Kot aufsammeln als Kollektivstrafe

  • Was zur Vollständigkeit gehört und was ich zuvor in Bezug auf Verwaltungspersonal an anderer Stelle schrieb: Der Arbeitgeber (m/w/d) hat die Möglichkeit, in den Vertrag zu schreiben, dass darüber hinausgehend zumutbare Aufgaben bei Bedarf zugewiesen werden müssen.

    Das Entfernen von menschlichen Hinterlassenschaften ist einer Reinigungskraft unter der Voraussetzung, dass die nötigen Hilfsmittel durch den Arbeitgeber (m/w/d) zur Verfügung gestellt werden, zuzumuten.

    Ich sehe es genau wie RosaLaune und Quittengelee Es kann nicht die Aufgabe von Reinigungskräften sein, Kot zu entsorgen. Uns wurde mal gesagt, dass dafür eine Spezialreinigung, die nicht (!) von den Reinigungskräften geleistet werden muss, sondern von einem "Spezialteam" (aufgrund der Infektionsgefahr). Das kostet dann leider.

  • Na, wenn es für Spezialfälle eine solche Spezialreinigung gibt, dann soll mir das auch Recht sein. Ob das (aus finanzieller Sicht) verhältnismäßig ist, ist zwar eine Sache, die aber zum Glück außerhalb meines Verantwortungsbereichs liegt. Wer beauftragt am Ende die Spezialreinigung - die Schulleitung oder der Schulträger? Das ist ja auch ein Zustand, der schnellstmöglich behoben werden muss und nicht wochenlang als offener Auftrag irgendwo herumliegen kann.

  • Wer beauftragt am Ende die Spezialreinigung - die Schulleitung oder der Schulträger? Das ist ja auch ein Zustand, der schnellstmöglich behoben werden muss und nicht wochenlang als offener Auftrag irgendwo herumliegen kann.

    Du weißt doch, das muß europaweit ausgeschrieben werden. Dauert dann zwei bis drei Jahre und solange wird die Toilettenanlage komplett gesperrt. :autsch:

  • Sitz da tatsächlich eine Person und kontrolliert oder wie funktioniert das?

    Ja, tatsächlich. Die Dame saß den ganzen Schulvormittag in der Toilette und hat einen kurzen Blick in die Kabine geworfen, wenn ein Schüler fertig war. Damit gab es auf dieser Toilette meines Wissens tatsächlich keinen Vorfall mehr.

  • So eine Maßnahme schafft zumindest Arbeitsplätze, was in der aktuellen konjunkturellen Phase sicher auch nicht verkehrt ist.

  • Spannend wäre beispielsweise ein System mit Keycard oder Token. Jeder Schüler öffnet die Tür mit seinem persönlichen Token. Das System speichert die Zugänge. Wenn Verschmutzungen auftreten, hätte man den Täterkreis massiv reduziert und könnte ggf. auch ansagen, dass Schüler sich direkt melden sollen, wenn sie die Toiletten verschmutzt vorfinden. Spätestens wenn es zu weiteren Vorfällen kommt, findet man den Täter. Solche Token werden bei uns auch in der Mensa eingesetzt, damit jeder sein bestelltes Mittagessen bekommt.

  • Spannend wäre beispielsweise ein System mit Keycard oder Token. Jeder Schüler öffnet die Tür mit seinem persönlichen Token. Das System speichert die Zugänge. Wenn Verschmutzungen auftreten, hätte man den Täterkreis massiv reduziert und könnte ggf. auch ansagen, dass Schüler sich direkt melden sollen, wenn sie die Toiletten verschmutzt vorfinden. Spätestens wenn es zu weiteren Vorfällen kommt, findet man den Täter. Solche Token werden bei uns auch in der Mensa eingesetzt, damit jeder sein bestelltes Mittagessen bekommt.

    In der Vergangenheit wurde sowas von der LDI untersagt:

    https://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/f/…lprotokolle.pdf


    /edit (TL;DR):

    Die LDI bemängelt die fehlende Rechtsgrundlage für eine solche Überwachung und bemängelt die Freiwilligkeit der ersatzweise genutzten Einwilligung (aus guten Gründen).

  • Ja, bei uns darf gerade nicht gespeichert werden, welcher Kollege wann in welchem Raum war. So grundsätzlich ist das nämlich unnötige Datenspeicherung. Und bei Toilettenräumen stecken dann ja auch sensible Personendaten vor. Diese wurden daher zunächst von der Umstellung der Schlösser ausgenommen.

    LG DFU

  • Ja, tatsächlich. Die Dame saß den ganzen Schulvormittag in der Toilette und hat einen kurzen Blick in die Kabine geworfen, wenn ein Schüler fertig war. Damit gab es auf dieser Toilette meines Wissens tatsächlich keinen Vorfall mehr.

    Bei uns sind es sicher über 30 Toilettenräume mit je bis zu 10 Toiletten verteilt über 3 Schulgebäude. Wie viele hattet ihr, Männlein und Weiblein gemeinsam?

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Die Toilettenaufsicht gab es nur für die sanierten "Hauptklos" auf dem Pausenhof. Für die anderen, im Gebäude verteilten Toiletten gab es keine Aufsichten, sie waren aber auch nicht grundsätzlich offen. Wenn ein Schüler in Gebäude X zur Toilette musste, musste er entweder den weiten Weg zum Haupthof machen oder ich musste aufschließen/meinen Schlüssel leihen. Das wurde aber meist nur bei Klausuren gemacht.

  • Ich bin froh, dass wir als Lehrer aufs Klo gehen dürfen, ohne jemanden um Erlaubnis zu fragen. Wie ich bereits mal schrieb, handhabe ich das generell auch mit den Schülern so. Wer leise zur Toilette kann, darf das ohne zu fragen.

    Leider hat sich in unsrer Mittelstufe (bei uns 5/6) ein neues Spiel entwickelt: Jeder geht so oft aufs Klo, wie er nur kann, bleibt dort extra lange und trifft sich im Bereich davor oder im Waschbeckenraum mit Schülern andrer Klassen.

    Klogang verbieten dürfen wir nicht. Schlüssel für die Toiletten gibt es bereits, jede Klasse (es sind 3) hat einen, jeder Schüler trägt seine Toilettenzeiten in eine Liste ein.

    Trotzdem wird verschmutzt, gevaped, heimlich gefilmt, sonstwas.

    Hat hierfür jemand eine Lösung?

  • Ich bin froh, dass wir als Lehrer aufs Klo gehen dürfen, ohne jemanden um Erlaubnis zu fragen. Wie ich bereits mal schrieb, handhabe ich das generell auch mit den Schülern so. Wer leise zur Toilette kann, darf das ohne zu fragen.

    Leider hat sich in unsrer Mittelstufe (bei uns 5/6) ein neues Spiel entwickelt: Jeder geht so oft aufs Klo, wie er nur kann, bleibt dort extra lange und trifft sich im Bereich davor oder im Waschbeckenraum mit Schülern andrer Klassen.

    Klogang verbieten dürfen wir nicht. Schlüssel für die Toiletten gibt es bereits, jede Klasse (es sind 3) hat einen, jeder Schüler trägt seine Toilettenzeiten in eine Liste ein.

    Trotzdem wird verschmutzt, gevaped, heimlich gefilmt, sonstwas.

    Hat hierfür jemand eine Lösung?

    Nein, außer Zeiten aufzuschreiben. Und aufs Klo gehen darf man erst, wenn die Person davor zurückkommt. Während der Stunde aufs Klo gehen nur in Ausnahmefällen, wenn es zum Regelfall wird, ärztliches Attest einfordern...

    Sobald man Fehlverhalten ahnden will, muss man Freiheitsrechte einschränken.

    Edit: wenn ihr schon Listen habt, müsste es ja halbwegs kontrollierbar bleiben. Wenn mal ein paar Tage lang jemand nach jeder Stunde nachschaut, Listen abgleicht oder Leute mit Vape ertappt, macht man ein bisschen Tamtam mit Elterneinbestellen und dann wird es wieder ruhiger.

    Ich glaube aber kaum, dass man das Problem generell los wird.

  • Die Frage ist auch, ob solche Listen dann nicht auch datenschutzrechtlich problematisch sind.

  • Die Frage, wo der Unterschied zum Fegen oder Tischeputzen ist, finde ich durchaus berechtigt.

    Ich hätte es abgesichts der erwartbaren Reaktionen nicht so gemacht, ganz falsch finde ich das Vorgehen aber auch nicht. Der Dreck kam ja nunmal aus der Gruppe heraus.

    Der Unterschied ist, dass man beim Tische- oder Bodenfegen in der Regel nicht mit potentiell infektiösen Substanzen in Berührung kommt, beim Kotaufsammeln ohne Handschuhe hingegen ist das etwas anderes.

    Nachdem der Lehrer es gemeinsam mit den Schülern gemacht hat, scheint es mir aber auch eher nicht als Kollektivstrafe, sondern als eine gemeinsame Putzaktion gemeint gewesen zu sein.

    Als Mutter hätte ich mich trotzdem aufgeregt und beschwert, allerdings beim Lehrer und je nach seiner Reaktion evtl. auch bei der Schulleitung, denn dass kleine Kinder, die wahrscheinlich nicht ganz so vorsichtig arbeiten, ohne Handschuhe Kot aufwischen müssen, finde ich nicht in Ordnung. Ist bei größeren Kindern auch grenzwertig, aber Erstklässler haben oft die Motorik noch nicht, es ohne Berührung hinzubekommen. Das macht es noch ekliger.

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