, vor kurzem wurde mir wieder so ein Deal unter der Hand angeboten, aber ich ziehe Konsequenzen. Die Zeit an dieser Schule in NRW mit dem besten Kollegium, das ich je hatte, war danach für mich beendet.

    Heute würde ich nach unbezahltem Sonderurlaub fragen, nur hatte ich damals weder Wissen, noch Zeit zu fragen. Internetwissen war noch in den Kinderschuhen, ich hatte zwar ein Modem, jede Minute kostete 4 Pfennig, aber informativ war es damals noch nicht.


    Das Problem ist nicht das Internet in Kinderschuhen sondern das in der Lehrkräfte Ausbildung wenig Zeit auf darauf verwendet wird, uns im Umgang mit dem Recht, das wir täglich anwenden und welchem wir unterliegen, zu schulen.
    Wir sind an unserer Schule 90 Lehrkräfte und weniger als 10 werden die ADO gelesen haben und noch weniger werden kommentierte Ausgaben der jeweiligen wichtigen Rechtstexte jemals in der Hand gehabt haben.

    Qui legere potest, plane praevalet

    Einmal editiert, zuletzt von Dr. Rakete (3. August 2026 15:04)

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